Erstes Blatt
EinrücknngSgetührr
6e$w^prd«:
««^jährlich 1,80 M„ m»naüich 60 Pfg., für au* sättigt Slboiinenten mit dem betretenden Postausjchtag, Lee eutjetae Nummer testet 10 Psg.
Itetetieulltu» und Verlag der Buchdrucker« der verein, ev. WarienhaujeS in Hanau.
Gcneral-Anzeigtr
>mtndjrs Organ für Lladt- uni FMrcis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die ffafgespaltene PetUjeU« oder deren Raum 20 Pf^ im Nektamemeü die Zeit« 36 Pfg.
verantwort!. Redakteur: S. Schrecker in Han«.
$L 58 Fernsprechanschlutz Nr. 605.
Mittwoch den 10. März
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1909
Lie tafWununer nniMf außer UlnttrHWNdi
14 Seiten.
Amtliches.
Bekanntmach««?;.
Auf ^runb des ordnungsmäßig festgestellten Fluchtlinien- Planes nir Erweiterung der Kleinen Fahrgasse soll von dem in der Gemarkung Hanau gelegenen Grundstück G 289/106, eingetragen im Grundbuch von Hanau Band 39 Artikel 2501 Fol. 147 auf: Bierbrauer Wilhelm Kaiser, Bierbrauer Jean Kaiser, Johann Ludwigs Söhne zu Hanau, je zur ideellen Hälfte, die Parzelle G 443/106 = 1 ar 91 qm rmeianet werden.
Von dem Herrn Regierungs-Präsidenten zum Enteignungskommissar ernannt, habe ich zur kommissari'chen Verhandlung mit den Beteiligten zwecks Feststellung der Entschädigung für die zu enteignenden Grundflächen gemäß § 25 Absatz 1 des Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 Termin auf
Dienstag den 16. März d. Js., vormittags 9 Uhr, im Ratbaus zu Hanau anberaumt.
Zu diesem Termin werden alle Beteiligten gemäß § 25 Absatz 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte im Termin wahrzunehmen.
Dieie Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne ihr Zutun die Entschädigung festgestellt werden und wegen Auszahlung oder Hinterlegung der Entschädigungen verfügt werden wird.
In dem Termin kann jeder an den zu enteignenden Grundtücken Berechtigte erscheinen und lein Interesse an der Fest- tellung der Entschädigungen, sowie ihrer Auszahlungund Hinterlegung wahrnehmen.
Auch etwaige Anträge auf vollständige Uebernahme des teilweise in Anspruch genommenen Grundstückes sind von den Beteiligten in dem Termin anzubringen. Spätere Anträge dieser Art sind unzulässig.
Ueber den Besitztitel haben sich die Beteiligten in dem Termin auszuweisen.
Cassel L.i 9. März 1909. äNIEnteig.Nr.6/09 Der Enteignungskommissar.
Goldschmidt, • Regierungs-Rat. ' 5513
Lanâkreis Hanau.
Mit Bezug auf die Bestimmung im Art. 881 der Ausf.- Anweisung vom 25. Juli 1906 zum Eink -Gesetz veranlasse
Feuilleton.
Stadtthcatcr in Hanau.
— Hanau, 10. März.
Als „Doktor Wespe" in dem gleichnamigen Lustspiel von Roderich. Bened'x gab Herr Karl William Büller gestern sein letzies Gast'piel. Die Figur jenes originellen Lokalblatt Redaklknrs im Hauptamt und lyrischen Dichters im Nebenamt ist von dem guten seligen Benedix, der 26 Bände dramatischer Werke herausgegeben hat, daneben 4 Bände „Hausiheaier" und mehrere didaktische Bücher, auch 6 Bände deutscher Volkssagen — eine beneidenswerte Produktivität: wenn seine Schriften nicht nor zu flach wären — mit einer skrupellosen Nonchalance hingeworfen worden, „'ne Laune", wie er den Doktor selber sagen läßt: „’ne Laune", einmal anderthalb Dutzend Menschen durcheinander- zuwerfen, wie man Würfel spielt. Ein emanzipationslustiges Frauenzimmer; eine gräßlich sent mental gezeichnete Laura (ober Thekla, wie sie heißt); ein Blaustrumpf schlimmster Sorte sind die Preise, um deretwiNen „geknobelt" wird. Kommt noch das unvermeidliche FnkwNim Adam (sonst Johann genannt) hinzu ; ein Renommist als eine Ari Harlekin — und die Sache ist gemacht —: Lustspiel in 4 A kten! Ansätze zu tieferer Charakterisierung sind kaum vorhanden, aber was das Stück auszeichnet, ist die harmlose Tendeitz (Frauenemauzipation), die sich aber nur so nebenbei hinein- geschlichen hat.
