Einzelbild herunterladen
 
  

Mittwoch

1

Worten, es gibt auf die Billette Finne Zuschläge zu den bis» ^g«n Preisen, sowie Umänderung bezw. Schaffung besserer

Dom Kögelsberg, 14. Juni. Ungemein großen Schaden haben die Schnee- und Eièmassen des verstossenen Winters in den Fichtenbestâuden augerichtet, indem die Spitzen der Bäume zum größten Teile glatt abgebrochen wurden. In den neu angepstanzten Beständen treibt der Fichtenrüsselkäfer sein Zerstörungswerk.

Offenbach, 16. Juni. Da» Ministerium hat das Orts» statut betr. die Wahl der Beigeordneten genehmigt. Die hierdurch neugeschaffene Stelle eines dritten besoldeten Bei­geordneten der Stadt Offenbach ist zur sofortigen Besetzung ausgeschrieben. Die Meldefrist läuft schon am 20. Juni ab. Auf der HeplandSruhe, einem Restaurant, das als AuSflugS- ort beliebt ist, brach heute Feuer auS. Der Dachstuhl und der obere Teil des Gebäudes wurden zerstört.

SaotbräcPftt, 15. Juni. Der Schutzmann Ludwig, der sich an einem jungen Mädchen, daS in die Fürsorge­anstalt übergeführt wurde, vergangen hat, ist zu N/r Jahren Zuchthaus verurteilt worden.

Nürnberg, 15. Juni. Nach de« Ergebnis einer Ab­stimmung der Sadenbesttzer ist bk Einführung der 8 Uhr- Ladenschlüsse« hier gesichert.

Hus kianarr Stadt und Eand*

Hanau, 16. Juni.

* Berufung. Landrat und Polizeidirektor ».Beckerath ist zum Polizeipräsidenten in Hannover er­nannt worden. Stadt- und ßanbTrei# werden sein Scheiden aus der hiesigen Tätigkeit, die eine außerordentlich er sprieß- li$e genannt werden muß, lebhaft bedauern. Mit weit- ausschauendem Blick verstand er eS, die Interessen des Kreises bei jeder sich bietenden Gelegenheit kräftig zu wahren und zu fördern, wofür ihm bit Kreiseurgeseffeueu zu stetem Danke verpflichtet bleibe» werben.

' 3«m Dirigenten deS Landkrankenhauses in Atiutelu ist vom I. Juli ab der Kgl. Kreisarzt Dr. Krane­puhl (ein Hanauer) gewählt worden.

* Die Bedeutung der Praffe. Bei einer geselligen Zusammenkunft der Teilnehmer an der Hauptversammlung des Vereins deutscher ZeitungSverleger m München betonte Dr. Max Je nicke, der Vorsitzende bei Vereins, daß die Münchner Tagung unter einem besonders glücklichen Stern stehe. Besonders bedeutungsvoll sei die Münchner Tagung dadurch, daß das Verständnis der Staatsregierung für die Presse in der heutigen Begrüßungsansprache deS Mintsterial- raieS Meinel einen so warmen Ausdruck gefunden habe. Groß, schön, bedeutungsvoll sei der Beruf der Presse. SIS recht erfreulich ist eS zu betrachten, daß die Verleger in ihrer Versammlung beschlossen haben, der Alters- und Hinter- bliebrnenversorgung ihrer Redakteure näher zu treten. Der Vorsitzende Dr. Jänecke bemerkte bei dieser Gelegenheit: »Wir wünschen nichts sehnlicher, als daß wir mit gl«ich- berechtigten Korporationen in Verhandlung treten dürfen, weil wir der Ueberzeugung sind, daß nur auf dieser Basts das Ansehen der deutschen Presse stetig gefördert werden kaun, und deshalb haben wir diesen ersten Anlauf freudigst begrüßt.

* Ei« Ppefsehetttt. Wie derBit. Prap/ auS Karls­bad mitgeteilt wird, stellte Chelxedakteur HanS Feller in btt publizistischen Kommission bei Stadtverordneten - Kollegiums den ausführlich begründeten Antrag, in Karlsbad ein große» internationales Pressehest» zu errichten, worauf bie Annahme US Anträge» ohne Debatte einstimmig erfolgte. Infolge­dessen wird in den Voranschlag für den städtischen Etat de» nächsten Jahre» ein größerer Betrag für die Errichtung eines derartigen Hauses eingestellt werden. Nach den bisherigen Pläne« soll da» Presseheim mit allem Komfort ausgestattet sein, etwa 5060 Zimmer, sowie Grsellschaft»räume, Speise­saal, Lesesaal, Büreaus usw. enthalten und baS ganze Jahr hindurch den leidenden Kollege« und Kolleginnen, die nach Karlsbad gehen müssen, zur Verfügung gestellt werden. ES würden also im Laufe eine# JahreS etwa 400 bis 500 Personen Aufnahme finden kürmm.

