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Hus Hanau Stadt und Eand.
H»»a«, 16. Januar.
* Zu^eteitt wurde Zahlmeister B u h r o w dem 2. Bat. Jnf.-Regts. Heffen-Homburg Nr. 166.
* Beamtenwechsel. Der Vorsteher unserer Stadt- kasse^ Herr Rendant L a m f r i e d , ist unter äußerst günstigen Bedingungen in gleicher Eigenschaft von der Stadiver- ordneten-Versammlung in Iserlohn einstimmig gewählt worden. Herr Rendant Lamfried wird voraussichtlich am 1. April seine neue Stellung antreten. Den allgemein geachteten Beamten sieht man mit Bedauern aus dem hiesigen städtischen Dienste scheiden.
Hk. Drucksachen in Rußland. Laut Zirkular an vas Russische Post» und Telegraphen-Ressort sowie laut einem jetzt veröffentlichten Zirkular des Zolldepartements an die Zollämter ist die bekannte Verfügung, nach der aus dem Auslande eingehende Kreuzband-Sendungen mit Drucksachen, die als zollpflichtig anzusehen sind, ins Ausland zurück- geschickt werden mußten, wieder aufgehoben. Der Wortlaut der neuen Verfügung sagt in Uebersrtznng, daß: „aus dem Auslande eintreffende Briefe und Kreuzbandsendungen mit Druckerzeugnissen in Einbänden, mit Noten, Zeichnungen, Plänen nicht ins Ausland zurückzubefördern sind, sondern unter Einziehung des betreffenden Zolles nach den allgemein bezüglichen Bestimmungen des Adressaten auSznhändigen sind." (Deutsch-russischer Verein.)
* Wege» der Herstellung von Unterführungen auf der Rordsette des Bahnhofes Hanau - Ost richtete die Handelskammer Hanau, wie wir der neuesten Nummer ihrer „Mitteilungen" entnehmen, am 24. Oktober folgende Eingabe an die Königliche Eisenbahndirektion: „Am 9. Januar 1907 richteten wir an die Kgl. Eisenbahndirektion die Anfrage, ob auf dem Bahnhof Hanau-Ost die Herstellung der dringend notwendigen Unterführungen für dir nächste Zeit in Aussicht genommen sei. Unmittelbarer Anlaß für diese Anfrage war der Unglücksfall, welchem am 22. Dezember 1906 der Einjährig-Freiwillige Presber zum Opfer gefallen war, und welcher leider nur zu deutlich gezeigt hatte, welchen Gefahren infolge Fehlens der Unterführungen der Personenverkehr ausgesetzt sein kann. Im Laufe dieses Jahres ist nun auf der Südseite des Bahnhofes Hanau-Ost die Anlage von Unterführungen begonnen und fast vollendet worden. Auf der Nordsrite dagegen ist noch nichts geschehen, und am 22. d. Mts. hat eine Rangiermaschine eine Arbeiterin getötet, welche von dem eingefahrenen Zug 220a zum Stationsgebäude gehen wollte. An die Königliche Eisenbahndirektion richten wir daher die höfliche Anfrage, ob nunmehr auch für die Nordseite des Ostbahnhofes die schleunige Herstellung. von Unterführungen in Aussicht genommen ist. Ihre gefällige Antwort erbitten wir umgehend, da wir gegebenenfalls beim Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten vorstellig zu werden uns für verpflichtet halten." — Daraufhin ging am 17. November folgende Antwort der Königlichen Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. ein: „Zur Sache teilen wir ergebenst mit, daß sich auf der Südseite des Empfangsgebäudes die schienenfreie Zugänglichkeit der Bahnsteige erreichen ließ, während eine solche auf der Nordseite, auf der die Geleise der Bebraer Linie liegen, wegen Raummangels undurchführbar ist. Die Schaffung einer schienenfreien Zugänglichkeit dieser Bahnsteige kann nur bei einem völligen Umbau des Bahnhofs erfolgen. Im allgemeinen gestatten wir uns zu Ihrer gefälligen Zuschrift zu bemerken, daß eS die Eisenbahnverwaltung stets als ihre vornehmste Aufgabe ansieht, für die größtmögliche Sicherheit des reisenden Publikums sowohl, wie ihrer Angestellten Sorge zu tragen." — Infolge dieses ablehnenden Bescheids richtete die Handelskammer am 24. November an den Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten folgendes Schreiben: „Eurer Exzellenz gestatten wir uns anbei die Abschrift einer Korrespondenz mit der Königlichen Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. ergebenst zu überreichen mit der ehrerbietigen Bitte, Eure Exzellenz wollen den gefährlichen Zuständen auf dem hiesigen Ostbahnhofe wohlgeneigtest Ihre Aufmerksamkeit zuwenden und für tunlichst sofortige Abhilfe Sorge zu tragen. Wenn der Herstellung von Unterführungen auf der Nordseite des Stationsgebäudes auch technische Schwierigkeiten entgegen- steben mögen, so ist damit nach unserer Ueberzeugung die Eisenbahnverwaltung doch nicht von der Verpflichtung befreit, die Zugänglichkeit der Geleise so einzurichten, daß nicht fortdauernd Menschenleben in Gefahr gebracht werden".