Herr Max Grimm hatte hübsch inszeniert, spielte den Herrn v. Zündorf auch mit Glück, schien sich aber in der Rolle nicht recht zu gefallen; sie war ihm wohl eine Lavpalie -— und wenn; so hatte er auch ganz recht; er möchte gern Größeres zeigen. . . $tl. Alide Ballin als
ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, die für das II. Halbjahr 1908 fälligen Einkommen- tu Er- siänznnsisftener-Zn- und Abgangslisten mit den zur Begründung der Zu- und Abgänge gehörigen Belägen spätestens bis zum 18. d. Mts. einzureichen. Im übrigen verweise ich wegen der Aufstellung rc. der giften auf die Bestimmungen im Artikel 83 — 88 der genannten ministeriellen Anweisung und meine Verfügung vom 7. Sept. 1908, St 2838 — abgedruckt in Nr. 210 des „Han. Anz." von 1908.
Hanau den 9. März 1909.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis .Hanau.
St 720 I. V.: vr. v. Waldo w, Reg.-Asseffor.
Stadtkreis Fjanau. Ausschreiben.
Der Bedarf an Lebensmitteln, wie Fleisch, Brot, Milch, Butter, Gemüse und sonstigen Bedürfnissen, als Kolonialwaren, Sei'e tu s. hu für das städtische Pflegehaus für die Zeit vom 1. April 1909 bis 31. Mär: 1910 soll vergeben werden.
Die Angebote sind bis zum 18. tu Mts., vormittags 10 Nhr, in Zimmer Nr. 15 des Rathauses abzugeben.
Die Lieferungsbedingung^ liegen im Zimmer Nr. 2 des Armenamtes, Rathaus Langstraße 43, zur Einsicht auf.
Hanau den 8. März 1909.
Der Magistrat, Armenamt.
Hild. 5479
Fischerei-Verpachtung.
Königliche Oberförsterei Wolfgang.
Am Donnerstag den 18. März d. I., von nachmittags 4*/i Uhr ab, sollen im Gasthause „Zu den 3 Rindern" in Hanau die nachaufgeführten Fischerei- Nutzungen vom 1. April d. I. ab auf einen weiteren 12jährigen Zeitraum öffentlich meistbietend verpachtet werden.
1. In der Kinzig von der Lamboybrücke bis zum Einfluß in den Main in 2 Losen.
2. In der Kinzig von der Rötherau (Geln^auser- und Noiher Gemarkung) bis zur Kinzigmühle an der Kinzigbrücke.
3. In der Kinzig unterhalb der Kinzigmühle bis zum steinernen Doppelkanal an der Landstraße, sowie im
Elisabeth gab die seniationsücktige Tochter Züneorfs in Männerkleidung mit leichter Mühe. Frl. Gertrud Halden als Thekla befriedigte namentlich im Zusammenipiel mit Herrn Grimm und Frau Tuerschmann-Talauder gegen den Schluß des Stückes. Frau Tuerschmaun war eine sehr pathetische Tragödiendichierin. Herr Feigel (Ludwig Gonau, Maler) spielte gewandt und traf den Konoeriationolon vortrefflich. Die Aufgabe des Herrn Josef Römer (Wellstein, junger Kaufmann) war nicht sonderlich groß und er löste sie infolgedessen mit bescheidener Leichlig- rit. Herr Josef Commer sonnte kein besseres Faktotum abgeben ! Herr Carl William Büller halt dem Dichter in der Zeicknting des Doktor We'pe gehörig nach unb erntete viel Beifall; auch wurde ihm eine Blumenspcude überreicht.
Sonst waren beteiligt Frl. Mimi Fuchs und die Herren Heinz P e r i n o und K. M. Strobe l. K. E-d.
LuMport.
Drei Anssi iege Ves Reichslnftfchisfes.
Friedrichshafen, 9. März. Heute vormittag erfolgte ein A u s st i e g des R e i ck 8 l u f t s eh i f f e 5. Das gestrige Unwetter hatte einem prächtigen Frühlingstage Platz gemacht: ein schwacher Nordostwind wehte über dm See. Kurz nach 9 Uhr verließ „Z I" die Reichsballonhalle und arbeitete sich mit gewohnter Sicherheit in die gürte; er nahm in zirka 100 Meter Höhe die Richtung nach dem königlichen Schlosse in Friedrichshafen, machte dort eine Wendung und fuhr in leichtem Nebel das Schweizer Ufer entlang, bis aus die Höhe von Immenstaad. Nach verschiedenen. wohlgelungenen Manövern landete „Z I“ kurz vor 10 Uhr wieder bei der Halle und war alsbald wohlbehalten geborgen. Die kurze Fahrt war ein wohlgelungenes Manöver, dem sich zwischen 11 und 1 Uhr weitere anschließen sollen. Um ll’/i Uhr fuhr „Z I" zum zweiten Male über die Stadt weg. An der ersten Fahrt nahmen teil: Graf
Mühlgraben der Kinzigmühle (Gemarkung Lieblos) bis
zur Kinzig.
