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Mist 11 Ilr. 232 des Imigm"

Montag den 4. Oltober 1909

Hus Hanau Stadt und Eand.

Panait, 4. Oktober.

* Schiffsliste für billige Briefe nach den Bereinigten Staaten von Amerika (10 Pfg. für je 20 g):

,Kaiser Wilhelm der Große" Deutschland"

,Prinz Friedrich Wilhelm" Kaiser Wilhelm JI." ,Cincinnati" .Kronprinz Wilhelm" .Amerika" .Kronprinzessin Cecilie" .George Washington"

fr

ff

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ab Bremen

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Hamburg Bremen Bremen

2.

7.

9.

12.

Hamburg 14.

Bremen 19.

Hamburg 21.

Bremen 26.

Bremen 2.

Oktbr.

fr fr

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ff

Novbr.

EesellschaftLustige Brüder": Klubabend bei Heinrich Vowinkel.

Kolonieverein Kesselstadt: Abends 9 Uhr: Generalversammlung in der Rosenau".

Bersteigerungs- re. Kalender

für Dienstag d en 5. Oftober.

Nachmittags 2 Uhr sollen im Auktionslokale,, Hahnenstraße Nr. 3, eine große Partie Mobiliar- und andere Gegenstände durch den beeid. Taxator und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer meistbietend gegen Barzah- lnng versteigert werden.

Alle diese Schiffe, außerCleveland" undCin­cinnati". sind Schnelldampfer oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Abgang die schnellste Beförderungs­gelegenheit bieten. Es empfiehlt sich, die Briefe mit einem Leitvermerk wiedirekter Weg" oderüber Bremen oder Hamburg" zu versehen. Die Portoermäßigung erstreckt sich nur auf Briefe, nicht auch auf Postkarten. Drucksachen usw. und gilt nur für Briefe nach den Bereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B. Canada.

Für Errichtung eines Ausfichtsturmes am dem Buchberge bei Langenselbold gingen ein

Lehrer T (Ungenannt), Großanheim . 1. Mk.

Wilh.Schmtzrr, Schlossermeister, Hanau 1.

E. H.Gundhelm" . 1

Nun nichts weiter" . . . 1.

Voriger Betrag . - . . . . 3486.

Zusammen bis setzt 3490. Mk.

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die

Redaktion desHanauer Anzeigers".

, * Frankfurt . a. M.-Süd. , Nachdem bereits mit dem 1. Mai d. Js. d i e amtliche Bezeichnung des Bahnhofs und der Güterabfertigung an der Hauptbahn des linksmainischen Stadtteils Sachsenhausen aus Zweck­mäßigkeitsgründen in Frankfurt a. M.-Süd geändert worden ist, hat inzwischen auch die Reichspostverwaltung, und zwar vom 15. August d. Js. ab die amtliche BezeichnungFrank- furr (Main) Süd" für den Südstadtteil zur Einführung ge­bracht. Die post dienstliche Bezeichnung für Sendungen ist also nunmehrFrankfurt (Main) Süd". Um unliebsame Fchlleitungen oder Verzögerungen sowohl bei Frachtgut­sendungen, wie auch im Postverkehr tunlichst zu vermeiden, empfiehlt es sich, für alle Versender nunmehr ausschließlich die neuen amtlichen Bezeichnungen bei Bahn- und Post­sendungen zur Anwendung zu bringen.

Vereins- tu VerMügmtgsnach richten

für Montag den 4. Oktober.

Kirchenchor der Ivhauniskirche: Abends 8 Uhr: Probe im Uebungssälchen der Kirche.

Ausschuß für Volksvorlesungen: Abeuds 8 V» Uhr im Stadttheater: Licht- bilder-Nortrag.

Turn- u. Fechtklub: 67'/»': Frauen-, 81/«10: Jugendabteilung. Tvang. Männer- und Jünglingsverein: Gesang (Ev. VereinShaus.) Stcnographen-Verein Stolze-Schrey: Abends von 8 Uhr ab: Uebungs- abend im Restaurantzur großen Krone".

Brieftauben-Klub: Versammlung in der Brauerei Orschler.

GesellschaftHeiterer Bund": Vereinsabend imEr. Kurfürsten".

VereinHessischer Bund": Versammlung imHessischen Hof".

Familien-Marken-KonsumvereinEinigkeit": Abends 810 Uhr: Marken­auflage und Annahme neuer Mitglieder (VereinshausConcordia").

Zimmerstutzen-Klubzum Kaiser Friedrich": Abends von 911 Uhr: Schießen.

