Erstes Blatt.
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erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. mit belletristischer Beilage.
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Nr. 305 A-rnsprechanschlich Nr. 605» Donnerstag den 31. Dezember ry-rnsprechanschlutz Nr. 605. 1908
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Nun schließen sich des Jahres Pforten, Und leise sinkt die Nackst herab; Zum Greise ist das Aind geworden, Die Blütenflur zum öden Grab. Und fragend rauscht zur Jahreswende Manch Rätselspiel int Erdental, Db nicht bald alle Not zu Ende, Verstummt nicht all die herbe QuaL
Da, borch, zu mitternächtiger Stunde Wie Donnerhall der Glockenschlag Verkündet mit prophet'schem Munde Des neuen Jahres ersten Tag.
Wie sich die Staubgebornen träumen Des jungen Jahres Zauberbild I Wie wenn in maiengrünen Bäumen Zu Blüt' und Frucht die Knospe schwillt.
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Und doch, wer zählt sie all, die Tränen, Die nur ein einzig Zahr verschweigt? Wer kennt der Armut heimlich Sehnen, Die Not, die still vorüberschleicht? Wer hätte Pânbe g'nug, zu retten, Wenn Unglück laut um Hilfe schreit? Wer kennt sie all, die Zammerstätten, Da nie der Freude Morgen mait?
So weiß ich an der Jahreswende Zum Herrn der Welt nur e i n Gebet; <D führe alles d u zu Ende, Wie es in deiner Weisheit steht I Zum Kämpfen gib uns neue Stärke, Jm Leiden Trost und Zuversicbt, Und tu das größte deiner Werke, Wenn einst dies müde Auge bricht!
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Paul Lips.
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14 Seiten.
Amtliches.
Eandkreis Hanau.
Unter den Schweinen in Oberdorfelden ist die Schweine- stucke festgestellt.
Hanau den 30. Deumber 1908.
Der Königliche Landrat.
V 8512 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Stadtkreis Hanau.
AbMimq der $ciijnfirviu*^
In die Listen zur Ablösung der Neujahrs Gratulat onen zum Besten der von der Siadt unterhaltenen armen Pstegc- und Wni'enlinder haben sich bis jetzt eingetragen:
Böh m, Cäsar, Rentner; Brede, Wilhelm, Fortbildnngs- schullehrer; Brüning, Heinrich, Kommerzienrat; Buben berger, Heinrich und Frau; Glas BN, Arthur, Aimcnverwal er; Dörr, Eduard, Kgl. Landmesser; Eh l e, Heinrich, Lokomotiv'ührcr a. D.; Faulenbach, Allred, Kgl. Landmesser; Frank,Hermann, ans Berlin; Klinder, Jean, Metzgermeister; Heip, Fritz, Dr. phil., Chemiker; Hild, Karl, Bürgermeister; Horst, Jean, Bäckcrine ster; Jung, Alexander, Fabr kant; Kahler, Iustus, Lehrer; Kaiser, Karl, Pflasteret meister; K aiser, Wilhelm, Dranereibesiher; K l i n g e l h ö f f e r, Emil, Oberlehrer; Korfs, Emil, Bij.-Fabrikant; Küstner, Rudoll, Rentner; L e i p o I d, Konrad, Kaufmann; Li tzi n ger, Heinrich, Architekt; Mesenberg, Hermann, Maurermeister; 9t o 11, Ferdinand, Dr. med., Saniiälsrat; Pannot. Lina, Wwe., Renlneiin; Pfeifer, Bruno, Direktor der kaufmännischen Fortbildungsichule; R ü d e l, Fritz, Dr. phil., Chemiker; Schäfer, Julius, Drogist; S ch a i t, Otio, Fabrikant; Schnell, Friedrich, Juwelier; Schraub, Josef, Hosmetzgei meister; Schroeter, Wilhelm, Kauimann; Scbweisgut, Emil, Kaufmann; Siebert, Jean, Fabrikant; S t e f f t e r, ^Adalbert, Theaicrdircktor; St ei nh euer, Julius, Fabrikant;
Thorn, Karl, Zimmermeister; Waßmuth, Franz, Rentner; Waltz, Gustav, und Frau.
Hanau den 30. Dezember 1908.
Der Magistrat, Armenamt.
Hild. 28623
Bekanntmachung.
Die Mainsähre zwischen Mühlheim—Dörnigheim wurde wegen des Eisganges abgefahren.
Offenbach den 29. Dezember 1908.
Großherzogliches Kreisamt Offenbach.
J. V.: Vr. R e i tz. V 8552
Gefundene und der!mene Genenstände re.
