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Wsiterfahrt erst möglich, nachdem die Umhüllung einiger- maßrn getrocknet ist. Das Barometer steigt jetzt rasch. Der Verkehr auf dem Landundsplatze gestern und beute war gering. Die Blättermeldung von der Ankunft des Grafen Zeppelin ist falsch. Graf Zeppelin hat lediglich auf der Durchreise von Stuttgart nach Friedrichshafen bei dem auf« sicht» führenden Beamten des Bahnhofes von Biberach Er­kundigungen über die Situation eingezogen.

Mittel-Biberach, 1. Juli, 5 Uhr 30. Min. Heut« vor­mittag trieben heftige Böen daS Luftschiff hin und her. ES mußten energische Maßregeln zur Sicherung des Fahrzeuges getroffen werden. Mittags brach die Sonne durch, auch der Wind hat nachgelassen und der Regen hat aufgehört. Um halb 3 Uhr erschien ein Automobil in rasendem Tempo auf dem Landungsplätze, dem Major Sperling entstieg. Die AbsperrungSmannschaft wurde eingezogen und die Be­wachungsmannschaft in den Gondeln verließ ihre Posten. Durchdringend« Kommandorufe hallten über das Feld. Starke Militärabteilungen hielten das Luftschiff. In Eil­märschen rückte Verstärkung aus Mittelbiberach heran. Eben­falls mittels Automobil trafen Hauptmann v. Jena, der Oberingenieur und daS technische Personal an der Lan­dungsstelle ein, so daß die gesamte Bedienungsmannschaft deS Luftschiffes am Matz« ist. Um halb 5 Uhr wurden die Propeller wieder in Bewegung gesetzt. Seit 5 Uhr ist alles zum Aufstieg bereit. Dieser hängt jetzt nur noch davon ab, ob das bessere Wetter eine Zeitlang anhält.

Mittel'Bibermh, 1. Juli, 10 Uhr 30 Min. Bei dem heute nachmittag erfolgten Antriebe funktionierten die Motors tadellos. Jetzt liegt das Luftschiff 25 Stunden den Un­bilden der Witterung ausgesetzt, fest verankert und voll­ständig unversehrt, auf dem Landungsplatz«. Der Behrkehr war heute nachmittag lebhafter; besonders viele Offizier« aus Ulm waren anwesend. Das Wetter ist trocken und hat sich entschieden gebessert. Die Mannschaften und vor allem die Besatzung des Luftschiffes liegen hier in Alarmbereitschaft in Quartier. Der heute nachmittag auf der Landungsstelle eingetroffene Hauptmann war nicht Hauptmann von Jena, sondern Hauptmann Georg«. Falls daS Wetter in bett frühen Morgenstunden günstig ist, wird dann die Weiter­fahrt nach Metz angetreten.

Handel» Gewerbe und Verkehr,

Kalisyudikst. Die vorgestern und gestern in Berlin stattgefundenen Vechandlungen wegen Erneuerung deS Kali- syndikatS hab«l vorerst zu einem Provisorium geführt, be­stehend in einer Bindung von etwa 50 der Werks gegen weitere außersyndikatliche Verkäufe in einer Zuftimmungs- erklärung eben dieser Werke zu einer provisorisch festgesetzten Quotentabelle zu ebenfalls nur vorläufigen Verfracht- bsstimmungen. Nicht beigetreten sind den gestrigen Ab- machungen die Werke Aschersleben und Sollstedt, von denen das letztere angeblich teilweise nach dem Ausland« verßmft lem soll. Es wurde eine neue Kommission bestimmt, um wegen Beitritt dieser beiden Werke zu einem neuen Syndikat oder wegen deren Anlehnung an ein solches zu verhandeln. Es findet deswegen am 8. Juli eine neue Versammlung statt. Ist bis zu diesem Termin eine Verständigung nicht ergielt, so hat jedes Werk ein Austrittsrecht gegenüber den gestrigen Abmachungen.

Aus dem grants intet Viehmarkt standen gestern 36 Dd&fen, 1 Bulle, 86 Kühe und Rinder, 1398 Kalber, 72 Hämmel, 4 Ziegen und 1114 Schweine. Preise stellen sich pro Pfund Schlachtgewicht wie folgt: Men 1 Qualität 78-82 Mk., 2. Qualität 70-73 Mk., ^eunb^nber L Qualität 70-72 Mk., 2. Qualität 58 Pro Pfund Schlachtgewicht: Kalb« 1. Qual.