Dramatischer VereinSchiller": Abends von/»910 Uhr: Leseprobe im VereinslokalStadt Bremen".

Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz: Abends 9 Uhr in der Brauerei Kaiser.

Freiwillige Feuerwehr, 4. Komp., Zusammenkunft imSchützenhof", 5. Komp. Zusammenkunft bei Ulsamer.

Brandwache u. Rettungskorps: Zusammenkunft L d.Brauerei Kaiser". Verein der Briefmarkensammler: Zusammenkunft imRestaurant Mohr". VereinUnner uns": Zusammenkunftzu den vier Jahreszeiten".

Erste Hana ler Karnevalgesellschaft: Vereinsabend imDeutschen Haus"

Hus Dab und fern.

? Cassel, 3. Oktbr. Der Eisenbahnkonsum­verein in Bebra beabsichtigte in dem diesem Ort be­nachbarten Weiterode eine Filiale zu errichten. Daraufhin hat die Handelskammer für den Regierungs­bezirk Cassel ein Gesuch an die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. eingereicht, in dem die Direkton gebeten wurde, dem Vorstand des Eisenbahnkonsumvereins Bebra zu empfehlen, daß er von der Errichtung dieser Filiale Abstand nehme. Die Frankfurter Direktion hat denn auch nunmehr dem Verein ein dementsprechendes Schreiben zugehen lassen. Wegen gefährlicher Körperverletzung hatte sich vor der hiesigen Strafkammer der 17 jährige Zwangssträfling Gustav Müller aus Wiesbaden zu verantworten. M. war aus der Zwangserziehungsanstalt Rengshausen entwichen und schließlich in der Nähe von Mainz erwischt worden. Durch den Polizeisergeanten Weil aus Mainz sollte er wieder nach der Anstalt zurückgebracht werden. Auf dem Wege von Rotenburg a. d. F. nach Rengshausen zog der Bursche jedoch hinterrücks ein scharfes Messer aus dem Stiefel und stach damit auf den Polizeibeamten ein, der schwer an der Lunge verwundet zu Boden sank. Landleute nahmen Müller schließ­lich fest. Nach langem Siechtum genas der Beamte wieder. M. erhielt für seine Freveltat schließlich drei Jahre Ge­fängnis.

? Cassel, 3. Oktbr. Vom 8. bis 10. d. Mts. findet hier die 11. Hauptversammlung des Vereins zur Förderung des lateinischen Schulwesens statt. Der Verein blickt jetzt auf ein neunjähriges Bestehen zurück. Er hat sich unter der Leitung seines Begründers, des Gelehrten und Schulmannes Direktor Holzmüller, sowie unter derjenigen des jetzigen Vorsitzenden, des Direktors und Landtagsabgeordneten Hintz- mann-EIberfeld große Verdienste um die Neuregelung des höheren Schulwesens in Preußen erworben.

Gießen, 1. Oktbr. Eine gründliche Revision der Stadt­kasse ergab verschiedene Unregelmäßigkeiten. Die Stadt als solche hat keinen Nachteil erlitten. Der Stadtrechner kam um seine Entlassung ein, die die Stadtverordneten gestern annahmen. Der entlassene Beamte war 30 Jahre im Dienst der Stadt. Als gestern vormittag ein Monteur in einer leerstehenden Wohnung in der Roonstraße die Gaslampen

anbringen wollte, entstand auf unaufgeklärte Weise eine Gas­explosion. Der Monteur kam mit dem Schrecken davon und andere Personen befanden sich zum Glück momentan nicht in den Zimmern, jedoch wurden die Zimmerdecken in drei Räumen vollständig heruntergerissen und ein nicht unerheb­licher Schaden verursacht.

Aus btr Welt der Technik.

Die netten benzolelektrischen Triebwagen der preußischen Eisenb ahnd erwattnng.

Die preußische Eisenbahnverivaltung ist gegenwärtig im Begriff, für den Nachbarortsverkehr an vielen Stellen ihre» umfangreichen Bahnnetzes Triebwagenbetrieb einzuführen. Diese Betriebsart bietet wirtschaftliche Vorteile gegenüber der mittels Dampflokomotiven gewöhnlicher Bauart in allen den Fällen, wo eine nur geringe Zahl von Fahrgästen, höchsten» etwa 100 Personen, mit einer Reisegeschwindigkeit von rund 30 km-Std. zu befördern ist. Eine einfache Rechnung dürfte dies näher erläutern: 100 Personen lassen sich, nur in. und IV. Wagenzlaffe vorausgesetzt, in zwei zweiachsigen Wagen oder einem großen vierachsigen Wagen von einem Leergewicht von etwa 26 t unterbringen.

