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vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auS- wattige Abonnenten mit dem betreibenden Postaujjchlag.

Die eiitzelne Nummer lostet 10 Pfg.

EinrückungsgeiShe »

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein.

<0. WmfenhaujeS in Hanau.

GtNttal-Anzeigrr

Mllidjts Grgin für Stabb uni fanikrtis Sana

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die [ünf gespalten* Pentjeil« oder deren Raum 90 Pfg, im ReNainettteÜ bi* Zell« 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteurr S. Schrecke, in Hana»

Nr. 1

^ernsprechanschlttfj Nr. 605*

Samstag to 2. Januar

Ferrrsprechanschlutz Nr. 605.

1909

Die ietiliâtNmmn mstst Ma i.nnftt|«Ita$lHtff

14 Seite».

Amtlicher.

^rciwidinc für das 18. Armcckorps.

Vom 5. Januar 1909 ab können sich diejenigen innren Leute, welche im Jahre 1909 bei einem Truppenteil des 18. Armeekorps als einjährig oder mehrjährig Freiwillige eintreten wollen, an jedem Dienstaa bis 10 Wr vormitt rfts unter Borlage der vorgeschriebenen Papiere in den Kasernen der betreffenden Truppenteile zur ärztlichen Untersuchung melden. M 5037

Stadtkreis Ranau.

AMstinq der Neitjahrsaratiilationcn.

In- die Listen zur Ablösung der Neujahrs-Gratulaiwuen zum Besten der von der S'adt unterhaltenen armen Pflege- und Waisenkinder haben sich ferner eingetragen:

Busch, Heinrich, Bauteckmiker; Gehrmann, Paul, und Frau; Geibel, Wilhelm, Dr. phil., Chemiker; Gereth, Karl, Bij.-Fabrikam ; G e r e t h, Ludwig, Bij. -Fabrikant: Hack, Johann Heinrich, Bauunternehmer; Heß, Karl, Schneidermeister; Krack, Wilhelm, Kauf­mann; Ludwig, Wilhelm, Lokomotivführer; Mattel, Rudolf, Miller - Bau-Inspektor; Metzler, Wilhelm, Kaufmann: Schönberger. Georg, Fabrik-Direktor Schwab, Samuel, Juwelenhäudler; Wirsing, Wilhelm, Dentist.

Hanau den 31. Dezember 1908.

Der Magistrat, Armenamt.

Hild. 253

Gefundene und verlorene Gcgcnstcindc re.

Gefunden: 1 schwarze Pelerine.

Verloren: 1 goldener Herrenring mit Türkis, 1 Federiächer, 1 goldfarbiger Damengummigürtel, 1 rotes Portemonnaie mit 68 Pfg.

Zugelaufen: 5 Gänse.

Hanau den 2. Januar 1909.

Politücbé Rundschau.

Die Neujahrsfeier im königlichen Schloß zu Berlin wurde auch in diesem Jahre durch das große

Feuilleton.

Stodtthcotcr in Hanan.

Ein Rückblick auf das alte Jahr.

Beim Beginn des neuen Jahres dürfte es von Interesse sein, einen Rückblick auf die in dieser Spielzeit im Stadt­theater bisher gehabten Aufführungen zu werfen.