M' 2 Qualität 68-75 Mg., Hämmel 1. Qualität 70~S R^ 2 Qualität 70-74 Pfg., SchnÈ 1. Qualität 2~ Pfg., 2. Dualität 71-72 Pfg. Das Geschäft in Großvieh gmg mtttelmäßig, es verblieb ein geringer Ueber« stand. Das Kälbergeschäft nahm einen ruhigen Verlauf, doch wurden lamtlich« Kälber umgesetzt. DaS Hämmel geichatt ging langsam, es verblieb ein geringer Neberstand. N Schemen ging d^ Geschäft ebenfalls langsam, es ver­blieb ein ziemlicher Ueberstand.

Hus aller dielt

«röff»«»« 6« Hagtnd,-,che« etrautenfann.

Sie neueste unter den vielen Sehenswürdigkeitm des Hauen- beckschen Tierparkes in Stellingen bei Hamburg ist eine Straußenfarm di« dieser Tag« anläßlich des Besuches der Kaiserin bet Hagenbeck der O«ff«ntlichkeit übergeben wurde. Die großangelegte Farm ist das Ergebnis der langjähriyen Versuche Hagenbecks, die Strange zu akklimatisieren Ihr 8weck ist eS, durch Zuchtwahl und frische Blutzuführung die traußenzucht zu beleben. Der Flächeninhalt der Lucht- anstatt beträgt 2'/- Hektar. In einem Raume sind dieBrut- maschinen; von dort kommen die jungen Tiere in einen durch Glas abgeschlossenen Raum, wo ihnen ein Sandseid zum Tummeln offen steht und ein reiches Kleefeld die Freuden des Magens vermittelt. DaS Brutgeschäft wird aber nicht von Maschinen, sondern auch zum Teil von den Straußen selbst besorgt. Nach einigen Monaten schon nehmen die jungen Tiere an den Mahlzeiten der alten teil. Hinter dem Hause für die jungen Vögel befindet sich ein Kranken­haus, in dem schwächliche und verletzte Exemplare Pflege erfahren. Eine Schutzhalle, ein Weideplatz und ein Teich &um Baden steht ihnen ebenfalls zur Verfügung. Auf diesem Weideplätze tummeln sich 84 große Vögel, die mit ihren possierlichen Nennkunststücken daS Vergnügen aller Besucher bilden. Den Zuchtzwecken entsprechend, hat bei der Auswahl der straube di« größte Sorgfalt gewaltet, es sind riesige Tiere, darunter einige, die sich erst zwei Jahre deS Lebens erfreuen und dabei eine Rücksnhöhe von 1,60 Meter haben.

Schmerzloses Zahnziehen. Ein Potsdamer Be- ruiungsgericht beschäftigte sich mit einer Anklage aus § 4 . Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, es kam zu nner Verurteilung der Angeklagten, die der Vorderrichter fEgeiprochen hatte. Vor dem Potsdamer Schöffengericht schwebte vor, Wochen ein Prozeß gegen den Zahntechniker Klotz und seine Schwester. In Zeitungsinscraten kündigten die AngeklagtenSchmerzlose? Zahnziehen" an. Außerdem batten die Angeklagten an ihrem Hause ein Schild ange- . das ebenfalls die AnpreisungSchmerzloses Zahn- ziehen enthielt. Zur BerusyPgsvertretung wurde als Sach­verständiger Zahnarzt Carow aus Berlin geladen D'r Sachverständige nahm durchaus den Standpunkt ein, daß es

eine Garantie für ein generell schmerzloses .ßaljnaieben nicht gäbe und daß jede solche Mitteilung den Stempel, der be­wußten Täuschung an sich trage. Der Sachverständige berief sich ferner darauf,daß in Berlin aus gleichen Gründen 200 Verurteilungen erfolgt seien. In längerer Debatte wur­den nun die Vorzüge des Eusemin, das von ersten Autori­täten als sicheres Mittel für eine völlig lokale Anästhesie ge­lobt wird, betont. Der Verteidiger zog eine Reihe von zahnärztlichen Kapazitäten an, die sich auf das beste über die Wirkungen aussprachen. Der Sachverständige bezeich­nete jedoch alle diese Urteile als Reklame und hob aus eigener Praxis, in der er 75 000 Zähne gezogen hat, hervor, daß er kein Mittel gegen Schmerzlosigkeit kenne. Der Staatsanwalt beantragte nach Anhörung des Sachverständigen 50 Mark Geldstrafe gegen beide Angeklagte. Das Gericht trat gleich­falls den Anschauungen des Sachverständigen bei, erblickte in der Anpreisung ein Vergehen gegen § 4 des Gesetzes vom 24. Mai 1896 und verurteilte die Angeklagten zu je 10 Mk. Geldstrafe.

