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H»tati»u»dr»ck uud Verlag der Buchdruck«« de» vereis, n. rSaljeuhauje» m Hauau.
General-Anzeiger
Amiliches Organ für Mt- and Fan-Kreis Zana».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Veraatmartt. Nedakieurr •. Schreck, r S Haeea».
Nr. 109 Fernsprechanschlittz Nr. 605*
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Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Mittwoch den 12. Mai d. I., von nachmittags 3 Uhr ab werden im Zimmer Nr. 5 der Königlichen Polizei- Direktion hier, Hainstraße 10, die in der Zeit vom 1. Juli 1904 bis einschließlich 31. März 1907 gefundenen und hier abgegebenen, jedoch weder von den Eigentümern noch von den Findern reklamierten Gegenstände gegen bare Zahlung meistbietend öffentlich versteigert.
Hanau den 3. Mai 1909.
Königliche Polizei-Direktion.
r 3037 I. A.: vr. V. W a l d o w, Reg.-Assessor.
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen des Bäckermeisters Jean Corvinus in Hanau, Nordstraße 56, ist heute am 8. Mai 1909, nachmittags 12 Uhr 40 Minuten, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Konrad Hestermann in Hanau ist zum Konkursverwalter ernannt. Offener Arrest und Anzeigepflicht sowie Termin zur Anmeldung bis zum 3. Juni 1909» Erste Gläubigerversammlung am 4* Juni 1909, vormittags 11 Uhr. Prüfungsiermin am 18. Juni 1909, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichts in Hanau — Marktplatz Nr. 18 — Zimmer Nr. 5.
Hanau den 8. Mai 1909. 12227
Der Gerichtsschreiber Kgl. Amtsgerichts 5.
Konkursverfahreu.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft in Firma Gebr. Vial in Hanau, Inhaber die Bisouleriefabrikanten Heinrich Vial und Konrad Vial in Hanau, ist infolge eines von den Gemeinschuldnern gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichs- termin auf den
4. Juni 1909, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau — Marktplatz Nr. 18 — Zimmer Nr. 5, anberaumt. Der Vergleichsvorschlag und die Erklärung des Glâubigerausschuffes sind auf der Gerichtsschreiberei zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt.
Hanau den 6. Mai 1909.
■ Königliches Amtsgericht 5. 12235
Llln-mrWftlilhtt Kmsmeiu ^itflii.
Nächste Versammlung Samstag den 15. d. M., nachmittags S1^ Uhr, im Gasthaus „zum goldnen Löwen" hier.
Tagesordnung r
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Erteilung der Decharge zur Vereinsrechnung für 1908.
3. Besprechung über die im Laufe des Sommers abzuhaltende» Wanderversammlungen.
4. Vortrag des Herrn Dr. Sprenger aus Cassel über Schweinezucht.
5. Besprechung über den Fortgang der Verhandlungen betreffend die Anlage einer Jungviehweide.
6. Sonstiges.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau, den 8. Mai 1909.
Der Königliche Laudrat. v. Beckerath.
Gcsiiiidcnc und verlorcue ©tRcnftnitbc rc.
Gefunden: 1 blaugewürfeltes Taschentüchelchen, 1 Portemonnaie mit 1 Mk. (im Laden bei Pregler, Nürnbergerstraße 19 liegen geblieben, Empfangnahme baielbft), 2 Schirme (bei S. Wronker stehen geblieben, Empfangnahme auf dem Fundbureau), 1 halbseidenes blauumrändetes Taschentüchelchen, 1 bunter Damengürtel mit gelber Schnalle, I Cigarrenetuis mit 2 Cigarren (am Kohlbrunnen).
Verloren: 1 Ofenwischer, 1 Kneifer, 1 Portemonnaie mit 2,60 Mk., 1 desgl. rotes mit ungefähr 2 Mk, einigen Zetteln von der Lebensversicherung Victoria und einige Konsummarken.