Bislang haben sich drei Hauptgattungen von Triebwagen eingeführt. Zunächst ist der Dampftriebwagen in vielerlei Verbesserungen zur Verwendung gelangt. Mit ihm trat bald der Sammlerwagen in Wettbewerb, der besonders im Bereich der preußischen StaatSeisenbahnverwaltung eine große Bedeutung «klangt hat. Zurzeit ist die stattliche Anzahl von 57, je 100 Fahrgäste fassenden Sammlerwagen fertiggestellt und teilweise dem Betriebe übergeben. Eine weitere Anzahl gleichartiger Wagen befindet sich im Bau. Seit einer Reihe von Jahren ist noch eine dritte Triebwagenart auf dem Plan erschienen, der Triebwagen mit Verbrennungsmotor, der durch die außerordentliche Entwicklung dieser Motore ein« große Bedeutung gewonnen hat. Die Verwendung von Verbrennungsmotoren bietet gegenüber den beiden zuerst ge­nannten Bauarten nicht unwesentliche Vorteile. Der Fort­fall des Anheizens, des Kohlenladens und des Rostreinigens ge­staltet den ganzen Betrieb sauberer als bei den Dampftrieb­wagen und gestattet eine wesentliche Abkürzung de» Vor- bereitungs- und Abschlußdienstes für da» Führerpersonal. Da ferner das Gewicht des zum Antrieb deS Triebwagen» mit Verbrennungsmotor benutzten Brennstoffes viel geringer ist als das Gewicht der für gleiche Fahrleistung eines DampftriebwagenS verbrauchten Betriebsstoffe, Kohle und Wasser, so kann ein solcher Triebwagen viel längere Strecken ohne neue Brennstoffaufnahme zurücklegen. Dieser Vorteil tritt noch viel mehr gegenüber den Akkumulatorenwagen in die Erscheinung, die, in steter Abhängigkeit von ihrer Lade­station, nur verhältnismäßig flirte Strecken durchfahren können, ganz abgesehen davon, daß die Kosten für eine solche Ladestation, zumal in solchen Gegenden, wo eine besondere Stromerzeugungsanlage errichtet werden muß, natürlich einen sehr ungünstigen Einfluß auf die Be­triebskosten des Triebwagenverkehrs auSüben. Dieser Vor­teil ist eS, der den Triebwagen mit Verbrennungsmotor ganz besonders für solche Gegenden geeignet macht, die Neben- bahnstrecken von großer Länge und geringem Verkehr besitzen, wo also große Strecken mit langen Stationsentfenmngen durchfahren werden müssen. Erst da werden die Vorteile dieser Triebwagenart voll zur Geltung kommen.

Bei den gewöhnlichen Automobilen überträgt man nun

Wenn!

Skizze nach dem Englischen von Sophie Spiegel.

(Nachdruck verboten.)

Kurt Alsberg folgte dem Gepäckträger in das Coupv, faltete seinen Uèberzieher zusammen und lehnte sich behag­lich in seine Ecke am Fenster. Er wollte lesen, doch gelang es ihm nicht, seine Aufmerksamkeit auf den Leitartikel der Zeitung in seinen Händen zu konzentrieren, denn sein Gegen­über störte ihn.

Es war ein junges, blasseS Mädchen, das zu schlafen schien. Die dunklen Wimpern lagen fest auf den bleichen Wangen, um die Mundwinkel lagerte ein schmerzlicher Zug. Wo hatte er das Gesicht schon gesehen? Es kam ihm fremd und doch seltsam bekannt vor. Das Buch, daS ihren Fingern entglitten war, ruhte in ihrem Schoß, nun begann es sachte abwärts zu gleiten.

Die langsame Prozedur ärgerte Kurt. Wenn der Band nur schneller reisen wollte, damit die drohende Katastrophe endlich eintrat, und er sich seiner eigenen Lektüre zu wenden konnte 1

Jetzt traf das Erwartete ein. Erschreckt von dem lauten Geräusch, richtete sich die Schlummernde auf, und ein Paar große, braune Augen blickten direkt in die blauen des jungen Mannes. Einige Sekunden starrten sich die beiden Reisen­den ungewiß an, dann rief das Mädchen über und über er­rötend :

»Kurt, bist Du es wirklich, ist es nicht Dein Geist?"

Ganz gewiß nicht, Ruth", erwiderte er lebhaft.Nein, daß ich Dich nicht gleich erkannt habe 1 Wie lange ist's her, daß wir uns nicht gesehen haben? Mindestens fünf sechs Jahre!"

