gelte
können, da Schlesien sein Angebot eingeschränkt hat und sich die Möglichkeit zur Anifuhr zeigt. Braugerste gab im Preise nach, ohne daß sich ein befriegenbei Geschäft entwickeln konnte. Futtergerste verstaute infolge großer russischer Offerten. Für Mais herrscht nur geringer Begehr im Zusammenhang mit der eingetretenen Verbilligung des Hafers, die Vorräte haben eine beträchtliche Vermehrung erfahren. Am letzten Tage der BerichtSwoche stellten sich die Preise für September wie folgt: Weizen 212,25 Mk., Roggen 172,75 Mk., Hafer 158,50 Mk., Mais 148,50 Mk.
Preise des städtischen Schlachtvieh-Marktes. I. Ochsen: a) vollsteischige, ausgeinästete höchsten Schlacht- wertes, höchstens 6 Jahre alt 72 bis 79 Mk., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgeinästete 64 bis 69 Mk., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 56 bis 61 Mk., d) gering genährte jeden Mters 50—54 Mk. IT. Bullen: a) vollsteischige, höchsten Schlachtwertes 65 bis 70 Mk., b) vollsteischige jüngere 61 bis 64 Mk., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 56 bis 59 Mk., d) gering genährte 51 bis 54 Mk. III. Färsen und Kühe: a) vollfleischine, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 65 bis 69 Mk., b) vollsteischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt, 63 bis 64 Mk., c) ältere ausgemästete und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 58 bis 61 Mk., d) mäßig genährte Färsen und Kühe 53 bis 56 Mk., e) gering genährte Färsen und Kühe 48 bis 52 Mk., d) gering genährtes Jungvieh (Fresser) 44 bis 50 Mk. IV. Kälber: a) Doppellender feiner Mast 109 bis — Mk., b) feinste Mast- (Vollmilchmast und beste Saugkälber 78 bis 87 Mk., e) mittlere Mast- und gute Saugkälber 70 bis 76 Mk., d) geringe Saugkälber 59 bis 66 Mk. V. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 79 bis 82 Mk., b) ältere Masthammel 73 bis 78 Mk., c) mäßig genährte Hammel und Schafe (Märzschafe)
64 bis 69 Mk., d) Marschschaft und Niederungsschafe —,— Mk. VI. Schweine: a) Fetisch wein« über 3 Zentner Lebendgewicht 75 bis 76 Mk., b) vollfleischige, der feineren Raffen und deren Kreuzungen über 21/» Zentner Lebend- gtwicht 74 bis 76 Mk., c) vollfleischige der feineren Raffen und deren Kreuzungen bis 21/» Zentner Lebendgewicht 73 bis 76 Mk., d) fleischige 72 bis 75 Mk., e) gering entwickelte 68 bis 72 Mk., f) Sauen 67 bis 70 Mk.
Die starken Wurzel» unserer Kraft.
In der Zeitschrift des „Königlich preußischen statistischen Landesamts'' ist für das 3. und 4. Vierteljahr 1907 die durch Geburten und Sterbefälle bedingte Bewegung der städtischen Bevölkerung, und zwar zunächst nur für die „Stadtkreise", sodann auch für die gesamte, fast die Hälfte der Bevölkerung Preußens bildende „Stadtbevölkerung" zusammengestellt worden. Es lebten danach in den Stadtkreisen etwa 28,75 v. H. sämtlicher Bewohner des Landes, nämlich am 1. Januar 1907 a) im Landespolizeibezirk Berlin 2 733 929 Personen, b) in den übrigen 89 Stadtkreisen 8 170 058 Personen. Während des 2. Halbjahres 1907 wurden in diesen Gebieten lebend geboren a) 33 799, b) 129 059 Kinder, tot geboren a) 1196, b) 3869 Kinder, mithin sind von je 1000 geborenen Kindern a) 34,2, b) 29,1 als tot geboren gemeldet. Es starben aus allen Altersklassen a) 19 801, b) 7( 908 Personen, davon im 1. Lebensjahre a) 5664, b) 25 136 Personen, im Alter von mindestens 70 Jahren a) 2550, b) 8480 Personen, in unbekanntem Alter a) 21, b) 276.
