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Montag
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von Arbeiten seitens der oberen auf die unteren Behörden Platz geschaffen werde. Er strebe zunächst eine möglichst enge Zusammenfassung der Dezernate und Registraturen an. Insbesondere werde er auch dafür sorgen, daß die Expedienten zu selbständigen Verfügungen ermächtigt werden, wie dies bei der Justizverwaltung bereits der Fall sei. Endlich strebe er auch eine Modernisierung durch Zuhilfenahme des Telegraphen, der Schreibmaschine, des Telephons und auch des Automobils an. Bon konservativer Seite wurde die Verschuldungsfrage im Osten zur Sprache gebracht. Der Minister erklärte, er werde diese Frage im Auge behalten. Der Minister äusserte sich auf Anfrage über die Berliner Straßendemonstrationen am Tage der Ankunst König Eduards. Tie Polizei habe in vollem Umfange ihre Pflicht getan, sei aber durch ihre Tätigkeit beim Empfang des Königs sehr in Anspruch genommen gewesen. Aus Anlaß der vorjährigen Straßendemonstrationen ist eine Reihe von Verurteilungen erfolgt. Aus Anfrage eines freisinnigen Abgeordneten bemerkt der Minister, ein Erlaß, nach welchem Juden zu Kreissekretären nur mit ministerieller Genehmigung ernannt werden können, sei ihm nicht bekannt. Es sei ihm zwar mitgeteilt worden, daß ein Erlaß in dieser Beziehung im Jahre 1851 ergangen sei, aber er betrachte ihn als Antiquität und handhabe ihn nicht. Auf Anfrage von freisinniger Seite, ob dem Hause bald eine Vorlage über die fakultative Feuerbestattung zugehen werde, erklärte der Minister, infolge der Stellung der anderen Bundesstaaten könne die Negierung ihre ablehnende Haltung nicht mehr aufrecht halten. Da aber die Verhandlungen mit dem Kultusministerium wegen der Abwesenheit des Kultusministers noch nicht beendet werden konnten, könne er eine Vorlage für diese Tagung noch nicht in Aussicht stellen. Das Verfahren bei der Ausweisung von Ausländern und ihrer Familien ist, wie der Minister auf Anfrage erklärte, durchaus milde.
Randel, Gewerbe and Verkehr.
Die Diamanten der Lüderitz! ircht. Berlin, 21. Febr. Zurrst befindet sich hier eine mit umfassender Vertzandlungsvollmacht versehene Abordnung der Diamanten- Jnteressenten in Lüderitzbucht, bestehend aus den Herren : Kaufmann Henning, Rechtsanwalt und Notar Dr. Karl Reinshagen, Kaufmann G. F. Schmidt, Kaufmann Pau! Weiß. Die Vollmacht für diese Herren ist ausgestellt worden von den fänitlichen an den Diamantfeldern in Lüderitzbucht außer dem Fiskus der Deutschen Kolonialgesellschaft beteiligten 18 Jnteress'Mkngruppen.- Im Besitze dieser Gruppen befinden sich etwa 300 Schürffelder, von denen über 60 auf das nach englischem Recht gebildete Kolmanskop Diamond Mines Limited entfallen. Diese Jnteressemenabordmmg wird in den nächsten Tagen vom Staatssekretär Dernburz empfangen werden, u n mit ihm über die bergbauliche Lage in Lüderitzbucht und die Wünsche der dort an den Diamant- feldern bisher Beteil gten Rücksprache ru nehmen. Nach einer M Heilung dieser mit den Verhältnissen in Lüderitzbucht genau vertrauten Jntercsseulenverirelnng sind bei der Konstituierung der Kolmanskoper Gesellschaft über zwei Dritte! des Aktienkapitals in deutsche Hände gekommen. Der Au'sich's- rat besteht iatzlmgsgemäß aus drei Deutsch Südwestafrikanern und Kapstadtern. Von den letztern sind zurzeit zwei geborene Deutsche, von denen der eine Vorsitzender des.Auf- sichlsiats ist. Das Stimmrecbt ist so geregelt, daß für je zehn Shares eine Stimme zusteht, niemand aber mehr als 300 Stimmen haben kann. Man hofft auf diese Weise eine drückende Mehrheit durch Gruppenbildung zu verhindern. Eine Gefahr, daß in der Kolmanskoper Gesellschaft die deutsche Vormacht zurückgedrängt werden könnte, ist in absehbarer Zeit wohl nicht vorhanden. Ueber die Art, wie geologisch der Diamantensund bei Lüderitzbucht zu deuten ist, gehen die Ansichten auch unter den Fachleuten noch immer weit auseinander. Praktische Versuche, auch mit ganz kleinen Steinen, haben erwiesen, daß sie wenig oder garnicht vom Wind bewegt werden. An Stellen, an denen örtliche Winde besonders stark sich bemerkbar machen, hat man die Diamanten verhältnismäßig häufig, also anscheinend dadurch, daß der heftige Wind den Sand vertreibt und die Diamanten liegen läßt, „angereichert" gefunden. Die Theorie, daß die Diamanten vom Winde fortgetragen sind, hat daher erheblich an Anhängern verloren.