An Klassikern kamen bis jetzt zur Darstellung: Shake­speares WerkJulius Cäsar", welches in prächtiger Inszenierung und hervorragender Ausstattung die Spielzeit eröffnete, ferner Schillers TrauerspielD i e N ä u b e r" und Hebbels TrauerspielMaria Magdalena". Nu Schauspielen und Drainen wurden gegeben: Sudermanns H e i m a t", WildenbruchsR a b e n st e i n e r i n", Halms dramatisches GedichtWild feuer", IbsensBau­meister Solneß" undD i e F r a u v o m M e e r", Meyer-FörstersA l t - H e i d e I b e r g", Herzogs Schau- spiel-NovitätDie Condottieri" und Halbes Drama D er S t r o m". Dazu wäre auch noch das Volksstück AnzengrubersDer Meineidbauer" zu rechnen. An Komödien, Lustspielen rc. sind bis jetzt gegeben worden : ,,2x2 5",Hasemanns Töchte r",Der Wasunger Krieg",Mathias ® o Hing er", O diese Leutnants" (als Uraufführung),Sher­lock Holmes",Der Herr Senator"Die Journalisten",Ein idealer Gatte",Doktor Klaus" undFräulein Josette meine Frau". An Operetten wurden geboten:D i e Dollar- prinzessin",Ein Walzertraum",Die lustige Witwe" undDie Geisha". Auch die PosseDer Bazar" wäre noch hinzuzurechnen. An Gastspielen sind bis jetzt zu verzeichnen; Das Tegernseer Bauerntheater, Hof-

Wecken ringeleitet. Bei klarem Frostwetter, fanden sich schon zeitig große Menschenmengen in der Umgebung des Schlosses zusammen. Nach 9l/< Uhr trafen die Majestäten vom Neuen Palais aus 'im Automobil im königlichen Schlosse ein, eben­so die Mitglieder der kaiserlichen Familie. Nachdem die Majestäten die Glückwünsche der Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses, sowie des Hofstaates entgegen- genommen hatten, begaben sie sich unter großem Doriritt nach der Scbloßkapelle. Der Kaiser, in großer Generals­uniform, führte die Kaiserin, welche eine blaßblaue Robe trug; dann folgten der Kronprinz mit der Prinzessin Eitel Friedrich, Prinz Rupprecht von Bayern mit der Kronprin­zessin usw. Zu dem feierlichen Gottesdienst hatten sich ferner eingefunden der Reichskanzler, die Mitglieder des Bundes­rats, die Ritter des Schwarzen Adlerordens, die Minister, sowie die Präsidien der Parlamente. An den Gottesdienst schloß sich eine Graiulations- und Defisier-Cour im Weißen Saale, während welcher im Lustgarten Salut geschossen wurde. Der Kaiser und ebenso die Kaiserin reichten dem Reichskanzler die Hand. Nach der Cour empfing der Kaiser zur Gratulation die Botschafter, den Reichskanzler, das Slaalsminiflerium, die kommandierenden Generale und Admirale und begab sich um 12'/, Uhr zu Fuß nach dem Zeughaus zur großen Parole-Ausgabe, unterwegs vom Publikum mit lauten Hurrarufen begrüßt. Im Laufe deS Nachmittags fuhr der Kaiser bei den Botschaftern vor.

WeiterePolitische Rundschau" im zweiten Blatt.

Xus aller Melt.

Gin gescheiterter Massenstreik.

Pest, 31. Dezbr. An dem heute morgen begonnenen 24stiind!gen Massenstreik nahmen etwa 90 000 Arbeiter teil, darunter die Kellner, Bäcker, Fleischer, Fuhrleute, Kauf­mannsgehilfen. Der AuSstand bereitet jedoch keine ernsten Ungelegenheiten, da genügende Lebensmittelvorräte vorhanden sind, die von den Geschäftsinhabern und Gewerbetreibenden mit Unterstützung ihrer Familienmitglieder feilgeboten werden. Auch gibt es viele nicht sozialistische Arbeiter, die die Arbeit anstandslos fortsetzen. Der Verkehr der Eisenbahnen, Straßenbahnen und der Betrieb bei den Beleuchtungs­anlagen ist ungestört, dagegen können die Zeitungen heute abend und morgen früh nicht erscheinen.