Ev. Kasino. Der für heute angekündigte Vortrag über Südwestafrika kann wegen dienstlicher Verhinderung deS Vortragenden nicht stattfinden, steht aber für Mittwoch den 23. d. M. in Aussicht. ES wird vorher nochmals darauf hingewiesen werden.

* Eisenbahnzusammenstos;. Heute früh gegen /»3 Uhr fuhr der von Bebra kommende Güterzug 6830 ober­halb des Bahnhofs Steinau dem aus der Station Steinau ausfahrenden Güterzug 6743 in die Flanke. Per­sonen wurden nicht verletzt, der Materialschaden ist bedeutend. Die Strecke wird voraussichtlich bis heute nachmittag gegen 5 Uhr gesperrt bleiben. Der Verkehr der Personen- züge wird an der Unfallstelle durch Umfteigen aufrecht erhalten. Dir ab Frankfurt 6.02 Uhr vorm. fahrende V-Zug 41 und die Eilzüge 13 und 3 (ab Frankfurt 8.54 und 9.45 Uhr vorm.) sind ausgefallen, desgleichen fällt der Eilzug 18 (ab Bebra 10.14 Uhr vorm.) aus. Soweit sich von hier aus beurteilen läßt, ist der Zusammenstoß burcb Ueberfahren des Einfahrsignals seitens des Führers des GüterzugeS 6&30 herbeigeführt worden. AuS Steinau erhalten wir folgende Mitteilung : Heute früh 2.45 Uhr fuhr der von Bebra kommende Güterzug 6860 etwa 600 m oberhalb der Station Steinau dem au» letzterer Station ausfahrenden Güterzug 6743 in die Flanke. Zertrümmert wurden 810 SÖagtn. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Anitlich wird gemeldet : Heute früh 2j» Uhr stieß aus der Station Steinau

bei Schlüchtern der in der Richtung nach Fulda fahrende Güterzug 6743 mit dem von Fulda kommenden Güterzug 6830 zusammen und fuhr diesem in die Flanke. Der Zu­sammenstoß war so stark, daß 1215 Wagen demoliert wurden. Auch die Maschinen beider Züge, die entgleisten, sind stark beschädigt. Von dem Führer- und Fahrpersonal ist nur ein Fahrbeamter leicht verletzt. Die stark frequentierte Strecke Frankfurt-Elm wird voraussichtlich den ganzen Tag gesperrt bleiben. Wen die Schuld an dem Zusammenstoß trifft, wird bie sofort eingeleitete Untersuchung feststelle». Die v-Züge Franksurt-Bebra-Berlin werden über Gießen- Bebra bezw. Eichenberg geleitet Der O-Zug 2 Berlin- Frankfurt traf mit zweistündiger Verspätung hier ein.

* Zeppelin durch das Kinzigtal. Eine be- achtenswerte Anregung gibt dasGelnhâuser Kreisblatt" durch folgende Notiz: Es ist die Möglichkeit vorhanden, daß das Luftschiff Zeppelins, daß die Frankfurter Ausstellung be­suchen wird, das Kinzigtal entlang stiegt. Der Ballon soll, wie von Friedrichshafen gemeldet wird, vor seiner Fahrt nach Frankfurt Berlin besuchen. Nun ist es leicht möglich, daß Graf Zeppelin, der kürzlich auf Schloß Brandenstein weilte und von dem Elmer Eisenbahnverein mit einer Ovation erfreut wurde, den Weg über Elm nimmt, bei der Fahrt von Berlin nach Frankfurt, besonders wenn sich die Be­völkerung unserer Gegend, vielleicht durch die Stadtverwal­tungen und Verkehrsvereine usw. vertreten, in der Bitte an Graf Zeppelin vereinen, er möge diesen Besuch mit dem Luftschiff ausführen und dann das Kinzigtal entlang nach Frankfurt fahren, so ist zv hoffen, daß der freundliche Herr diesem Wunsche, wenn irgend möglich willsährt. Daß Graf Zeppelin selbst das Luftschiff leiten wird, geht daraus her­vor, daß er dem Kaiser mitteilte, daß er sich in diesem Monat (August) wohl in Berlin melden werde.