Diamanterrsimde in Lüderitzbucht. Ueber neue Diamanienfunde meldet der „Kol. Cour." dem B. B.-C. von wohlunterrichteter kolonialer Seite: Die vor drei Wochen telegraphisch gemeldeten neuen Diamantenfunde südlich von Lüderitzbucht sind jetzt durch briefliche Nachrichten in vollem Umfange bestätigt worden. Danach sind etwa 80 Kilometer südlich der früheren Fundstellen zahlreiche neue Funde gemacht worden. Diese erstrecken sich über ein Gebiet von mindestens 20 Kilometer Länge, dessen Brciieuerstreckung noch nicht fest- gestellt werden konnte. Das Diamantvorkommen ist dort besonders beachtenswert. An einzelnen Stellen wurden in einer Viertelstunde 60, 80, ja in einem Falle über 200 Diamanten aufgelesen. Dai unter eine große Anzahl von zwei und drei Karat. Die Personen der Finder und der Berichterstatter bürgen für gäi'zliche Zuverlässigkeit der Nachrichten. Durch Telegramme, die in den letzten Tagen eingegangen sind, werden diese Nachrichten noch erweitert und befestigt.
Marktbericht.
Hanau, 13. Februar. (Lebensmittelpreise.) Geflügel: Tauben, das Pärchen 0.90 bis 1.— Mark; ein alter Hahn 1.60 bis 2.00 Mark ; ein junger Hahn — bis 0 00 Mark; ein Huhn 1.40 bis 1.80 Mark; eine Ente 2.00 bis 2.50 'Mark; eine Gans —.— bis —.— Mark ; Gans, gerupft, 80 Pfennig. ^a Kilogramm. Fische: gewöhnl. Sorte 30 Pfg., bessere Sorte 40 M — Pfennig, Aal — Mark, Hecht 1.10 Mark, Bresem 60 Pfennig, Barben 60 Pfennig, Barsch 70 Pfennig Karpfen — Mk., */, Kilogramm. Gemüse : Meerrettich die Stange 10-25 Pfg., SpargelPfd.-Pfa-, Blumenkohl d.Si. 20-60 Pf., Kopfsalat das Stück 15-20 Pf., Endivien das Stück 15 Pfg.; Rettich, das Stück — Pfg-; Ober-
Kohlrabi, das Stück — Pfg.; Unter Kohlrabi 10—15 Vfg., Wirsing, d. Stück 20-25 Pkg ; Weistkraut, d. Stück 30 bis 50 Pfg., Rotkraut das Stück 80—60 Pfg., Sellerie, 10 - 20 Pf., Gurken, das Stück — Pè., Gurken zum Ein« machen, das Hundert — Mk., gelbe Rüben, das Pfund 10 Pfg., Neue Erbsen, Portion — Pfennig, Braunkohl, Portion 35—40 Psg., Rosenkohl, das Pfund 4ö bis — Pfg., Schwarzwurzeln, 1 Ptd. 25—30 Pfg , Spinat, 1 Pfd. 30—40 Pfg.; Latl'g, das Pfund — Pfg.; Schmalzkraul, die Portion 20 Pfennig; Kartoffeln, Kilogr. 10 Pfg. — Obst : Kirschen, das Pfd. — Pfg., Stachelbeeren, das Pfund —.— Pfg., Johannistranbeu, das Pfd. —.— Pig , Trauben, d. Pfund 70—80 Pfg., Erdbeeren, d. Pfd. — Pfg., Himbeeren, das Pfund — Pfg., Heidelbeeren das Pfund — Pfg., Atpfel, das Pfund 12 — 25 Pfg. Birnen, das Pfund —.— Pfg., Pflaumen, das Pfund — Pfg., Zivetschen, d. Hund. — Pfg.; Nüsse, das Hundert 50 Pfennig ; Pfirsiche, das Pfund — Pfennig, Citronen, das Stück 7 — 8 Pfg., Apfelsinen das Stück 4 —10 Pfennig ; Paradiesäpfel, das Pstind 70 Pfennig. Verschiedenes: Butter, das Pfund 1,10-1,40 Mark ; Käse, 1 Stück 4-6 Pg.; Eier, das Stück 7 —12 Pfg.; Gänfeeier, Stück — Pfg-, Zwiebeln, Pfund 15 Pfg.; Welschkorn, 1 Pfd. — Pfg., Radieschen, das Bündel — Pf. ; Kastanien, Pfd. 20 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfennig ; 2. Sorte 18 Pfg., .3. Sorte — Pfennig.
