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Schlimmer Attsfall einer Weite. Der fforb« wacher Hermann Sckardt au8 Mickelcm ber Lichtenfels in Oberfranken, der aewettet hatte, nur mit Sandalen, Knic- Hosen und Trikot bekleidet, zu Fuß nach Berlin übkr Kronach, Daalfeld, Halle und Bitterfeld-Wittenberg ^t geben, ist mit erfrorenen Gliedern znrückgekehrt, nachdem er nur den vierten Teil der Strecke zurückgelegt hatte.
Schwere Unfälle beim Rodeln. Auf der Rodelbahn bei Ebenbausen im Isartal bei Münzen haben vorgestern fünf Personen schwere Unfälle, meist Gliederzerschmetterungen, infolge des äußerst schlechten Zustandes der Bahn erlitten.
Ein zu Tode geprüftelter Raubmörder. Aus Stuhlweißenburg (Ungarn) wird gemeldet: Auf dem hiesigen Bahnhofspostamt erschien vorgestern früh ein maskiertes Individuum" und zwang das dort mit der Expedition von Geldbritfen beschäftigte Personal mittels vorgehaltenen Revolvers, ihm die Geldbriefe, enthaltend 58 000 Ki onen, zu übergeben. Der Räuber tötete sodann einen Postbeamten durch einen Revolverschuß und verwundete einen Diener. Zwei Postbedienstete packten hierauf den Räuber, entrissen ihm den Revolver und schlugen so lange auf ihn ein, bis er seinen Geist aufgab. Die Polizei konstatierte, daß der Räuber mit dem Diener der Dtuhlweißenburger Korrektions- vnstalt Stefan Korn identisch ist.
Todesfiurz eines Nachtwandlers Der mondsüchtige 20jâhrige Gymnasiast Alfred Brand in Graz stieg in der Nacht zum Sonntag aus dem Fenster auf den Blitzableiter und stürzte vom 4. Stock herab aufs Pflaster. Dem Unglücklichen wurde der Schädel zerschmettert.
Ein frecher Ernbruchsdiebstaht wurde in dem Harztchen Juweliergeschäft am Karlsplatzrondell in München verübt. Dort schlug früh morgens gegen 5 Uhr ein Bursche mit einem in ein Tuch gewickelten Stein eines der großen AuSlagefenstrr ein und raubte einen mit Ketten behängten Ständer. Einem Schutzmann, der ihn vergebens verfolgte, warf er nacheinander vier Ketten zu.
Kunst und Leben.
Naturgewalien und Menschengeschlecht betitelt Pch eine Betrachtung, die Dr. Oskar Bulle anläßlich des Erdbebens in Sizilien und Calabrien in der Beilage der „W7. N. N." veröffentlicht. Es heißt da u. a.: Weder Städte noch Völkerschaften können durch Naturereignisse, mögen diese auch mit der Wirkung riesiger Katastrophen auf» treten, von Grund aus vernicklet werden. Wie im Ameisenhaufen, der durch einen brutalen Eingriff gestört wird, überflutet auch bei menschlichen Ansiedlungen, die infolge ihrer Lage und Anlage von Anfang an ihr Geeignetsein zu Bevölkerungsmittelpunkten erwiesen haben, rasch rin neue# Leben, das nur für einen Augenblick gestört. Von einer großen Störung, nicht von Zerstörung müßte man infolgedessen bei allen solchen Katastrophen, dir über Städte, Ortschaften und Landschaften Hereinbrechen, reden. Hunderte von Beispielen aus der Geschichte beweisen unS das; auf das besonders beredte aus neuester Zeit, auf San Franzisko, brauchen wir dabei gar nicht erst hinzuweisen. So hilflos und ohnmäcktig auch das Menschengeschlecht im elften Augenblick dem Hereinbrecken zerstörender elementarer Ereignisse eutgegensteht, so leicht wird es stets ihrer Folgen wieder Herr, wenn die erste Entmutigung, die aus dem Schrecken geboren ist, überwunden ist. Und wie rasch wird der Schrecken und auch die Entmutigung doch im allgemeinen überwunden 1 Fürwahr, der Mensch als Kollektivbegriff ist von einer Zähigkeit und Elastizität, die erstaunlich sind. Man findet oft bei Beobachtungen von Insekten, daß diese die ihnen immer wieder in den Weg gelegten Hinderniffe mit einer für den Zuschauer fast belustigend wirkenden Zähigkeit und Halsstarrigkeit zu überwinden suchen; daß sie
«M^II______ __________LÜBS vergessen, und zehnmal beteuerte Mattheus, daß er diesmal seinem alten Laster der Vergeßlichkeit kein neues Opfer bringen, sondern den Brief sicher abliesern würde.