* Evangelischer Bund zur Wahrung der veutsch-protestantischen Interessen. Unter Hinweis auf das gestrige Inserat sei auch heute nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß der hiesige Zweigverein morgen Sonntag abend im „Deutschen Hause" einen F a m i l i e n - U n t e r» Haltungsabend mit patriotischem Charakter veranstaltet, wozu alle evangel. Familien, auch Nicht- Mitglieder deS Bundes, freundlichst eingeladen sind. Herr Mittelschullehrer W. Lindenau-Hanan wirb einen Vortrag halten über: „Die Königin Luise." Die Zeitverhâltnisse, unter denen die Fürstin lebte, werden auch näher veranschaulicht werden durch die auch in anderen Städten Deutschlands bereits mit großem Beifall vorgeführte Lichtbilderserie: „Preußens Fall und Erhebung." Musikalische Aufführungen, ausgeführt von einer größeren Anzahl musikalisch veranlagter Bundesmitglieder, werden für eine abwechslungsreiche Unterhaltung sorgen, sodaß für jeden Freund und jede Freundin deutsch-vaterländischer Geschichte und Musik ein genußreicher Abend in Aussicht gestellt werden kann. — Zur Bestreitung der entstandenen Unkosten wird, gegen Aushändigung eitles Programms, nur ein E i n t r i t t's g e I d v o n 2 Ö P f g. für die Person erhoben. Anfang halb 8 Uhr. Saalöffnung: 71/4 Uhr.
* Lichtbildervorirag für die Schuljugend. Hiermit sei nochmals aufmerksam gemacht aus die in bei Donnerstag-Nummer dieses Blattes ausführlich »«gekündigte Lichtbilder-Vorführung, die morgen Sonntag, nachmittags
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halb 5 Uhr (Saalöffnung 4 Uhr), im „Deut scheu Hanse" stattfinden wird. Die betr. Serie: „Preußens Fall und Erhebung" wird die Hauptsachen ans der Geschichte unseres Vaterlandes in der Zeit von 1805 - 1815 in anschaulicher Weise in Bild und Wort vorführen. Eintrittsgeld 10 Pfg.