Entflogen: 1 Kanarienvogel.
Hanau den 11. Mai 1909.
Dienstag den 11. Mai
Politische RandTcbau.
Zur Neichsfinanzreform. Wie die „Anklamer Zeitung" meldet, nahm am Sonntag die Vorstandssttzung des konservativen Vereins für den Kreis Anklam in Anwesenheit des Abg. Grafen v. Schwerin-Löwitz zur Reichs- finanzreform Stellung. Nachdem sich die Versammlung dahin geäußert hatte, daß nach der Auffassung weiter konservativer Kreise die Erbanfallsteuer als das kleinere Uebel gegenüber dem Scheitern der Finanzreform zu betrachten sei, wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es heißt, der Vorstand des konservativen Vereins bittet seinen Abgeordneten Herrn Grafen v. Schwerin-Löwitz, mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß die Neichsfinanzreform bald durchgeführt wird. Der Vorstand geht hierbei von der Ansicht aus, daß der konservativen Partei trotz schwerwiegender Bedenken gegen einzelne Steuervorlagen kein Opfer zu groß sein darf, um das nationale Unglück eines Scheiterns der Finanzreform zu verhüten. Die Stellung, die Graf v. Schwerin-Löwitz hierzu genommen hat, läßt dem Blatt zufolge hoffen, daß der Vertreter des Wahlkreises unter allen Umständen eventuell auch unter dem Opfer der Erbanfallsteuer für das Zustandekommen der Finanzreform eintritt.
Bauunternehmer. Mit der Reinigung des Stande? der Bauunternehmer von ungeeigneten Elementen befaßt sich ein jüngst ergangener Erlaß der preußischen Reffortminister, in dem auf die Handhaben hingewiesen wird, die in dieser Beziehung das Reichsgesetz vom 7. Januar 1907 bietet. Im Interesse der Sicherheit des Publikums und namentlich auch des Schutzes der auf den Bauten beschäftigten Arbeiter ist den beteiligten Behörden zur besonderen Pflicht gemacht worden, in allen dazu geeigneten Fällen auf Grund jenes Gesetzes gegen unzuverlässige Unternehmer und Bauleiter einzuschreiten.
Zum Reiseverkehr. Jm Hinblick auf das bevorstehende Anwachsen des Reiseverkehrs macht ein Runderlaß des Eisenbahnministers unter Bezugnahme auf früher ergangene Vorschriften den Eisenbahndirekiionen wiederholt zur strengsten Pflicht, einer glatten Abwicklung des Personen- und Gepäckverkehr? die größte Sorgfalt zuzuwenden. Dabei wird bemerkt, daß der Üeberfüllung der Wagenabteile durch Handgepäck in letzter Zeit nicht mehr gebührende Aufmerksamkeit geschenkt zu sein scheinen, wie verschiedene Klagen erkennen lassen. Die Schaffner, namentlich in den Durch- gangszügen, sollen nicht erst Beschwerden benachteiligter Reisenden abwarten, sondern selbst bar auf achten, daß die Mitreisenden in der Benutzung des ihnen zustehendes Raumes nicht beschränkt werden. Nötigenfalls haben die Schaffner dafür zu sorgen, daß übermäßiges Handgepäck in vorgeschriebener Weise abgefertigt wird.
Die Umwälzung in der Türkei.