Als er an der Haustür des Kreistierarztes schellte, öffnete ihm Hans Feldhaus. Mattheus dachte nun auch wirklich an den Brief, den er im Futter seines Sonntagsrockes geborgen hatte, aber — MattheuS dachte und Hans Feldhaus lachte. „Also, Namensvetter des Evangelisten, dies ist der Hase, dessen liebliche Interna dem kreistierärztlichen Mikroskop überliefert werden sollen. Gewiß, wird gemacht, der Hase wird fach- und standesgemäß untersucht werden, und in drei Tagen hat Ihr gutsherrlicher Gebieter den Sektions- Befund. Bestellen Sie ihm das. Wie gehts zu Hause? Rauchen Sie Zigaretten? Nein? Das ist recht. Ihr Namensahnherr Mattheus rauchte sicher auch nicht. Aber dem Herrn Oberamtmann gehts gut? Und dem gnädigen Fräulein? Grüßen Sie alle von mir, auch Ihre Kinder und Enkelkinder. Die haben Sie nicht? Dann sind Sie wenigstens vor einem Unglück bewahrt geblieben. Im übrigen lassen Sie sichs gilt gehen, grüßen Sie die heimischen Penaten, bestellet Sie alles und schweben Sie wieder auf Ihren Zephyrsohlen davon?' Damit machte er die Türe zu und ließ den total verblüfften Mattheus stehen. Der besah sich zunächst seine vermeintlichen „Kä'ersohlen", die an ihrer dünnsten Stelle mindestens drei Centimeter dick waren, begriff diesen Ausdruck darum durchaus nicht und faßte schließlich das Resultat einer längeren lleberlegung dahin zusammen, daß er mit seinem breiten Zeigefinger unmißverständlich an die Stirne tippte. Der da war sicher einer von den Verrückten. So was war ihm noch nicht passiert. Natilrlidi dachte er nach diesein seltsamen Auftritt nicht mehr an den Brief und berichtete daheim, es sei alles in Ordnung. Das heißt, bei einem war nicht alles in Ordnung . . . Doch das sagte er nur scheu zu seiner Frau.
Ein paar Tage vergingen, da erhielt der Oberamtmann folgenden Brief:
„Mein sehr verehrter Freundt Der feiste Hase, den Sie mir vor einigen Tagen schickten, bildete heute mein Sonntagsgericht. Im Namen meines Neffen, sowie besonders aus eignem Herzensdrang danke ich Ihnen auf6 Ergebenste für diese Dedikation. Vielleicht sind Sie nicht abgeneigt, am nächsten Sonntag mit mir einen Kapaun zu essen ? Für einen dritten Mann rum Skat sowie für ein vaar Flaschen Nüdes-
I dabei eher die Geduld des mutwilligen Sio' -nstieds ermüden, ■ ebe sie die eigene verliere». Auch das Men'chei'gt'ckleckn verhält il* sp den Hinzer De» gegenüber, die gewalllae Namrcrci-m 0? auf feinen Weg schleudern. Und was das ka»deri'arste bas< i ist: cs lernt, in einem fast unglaublichen Leichtsinn, nicht emmal die Fu dit, die solche Ereignisse ihm doch eic>e lisch für die Znkunsi kinflößen müßten. Alles Mögliche lernt es, nur nicht die Furcht! Wie lange wird cP dauern, und die zerstörten Städte und Octschaslen an ; der Meerenge von Messina und an der calabrischen Küste ' sind wieder aufgebaut, die abgeschwemmtru Ländereien wieder : urbar gemacht, die Orangenbaine wieder angkvffanzt, der I ganze, schöne Garten, der die Bergabbänge und Gestade bc» I deckte, wieder zu feiner alten Blüte hergestellt — und doch müßte sich die Bevölkerung, wenn sie einigermaßen nachdenklich wäre, sagen, daß die gleiche Katastrophe sich im Ablauf von einigen Jahren oder auch von Jahrzehnten und Jahrhunderten mit der größten Wahrscheinlichkei. wiederholen wird, daß der gefesselte Titane auf dem Grunde des Aeoliscken Meeres über kurz ober lang dock wieder in feine verderblichen Zuckungen verfallen und irgend ein Stück der aufs neue erstehenden Kultur zertrümmern muß. Wird durch solche Erwägungen sich die Bevölkerung auch nur einer Ortschaft an den so schwer und so häufig heimgesuchten Abhängen des Aspromonte ober auch nur einer der zerstörten Städte an den gefährlichen Gestaden der Meerenge veranlaßt fühlen, die heimische Scholle zu verlassen und sich auf einem größere Sicherheit versprechenden Boden anzusiedeln ? Es ist nicht wahrscheinlich: der Mensch als .Kollektivbegriff kennt feine solche Furcht; er ist leichtsinnig, wagemutig, er schaut der Zukunft stets hoffnungsreich entgegen, er glaubt nicht an eine Wiederholung des Schrecklichen. Und mit dieser Sorglosigkeit den unabwendbaren Naturereignissen gegenüber verbindet er das starke Beharrungsvermögen, das ihn selbst an eine stet# bedrohte Scholle mit ehernen Klammern fesselt.