* Fenerwehrtaanng. In Wolfshagen fand am SamStag der XIII. Verbandstag der Feuerwehren bei Re­gierungsbezirks LaM statt. Außer bett Vertretern der Feuerwehren deS Verbandes waren erschienen: RegierungS- rai von Tettau als Vertreter der Regierung und Landeslösch­inspektor Fitz als Vertreter der Hess. Brandversicherung. Aus dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß dem Verband jetzt 1019 Wehren angehören. Die neuen Verbandssatzungen wurden genehmigt. Von den gehaltenen Vorträgen fand namentlich der Vortrag der Feuerwehrführers Schüßler- HerSfeld:Wie sollen wir unsere Uebungen gestaltenleb­haften Beifall. Als Ort für den Feuerwehrtag 1911 wurde Homberg gewählt. Mit der Tagung war eine GerätrauS- stellung verbunden, die zahlreichen Zusprnch hatte.

* Kaufmännischer Verein Hanan. Unser dies­jähriger FamilirnauSfiug findet Sonntag den 20. Juni b. J. nach den Kahler Steinbrüchen statt. Für Unter­haltung ist bestens gesorgt und bitten wir unsere Mitglieder um zahlreiche Beteiligung. Nähere» wird noch durch Annome bekannt gegeben.

* Zur Hinrichtung Ebendevs. Der Scharfrichter Gröpler aus Magdeburg, der gestern dir Hinrichtung Ebender» vollzog, war früher Gehülfe bt# Scharfrichter» Engelhard, der bekanntlich wegen einiger Vergehen seines Amte» entsetzt worden ist. Gröpler hat im Verlaufe der letzten Wochen zwei Hinrichtungen im Westfälischen und eine in Nordhausen vorgenommen; die hiesige war seine 20. Hin­richtung. Die Leiche Ebender» ist nicht, wie angenommen, nach Marburg gekommen, saubern hier brigrsetzt worden.

* Zigarrendiebstahl. In R o t h bei Gelnhausen brachen in vorvergangener Nacht Diebe in die Zigarrenfabrik von O ! d e n k o t t & 6 a. ein und nahmen etwa 7000 Zigarren im Werte von 300 Mark mit. Die Zigarren sind später in einem Kornfelde gefunden worben.

* Als ein sehr unangenehmer Gast erwies sich ein hiesiger Schankwirt am 12. April b. J., al» er eine hiesige Wirtschaft besuchte. Obwohl sich seine Frau mit einem Kinde in seiner Begleitung befand, umarmte er eine Kellnerin und versuchte einer anderen unter bie Kleidung zu greifen. Einem Gast« trank er baS Bier attl und begoß ihn noch obendrein mit Wein. Al» dieser sich die Unverschämtheiten verbat, beleidigte er diesen, sowie dessen Begleiter und wurde sogar tätlich. An seiner Zurechtweisung beteiligten sich nun auch mehrere andere Gäste, trotzdem war eS ihm noch mög­lich, einen derselben nicht unerheblich durch Fußtritte und ge­worfene metallene Bieruniersâtzr zu mißhandeln. Den oer« einten Kräften gelang eS schließlich, ihn an die Luft zu be­fördern. Aber draußen tobte er noch weiter und demolierte bei seinem Bemühen, erneut in bas Lokal zu bringen, die Hauktüre. Von dem hiesigen Schöffengericht, wo er sich gestern zu verantworten hatte, wurden ihm wegen Beleidigung in vier Fällen, Sachbeschädigung und groben Unfugs HO Mark event. 20 Tage Gefängnis und 2 Tage Haft, wegen Mißhandlung 6 Wochen Gefängnis zuerkannt. Das Urteil soll außerdem auf seine Kosten publiziert werden.

