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Mittwoch

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schießen und ihm einen Brillantring wegnehmen zu können. Kohler befand sich zur Zeit der Tat, weil gerade stellenlos, in einer vorübergehenden Geldverlegenheit. Er führte den ahnungslosen Freund abgelegene Wege und feuerte von hinten vier Revolverschüffe auf ihn ab, deren zwei Kopf und Schulter trafen. Mit knapper Not entging der Ueberfallene dem Tod und vermochte zu entfliehen. Ohne jede Spur von Reue und Erregung wiederholte K. heute in der Ver­handlung des Schwurgerichts sein Geständnis. Das Urteil lautete auf 12 Jahre Zuchthaus und 10jährigen Ehrverlust. Kohler nahm es unbewegt auf.

Kaipo, 16. Juni. Das Schwurgericht von Damanhour m Unteregyptev hat den berüchtigte« Räuber Matarawi mit 22 Monaten Zuchthaus bestraft. Matarawi war in Damanhour und Umgegend wegen feiner Streifzüge und Räubereien sehr gefürchtet, Aus Freude über die einstweilige Einkerkerung dieses Räubers wurden die Häuser der Stadt beleuchtet und beflaggt. Die Nachricht von der Verhaftung wurde von einer großen Volksmasse verbreitet, au deren Spitze sich Mufik bewegte.

K-rfustrozetz.

Köln, 15. Juni. Zu Beginn der Verhandlung fehlte der Angeklagte Oberreuter, der sich hatte entschuldigen lassen, werl er einem SubhastationStermin« beiwohnen mußt«. Auf Antrag deS Staatsanwaltes erließ das Gericht gegen ihn einen Haftbefehl, der aber nach Erscheinen deS Oberreuter aufgehoben wurde, nachdem er erklärt hatte, daß für ihn 80 000 Mk. auf dem Spiel« gestanden hätten. Dann begann die Verlesung der Urkunden, Briefe usw., vielfach mit Hilf« eines übrigens schwer verständlichen Dolmetschers, bis heute noch nicht beendet werden konnte. Aus dem Konzessionsvertrag der Stadt Korfu mit Victor Darquenne hob Rechtsanwalt Dr. Alsberg-Berlin hervor, daß in diesem Vertrag schon die Gründung von Klubs (Cercles privâs) vorgesehen gewesen sei, daß die Konzession nach Ablauf erneuert werden konnte, und daß gesagt wurde, das Kasino stehe auf dem dem Kon- zession-inhaber gehörigen Grundstück. Aus einem notariellen Vertrag geht hervor, daß Darquenne um eine Verlängerung der Frist für die Herstellung der Gebäulichkeiten eingekommen ist, die ihm auch bewilligt wurde, daß di« Stadtge­meinde also schon damals das Eigentum bei Kon- zessionsinhabers einziehen konnte. Nach Verlesung des Vertrags zwischen Darquenne und der Grahkompanie betonte Rechtsanwalt Meyer, daß Darquenne sich nicht 20 Prozent des Nettogewinns aus dem Kasino habe auf den Kaufpreis aurechnen lasten, wenn er das Unternehmen nicht für gut gehalten hätte. Auf Antrag deS Rechtsanwalts Meyer wird der Bevollmächtigte DarqüenneS Edmund Bernard aus Lüttich als Zeuge auf den 21. geladen, der bestätigen soll, daß er den Angeklagten gesagt habe, es sei nur erlaubt, Roulette und trente et quarante zu spielen. Morgen beginnen die Zeugenvernehmungen. (Frkf. Ztg.)

Hus aller Mett.

Wer andern eine Grube gräbt.... Die Deutsche Wochenzeitung für die Niederlande erzählt folgendes nette Geschichtchen: Zwischen ben Direktoren der Transport- pnternehmuna De Gruijter & Co. in Amsterdam und 'S-Graven- Hage besteht seit längerem eine solche Disharmonie, daß einer von ihnen, und zwar der in 's-Gravenhage, seiner Stellung entsetzt werden sollte. Um nun seiner Partei in der hierzu Unberufenen Generalversammlung ja die Majorität zu sichern, entsandte der Amsterdamer Direktor 29 Aktionäre in sie, d. h. Kellner, Milchhändler Hausknechte usw., die er mit sechs An­teilen ausgestattet hatte. Nun ereignete sich aber der merkwürdige Fall, daß diese Herren Aktionäre ihre Stimmen zu Gunsten des Haager Direktors, den sie entlassen sollten, abgaben und ihren Auftraggeber mit herauswarfen. Auch weigerten sie sich, die Anteile zurückzugeben, obwohl ihnen der entlassene Herr Direktor dafür eine ansehnliche Summe bot. Die Leute sagen: Geschenkt bleibt geschenkt!