VerlosttNflen. (Ohne Gew.)
Meiningen, 2. Jan. Serienziehung der 7 Gulden- Lose von 1870. Gezogene Serien: 104 169 310 817 446 467 519 563 748 801 963 1018 1095 1269 1422 1511 1599 1624 1638 1740 1835 2085 2172 2181 2196 2270 2673 2920 2983 3107 3236 3381 3405 3471 3541 3682 3693 3811 3843 4058 4062 4370 4389 4448 4466 4725 4917 5221 5421 5427 5567 5664 5687 5762 5836 5924 6042 6125 6133 6470 6587 6660 6755 6773 6816 6920 6964 6997 7003 7012 7084 7304 7318 7323 7851 7361 7492 7531 7703 7791 7860 7995 8006 8045 8239 8483
8529 8577 8588 8709 8723 8968 9022 9072 9139 9142
9179 9238 9247 9297 9382 9687 9834 9836.
Hamburg, 2. Jan. Serienziehung der Hamburgiscken 3prozentiqen Prämienanleihe von 1866. Gezogene Serien: 12 14 112 145'147 151 189 223 237 282 306 328 354 356 376 437 543 563 573 627 811 916 932 934 965 997 1008 1020 1102 1111 1148 1174 1201 1207 1227 1291 1337 1384 1428 1468 1470 1503 1585 1609 1647 1665 1666 1681 1699 1838 1840 1847 1928 1976 1994 2003 2069 2076 2175 2260 2356 2486 2490 2511 2523 2531 2542 2582 2584 2598 2600 2611 2613 2704 2759 2771 2853 2873 2925 2969 3052 3131 3140 3172 3173 3212 3246 3264 3307 3314 3325 3345 3357 3387 3494 3527 3543 3796 8829 3887 3896 3933.
Credit fyoueker Cgyptien. Ziehung vom 15. Dezember 1908. Obligationen von 1886. Hcniptpreise: Nr. 60569 zu 50 000 Frcs. Nr. 13628 29344 51416 55799 65078 113381 114212 152822 185753 189904 209479 221215 233991 237038 238394 241218 266525 270925 278054 292447 304911 309451 356461 365938 374321 je 1000 Frcs. — Obligationen von 1903. Nr. 584420 zu 50 000 Fres. Nr. 414908 429837 440816
Heimer ist Sorge getragen. Also auf Wiedersehen. Gestatten Sie bis dahin noch einmal den Attsdruck deS herzlichsten Dankes Ihrem Sie und Fräulein Else bestens grüßenden Werner, Kreistierarzt."
Der Oberamtmann wurde leichenblaß. Der Brief war gestern geschrieben — heute mußte daS Gift seine Wirkung tun! — ,
Mattheus war auf dem Feld und konnte nicht zur Rede gestellt werden. DaS hatte nun auch nichts genützt. Der Oberamtmann ließ anspannen und suhc wie ein Rasender nach der Stadt.
Der Kreistierarzt kam ihm Betrübt entgegen: Denken Sie, eben heute trifft für meinen Neffen der offizielle StaatS- auftrag ein, der ihn zum berühmten Mann machen muß — der Minister nennt ihn ein hervorragendes Talent — und nun . . ." '
„Und nun?" fragte der Gutsherr, am ganzen Körper gitternd.
„Er liegt an wahnsinnigen Magenkrämpfen darnieder, mit hohem Fieber. Der Arzt ist gerade da."