Die auf je 1000 Lebendgeborene errechnete Ziffer der Säuglingssterblichkeit war hiernach a) = 16,7, b) — 19,5, und das höchste Lebensalter von 70 oder mehr Jahren hatten zu a) 12,9 v. H., zu b) 11,8 v. H. aller Gestorbenen erreicht; die Verhältnisziffern waren mithin für Berlin günstiger als für die Gesamtheit der übrigen Stadtkreise.
KanTt and Cebea.
Die angebliche Entdeckung des Nordpols. Ein Kopenhagener Telegramm enthielt die überraschende Nachricht, daß der amerikanische Nordpolforscher Cook den Nordpol erreicht haben soll. Nach der Kopenhagener Meldung hat die Verwaltung der grönländischen Kolonien von dem Inspektorat von Nordgrönland folgendes Telegramm erhalten, das Mittwoch mittag von Lerwick abgesendet worden ist: „Dr. Cook hat am 21. April 1908 den Nordpol erreicht und traf im Mai 1909 von Kap York aus in Uperni- wik (dänische Kolonie an der Westküste Grönlands) ein. Die Bewohner von Kap York bestätigten dies durch den Grönlandfahrer Knut RaSmuffen." Dr. Cook ist augenblicklich an Bord des grönländischen Handelsschiffes „Hans Egede", der Mittwoch vormittag Lrrivik aus den Shetlandsinseln passierte und am Samstag in Kopenhagen erwartet wird. Der Kapitän des Schiffes telegraphierte ebenfalls an das Bureau der grönländischen Verwaltung in Kopenhagen folgendermaßen: „Der amerikanische Reisepassagier Dr. Cook an Bord hat Nordpol erreicht." In Kopenhagen wird angenommen, daß der „Hans Egede", auf dem sich Dr. Cook an Bord befindet, den Ort Lerwick gar nicht angelaufen hat, daß vielmehr die beiden aufsehenerregenden Telegramme, wie dies üblich ist, durch Fischer aus der kleinen Insel Fair Hill zwischen den Shetlands- und Orkneyinseln vom „Hans Egede" unterwegs entgegengenommen und sodann in Lerwik aufgegeben worden sind.' Lerwik liegt ziemlich an der Südspitze der Shetlandsinseln. Die Expedition Dr. Cooks hat eine etwas abenteuerliche Geschichte. Im Sommer 1907 zog der kühne Forscher mit einer verhältnismäßig primitiven Ausrüstung zur Entdeckung des Nordpols aus. Er fuhr mit einem kleinen Schoner nach Grönland, nahm bei Anna- tok, etwa 30 Kilometer nördlich von Etah am Smith- jund, grönländische Westküste, Aufenthalt und machte
TatttSkack
Vergleicht man nach den für „Stadt" und „Land" vorliegenden Angaben die Bevölkerungsbewegung in den „Städten", deren Gesamteinwohnerzahl zu Beginn des JahreS 1907 angeblich 17 400 944 betrug, d. h. 45,88 v. H. der Gesamtbevölkerung des Staates ausmachte, mit den für die nichtstädtische, sogenannte „Landbevölkerung" errechneten Ziffern, so zeigt es sich, daß in beiden Vierteljahren auf dem Lande weit mehr Kinder als in ben Städten lebend geboren wurden, nämlich in den Städten 30,76 und 29,76 pro Tausend der Einwohner, dagegen auf dem Lande 36,49 und 34,63 pro Tausend, obgleich die Eheschließungsziffern auf dem Lande (5,76 und 9,45 pro Tausend) erheblich niedriger waren als in den Städten (7,92 und 11,19 pro Tausend). Die Gesamisterbeziffern für die Stadtbevölkerung (16,74 und 18,15 pro Tausend) weichen nur ganz unerheblich von denen für die Landbevölkerung (16,35 und 17,94 pro Tausend) ab.
Was die Fruchtbarkeitsziffer, d. h. die auf je 1000 weibliche, im Alter von 15 bis 45 Jahren stehende Personen umgerechnete Zahl der Lebendgeborenen in Stadt und Land betrifft, so werden für 1900/01 folgende Fruchtbarkeitsziffern angegeben: in den Großstädten 177,77, in den Mittelstädten 148,29, in den Kleinstädten 148,95, in den Städten überhaupt 135,25, auf dem platten Lande 183,41, im Staate überhaupt 160,67, und vom Jahrfünft 1896/1900 bis zum Jahrfünft 1901/05 ist diese Fruchtbarkeitsziffer gesunken in den Städten von 136,59 bis auf 129,12, auf dem Lande von 183,06 bis auf 178,72, in Stabt und Land von 161,58 bis auf 154,83. Die Fruchtbarkeitsziffer in Berlin hat vom Jahrfünft 1896/1900 bis zu dem von 1901/05 sogar um 8,2 v. H., nämlich von 96,73 bis auf 88,78 sich verringert.