Konstantinopel, 10. Mal. Die Feier der Schwertum- gürtung ist ohne Zwischenfall verlaufen. Der Sultan traf wie vorgesehen, um halb 1 Uhr zu Schiff vor der Ejub- moschee ein, wo er von den Ministern und Würdenträgern empfangen wurde. ZU der Feier innerhalb der Moschee, die etwa eine Stunde dauerte, halten Fremde keinen Zutritt. Den Rückweg legte der Sultan zu Lande zurück. Der Festzug, der in seinen Einzelheiten anders geordnet war, als das amtliche Programm vorgesehen hatte: bewegte sich durch das Adrianopeler Tor und durch die am Goldenen Horn belegenen Vororte nach Stambul, von wo der Sultan zu Schiff in das PalaiS Dolmabagsche zurückkehrte. Der Sultan war in großer Uniform und wurde auf dem ganzen Wege von den Truppen und der Volksmenge mit lebhaften Zurufen : Lange ■ lebe unser Padischah I begrüßt. Er machte einen frischen, lebhaften Eindruck, ihm gegenüber saß Ghazi Muktar. Auch der Präsident der Kammer, der Generalissimus Schewket Pascha und Major Niaza wurden lebhaft begrüßt. Für das diplomatische Korps, das fast vollzählig vertreten war, für die Vertreter der Presse und für andere geladene Gäste waren in der Nähe der Adria- uopeler Tore Zelte mit Buffets aufgeschlagen. Auch die Offiziere und Mannschaften des deutschen Stationsschiffes „Loreley" hatten an der Feststraße Ausstellung genommen. Die ganze Feier machte einen einfachen Eindruck und verlief ohne große Prunkentfaltung, jedoch unter Teilnahme der Bevölkerung.
Konstantinopel, 10. Mai. Bei der Pforte eingelaufenen Meldungen zufolge ist in Bitlis und in anderen in der Umgebung des WanseeS gelegenen Orten eine Scheriabewegung âusgebrochen. Die Mohammedaner drohen, die Christen nieder zu metzeln, falls ihre Forderungen nichterfüllt werden. Die Kurden-Scheichs haben bei der Pforte telegraphisch militärische Hilfe verlangt.
Köln, 10. Mai. Ein Berliner Telegramm der „Köln. Zeitung" meldet: Die letzten Nachrichten aus Kleinasien lauten günstiger. Es scheint, daß es den Bemühungen der neuen Regierung gelungen ist, wieder einigermaßen Ordnung zu schaffen. Das ändert aber nichts daran, daß dieGreuel-
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taten, die in Adana und anderen Orten begangen wurden, aufs schärfste verurteilt werden müssen. Man darf aber nicht übersehen, daß der gegenwärtigen türkischen Regierung keine Schuld an ihnen beigemeffen werden kann. Der Ursprung dieser Unruhen liegt auf einem anderen Gebiet. In den französischen Berichten wird zugegeben, daß die Armenier durch die herausfordernde Haltung der Türken gereizt wurden und somit an der furchtbaren Ausschreitung gemisst Schuld tragen. Die neue türkische Regierung hat durch ihr Verhalten bewiesen, daß sie baS Geschehene auf das Entschiedenste mißbilligt und zu einer nötigenfalls rücksichtslosen Unterdrückung der Unruhen bereit ist. Je entschiedener st« auch in Zukunft auftreten wird, mit desto größerer Sicherheit kann sie darauf rechnen, daß künftig die Ruhe in den armenischen Bezirken nicht mehr einer solchen Störung unterworfen werden wird.
Parlamentarisches.
mb Die Kommission des Abgeorvnetenhanses zur Vorberatung des Antrages deS Abg. Dr. v. Woyna auf Annahme eines Gesetzentwurfes, betreffend den erweiterten Grunderwerb am Rhein—Weser-Kanal, beschloß am Montag vormittag, die Frist zur Enteignung biS zum 1. Juli 1912 und dis Frist zur Geltendmachung von Ansprüchen der Anlieger auf Entschädigung von 3 auf 5 Jahre zu verlängern. Die Urkunden, in denen von Jnterestentenverbindungen Garantien gemäß dem Inhalt des Gesetzes übernommen werden, sollen stempelfrei sein. Die Gelder, die auS Wiederverkäufen von enteigneten Grundstücken gewonnen werden, sollen voll zur Tilgung der Ausgaben für die Wafferstraßen verwendet werden.
Hus aller Welt.