Eine Schlacht in den Straßen von Neapel. Aus Neapel wird berichtet: In dem Stadtviertel Mgriasecca, wo fast ausschließlich vorbestrafte Individuen wohnen, kam eS dieser Tage auf offener Straße am Hellen Mittag zu einer förmlichen Schlacht. Zwei Schustergesellen, namens Vinzenz Marino und Peter Melitta, von denen der erste bereits 10 Jahre Zuchthaus wegen Totschlags verbüßt hat, erlaubten sich, eine vorübergehende Friseurin zu verhöhnen. Alsbald kam aus einem" benachbarten Hause ihre Freundin Maria Berardi, die Gattin eines berüchtigten Camorristen heraus und beschimpfte die beiden Männer. Dies« bedrohten sie mit Ohrfeigen und nun zog die Frau ein langes Messer. Allein Marino kam ihr zuvor und verwundete sie mit einem Tot­schläger am Kopfe. Auf chr Hilfegeschrei erschien ihr Mann mit einem Revolver und nun liefen auch schon von allen Seiten Burschen herbei, die sich beeilten, an der beginnenden Schießerei teilzunehmen. Bemerkt sei hi«, daß Berardi wegen Mordes bereits 20 Jahre im Zuchthaus gesessen hat. ES entwickelt« sich nun ein regelrechtes Gefecht, wobei auf einer Seite 4, auf der anderen 5 Revolver in Tätigkeit waren. Ein Wachmann und ein städtischer Arbeiter wollten Ruh« schaffen, aber beide wurden durch Kugeln schwer verletzt. Als endlich oier berittene Gendarmen herbeieilten, lagen bereits Dier Tote und drei schwer Verwundete auf dem Platze, darunter der berüchtigte Camorrist Berardi und sein Haupt­gegner Marino, der übrigens wegen eines schweren Einoruchs- diebstahls neuerdings gesucht wurde.

Viermal verheiratet! Die silberne Hochzeit mit seiner vierten Frau begeht am Freitag in Flensbutg der 76 Jahre alte Arbeiter Jensen.

Futternot in ver Eisel. Nachrichten aus der Eifel zu­folge herrscht hort große Futternot. Di« Viehpreise fallen schnell. Dadurch geht den Bewohnern der Eifel, die nament­lich auf Viehwirtschaft angewiesen sind, die Haupteinnahme­quelle verloren. Die Staatsverwaltung und die Lândwirt- schastSkammer haben sich bereits eingehend mit bet Notlage befaßt. Man plant, höheren OrtS Eingaben anzubringen, worin um kostenlose Bewilligung von Futter durch den Forst- fiskuS gebeten werden soll.

Eisenbahn-Unfall. (Amtliche Meldung.) Der von Aachen kommende Schnellzug Nr. 31 fuhr, vermutlich in­folge zu schnellen Einfahrens auf dem Hauptbahnhofs Köln, auf den hydraulischen Prellblock leicht auf. Dreizehn Per­sonen haben sich als leicht verletzt gemeldet. Materialschaden und Betriebsstörungen sind nicht entstanden. Untersuchung ist eingeleitet

Zum Raubmord auf dem Brocken. Zu dem Raub­mord auf dem Brocken gibt die Halberstadter Staatsanwalt­schaft folgende Erklärung ab: Die weiteren Ermittelungen haben ergeben, daß der Mörder anscheinend identisch ist mit einem Manne, der in der Nacht vor dem Morde, also vom 26. bis 27. Mai, in dem Bahnhofshotel Hereynia zu Ilsen­burg übernachtet und am Donnerstag früh halb 5 Uhr, ohn« daS NachtlogiS zu bezahlen, sich heimlich aus dem Hotel ent­fernt hat, also mittellos gewesen ist. Dieser Mann, daS steht fest, ist von Ilsenburg direkt nach dem zum Brocken führenden Schneelochwege, auf dem später Friedrich erschossen wurde, hinaufgegangen und hierbei von mehreren Personen gesehen worden. ' Es war ein großer, rüstiger, blonder Mann mit blondem Schnurrbart, der dunkles Jackett, lange Hos« und einen Rucksack, aber keinen Stock trug und im Alter von 25 bis 35 Jahren gestanden haben mag. Man hat ihn für einen Arbeiter, vielleicht Monteur oder Handwerker, gehalten. In der schwarzen, juchtenledernen Brieftasche, die dem Er­mordeten geraubt ist, befanden sich außer dem Gelde in Höhe von etwa 1300 Mark auch noch Papiere und Brief­schaften, die auf t: fMMu« VvvâLlektrizitöt»«« Be­zug hatten.