Hus aller Meli.
Hungrige Wölfe. In Siebenbürgen bedrohen infolge der unerhörten Kälte hungrige Wölfe scharenweise die Dörfer und dringen selbst in die Städte. Aus zahlreichen Orten kommen Berichte über Abenteuer mit Wölfen.
Ein Dampfer gesunken. In Brest ist die Nachricht eingegangen, daß ein englischer Dampfer, dessen Name unbekannt ist, gesunken ist. Von der Besatzung sind sieben Mann gerettet. 14 werden vermißt.
Jugendlicher Selbstmörder. In Elberfeld ließ sich ein 16jähriger Konditor-Lehrling aus bisher noch nicht ermittelten Gründen von einem Personenzuge überfahren.
Seine Tochter erschlagen. Im Gouvernement Perm (Rußland) erschlug der Direktor einer großen Fabrik namens Schelgunow seine 15jährige Tochter aus unbekannten Gi ünden.
Die. Cholera in Petersburg ist wieder im Steigen begriffen, am Freitag wurden 39 Neuerkrankungen und 11 Todesfälle gezählt. In den Hospitälern liegen 283 Cholera- kranke.
Gefährlicher Messerheld. In Oberwangen bei Bendorf im Schwarzwald erstach ein neunzehnjähriger Bauernsohn den verheirateten Ratsschreiber Staub, der die Mutter des Täters vor dessen Angriffen schützen wollte. Der Täter ist verbastet.
Bluttat eines Sittlichkeitsverbrechers. Gestern morgen erschoß der Tischler Schaar in Hamburg, nachdem er ein Sittlichkeitsverbrechen an einem zehn Monate alten Knd verübt hatte, dessen Mutter und dann sich selbst. Ein auf das Kind aerichteier Schuß ist sehlgegangen.
Folgenschwere Explosion einer Dynamitpatrone. In Winsen im Siegerlande hatte ein Laufbursche eine gefrorene Dynamitpatrone in einen mit Wasser gefüllten Topf auf den brennenden Herd gestellt. Die Patrone explodierte, und das Gebäude flog in die Luft. Der Laufbursche wurde getötet, mehrere Personen wurden schwer verletzt.
Das grötzte Schwimmdock der Welt. Das auf der Werft von Blohm und Voß für eigenen Betrieb erbaute große Schwimmdock von 35 000 Tonnen Tragkraft, das größte der Welt, wurde durch Eindocken des Schnelldampfers der Hamburg-Amerika-Linie „Cleveland" gestern in Betrieb genommen.
Unter einem Backofen begraben. JnPanni (Ober- italien) stürzte ein großer Backofen zusammen und verschüttete zahlreiche Personen, die dort gegen den Schneesturm Schutz gesucht hatten. Fünf Kinder und eine Frau wurden als Leichen aus den Trümmern gezogen, zwölf Personen wurden verwundet. Die Ausgrabungen werden noch fortgesetzt.
Unterschlagung. Der Verwaltungssekretär Fielenbach aus Buschhausen (Reg.-Bez. Düsseldorf) flüchtete nach Unterschlagung von 10000 Mk. öffentlicher Gelder.
Sittlichkeitsvergehen. Der erst kürzlich zum Unter- oksizier beförderte Trompeter Paduscheck vorn Feldartillerie- Regiment Nr. 31 in Hagenau ist wegen zahlreicher Sittlichkeitsvergehen an Mädchen unter 14 Jahren verhaftet worden. Er ist bereits in 16 Fällen geständig.
Durchbruch des Elbdeichcs.
Rathenow, 14. Febr. Unweit Töppeln bei Havelberg brach heute morgen infolge des Hochwassers der Elbdeich durch. Große Eis- und Wassermassen wälzen sich iiber das Land. Die Bewohner der Ortschaft Neuwerben flüchteten nach Nitzow ; andere am Wasser gelegene Dörfer wurden von Menschen und Vieh geräumt.