Auch aus dieser statistischen Zusammenstellung ergibt sich, daß das platte Land ein weit stärkerer und bedeutsamerer Faktor der Volkskraft ist als die Stadt und besonders die Großstadt. Bedauerlich und bedenklich ist eS allerdings, daß die Fruchtbarkeitsziffer auch auf dem Lande nicht unerheblich abgenommen hat, wenn auch diese Abnahme verhältnismäßig weit geringer ist als in den Städten.
Hus aller Mett.
Ein raffinierter Schwindel. Vom Landgericht Osnabrück sind am 6. April der Landwirt B. und der Knecht K. wegen Urkundenfälschung zu 5 Monaten bezw. 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden. B. hatte eine Anzahl Bullen und Kühe zum Preise von 30 Mark für den Zentner an den Viehhändler W. verkauft; die Abnahme sollte erst später erfolgen, wenn Futternot eintreten würde. Einige Zeit nach Abschluß des Kaufvertrages bot ein anderer Viehhändler dem Angeklagten B. einen höheren Preis, und B. suchte nun nach einem Vorwande, um von dem Vertrage mit W. loszukommen. Da ihm nichts besseres einfiel, veranlaßte er seinen Knecht K., einen Brief an ihn, B., zu schreiben und mit dem Namen des Viehhändlers W. zu unterzeichnen, in welchem dieser mitteilte, daß er auf das gekaufte Vieh verzichte. Diesen Brief mußte K. am Wohnorte des W. zur Post geben. Darauf schloß dann B. den Vertrag mit dem anderen 'Viehhändler ab, und als W. das Vieh verlangte, hielt er ihm den erwähnten Brief vor und stellte sich sehr überrascht. B. hat sich durch die von K. sehr mangelhaft ansgeführte Urkundenfälschung einen Vermögensvorteil von 60 Mark verschafft. K. hat in Kenntnis der Sachlage gehandelt. — Die von beiden Angeklagten eingelegte Revision wurde vom Reichsgerichte als unbegründet verworfen.
Fälschungen en gros. Die Strafkammer Barmen verurteilte den Ziegeleibesitzer und Stadtverordneten Hill in Ohligs wegen Fälschung eines Vürgschaftsscheins in Höhe von 45 000 Mark und wegen Wechselsälschung in Höhe von 20000 Mark zu 5 Monaten Gefängnis.
Meineid. Das Kriegsgericht der 38. Division verurteilte gestern den Kanonier Nikolaus Ott von der 6. Batterie deS Artillerie-Regiments Nr. 55 in Naumburg a. S., der vor dem dortigen Amtsgericht am 25. Mai d. J. in einem Alimentenprozeffe wider besseres Wissen beschworen hatte, er von hier aus einen Vorstoß zum Nordpol. Zwei Eskimos und ein Schlitten mit Lebensmitteln begleiteten ihn. Die letzte Nachricht von Dr. Cook, datiert vom 17. März vorigen JahreS. Damals war er am Kap Thomas Hubbard, 560 englische Meilen vom Nordpol. Er war ursprünglich auf einer Jagdtour mit einem reichen New-Aorker nach Grönland gekommen und verbrachte den Winter 1907/08 mit einem jungen Deutschamerikaner Francke in Annatok im nordwestlichen Grönland, welcher ihm bei den Vorbereitungen half. Francke ging im Februar 1908 mit Cook nach Flaglers Bai, wurde dann von diesem nach Annatok zur Bewachung der Vorräte zurückgeschickt und erhielt am 17. März durch einen Eskimoboten einen Brief von Caak deS Inhalts, Cook habe fünf Bären, 102 Bisamochsen und 150 Hasen erlegt, das Wetter sei riesenkalt. Er habe reichlich Hunde und nehme die direkteste Route zum Nordpol. Ende Mai werde er zurück in Annatok sein. „Wenn nicht, so gehen Sie heimwärts mit Walfischfahrern." Francke blieb ein Jahr in Annatok, bis die Peary-Expedition dorthin kam, worauf Francke zurückkehrte. Man hatte für das Leben des Forschers schon zu fürchten begonnen, als ein Jahr verstrichen war, ohne das geringste Lebenszeichen von Cook zu bringen. Eine Hilfsexpedition wurde deshalb vom „Arctic Club" in New-Dork ausgerüstet, um nach dem verschollen Geglaubten zu suchen. Man hatte