Sine verhängnisvolle Sparsamkeit. Ein Rentier aus Pritzwalk war am Sonntag von Stettin nach Berlin der Sparsamkeit halber vierter Klaff« gefahren. Bei seiner Ankunft in Berlin machte er die unangenehme Wahrnehmung, daß ihm während der Fahrt auS seiner hinteren Hosentasche seine gesamte Barschaft in Höhe von 6900 Mk. in Papiergeld gestohlen worden war.
Lebenvig gebraten. Man schreibt auS Bozen: Ei» 70jähriger, trunksüchtiger Mann auS Serso im Fersental« legte sich, nachdem er sich einen guten Tag gemacht, bei einem Bäcker unbemerkt auf den ungeheizten Backofen nieder und schlief ein. Bald darauf wurde der Ofen geheizt, und als die Bäcker den Betrunkenen, namenS Offer, bemerkten, war dieser bereits bewußtlos und hatte überdies am ganzen Körper fo schwere Brandwunden erlitten, daß èr denselben wahrscheinlich erliegen wird.
Ein Brillantendiebstahl in München, der noch bet Aufklärung bedarf, wird in einem Telegramm gemeldet. Danach wurde eine in einem Münchener Hotel abgestiegench auS Prag stammende Baronin samt ihrer adligen Gesell- schastsdame verhaftet, da beide verdächtig sind, in Reichendall und Bozen Brillantdiebstähle begangen zu haben. In einem Juweliergeschäft in der Maximilianstraß» in München sah ein Mädchen wie die Gesellschafterin der Baronin einen grünen Stein auS der Auslage nahm, und teilte ihre Beobachtung dem Juwelier mit, alS die Damen den Laden verlasten hatten. Der Juwelier folgte ihnen mit einem Schutzmann und stellte sie zur Rede. Hierbei ließ die Gesellschafterin den Stein fallen. Er war ein Chrysopras. Di« Damen wurden * auf der Polizeidirektion verhört. Bei der Durchsuchung ihres Gepäcks im Hotel wurde eine groß« Anzahl Schmucksachen auS dem Besitz der Baronin, aber auch eine Menge noch etikettierter Schmucksachen gefunden, die zweifellos von früheren Diebstählen herrühren. Di« Baroneffe erklärte, sie habe von den Diebereien ihrer Gesellschafterin gar keine Ahnung gehabt.
th. Eine Methode zur Borausbestimmung der Nachtfröste. Wenn ein langer strenger Winter oft bis in den März hinein die Herrschaft geführt hat, dann regt sich in jedes Menschen Brust mit aller Macht die Sehnsucht nach dem alles belebenden Frühling. Endlich verkünden auch wärmere Lüfte die Nähe des Lenzes und jedermann sieht mit inniger Freude, wie die Knospen schwellen und die ersten grünen Triebe und Blüten hervorbrechen. Immer aber bedrückt uns dabei die bange Sorge, daß die neue Herrlichkeit durch Nachtfröste jählings vernichtet werden sonnte. Daß diese Gefahr besteht, hai die Erfahrung hinreichend bestätigt. Auch in diesem Frühjahr wieder wurden in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai viele frische Triebe, welche die warmen Tag« des April hervorgelockt hatten, durch den Frost geknickt. Der Schaden ist erfreulicher Weise diesmal nur gering, aber ei bestätigt aufs neue die Tatsache, daß wir in der ersten Hälft« des Mai vor solchen Ueberraschungen niemals sicher sind. Am meisten gefürchtet sind die Tage der drei gestrengen Herren, Mamertus, Pankratius und Servatius, vom 11. bis 13. Mai. Daß Nachtfröste auch noch an späteren Tagen eintreten können, ist nicht ausgeschlossen, doch gilt im allgemeinen nach dem 15. Mai die Gefahr als beseitigt. Fü, diese in jedem Jahre mit ziemlicher Regelmäßigkeit sich wiederholende Erscheinung hat man folgende Erklärung: Durch di«