Eine Ehetragövie. Ein Straßenbahnschaffner in Berlin überraschte seine Ehefrau mit einem Liebhaber. Als der betrogene Ehemann dem Liebhaber nachlief und ihn in der Haustür erwischte, zog der Betrüger ein scharfes Messer und versetzte dem Schaffner einen lebensgefährlichen Stich in den Hals. Trotz der schweren Verletzung èilte der Schaffner dem Flüchtling nach, der, abermals erwischt, das Messer zog Ww dem Schaffner noch weitere schwere Stiche beibrachte. Der Schaffner wurde in hoffnungslosem Zustande ins Kranken­haus gebracht, während der Messerheld entkam.

^ine ganze Familie ermordet! Aus Dave wird bE'dcs: In der Ortschaft Hunayd-Dobro würbe eine aus Kopsen bestehende Familie ermordet und beraubt auf« gesunden. Von den Tätern sehft jede Spur.

^-.^"Epapiere zum «äse einwickeln. Aus Mailand SS ^" reicher Junggeselle, der auf längere Zeit ^erborg seine Wertpapiere. Als er dann ?v Wertpapiere wieder heraussuchte, ver- W Obligationen im Werte von 40 000 tire unter der Makulatur siegen. Diese fam dann fnäfpr au einem Käsehändler, dessen Lehrjunge einen Teil der -Obli­gationen,well sie so schön waren", Heraussuchle und anderen Maugen für einige Ceutesimi verkaufte. Als der Kapitalist seinen Irrtum bemerkte, gelang es ihm, diese Suiten

in Ä wTttt^

I mcht nur früher zu den gefürchtetsten Revolutionärinnm ge­

hörte, sondern allgemein den Ruf hatte, eine der schönsten Frauen Rußlands zu sein. Die Anarchisten hatten ihr Rache geschworen, weil sie sich in den Dienst der Polizei gestellt hatte. Kürzlich erschien um 7 Uhr morgens auf dem Polizei- amt in Tiflis ein Dienstmann, der ein Körbchen schöner Kirschen mit der Bemerkung brachte, daß die Kirschen für die Vorsteherin der Adieffenabteilung im Polizeiamt, Frau Maria Bachtadse, bestimmt seien. DaS Körbchen wurde der Beamtin übergeben. Aber nach wenigen Minuten ertönte aus ihrem Arbeitszimmer eine furchtbare Explosion. Sofort stürzten mehrere Polizeibeamte hin, wo sich ihnen ein grüß- liches Bild der Verwüstung darbot. Unter Möbeltrümmern und losgesprengten Mauerteilen lag in ihrem Blut die Bachtadsè. Der Körper war völlig zerrissen, und von dem jungen schönen Weibe war nur eine unförmliche Fleischmasse zurückgeblieben.

Ein gefährliches Spiel. In Andernach hatten eine Anzahl Knaben eine Höhle gegraben zu Versteck- und Räuber- spielen. Als sie die Höhle erweitern wollten, stürzte sie plötzlich ein. 4 Knaben wurden verschüttet. 3 konnten ge­rettet werben. Einer ist tot.

Internationaler Vankränver verhaftet? In Hamburg gelang die Verhaftung eines feingekleideten In di- viduumS, welches sich in Gesellschaft eines zweiten in ver­dächtiger Weise in der Nähe mehrerer Banken herum- getrieben und durch die Verfolgung eines Kaffenboten auf­gefallen war. Man glaubt, in dem Verhafteten einen inter­nationalen Bankräuber erwischt zu haben, der an mehreren neueren Bankdiebstählen in Berlin, sowie an dem Diebstahl von 10000 Mark in der Altonaer Bank beteiligt gewesen ist. Der Verhaftete will aus England stammen, sein Komplize sei ihm persönlich unbekannt.