angenommen, daß das Kalkül Cooks inbezug auf die Nahrungsmittelversorgung auf falschen Voraussetzungen beruhte. Sein Plan, ebenso einfach wie genial, war nämlich, an geeigneten Plätzen Nahrungsniederlagen an- zulegen und in der Nähe des Nordpols dann nach und nach den größten Teil der Hunde zu schlachten. Er wollte auf dem Rückwege mit keinerlei Gepäck mehr belastet sein und sich inbezug auf Nahrung auf diese Niederlagen verlaffen. Jetzt hat sich, wenn weitere Nachrichten obige Meldung bestätigen sollten, doch gezeigt, daß Cook richtig gerechnet hatte. Cook hat eine tüchtige Vorbildung für den Kampf mit dem Eis in den Polargebieten sich verschafft, da er als Arzt schon
4. September
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habe mit der Klägerin niemals intim oerlehrt, wegen Meineids zu einem Jahre Zuchthaus, 3 Jahren Ehrverlust und Entfernung aus dem Heere. Außerdem wurde Ott dauernd für unfähig erklärt, als Zeuge oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden.
DaS schlechte Ernschenken in München. Die Münchener Staatsanwaltschaft hat gegen die Schenkkellner von 12 großen Münchener Vierrestaurants ein Verfahren wegen Betrugs eingeleitet, begangen durch schlechtes Einschenken. Da die Erhebungen deS Untersuchungsrichters auch auf das Verhalten der Wirte zu der Sache ausgedehnt werden, so gewinnt es den Anschein, daß die Anklage unter Umständen auch auf die Wirte ausgedehnt werden soll.
Traurige Folgen einer Verwechselung. Eine in Verviers zu Besuch weilende Dame wurde vor einigen Tagen von einem kleinen Unwohlsein ergriffen und ließ sich in der naheliegenden Apotheke ein Linderungsmittel geben. Beim Weggange nahm sie aber statt der für sie bestimmten Tüte ein kleines Päckchen mit Gift, das der Apotheker zum Abholen bereit gelegt hatte. Kaum hatte sie den Laden verlassen, da bemerkte der Apotheker den Irrtum. Der Versuch, die ihm unbekannte Dame in der Straße einzuholen, mißlang; er beruhigte sich mit dem Gedanken, daß sie selbst den Fehler rechtzeitig bemerken würde. Leider war dies nicht der Fall. Zu Hause angekommen, hatte die Dame glei b das Pulver genommen unb starb unter heftigen Krämpfën nach wenigen Stunden.
Rückgang des Pferdefieischkonsums. Der Genuß von Pferdefleisch hat in den letzten Jahren trotz wiederholter Verteuerung deß Rind- und Schweinefleisches in Leipzig nicht zu-, sondern ganz wesentlich abgenommen. Im Jahre 1906 wurden im Leipziger Schlachthofe 2860 Einhufer geschlachtet, 1907 sank die Zahl der Pferdeschlachtungen sogar auf 2456 Stück herunter und im Jahre 1908 sogar auf 2337. Auch in diesem Jahre dürfte eine Verminderung der Schlachtungen eintreten; denn im ersten Halbjahr 1909 wurden 1278 Pferde geschlachtet, was, mit den entsprechenden Zeiten vergangener Jahre verglichen, einem Rückgang gleichkommt. Rechnet man die genießbaren Teile eines Pferdes (mit Knochen) auf 5 Zentner, so haben Leipzigs Einwohner im vergangenen Jahre ungefähr 12000 Zentner Pferdefleisch vertilgt. Das macht pro Kopf der Bevölkerung kaum 4 Pfund im Jahre.
Das Ende Ziegenhains 7 Das durch sein Weißbier und durch die aus dem Holze der Herlitze (Kornelkirsche) früher vielgefertigten festen „Ziegenhainer" Spazierstöcke weithin bekannte Dorf Ziegenhain soll auch in Jena eingemeindet werden. Die Anregnng dazu ist von dem großherzoglichen Bezirksdirektor deS zweiten Verwaltungsbezirks ausgegangen und wird jedenfalls weiterverfolgt werden. Die Vorverhandlungen sind bereits im Gange. Es wird aber zweifellos noch manche „Spritzkanne" Weißbier in Ziegenhain getrunken werden, bevor das liebliche Dorf seine Selbständigkeit aufgibt.