* Rechenschaftsbericht de§ St. Elisabethen- vercinS von 190IL Der St. Elisabetbenverein hat sich die edle Aufgabe gestellt, hilfsbedürftigen Katholiken von Hanau in ihrer Not beiznstehen, arme katholische Waisenkinder zu nähren unb zu kleiden, hungernde Familien, die durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit des Vaters darben müssen, nach Kräften für das tägliche Brot zu fragen: vor allem kehrt der Elisaberhenverein helfend in jene Häuier ein, denen Vater ober Mutter gestorben, wo einer zahlreichen Kinderschar der Ernährer ober die sorgende Mutter durch den Tod entrissen ist. Dieser Aermsten nimmt sich die christliche Charitas und auch der hiesige Elisabethenverein mit besonderer Liebe an, angetrieben durch daS Wort des göttlichen Freundes der Armen „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan, daS habt ihr mir getan." Welch katholische Dame, der die Mittel c 8 erlauben, sollte einem Verein mit solch edlen Zielen nicht seine Hilfe leihen? In der Tat, wir konnten im vorigen Jahre die Wahrnehmung machen, daß 47 Katholiken, zumeist katholische Damen, sich vor dem Opferstock des Elisabethenvereins zusammengcfnnden und durch ihre manatlichen Beiträge eine Summe von 560 Mark für die Armen gespendet haben. Und als eine Kirchenkollekte und eine theatralische Vorstellung am St. Elisabcihtage an den Opfersinn edler Memschen appellierte, fand dieser Appell den klingenden Widerhall von 200 Mark. Ungefähr 20 Damen haben nicht nur ihr Geld, sondern auch ihre Person in den Dienst der Armen gestellt, jeden Donnerstag nachmittag sind sie im Saale des Pfarrhauses zusammengekommen, um über die Linderung der Not zu beraten, sie sind in die Hütten der Armen gegangen, um lindernd und tröstend hier zu wirken. Möchten doch recht viele katholische Damen diesem edlen Beispiel folgen und ihr Almosen und ihre Person dem Elisabethen- verein widmen. Und wenn in diesen Tagen die Bitte an die katholischen Damen unserer Stadt ergeht, dann mögen sie diesem Verein recht zahlreich beitreten im Gedanken an das Wort der hl. Schrift: „Wende dein Angesicht von keinem Armen ab, so wird auch der Herr sein Angesicht nicht von dir abwenden. Es dürften« n mancheMitglieder die Frage interessieren, wie die Gelder im vergangenen Jahre verwandt worben sind! Da besonders für Kinder, die an Unterernährung leiden, die Milch das zweckdienlichste Nahrungsmittel ist, so hat der Ver-- ein 800 Liter Milch in diesem Jahre verteilt. Eilte Anzahl schwächlicher Kinder hat nachmittags um 4 Uhr im Schwesternhaus der Frankfurterstraße auf Dereinskosten eine größere Tasse warme gekochte Milch bekommen. Vierhundert Mark hat der Verein geopfert, um in hilfsbedürftige Familien Brot, Kaffee, Hülsenfrüchte, Reis, Eier und Fleisch zu bringen. Wie mancher armen Witwe strahlte eine Dankesträne im Auge, wie mancher kranke Vater wurde getröstet im Kummer über seine arbeits- und brotlose Familie, wenn eine Elisabethenschwester dann Brot und Nahrung brachte für die hungernden Kinder. Für hundert Mark n 0 t w e n d i g e Kleidungsstücke hat der Verein zu Weihnachten und zur ersten hl. Kommunion verteilt. Auch innerhalb des Jahres konnten wir manchen armen Kindern hilfsbedürftigen Familien Kleider zuweisen, welche der Kleiderkammer im St. Vincenzhaus übergeben waren. Die Kleider? ammer für die Armen, welche die katholische Gemeinde im genannten Hause errichtet hat, sei hier anfs wärmste empfohlen. Abgelegte Kleidungsstücke, Schuhe und Bettwäsche nimmt die Schwester Oberin stets dankend für Arme und Bedürftige an. Man möge diese Gegenstände doch nicht den Hausbettlern geben, sondern zweckdienlich dorthin schicken, wo sie an wahrhaft Notleidende verteilt werden. In diesen Wochen wird jemand in den wohlhabenden Familien der katholischen Kirchengemeinde solche Kleidungsstücke für die Kleiderkammer sammeln. Wir bitten, diese Sammlung mit genannten Gegenständen recht reichlich zu bedenken, damit wir innerhalb des Jahres den entblößten Armen etwas bieten können. Ein besonderes Herz hatte der Elisabelhen- Verein für arme katholische Waisenkinder. Fünf kleinen Waisen, die vor einem halben Jahre am offenen Grabe des Vaters standen, gewährt er das tägliche Brot, einem braven Waisenknaben hat er es möglich gemacht, ein Handwerk zu lernen usw. Doch soll der Verein seine hohe Aufgabe erfüllen, dann muß die Milgliederzahl noch erheblich wachsen. Wir haben gerade in der katholischen Gemeinde viele Arme und Hilfsbedürftige. Diese flehen unsere katholischen Damen um Hilfe an. Mögen diese ihre Bitte gewähren, indem sie dem Verein beitreten. Anmeldungen werden gerne jederzeit im Pfarrhause angenommen. Die Beiträge sind unterschiedlich. Manche zahlen monatlich 50 Pfg., andere 40, 30, 20, andere sogar 10 Pfg., wie es die Mittel erlauben, alle aber zahlen hier zu dem großen hl. Werke, dessen Lohn der Weltheiland charakterisiert mit den Worten: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder tut, habt ihr mir getan".