Verschüttet.
Friedrichshütte, 14. Febr. Auf der Friedens- grube brach in vergangener Nacht infolge Feuchtigkeit ein Gerüst an der Stelle Zusammen, wo gerade die Belegschaft angefahren war. Von dieser wurden 7 Mann verschüttet. Durch einen später die Strecke befahrenden Steiger wurde der Unfall bemerkt und die Rettungsarbeiten in Angriff genommen. Bis heute früh 9 Uhr waren zwei Häuer und zwei Schlepper als Leichen g borgen. Die Rettungsarbeiten werden fortgesetzt. Man hofft die übrigen Verschütteten im Laufe des Tages zu bergen.
Erdbeben.
Straßburg i. E., 13. Febr. Auf die bereits gemeldete Störung vom 9. Februar um 12 Uhr 29,2 Min. folgte an den Instrumenten der Kaiser!. Hauptstation für Erdbeben- forschung zu Straßburg drei Stunden später eine zweite schwächere. Sie begann um 3 Uhr 43,7 Min. nachmittags, die zweiten Vorläufer setzten 4,3 Min. später ein. Ein drittes Nachbeben wurde am 10. Februar um 8 Uhr 55,2 Min. abends ausgezeichnet; die Dauer der ersten Dorpha'e betrug abermals 4 2 Min. Alle vier Störungen, vom 23. Januar, 9. und 10. Februar sind also ausgezeichnet durch die gleiche Dauer der Dorphasen. Nimmt man dazn die Tatsache, daß die Ausbildung der vier Se^mogramme große Aehnlichkeit unter einander' ausweist, mit dem einzigen Unterschiede, daß die Intensität stufenförmig abnimmt, so
sann man daraus den Schluß ziehen, daß allewierSWimgev aus demselben Epizentrum stammen. AIs solches ist nach den Meldungen aus Harpoot das Armenische Hochland zu betrachten.
Rom, 13. Februar. Heute abend 8 Uhr 20 MW. wurde in Reggio di Calabria ein sehr heftiges, wellen* förmiges Erdbeben verspürt, das mehrere Sekunden dauerte. Die Bevölkerung verließ bestürzt die Baracken. In Messina wurde ungefähr um die gleiche Zeit ebenfalls ein sehr starker wellenförmiger Erdstoß verspürt, der 6 Sekunden dauerte und bei der Bevölkerung große Erregung hervorrief.
Brancaleone. 13. Febr. Heute abend ereignete sich hier ein sehr heftiger Erdstoß. Die Bevölkerung eilte in voller Angst ins Freie.
Petersburg, 14. Febr. In Sotschi wurde heute vor» mitttag 8 Uhr 5 Min. ein schwacher Erdstoß verspürt.
Verhafteter Mörder.
Santiago de Chile, 13. Febr. (Agence Havas.) Laut amtlicher Mitteilung ist es einer bewaffneten Truppe nunmehr gelungen, des flüchtigen Kanzlisten Beckert habhaft werden. Beckert beging den Mord an dem chilenischen Pförtner um 9 Uhr vormittags und legte sodann Feuer an. Die Erbitterung gegen den Verhafteten ist hier so groß, daß man fürchtet, es werde bei seiner Ankunft in Santiago zu Lynchversuchen kommen, jedoch sind von der Polizei ausreichend Maßnahmen getroffen, um eine Volksjustiz zu verhindern.
Hus Hanau Stadt und Eand*
Hanau, 15. Februar.
* Das Mittelfchulgeld. Nach einer Mitteilung bei „Volksst." ist der Magistrat dem Beschlusse der Stadtver- ordnetenversammlung, das Milteischulgeld von 24 auf 30 Maik zu erhöhen, nicht beigetreten, weil von ihm die Erhöhung nicht als weitgehend genug angesehen wird.