Verhaftung eines Dieves in ver Wiesbadener Ausftellnng. Seitens der Polizeidftektion war bis Aus­stellungs-Polizeiwache davon in Kenntnis gesetzt worden, daß ein junger Mann seinem Schwager eine goldene Uhr und ein Portemonnaie entwendet habe und damit beschäftigt sei, den Inhalt des letzteren unter die Leut« zu bringen. Auf Grund der Personalbeschreibung gelang eS, den Uebel- täter in der Ausstellung fest- und ihm das gestohlene Gut abzunehmen.

Verhaftet. Der, wie gemeldet, nach Unterschlagung von PostanweisungSgettxrn seit dem 20. Juni flüchtige Postge­hilfe Theodor Hofmann aus Marienberg (Westerwald) ist am 28. Juni in Glas Hofen bei Walldürn (Baden) verhaftet worben.

Familiendrama. In Braunschweig erhängte die Ehe­frau des Schriftsetzers Jaeger während der Abwesenheit ihres Mannes ihrs beiden Kinder und beging darauf Selbstmord ebenfalls durch Erhängen. Der Grund zu der grausen Tat ist in schlechten VermögenSv«hättnisse« zu suchen.

Von der Tochter ermordet.

Mailand, 1. Juli. In Avigliano würbe der Bahn­wärter Martino von feiner 18jährigen Tochter durch zahl­reiche Dolchstiche umgebracht, weil er sich der Heirat mit ihrem Geliebten widersetzt«.

Schwierige Rettung. .

Bern, 1. Juli. Die Rettung des italienischen Arbeiters, der in dem teilweise eingestürzten Bruchwaldtunnel seit sieben Tagen lebendig begraben ist, bereitet große Schwierigkeiten. Bisher ist es noch nicht gelungen, Leb«nsmittel durch einen Rettungsstollen zuzuführen. Auch gestern hörte man den Eingeschlossenen noch rufen.

Has Jfianau Stadt and Cand.

Hawaii# 2. Juli.

Das Durchschnittsalter der preußischen Volksschullehrer.

In den Drucksachen des Abgeordnetenhauses findet fldj, eine interessante Zusammenstellung Über da» Alter der preußischen Volksschullehrer. Nach der amtlichen Statistik wirkten im Jahre 1906 an den öffentlichen Volksschulen 82 216 männliche Lehrkräfte, und zwar 81 033 in den Städten

und 51188

auf dem Lande. Von

diese« 82 216 Lehrern

standen im Alter von r

Stadt

Land

Summa

unter 20 Jahre«

12

142

154

2023

785

9077

9862

_ 24

V

437

2500

2937

2526

1624

4073

5697

2729

0

8715

4893

8658

3032

0

3837

4217

8084

33-34

2187

2413

4600

35

985

1064

1999

3638

2660

2982

5642

39

0

852

1042

1894

4041

0

2044

2331

4375

4244

0

3207

3992

7199

4547

0

2102

3241

5343

4849

1143

1682

2825

50

592

790

1382

5154

1851

2515

4356

5559

0

1525

2036

3561

6064

1066

1519

2585

65-69

0

356

543

899

70 u. mehr Jahren

68

101

164

Summa

31 033

51183

82 216

Diese 82 216 Lehrer haben nach genauer Durchschnitts­berechnung zusammen 3 052 331 Lebensjahre, so daß auf jeden nur ein Durchschnitt von 37*/e Jahr« kommt.

Da das Höchstgehalt frühestens mit dem 51. Lebensjahre erreicht wird, so gelangen nur 11565 Lehrer, d. s. 14 pCt., in den Genuß deS Höchstgehalte«. 86 pCt. aller Lehrer werden somit auf einen Gehaltssatz vertröstet, den fie niemals erreichen werden.

Erfreulicherweise haben verschieden« städtisch« Körper­schaften, z. B. in Caffel, Frankfurt a. M., Schöneberg, Charlottenburg u. a. bei her gegenwärtige« Neuregelung der Lehrergehälter diesem Umstände Rechnung getragen, indem fii die Ortszulage so verteilt haben, daß dadurch das Grund­gehalt und die unteren und mittleren Alterszulagen eine Steigerung erfahren habe«.