Sprich nicht von Jahren: waS bringt Dich hier in diese Gegend?"

Ich fahre^über Sonntag nach Heringsdorf".

Kurt hielt es nicht für nötig, der Jugendfreundin mitzu- teilen, daß er sich einzig zu dem Zweck nach dem Seebad begab, um einer jungen Dame, mit der er schon ziemlich

lange geflirtet hatte, eine gewisse Frage vorzulegen. Nachher war er doppelt froh, daß er sich in keine näheren Einzel- heilen eingelaffen.

Erinnerst Du Dich", fragte Ruth,an unsere Kinder­spiele zu Hause im Rosengarten?"

Und ob", erwiderte er lächelnd.Auf Händen und Füßen kroch ich durch den Zaun, der Euer Grundstück von dem unseren trennte, um mit Dir zusammen zu sein. Wie hieß doch dies närrische Spiel, dem wir damals mit Leiden­schaft fröhntenP"

Wenn", nannten wir es,Wenn!"

Aber natürlich. Du saßest auf der Bank neben den Bienenkörben, den Schoß voll weißer und roter Rosen, und ich lagerte im Grase neben Dir. Wie fing es nur an, warte, ich hab's. Also :Wenn jetzt ein Seeräuber käme und Dich forttrüge"

In einem großen Schiff mit weißen Segeln"

Und einer Piratenbande an Bord"

Und Säcken voll Gold"

Ja, voll Gold. Ich würde Dir folgen"

Würdest Du das, Kurt?"

Selbstverständlich", entgegnete er im Eifer des Spiels, und hörte nicht, daß Ruth Stimme bebte.Wenn also dieser Zug das Schiff wäre"

Und wir segelten dahin dahin"

In ein fernes, fremdes Land, und der Räuber wartete am Landungskai"

Das junge Mädchen warf einen beinahe angstvollen Blick über die Schulter, ehe es den Satz fortführte:

Um mich zu fassen und in seine Höhle zu schleppen. Ja, weiter, weiter, ich kann ihn deutlich sehen."

Dann zöge ich mein Schwert und schlüge ihn nieder, und sagte zu Dir:Schönes Kind, sei mein, komm in meine Arme, ich liebe Dich."

O, Kurt das sagtest Du später nicht als ich als ich ich wunderte mich oft darüber", stammelte sie, ab- wechsend errötend und erblassend.

Der Pirat kam ja nicht, und Du brauchtest mich nicht, Ruth' Wenn er allerdings erschienen wäre"

Ich fürcht« ich habe allen Grund anzunehmen, daß

er mich an der Station erwartet. Er ist ein reicher Räuber, mit Säcken voller Gold und meine Familie wünscht und verlangt eS".

Ich steche ihn nieder mit meinem Schwert meinem Regenschirm wenn Du es wünschest."

Nein, es ist wohl zu spät dazu, er wird mich wohl er­beuten, aber aber wenn im letzten Augenblick"

Heringsdorf alles aussteigen", rief die laute Stimme des Schaffners.

Kurt beugte sich vor.

Laß mich Deine Tasche nehmen. Bist Du sicher"

Da draußen steht er, vor dem Gitter." ,

Doch nicht Kahlbeck? Ruth, um alles in der Welt, doch nicht Kahlbeck?"

Ja, Kahlbeck, der Seeräuber"

Ruth wenn ich o Ruth, laß mich Dich retten , flüsterte er leidenschaftlich und legte den Arm um sie.

Kurt, meinst Du es in Wirklichkeit?" fragte siezitternd und klammerte sich wie hilfesuchend an ihn. ,

Ja, Du Liebe, Süße, Einzige. Ruth, einWort, ein einziges. Darf ich Dich retten für setzt - sur immer - für alle Zukunst? Ich wollte es ja schon immer tun.

O tu cs, tu' es, tu' es", jubelte sie mit erglühendem Gesicht und Freudentränen in den Augen.

Albninblätter.

Wollt« man jemand glücklich machen, ohne sein Zutun, wäre das Torheit, beim da», was die eigene Arbeit zu fei­nem Glücke an dem Menschen tut, ist der wahre Gewinn.

* Otto Ludwig.

Harmonie ist nicht Gleichsetzung, sondern gehörige« Ver« hâltnis. Das Niedere muß dienen, da« Höhere herrschen, So muß die Vernunft der Phantasie gebieten, nicht brid« dürfen gleiches Recht genießen. Feuchterslrben.

*

Die Freude an unserem Alltag ist unsere» Lebensglücke» Hauptelemmt. Georg v. Oertzm.