Pest, 31. Dezbr. Der allgemeine Ausstand ist voll­kommen mißlungen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wurde mittags schon von allen Arbeiterkategorien wie an gewöhnlichen Tagen gearbeitet. Die meisten Arbeiter haben der sozialistischen Parteileitung einfach den Gehorsam ge­kündigt und sind trotz des Ausstandsbeschlusses am Morgen bei der Arbeit erschienen. Ihrem Beispiel folgten dann auch andere Arbeiter, so daß nach den polizeilichen Berichten mOtnn? nur mehr 8000 bis 10 000 Arbeiter streikten. Die

schauspieler Konrad Dreher, das Ibsen-Theater und die Tänzerin Rua Sacchetto.

Die meisten Wiederholungen erlebten bisher die Operette: Die Dollarprinzessin", welche bis jetzt 14 Auf­führungen erzielte. Dann folgtEin W a l zcr t r a u m" mit 7, sowieA l t- H e i d e l b e rg" undDie lustige Witwe" mit je 6 Aufführungen.

Die lustigen, heiteren Stücke üben stets eine größere Zug­kraft aus, wie auch die Statistik des deutschen Bühnen-Spiel- plaus vom letzten Jahre beweist.

Da es von allgemeinem Interesse fein dürfte, wie oft ein Stück an sämtlichen deutschen Bühnen (Hof- und Siadt- theatern 2C.) zusammen, in einer Spielzeit (vom Sey». 1907 bis August 19a8) gegeben wurde, lassen wir nachstehend die gesamten Anffnhrnngszahl'n einiger Stücke, die auch gegen­wärtig auf dem Spielplan unserer Bühne sind, folgen.

Als das meistgegebenste Stück der deutschen Bühnen steht die OperetteDie 1 u st i g e Witwe" mit 1778 Auf­führungen in letzter Spielzeit oben an. Dann folgt die OperetteEin W a l z e r t r a u m" mit 1741 Aufführungen, als nächstes S'ück:Die R a b e n ft e l n e r i n" mit 938 Aufführungen, ferner:

Fränk. Josette meine Frau 812

Die Dobarpriuzcssiu 547 Alt-Hkidelbcrg 477 2X2 = 5 273

Doktor Klaus 2">s

Die Geisha 24« ,

Heimat 235

Ein idealer Gatte 207

Die Räuber Hn'emanns Züchter 14J

Der Herr Senator t' ; Die Journalisten 106 ,

Sherlock Holmes Maria Maadaleua Meineidbmicr Die Condottieri Der Strom Iulius Cäsar Die Frau vom Meer Baumeister Seines Der Wasunger Krieg Mathias Gollinger Wildseuer

u. s. w.

74

70

52

51

37

33

31

23

22

16

9

Es fommm nach bieder Statistik an den deutschen Bühnen also uh Du chschn'tt auf 25 Aufführungen vonLustige W i t iv c" oderWalzertrau m" erst eine Aufführung

Mühlenarbeiter haben in ihrer Gesamtheit erklärt, daß sie die Arbeit abends wieder aufnehmen wollen. Einen ähn­lichen Beschluß dürsten die Däckergehilfen fasien. Die Ar­beiter der Beleuchtungsanlagen und die Lampenanzünder haben die Beteiligung am Ausstand von vornherein ob» gelehnt. Kleinere Gruppen von Ausständischen suchten bie Schließung der Kaffeehäuser zu erzwingen, wurden jedoch von den Gästen selbst hinauSgeworfen. Zwischen den Aus- ständischen und der Polizei kam es bis mittags an 25 ver­schiedenen Orten zu Zusammenstößen. Ein Arbeiter wurde lebensgefährlich, mehrere andere leicht verletzt. Mit dem Ver­such der Einleitung eines Generalstreiks hat die sozialistisch« Partei nur den Beweis geliefert, dah ihre Machtmittel nicht ausreichen, um einen solchen Ausstand auch nur 24 Stunden lang aufrechtzuerhalten.

N Wltift» als WklMSiOivmt.

(Unber. Nachdr. Verb.) 8. & H. Straßburg i. E., 1. Ian.