Die „stifte" der Berlinerin. Im Hinblick auf die bevorstehende Ankunft Zeppelins in Berlin stellte ich am 28. August — so erzählt ein Berliner Lehrer in der „Tägl. Rundschau" — den Schülerinnen der 2. Klasse einer Gemeindeschule die Aufgabe, wassie beim Erscheinen des Luftschiffes beobachten würden, zu Hause niederzuschreiben. Dabei erzählte ich ihnen, wie mir im vorigen Jahre eine Straßburger Dame den Eindruck schilderte, den das später bei Echterdingen verunglückte Luftschiff beim ersten Ueberfliegen Straßburgs auf sie gemacht hatte. Sie war von diesem einzigartigen Schauspiel so betroffen und innerlich ergriffen, daß sie kein Wort sagen konnte und nur ein • tiefer Seufzer ihrer gewaltigen Erregung Ausdruck gab. Darauf bemerkte eine meiner Schülerinnen gelassen: „Herr K., so leicht verliert eine Berlinerin ihre Puste nicht."
Endgültiger Fehlschlag der Wünschelr»»ten-Versuche. Nachdem die wiederholten Versuche, mittelst der sogenannten „Wünschelrute" ergiebige Wasserquellen zu erschließen, um der Wassernot in den Bergdörfern des Ober- eichsfeldes ein Ende zu machen, als völlig mißlungen anzusehen sind, hat die Regierung auf weitere Wünschelruten- Experimente verzichtet und durch das MeliorationSbauamt in Erfurt ein Projekt über eine Verbands-Wasserleitung für die Ortschaften Küllstedt, Büttstedt, Effelder, Struth und Eigen« rieden ausarbeiten lassen. Der Landrat a. D. v. Bülow- Bothkamp hatte in den letzten Jahren alle erdenklichen Wasserversuch-Experimente mit seiner Wünschelrute gemacht, an der Peary-Expedition (1891/92) und an der belgischen Südpolexpedition (1897/99) teilgenommen hat. Er hat hier Seite an Seite mit Amundsen gestanden, der ebenfalls jene Expedition mitmachte. Cook, der am 10. Mai 1865 geboren ist, hat über die „Belgica"-Expedition ein Buch geschrieben, das auch ins Deutsche übersetzt worden ist. Er war auch der erste, der den Mount Me. Kinley in Alaska bestiegen hat. Zu seiner letzten Reise ist er ziemlich gleichzeitig mit Peary, dem vielgenamükn Polarforscher, aufgebrochen, der diesmal mit allen Mitteln die Erreichung des Pols durchsetzen wollte. In diesem Wettlauf ist anscheinend Dr. Cook Sieger geworden, es sei denn, daß von Peary später einlaufende Meldungen ihm die Siegespalme wieder entreißen. Im übrigen neigt man in geographischen Kreisen der Auffassung zu, daß die CookjcheTat für die Erweiterung unserer erdkundlichen Kenntnisse nicht von der Bedeutung ist, die die Volksphantaste mit bein Begriff des Nordpols verknüpft. Mit voller Deutlichkeit ist dies sehr gut von dem Leutnant Shackleton, dem Führer der englischen Südpolarexpedition, in der Geographi- schen Gesellschaft zu London ausgesprochen worden, als er crflärte, daß es gar nicht darauf ankomme, bis zu welchem Punkt man vorgedrungen sei, sondern darauf, was man auf dem Wege bis zu diesem erreichten Punkt entdeckt habe. AuS diesem Grunde muß auch betont werden, daß die Nachricht von der Erreichung des Pols, gleichviel, ob sie sich bestätigt oder nicht, die beabsichtigte Zcppclin-Hergesellsche Polar- forichungsexpcdition nicht beeinflussen kann, da es sich bei dieser, wie schon wiederholt hervorgehoben wurde, um geographische Studien und Messungen in jenen Gegenden handelt.
' Albnmblâtter.
Das Leben, Freund, mißt nicht nach Tag und Nacht, Mißt, wie ein Buch, nach dem, was drin zu lesen: mehr du hast erlebt, gefühlt, gedacht,
Je länger ist dein Erdenpfad gewesen. Blüthgen.