Näheres durch den Unterzeichneten.
Wolfgang den 8. März 1909.
Der Königliche Forstmeister.
Fenner. 5487
Gefundene und verlorene Gcnenstiindc re.
Gefunden: 6 Rasiermesser, 1 Drille, 1 OuittungS- karte der Arzneikasse für Valentin Henning.
Verloren: 1 brauner (Stoffgürtel, 1 rote Bäckerdecke, 1 goldenes Kettenarmband, 1 Brieftasche mit Wandergewerbe- schein für Josef Haidusik und verschiedene andere Papiere. Entlaufen: 1 langhaariger schwarzer Jagdhund mit weißer Brust m. Geschl., 1 schwarzer Dobermanpinscher m. Geschl.
Hanau den 10. März 1909.
Politische Rundschau.
Der Gesetzentwurf betr. die Schiffahrt»- abzzaben wird in den nächsten Tagen veröffentlicht uni damit zur allgemeinen Kritik gestellt werden. Die Bundesratsausschüsse haben den Entwurf bisher noch nicht beraten.
Ein Bertrauensvotnm für Dr. Osann. Die naiionalliberale Fraktion des hessischen Landtags faßte einstimmig den Beschluß, dem früheren Vorsitzenden Dr. Osann ihr volles Vertrauen auszusprechen und zu ersuchen,^ den Vorsitz der nationalliberalen Landespartei wieder zu übernehmen.
Die Kriegsgefahr zwischen Oesterreich und Serbien.
Es grenzt schon ans Unerhörte, wie viel in Belgrad in diesen Tagen zusammengelogen wird. Die serbische Regierung veröffentlicht jetzt fast jeden Tag eines ihrer famosen „Communigiiss", beteuert darin, daß Serbien auf seine territorialen Forderungen nicht mehr bestehe und daß eS von den „friedlichsten Absichten" gegen Oesterreich-Ungarn beseelt sei, dabei werden aber die Kriegsrüstungen munter fortgesetzt, und an der bosnischen Grenze häufen sich die Zusammenstöße österreichischer Grenzpatrouillen mit bewaffneten serbischen Banden. Serbien predigt jetzt den Frieden und bereitet sich dabei mit immer fieberhafterer Eile auf den Krieg vor. Die Samstag im Namen der Wiener Negierung vom Gesandten Grafen Forgatsch in Belgrad abgegebene Erklärung, daß das am 19. März ablaufend» Handelsprovisorium zwischen Serbien und Oestör- reich-Ungarn infolge der andauernd feindseligen Haltung Serbiens nicht mehr erneuert wird, bildet eine sehr ernste Mahnung an Serbien, nun doch endlich einzulenken. Und welche Wirkitng hat diese Erklärung in Belgrad gehabt? Nur die, daß Serbien darin eine — neue „Provokation" Zeppelin, sein Neffe, Graf Zeppelin junior, Ober» Ingenieur Dürr, Ingenieur Stahl, die Lustschiffkapitäne Hacke« und Lau. Major Sperling, Hauptniann v. Jena, sowie bie Monteure Labourda und Kast.
Friedrichshafen, 9. März. Beim zweiten Aufstieg fuhr das Luflschiff bis nach Hemishofen und von da in gleichem Tempo mit dem unten vorüberfahrenden Zug- zurück nach Friedrichshafen, wo es sich um 12 Uhr 50 Minin die Halle niederließ. Um */«3 Uhr findet nochmals ein Ausstieg statt.
Friedrichshafen, 9. März. Das Luftschiff hat soeben 2 Uhr 20 Min die Halle verlaffen. Die Fahrt dauert vor. aussichtlich bis 4 Uhr. An dem Aufstieg nimmt Gräf Zeppelin nickt teil; er will zum erstenmal sein Luftschiff von unten fliegen sehen.
Friedr'chshafen, 9. März. Nachdem das Luftschiff um 2 Uhr 20 Min. zum brittenmale heute aufgestiegen war, nahm es seinen Weg nach Konstanz und von da dem Schweizer Ufer entlang zurück nach Friedrichshafen, wo es um 4 Uhr eintraf, ohne jedoch zu landen. Darauf flog es nach Langenargen und manöverierte sodann um 4 Uhr 20 Min. über Lindau. Graf Zeppelin verfolgte eine Zeitlang das Lustschiff mit seinem Motorboot „Württemberg".
Friedrichshafen, 9. März. Um 5 Uhr 10 Min. landete das Luftschiff wohlbehalten in Manzell. Um •/*5 Uhr hatte es, von Rorschach tommend, in 50 Meter Höhe Friedrichshafen passiert.
Albumblätter.
Die Herzen, die sich am leichtesten geben, nehmen sich am raschesten zurück.
Nur seine Zeit will jedes Ding, Im Dunkel oder Sonnenschein Reift einen Sommer lang der Wein, Tut's über Nacht ein Pfifferling.
Z. G. Fischer.