In dem oberelsässischen kleinen Flecken Sulzmatt lebte ein biederer Schneidermeister, den die bösen Buben des OrteS öfters zur Zielscheibe ihres SpotteS machten. Der Meister ärgerte sich natürlich über die Neckereien und ebenso natürlich war es, daß die Spottlust der Kinder sich steigerte, je mehr der Geneckte seinen Aerger zeigte. Eines TageS vergnügten sich einige Knaben damit, dem Schneider, der in seiner Stube bei der Arbeit saß, eine Streichholzschachtel mit Papierschnitzeln durch das Fenster zu werfen. Daraus wollten sich die Uebeltäter auS der Schußlinie bringen. Der Meister hatte aber nur Unaufmerksamkeit geheuchelt, mit einem Satz war er draußen und erwischte glücklich den Uebel- täter beim Kamisol. Wutentbrannt erfand er ein neues Strasiustrument, das zwar ihm als Schneider nahe lag, aber

noch nicht 'n die ErsWstinntreten ist. Er legts nämlich den Schuldigen auis Bügelbrett, ergriff das heiße Bügeleisen und bügelte dem Jungen die Hosen und waS darunter ist, gerade. Der Körper ist aber für eine derartig« Prozedur nur wenig geeignet und der Erfolg der Abschreckungs­kur war denn aitch, daß der Knabe vier Wochen lang nicht sitzen konnte. Der Vater deS Gezüchtigten stellte gegen den Schneider Strafantrag wegen Körperverletzung. Das Gericht nahm darauf Rücksicht, daß der Schneidermeister stark gereizt worden ist und daß dauernde nachteilige Folgen für den Knaben nicht eingetreten finb und erkannte daher nur auf die gelind» Strafe von 5 Mark.

Schiftsnachrichten.

(MiigeteiU von 'Hgem Ad. Treni cd-Hanau.)

Der Hamburger DampferAbessinia" ist am 25. Dt» zember wohlbehalten in New-Bork eingetroffen.

Hamburg, 26. Dezbr. Der DampferKarthago" von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in Baltimore und der DampferNassovia" vorgestern in New-OrleanS ring«- troffen.

eines Stückes wie:M a r i a Magdalena", C o n b o t» t i e r i",Der Stro m",Julius Cäsar" re.

Daraus läßt sich er'ehen, welcher Beliebtheit sich bie moberne Operette beim Publikum erfreut, wie viel mehr die heiteren Stücke ernsten vorgezogen werden.

Wenn nun auch hier vor und zum WeihnachiSfeste, um dem Geschmack des Publikums zu entsprechen, mehr die heitere Muse vorherrschte, so werden jetzt auch wieder einige ernster« Werke zur Aufführung kommen, Es sind dafür, wie wir hören, in Aussicht genommen:Das vierte Gebot" von Anzrnaruber,Erde" von Schönherr,Maria Stuar l" von Schiller,Maria von Magdala" von Heyse, R o s e n m o ii t a g" von O. E. Waitleben,Ein Volks­feind" von Ibsen undNasen" von Sudermann rc.

Für das neue Jahr haben wir nun nur noch den Wunsch, das Publikum möge auch diese ernsteren Datbietungen mehr schätzen und--besuchen.

Annulier Sllidtlhcntcr.

= Hanau, 2. Januar.

Die letzten Tage des alten Jahres brachten unS Wieder­holungen auf dem Gebiete deS Schauspiels und der Operette. DieDollarprinzessin" und dieLusiige Witwe" erzielten nach wie vor auSverkaufte Häuser. Gestern, am Nenjahrs- lage, ivlirde der neue Schwank von Kurt Kraatz und Okon- kowskyDie gelbe Gefahr" geboten, der einen recht lebhaften Hciterkeitsersolg erzielte, wozu wohl die vorzüglich zu neunende Dalstelliing beioetraaen haben mag. Die Damen Fräul. Horsten und Frâul. Ballin, sowie die Herren Grimm, Feigel und Land spielten die Hauptrollen mit glücklichem. Gelingen. Eine eingehendere Besprechung lassen wir folgen.