* Aus der Geschichte des Naff.Zuf.-Regts. 87. Von einem Freunde des „Mainzer Anzeigers" werben diesem Blatte folgende Zeilen zur Verfügung gestellt: Am Sonntag nach der Kriegserklärung 1870 hatten die Stammgäste im Restaurant „Stadl Kreuznach" in Mainz eine Sammlung veranstaltet mit der Bestimmung, daß diese Geldspende bem» j nigeu Musikkorps gegeben werben sollte, das beim Einmarsch in Paris den Charivarimarsch (Text: „Hol mer emol die Worzelberscht, bring mer aach den Schwamm" usw.) spielen wurde. Es waren in Mainz zu dieser Zcit die Jnfanlerie-Regimemer Nr. 19,30, 81 und 87 in Garnison. Das 87. Rcgimem war das erste, das die Garnison verließ. In der Frühe des 26. Juli, Montag um 1 Uhr, marschierte es znm Gantor hinaus und die Musik spielte „Muß i denn zum Städtlein hinaus". Aber es war noch ein weiter Weg bis Paris, das Regiment mußte sich die Lorbeeren erst verdienen bei Weißenburg, Wörth, Pfalzburg, Sedan und dann bei der Belagerung und Beschießung von Paris. Von obengenannten Regimentern war es das einzige, das am 1. März 1871 durch den Arc de Triumph, wo Kaiser Wilhelm, unser Kronprinz Fritz, Bismarck, Moltke und viele Heerführer die Parade abnahmen, in Paris einzog. Die Regimenlskapelle spielte den Charivarimarsch, den Kapellmeister Leopold Müller birigieite und erhielt dann auch später das Musik- korps des 87. Regiments die ausgesetzte Geldspende. Es dülfte vielleicht den alten Veteranen eine besondere Freude sein, wenn die Musik bei dem 100jâhrigen Regimentsjubiläum auch mal wieder bett Eünuasmcnsch des Regiments in Paris, den Charivarimarsch, zu Gehör bringen wurde.
* Aüg. deutscher Sprachverein, Zweigverein Hanau. In der Aula der Oberrealschule wurde am Freiiag die Haupiversammlung des Allgem. deutschen Sprachvereins (Zweigverein Hanau) abgehalten. Der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten ging voraus ein Vortrag des Herrn Dr. Günther-Saalfeld aus Berlin- Friedenau : „Es war einmal.....etwas vom deutschen Volksmärchen", der von Anfang bis zu Ende in hohem Maße zu fesseln vermochte und besonders auch der Söhne Hanaus, der Brüder Grimm, gedachte. Der Vortragende schloß mit dem Wunsche, daß die ©rimnüfeben Märchen als ein Denkmal ganz besonderer Art der Zeiten Wechsel überdauern und das deutsche Volk sich der Brüder Grimm als der grundlegenden Arbeiter der deutschen Sprachforschung stets erinnern möge. An den mit Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich der geschäftliche Teil der Hauptversammlung. Der Vorsitzende, Herr Oberrealschuldirektor Dr. Schmidt, berichtete über die Tätigkeit des Zweigvereins Hanau im verflossenen Jahre, hob hervor, daß die Veröffentlichung der „Sprachecke" im „Hanauer Anzeiger" großen Anklang gefunden habe und stattete Herrn Kahler für die Sichtung der Sprachccke den Dank des Vorstandes ab. Die Mitgliederzahl des Zweigvereins sei leider nicht gewachsen, vielmehr von 75 auf 63 zurückgegangen, was wohl darauf zurückgeführt werden müsse, daß die heutige Zeit an den modernen Menschen zu viele Anforderungen stelle. Die Jahresrechnung wurde durch zivei Vereinsmitglieder geprüft und für richtig befunden. Der fcitheiige Vorstand des ZweigvereinS, bestehend aus den Herren Dr. Schmidt (Vorsitzender), Professor Baseler, Lehrer C o l l m a n n , Prokurist H e u s o h n, Lehrer Hamburger, Chemiker Krebs, Lehrer Kahler und fRemmeifter Reinhard, wurde wiedergewählt.
$ Strandkkitt auf dem Main. In der Nähe von Würzburg wurden beim letzten Hochwasser bei Veitshöchheim für 100 000 Mark Baumstämme angeschwemmt, die zum Tcil von dem in Zapfendorf bei Bamberg fortgeriffenen Sang* Holzlager der bayerischen Staatsbahnen herrühren mögen.
* Konzert Alexander Heinemann. Der Balladeu- und Liederabend dieses berühmten Künstlers findet bestimmt am Montag den 8. März im Saale der „Centralhalle" statt, wie ans der im heutigen Inseratenteil stehenden Annonce zu ersehen ist. Wir wollen nicht verfehlen, auch an dieser Stelle unsere verchrlichen Konzertbesucher auf diesen eigenartigen Kunstgenuß der ihnen bevorsteht nochmals aufmerksam zu machen. Die Liste wird von heute ab durch den Gesangverein .Sumser" in Umlauf gesetzt.