* Katholische Gemeinde. Die marianische Jünglingskongregation veranstaltet morgen Sonntag den 17. Januar, abends 7 Uhr, im Saale der „Stadt Bremen" eine Weihnachtsfeier. Kassenöffnung ist um 6 Uhr. Das Programm des Abends ist sehr reichhaltig. Unter anderem kommen zur Aufführung der gehaltvolle dramatische Einakter „Des Vaters Fluch am Weihnachtsabend" und das Militär- Lustspiel „Die beiden Dämel". Die Musik des Abends bietet sehr ansgewâbUe Stücke und ist in liebenswürdiger Weise von bewährten Kräften übernommen worden. Am Schlüsse findet eine Verlosung statt. Mögen dreie Zeilen dazu beitragen, daß recht viele Eltern katholi'cher Jünglinge an diesem Abend den Verein kennen lernen, Freunde und Gönner des Vereins, besonders die ehemaligen Mitglieder, sich in großer Zahl einstellen und durch ihre Unterstützung dem überaus wichtigen Jugendvereine ihre Sympathie beweisen.
16. Januar
* Stadttheater. Auf die heutige Aufführung des reizenden Lustspiels: „Fräulein Josette — meine Fra u" sei nochmals hingewiesen. Die Vorstellung findet bei kleinen Prei'en statt und beginnt um ^28 U6r. — Morgen Sonntag nachmittag 1/»4 Uhr wird die Operette: „Die Dollarprinzessin" zum 16. Male gegeben. Am Sonntag abend gelaugt Schiller's Trauerspiel : „Maria S t u a r t" neu einstudiert zur Aufführung. Von Herrn Grimm sorgfältig inszeniert, wird das ergreifende Werk sicher eine bedeutende Zugkraft ausüben.
* Marcell Salzer • Gastspiel. Am kommenden Samstag findet, wie schon gemeldet, ein einmaliger „Lustiger Abend" des berühmten Vortragskünstlers Marcell Salzer statt. Derselbe bringt ein vollständig neuer Programm und dürfte diese Darbietung sicher ein außergewöhnliches Interesse Hervorrufen, sodaß es sich empfiehlt, rechtzeitig die Billets zu bestellen.
* Parolemustk. Die Ulanenkapelle wird morgen mittag im Schloßgarten folgende Stücke spielen: „General v. Seydlitz", Marsch v. Förster; Ouvertüre z. Op. „Die weiße Dame" von Boildieu; „Jutrawalzer" von G. Lincke; „Die Einquartierung", Lied von Lauge; „Kavallerie-Parademarsch" von Möllendorf.
* Gemälde-Ausstelluug. Die seit einigen Tagen in dem Knnstialon von Königs Hofbuchhandlung eröffnete Gemälde-Ausstellung des Herrn Adolf Hosse erfreut sich eines sehr großen Interesses. Das kunstliebende Publikum sei jedoch darauf aufmerksam gemacht, daß der Zutritt zu dem Kunstsalon für jeden frei ist und die Kunstwerke sich dort ja auch viel besser und eingehender betrachten lassen.
* Wallonische Kirche. Morgen vormittag präzise 11 Uhr findet Gottesdienst in französischer Sprache in der Kapelle statt. Gegenstand der Predigt wird das Leben und Wirken Johannes Calvins sein.
* Tunnelbau Schlüchtern-Flieden. Die Lieferung der Gesamtmenge Bausand zum Tunnelbau Schlüchtern- Flieden der Bebraer Strecke, für dessen Ausführung 5 Jahre Bauzeit vorgesehen sind, und für das Jahr 1909 6000 Kubikmeter — 1000 Waggons beträgt, wurde den Freigerichter Sandwerken, Inhaber Georg Moll in Hanau, übertragen.