„O mein Gott, mein Gott, ich Mörder i" schrie der Oberamtmann auf.
Der Tierarzt begriff nicht.
„Der Hase war ja vergiftet, der Matth . . ., führen Sie mich zu ihm — o Gott---!"
Zum Mück dachte Werner in seinem Schrecken und in seiner Aufgeregtheit zunächst nicht daran, daß er selbst aud) von dem Hasesi, und sogar sehr viel, gegessen hatte. Als er sich selbst bann vom Arzt untersuchen ließ, waren absolut keine Vergiflungssymptome an ihm zu entdecken.
Zunächst aber dachte alles nur an Hans Feldhaus. Er hatte gerade eine Morphiumeinspritzung bekommen und war danach ruhiger geworden.
Der erschütterte Oberamtmann wich nicht aus dem Hause. Was er in diesen Stunden durchmachte, konnte er selbst in spateren Jahren nur mit Grauen erzählen.
Ain dlbend war Hans wieder bei Sinnen, das Fieber legte sich, und die unmittelbare Gefahr schien beseitigt. Man machte mit dem Arzt vorläufiges Stillschweigen aus.
Ani nächsten Tag Ivar der Patient zwar noch matt und blaß, aber guter Dinge. Der miedergekommene Oberamt- manu aestand ihm den 3ufammenbana und war bereit alles
442090 444142 459497 467793 480190 486566 489613
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Wer Viel hustet lebt nicht lange. Deshalb befreie man sich so schnell als möglich von jedem Justen, denn er kann leicht gefährlich werden und ein früher Tod ist oft genug schon die Folge eines vernachlässigten bösen Hustens gewesen. So mancher Hütte aller Wahrscheinlichkeit nach länger gelebt, wenn er rechtzeitig die glänzend bewährten Reichel's Husien-- tropfen, Marke „Medlco'", gebraucht hätte, deren Wirksamkeit bei Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Halsleiden, Katarrhen, Asthma unb jedweden Erkrankungen der Luftwege sicher erprobt ist. Dieselben sind in Flaschen zu 50 Pig. in vielen Drogerien erhältlich und nur dann echt, wenn mit Marke „Medico" verschlossen. Wo nicht, direkt durch Otto Reichel. Berlin SO., Eisenbahnstr. 4.
zu tun, was sein Gewissen, denn er suhlte sich als den eigentlichen Urheber, erleichtern sonnte. ' .
„Lieber Herr Feldhaus, Sie haben einen Menschen oo. sich, der an Ihnen fast zum M ... — ach, können Sie vor. zeihen? Was kann, was darf ich für Sie tun?"
Der Maler lächelte.
„Tun nichts, höchstens dem zustimmen, was ich tun will."
„Und das ist?"
„Ihre Tochter heiraten und glücklich machen?'
Nach Jahren, als der Maler Hans Feldhaus längst glücklicher Gatte und Vater und ein berühmter Mann und Professor war, und der Oderamtmann just fein blondes Enkelkind auf den Knien schaukelte, kam das Gespräch wieder auf Hans' damalige Vergiftung.
„Das war eigentlich Deine Schuld, Professor, warum hast Du den guten alten Mattheus durch Deine rhetorischen Tiraden auch so verwirrt gemacht? Ich kann und konnte dem Mann keine Schuld geben."
„Selig sind die Blinden — Älter Herr, bist Du denn Nic auf die Idee gekommen, daß der Witz beabsichtigt war?"
„Ich verstehe Dich nicht."
„Also lüften wir den düsteren Vorhang. Ich wußte damit dem Hasen und manövrierte zu dem Zweck ebenso, daß der selige Mattheus starr wurde und den Brief vergaß. Den Hasen vergrub ich und kaufte einen neuen? ©egreifh Du nun?"
„Aber Deine Vergiftung?"
„Ich habe Obst gegessen und dazu Essig getrunken. Das wirkt bei mir immer. Diesmal war's ein bischen viel, ober ich erreichte doch, was ich wollte. Ja, ja, treue Schwieger-- vaterseele, Deine Zustimmung ist wahrhaft mit Schmerzen erkan't."
Nach längerer Zeit erholte sich der Oberamtmann von seiner Entsetztheit.
„Also der Hase, den Ihr gegessen habt, war nicht der richtige, sondern ein falscher?"
„Sehr richtig!"
„Weiß der Teufel, Professor, so ein Stück falscher Haje