* 34. Mainzer Regatta. Die Meldungen zu der SamStag den 19. und Sonntag den 20. Juni staltfindenden Großen Regatta des Mainzer Ruder-VereinS sind wieder sehr befriedigend ausgefallen. Die Zahl der Vereine und der Boote hat sich gegen das Vorjahr zwar etwas verringert, die kleineren Vereine von Frankfurt, Offen­bach und auch einige rheinischen Verein« schien gänzlich, an­geblich, weil ihre Ausbildung durch den langen Winter zu sehr zurückgehalten wurde, dafür werden aber die großen süddeutschen Vereine von Frankfurt n. M., Mainz, Mann­heim, Ludwigshafen, Straßburg i. Eis., WormS usw., dann die Vereine der beiden rheinischen Metropolen Löln und Düsseldorf vollzählig am Start erscheinen. Da auf der Mainzer Regatta der Reigen der wassersportlichen Kämpfe in Süddeutschland eröffnet wird, die Gegner sich also noch gar nicht kennen, stehen hochinteressante Kämpfe in sicherer Aussicht. , ,

):( Dörnigheim, 16. Juni. (Sängerfest.) In den Mauern unseres Ortes wird nächstes Jahr wieber ein großes

Sängerfest gefeiert werden, und zwar ist eS der Gesangorrei« Harmonie", welcher sein 50jährige» Jubiläum feiert und dabei gleichzeitig einen Gesang »Wettstreit veranstaltet. DaS Sängerfest derGermania" vor einigen Jahren, wo die Einwohnerschaft alle» aufbot, um da» Fest zu einem herrlichen zu gestalten, wirb wohl noch in Öder Erinnerung sein; auch dem GesangvereinHarmonie" wird die tatkräftige Unterstützung feiten» der Einwohnerschaft nicht fehlen.

Vereins- n. Vergnügnngsnachrichte« fit Mittwoch beu 16. 3bmL

Ev. Männer- x. JünglmqSverei«: Posmmenblas« (E»«g. BrreinHmr».)

Tuen» u. Fechtklub: Bon 8l/>10 Uhr: gelten; we 910 Uhr: Turnen der Mäunerabtriluutz.

Ttirnqemcinde: Abends 910 Uhr: Turne» bet Rânnerabteilung.

Turnverein: Abends von 810 Uhr: Turne« bet MännerabtAlung.

Deutschnationaler Handlungsgehilfen-Verband, Ortsgruppe Hm««, Bet» «nsabend tmHotel Riesen'.

Kaufmännischer Verein Hanau: VeremSabeud im Restaurant Mohr.

GesangvereinGermania": Singstunde imAboatgärtchen".

GesangvereinTonblüthe": Singstunde in derStadt Bremen".

Evang. Arbeiterverein: Singstunde im DereinSlokal (Daradeplatz Ar. 1). Kaninchenzucht-Verein Hanau: Zusammenkunft imSchützeuhof".

National Steuographenverein: Uebungrstnxd« für bie Vraktika-Abtrilung (Lokal:Zur gtesten Krone"). ZimmerstudengesÄschaftPatrontasche"; Schieß«.

Esperantisten-Gruppe: Abend» 9 Uhr: Versammlung web Gratisurtter« richt in der Esperanto-Sprache in derEentralhalle'.

Gabelsberger Stenographen - Verein (Lokal:Eoncordia", Eingang Para­platz): Abend» von 89 Uhr: Aufculgerkursu» ; von 910 Uhr: Herren-Abteilung.

Stenographen-Berrin Stolze-Schrey: Abende von 8 Uhr ab: Anfänger­kursus im Restaurantzur großen Krone".

Verein der Hochspesiartsreundc Rothenbuch, Abteilung Hanan: Bertini» abend imRestaurant Rattkelle?'.

Kegel-KlubHanovia": Gasthauszur guten Quelle".

Schützenoerei»Teil" zurWiener Spitze": Schießen.

Zimmnslutzengesellschastzur schLueu Au»stcht"-Kesselstadt: Schießen.

KegelklubZabbe": Abend» 9 Uhr: Klubabend im Gasthan»jum A«!«" Keffelstadt.

Kaufmännischer Verein Frankfurt: BereinSabend in bet Brauerei Orschler. Deutscher Bankbeamteu-Verein e. ilb, Ortsgruppe Hanau: Verein» abend im RestaurantCarlsberg".

,1. Theatralische-Berbkndung Hanau": Abends 9 Uhr: Leseprobe web U«bilug»abmd imDeutschen hau»".

Erster Hanauer Fußball-Klub 1893; Klubabend im Hotelzur Post'. Hanauer Schützenverein: Verein»abend im Restaurant Mohr. GesellschaftTreu beim Riten": VereinSabend (Brauerei Orschler). Kegelklub .Er wackelt": Kegelabend iw betTurnhalle".