Ein Haschisch-Schmuggel, den kürzlich die Zoll- behörde aufgedeckt hat, macht in Kairo viel von sich reden. Es waren von einer Londoner Firma fünf Kisten an den Richter der hiesigen englischen Konsularbehörde versandt worden. Der Kawaß des hiesigen englischen Konsulats sollte die Kisten, die nach Angabe der Zolldeklaration per­sönliche Effekten enthalten, bereits in Empfang nehmen, als sie ein sindiger Zollbeamter öffnen ließ und zu seinem Er­staunen eine große Haschischsendung vor sich sah, die über London eingeschmuggelt wurde. Welche offiziellen Persön­lichkeiten des englischen Konsulats mit diesem Schmuggel in Verbindung stehen, ist zurzeit noch nicht aufgedeckt. Der englische Konsul bat alles Interesse,, so schnell als möglich Licht in diese Schmuggrlaffäre zu bringen, die von der ein- geborenen Preffe nach Möglichkeit ausgenutzt wird. Man spricht hier bereits vonenglischem Haschisch", zumal erst kürzlich in englischen Kasernen von Kairo und Alexandrien Haschisch in großen Mengen eingeschmuggelt wurde. Da das Kilo Haschisch 50 fr kostet, ist das Geschäft naturgemäß sehr lohnend. Wie die Jrrenstatistik nachweist, ist Irrsinn in- folge Haschischrauchens in den letzten Jahren weniger häufig ausgetreten als früher. .'

Ein Antwerpener Diamanten-Makler, der dav all- gemeine Vertrauen genoß, hatte sich vor 14 Tagen wegen Kopfleidens zur Behandlung nach Bonn beqeben. Als sich feine Rückkehr verzögerte, verlangten seine Kunden die Oefi- nunq des Kassenschrankes, den der Makler imDiamant- Club" stehen hatte. AIs dies nach einigen Schwierigkeiten durchgeht wurde, fand man in dem Schrank ein altes Portefeuille, das dem Makler nicht gehörte; Diamanten im Werte von etwa einer halben Million waren vec»chwunden.

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Die Polizei beschlagnahmte die Bücher des Klubs und zog mehrere Mitglieder in ein Verhör.

EiterariTcbes,

Anträge auf Ermäßigung der Einkommensteuer- Nachdem durch Gesetz vom 26. Mai d. I. bestimmt worden ist, daß den Steuerpflichtigen, die verpflichtet sind, Kindern oder anderen Familienmitgliedern ben Unterhalt zu gewähren, neben den bisher bewilligten noch weitere Ermäßigungen der Einkommensteuer zugebilligt werden können, weisen wir darauf hin, daß di« bezüglichen Anträge bis zum 25. b. M. bei den zuständigen Vorsitzenden der Einkommensteuerver- anlagungSkommisstonen schriftlich anzubringen sind. Damit nun di« Steuerpflichtigen in der Lage sind, sich mit den vorteilhaften Abänderungen bei Einkommensteuergesetzes ver- traut zu machen, hat der königliche Steuersekretär Heydeck in Königsberg i. Pr. zu seiner Broschür«Was muß der Steuerpflichtig« wissen, um sich richtig einschätzen zu können ?" einen Nachtrag angefertigt. Dieser Nachtrag enthält außer den obigen Bestimmungen das Gesetz über di« Steuer­zuschläge, sowie di« neuen Tarife für die Einkommen- und Ergänzungssteuer, ferner das Dopprlsteuergesetz und di« neuen Entscheidungen bei Oberverwaltungsgerichts zu dem Einkommensteuergesetz vom 19. Juni 1906, bie für alle Steuerpflichtigen, Bücherrevisoren usw. von besonders hoher Bedeutung sind. Der Nachtrag ist im Verlag von Ferd. Beyers Buchhandlung in Königsberg i. Pr. erschienen und kostet 85 Pfg. Käufer des ganzen Heydeckschen Werkchens erhalten denselben unentgeltlich.

Sprachest des Allgemeinen Deutsche» Sprachvereins.

Zweigverein Hanau.

Auf die Dörfer gehen.

Auf die Dörfer gehen" ist heute nur noch beim Kartenspiel, besonders beim Skat gebräuchlich und wird an­gewandt, wenn ein Spieler, anstatt sein Spiel mit Trumpf zu beginnen, seineDäuser" ausspielt, um es durch diese, durch seineHandkarte", zu gewinnen. Der Ausdruck geht auf die jüdischen Händler zurück, die bereits im Mittelalter, weil sie dem Wettbewerb der größeren Geschäfte der Stadt nicht gewachsen waren, auf die Dörfer (rotwelsch ,bit Me­dina") gingen, um dort ihre Waren abzusetzen.Er geht auf die Dörfer" heißt demnach ursprünglich: er verläßt den für ihn eigentlich gebotenen Betriebskreis, aus Besorgnis, darin infolge seiner Schwäche den gewünschten Erfolg nicht erlangen zu können und begibt sich auf ein andere-, ab» liegendes Gebiet, um möglicherweise auf diesem zu erreichen, waS ihm auf dem zunächst gebotenen versagt erscheint.

Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.