* Kaufmännischer Verein Hauau. (Kreisverein des Verbandes Deutscher Haudlnnqsgebülfen, Leipzig.) Wir möchten nicht verfehlen, schon heute auf das Samstag den 6. März 1909 in den Sälen der Centralhalle staitfindendr 22. Stiftungsfest hiuzuweisen. Wie in Vorjahren, wird genannter Verein bemüht sein, seinen werten Schubern einige vergnügte Stunden zu bereiten. Liste befinbet sich bereits im Umlauf.
* Hanauer Orpheum. Morgen Sonntag finden wieder zwei außerordentliche Vorstellungen mit vollständig neuem Programm statt.
* Turugenreiude I. gegen Hanau Viktoria II. Zu einem Gesellschaftsspiele treffen sich morgen uachMMftr halb 3 Uhr beide obengenannte Fußballmannschaften. Das Spiel veripricht interessant zu werden, befindet sich doch die Mannschaft der Turngemeinde in aufsteigender Linie und gelang es ihr erst am vergangenen Sonntag die 1. Mannschaft des Homburger F.-Kl. „Germania" mit 7 :1 zu besiegen, sodaß ein Besuch des Sportplatzes an der Freigerichtstraße nur empfohlen werden kann.
* Vom Ausland bezogene Schubwaren. In verschiedenen Zeitungen (der „Han. Anz." lehnte die Aufnahme ab) erschienen Anzeigen Krakauer Firmen, die 4 Paar Schuhe für „nur" 7 Mk anboten. Auch hiesige Einwohner haben sich verleiten lassen, Bestellungen aufzugeben und sind schwer enttäuscht worden. Unter Hinzurechnung der Post- und Zollgebühren stellt sich der Betrag auf 9.50 Mk., wofür „Schuhwaren" im Werte von etwa 5 Mk. geliefert werden. Verschiedene Besteller haben die Annahme der Waren verweigert.
* Oeffentlicher Vortrag über Esperanto. Die Besucher des am vorigen Donnerstag abend im kleinen Saale der Centralhalle staitgehabten Vortrag über „Esperanto" werden sicher nicht berent haben, der Einladung der hiesigen Eiperantisten-Gruppe Folge geleistet zu haben. War ihnen doch hierbei Gelegenheit geboten nicht nur einen hochinteressanten Abend zu verleben, sondern bei dieser Gelegenheit eine der berühmtesten Führerinnen und Vorkämpferinnen für Esperanto kennen zu lernen. Frau Professor Marie Hankel aus Dresden, die Rednerin des Abends, eine sympatische, ältere Dame, war s. Zt. Mitglied des Vierer- Ausschusses für den IV. internationalen Esperanto-Kongreß, der im August vorigen Jahres in Dresden tagte und ist auch jetzt in bedeutenden, leitenden Stellungen für Esperanto tätig; so z. B. im Vorstand des von der sächsischen Regierung eingerichteten Sächsischen Esperanto-Instituts, dessen Leitung in Händen des rühmlichst bekannten Landesamtsassessors Dr. Schramm liegt, usw. Nachdem Rednerin an Hand einiger Beispiele in Notwendigkeit einer gemeinsamen internationalen Hilfssprache klargelegt hatte, ging sie zur Entstehung des Esperantos über. In fesselnder Weise entrollte die Dame nun ein interessantes Bild der Ausbreitung der Sprache, einer Sprache, die im Jahre 1887 zuerst in die Oeffentlichkeit drang, im Jahre 1897 aber in der ganzen Welt erst kaum 300 Mitolieder zählte, eine Zahl, die von der Dresdener Gruppe allein heute weit überschritten ist, die aber heute, nach dem IV. internationalen Kongreß, eine Anhängerzahl von weit über eine Million Personen beiderlei Geschlechts aufweift. Allein in Dresden fanden in der Woche nach dem Kongreß 1400 Ausnahmen statt. Nachdem nun Rednerin kurz die verschiedenen Kongresse erwähnte, ging sie in längerer Weise auf« den letzijähligen in Dresden ein, den sie als Leiterin batte mit zu Stande bringen helfen. Den Schluß der Ausführungen bildete eine kleine Erzählung in Espeianto, die von der Rednerin mit den nötigen Erklärungen sofort übersetzt, leicht von den Anwesenden aufgefaßt wurde. Reicher Beifall lohnte den hochinteressanten Vortrag. Einige sofort erfolgende Neuanmeldungen machten die Einrichtuna eines neuen KurtuS