Hauauer Radsport 1895: VereinSabend in derStadt Bremat*.

9 Uhr-Stammlisch-KlubKonkordia" imDeutschen Hau»". Freiwillige Feuerwehr: L Komp, imgelbtten Herz", Steigerkarp» in der Brauerei Deck.

Okffentlicher Wetterdienst. (Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt.) Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Atzend des 16. Juni bis znm nächsten Abend.

Trüb, Regen, Temperatur wenig verändert, nördUche Winde.

GeriAtsfaaL

T Sitzung des Schöffengerichts Hana« vom 15. Juni.

Der Arbeiter Georg M. von hier hatte im vorigen Jahre von einer Offenbacher Firma ein Bett im Werte von 125 Mark gekauft, welches er in abschlägigen Raten bezahlen sollt». Diese Zahlungen hatte er aber bald eingestellt und baS Bett verkauft, obwohl sich die Firma daS Eigentums­recht vorbehalten hatte. Wegen Unterschlagung erhielt er 3 Wochen GesänguiS. Mit einem Verweise wurde der 16» jährig« Taglöhner Johann P. von Philippsruhe bestraft. Er hatte seinem Prinzipal, einem hiesigen Fabrikanten, ein Flobert entwendet. Der Steinmetz August L. von hier hat für ein Kind zu sorgen, dessen Vaterschaft er früher an­erkannt hat, die er jetzt aber nicht gelten lassen will. Weil er seine UnterstUtzungSpflicht versäumte, ist er schon wieder­holt in Strafe genommen worden. Auch neuerdings hatt« er deswegen wieder einen richterliche« Strafbefehl über sechs Wochen Haft erhalten. Er focht diesen mit seinen bekannten Einwendungen an und erzielt« wenigstens eine Herabsetzung der Strafe auf vier Wochen. Am 10. Januar gerieten wieder einmal die Bruchköbeler und Nirderissigheimer Burschen aneinander. Der Schauplatz befand sich diesmal in und vor einem Tanz­lokal« in Bruchköbel. Wie die Beweisaufnahme ergab, hatt« der Weißbinder S. den Dienstknecht L. aus Niederissigheim bie Treppe zum Tanzlokale Hinuntergeworsen, geschlagen und getreten. Als L. flüchtete, wurde er «ingeholt und noch­mals von S., sowie dem Schreiner W., Schreiner N. und dem Taglöhner H., sämtlich auS Bruchköbel, nicht unerheblich mißhandelt. S., als der Haupttäter, erhielt 6, die übrigen drei Angeklagten ein jeder 3 Wochen Gefängnis. Wegen Bettelns erhielt der Arbeiter Johann H., z. Zt. hier in Haft, 6 Wochen Haft. Der Former Otto Bergmann zu Groß­auheim, welcher am 20. Mai den Schlosserlehrling Karl S. mißhandelt hatte, wurde zu 25 Mark evtl. 5 Tagen Ge­fängnis verurteilt. Gleichfalls wegen Mißhandlung wurde der Schreiner Wilhelm F. von hier mit 10 Mark evtl. 2 Tagen Gefängnis bestraft. Von der Anklage des Haus­friedensbruchs wurde er freigesprochen. Er ist mit dem Tag­löhner Heinrich M. verwandt, mit dem er auch zusammen in einem Hause wohnt, an dem beid« Eigentumsrechte be­sitzen. Am 28. April war F. in die Wohnung des M. ge­kommen, um einen Wortstreit auszufechten, dieser hatte ihn, aber vergeblich, zum Gehen aufgesordert. worauf F. ihn in ein Bett geworfen und geschlagen hatt». Das Gericht nahm an, daß dem Angeklagten hinsichtlich b«S Hausfriedensbruchs das Bewußtsein von der Rechtswidrigkeit seines Handelns gefehlt habe. Eine Sache mußte vertagt werden, da der Angeklagte nicht erschienen war. Er soll verhaftet werden.

Darmstadt, 14. Juni. Der 25jährige, bisher unbe­strafte Gärtnergehilfe Friedrich Kohler von Riedlingen hatt» am Sonntag den 7. März b. I. feinen Freund, den Kommt» Friedrich Reichel au» Fürth i. B. zu einem Spaziergang nach dem einige Stunden von Frankfurt a. M., dem Wohn­ort beider, entfernten im Walde gelegenen Forsthaus Grasen- bruch beredet, um ihn an einsamer Stelle meuchlings nieder-