Langendiebach. Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung der in der Gemarkung von Langendiebach belegenen, im Grundbuche von Langendiebach zur Zeit der Eintragung des VersteigerungsvermerkeS auf den Namen der Kinder bei KüferS Johannes Gödde (Heinrichs Sohn) in Langendiebach: a. Johann Adam, b. Anna Katharina, c. Emma Wilhelmine Friederik«, d. Marie Katharina, e. Marie Margareta Gödde eingetragenen Grundstücke besteht, sollen diese Grundstücke am 27. Juli 1909, vormittags 9 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Langenselbold an der Gericht-stelle versteigert werden.

Alle Inserate,

die für denHanauer Anzeiger" aufgegeben werden, erscheinen gleich­zeitig, und zwar unentgeltlich, in den NebenauSgaben desHanauer

Anzeigers", dem Grosjlicheimer Wotf

und dem

LmMM Wwr

Amtliches Organ für den AmtSort Langenselbold.

Inserate in demHanauer

Anzeiger" sind daher von durchschlagender Wirkung.

Wilmersdorf. Bloch, Paris. Scheck, lingen. Kurth, Hagen. Klumpp a. Köln. Weil, London. Richter, Britsch, Berlin. Weißbach, Hannover. Rot­schild, Offenbach. Carlebach, Frank­furt. Reinitz, Wien. Morasca aus Montevideo. Pauliaffo, Cilli, Oester­reick), Strauß, Mannheim. Rink a. Düren. Feibelmann a. Frankfurt. Landauer, Münclierr. Blitz, Berlin.

Hofmann, Nürnberg.

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Ullmann, München. Stengele, Etz-

Drahtnachrichten

Paris, 15. Juni. In Toulon starb der ehemalig« Marineoffizier Lucien Napoleon Bonaparte Wyle, ein Sohn der Prinzessin Lâtitia Bonaparte, und des englischen Diplo­maten Wyle, im Alter von 66 Jahren. Der Verstorben« batte zuerst den Plan bei Durchstichs brr Landenge von Panama gefaßt und seine Konzession später an Ferdinand de LeffepS abgetreten.

Belgrad, 15. Juni. Die Ungewißheit über bie Dauer deS gegenwärtigen vertragslofen Zustande- mit Oesterreich- Ungarn hat eine Anzahl serbischer Kaufleut, zu dem Versuch bewogen, mit italienischen Firmen in Geschäftsverkehr zu treten. Zu diesem Zwecke soll im Laufe bei Sommers eine korporativ« Information-reis« nach Italien unternommen werden. Seit dem ersten Auöbruch« bei Zollkonflikte- mit der Nachbarmonarchie 1905 wurden wiederholt Versuch« unternommen, den Handelsverkehr mit Italien reger zu ge­stalten. In der serbischen Preffe wird da- Handels­ministerium aufgefordcrt, für die beabsichtigt« Informations­reise selbst die Initiativ« zu ergreifen.

Rom, 15. Juni. In ber Kammer bemängelte bet bet Beratung bei Marineetat- der Republikaner Colajanni bai völlige Versagen der Flotte bet ber Katastrophe in Messina. Als er bann erwähnte, her Marinemintster habe den russischen Admiral, beffen Matrosen sehr eifrig gewirkt hätten, grob fortgeschickt, kam e- zu einem heftigen Zwischenfall, da der Marineminister zitternd vor Aufregung der Anschuldigung widersprach, worauf Colajanni den russischen Admiral all Elenden brandmarkte, weil er nach russischen Blättern in seinem offiziellen Bericht« den Hergang so «rzählt hält«.

Arbeiterbewegung.

Kiel, 14. Juni. Di« Nacht auf Montag ist ruhiger ver­laufen. DaS Unterliegen der auiftänbigen städtischen Arbeiter bürste feststehen. DaS Be­schmutzen der Straßen und daS Bewerfen der Arbeitswilligen mit Steinen bauern fort, selbst bie Pferd« her Abfuhrwagen haben unter der sinnlosen Wut bet AuSständig«n und ihres Anhangs zu leiden. Die Zahl der Ausständigen und Au-> gesperrten beträgt heute rund 500. ES haben sich insgesamt 200 Arbeitswillige gemeldet, mit denen die Fäkalienabfuhr und die Straßenriinigung betrieben werden. Straßen mit geringerem Verkehr liegen ungereinigt und bie Müllabfuhr stockt noch immer völlig. Die Ausständigen lassen ver­breiten, daß der Gemeindearbeiteroerband Mittel besitze, um den Ausstand wochenlang ja monatelang führen zu sönnen.

SchiffSbertchte.

(SRitgeteilt vou Agu« Ad. kreusch-Hanim.)

Der Hamburger DampferAmerika" ist am 12. Juni wohlbehalten in New-Dork eingetroffen.

Stenten, 13. Juni. Der Dampfer bei Norddeutschen LloydCrefeld" ist gestern in Oporto eingetroffen.

Bricskave».

H. An sich dürfen Sie bei ber Verfolgung einet Bienen­schwarms fremd« Grundstücke betreten (§ 962) und sich eventuell mit Gewalt bei Widerstandes erwehren. Da SU aber von der Verfolgung abgesehen haben, ist bet Schwarm herrenlos geworden (§961). Ihr Nachbar haftet Ihnen aber für den Ihnen entstandenen Schaden, da sein Verbot nicht wirksam war.

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