Gefunden: 1 Grammophonschlüssel, 1 grüne Brieftasche mit Papieren und Visitenkarten für Rudolf Lückbardt, 1 gelbes Damenporlemonnaie mit 4 Mark und 1 Münze, 1 Kneifer, 1 brauner Krimmerhandschuh (rechter).
Verloren: 1 Powmounaie mit 16 Mark, 1 Ametist- ring in Goldsassuna, 1 goldene Vogelbrosche, 1 graues Handtä'chchcn mit zirka 19 Mark, 1 brauner Hnren-Glacä- handschuh (r.'chier), 1 gelbe breite Haarnadel, 2 Petroleum- kannen.
Hanau den 31. Dezember 1908.
Znm Neujahrsfeste 1909,
Jeder ftahreswecdsel bildet im Verlauf des Einzel- und des Völkerlebens einen Markstein, über welchem sich in flüchtiger Gegenwartsstunde Vergangenheit und Znkiinft die Hand reichen. Zu Neujahr sollte denn auch jeder Einzelne wie jedes Volk einen Rück- und Vorblick tun in b e Welt in sich und um sich. Dem beutlcbcn Volke hat das vergangene Jahr Ernstes genug gesagt und gebracht. Mehr als einmal zogen drohende Kriegswolken am polnischen Himmel auf, und wenn sie sich auch nicht entluden, wurden wir doch aus dem schier zur Gewohnheit gewordenen Glauben an ungcstöiten Frieden warnend anfgerüttelt. Auch im Jnnein des Reichs durchbrausten stärkere Stürme denn seit Jahrzehnten bie Volks'eelc, und Erdbeben, Katastrophen wie das nnmuiloie Unglück bei Hamm, und teuere Zut redeten eine eindringliche Sprache von der Zerbrechlichkeit des Daseins und den flüchtigen Sohlen des Glücks. Auch wenn jeder Einzelne die Bilanz aus den Erfahrungen deS vergangenen Jahres, gar aus dem. Soll und Haben seines
Innenlebens, zieht, wird er unter dem Eindruck des Un« sicheren, Schwankenden, vielleicht dem noch weit schmerzlicherer Erschütterungen stehen. Und leise in dem einen, lauter in dem andern, sicherlich aber in jedem wird gerade am Neu- jabrstage beim Blick auf die verhüllte Zukunft die Sehnsucht nach einem ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht sich regen. Wo ist er? Wo der sichere Halt, wenn noch mehr als im vergangenen Jahr, wenn selbst alles bräche I Gewiß, es ist etwas Großes um ein starkes Herz, einen festen Willen, einen unbeugsamen Charakter. Aber wenn diese Kraft nur auf dem Glauben an daS unerschütterbare Ich beruht, dann ist zu sagen, daß Welt- und Menschengeschichte nur zu oft schon zeigten, wie jene gerade im entscheidendsten Moment am jämmerlichsten zusammenbrach. Nein, der Stab, auf den Völker wie Einzelne ohne Gefahr, daß er bricht, sich stützen sollen, muß stärker sein als sie alle, und der heißt einzig : Gott. Man kann sagen, daß auf der einen Erkenntnis und praktischen Auswertung dieser Tatsache Zweck und Ziel der Geschichte aller Jahrtausende wie jeder Einzelperson beruht. Dann aber enthüllt sich auch für unS schon am heutigen Tage Zweck und Ziel des ganzen kommenden Jahres. Es kann kein anderes sein, als im großen wie im kleinen den Willen Gottes im Lichte geläuterten Christentums zu erfüllen. Und die Größe und Würd« b i e f e r Aufgabt verleiht dann von selbst den äußern und inneren Halt, an dem die Stürme der Zeil ohnmächtig sich erschöpfen. In diesem Sinne blicken wir voll Zuversicht auf ein frohe« neues Jahr.
politilcke Rundschau.
Die sächsische Wahlrechtsreform vorläufig ge« scheitert. Die Wahlrcchtsdcpntaiion der Ersten Kammer hat gestern das von der Zweiten Kammer beschlossene Wahlgesetz abgelehnt. Durchberaten wurden der Erste Entwurf des Grafen Hohemhal und die Eventualvorschläge in der Jl gierungsfassnng. Zu beiden Entwürfen wurden Ab- änderungSanirägc eincebracbt; ebenso wurden die von Mitgliedern der Ersten Kammer gestellten Anträge durchberaten. Hierüber sind endgültige Beschlüsse noch nicht gefaßt worden. Die Vorlage soll baldmöglichst das Plenum be'châktigen, damit unbedingt noch dieser Landtag ein neues Wahlrecht p>- stände bringt.
Im AttSwäriigcn Amt sind gestern durch den Staalssekreiär v. Schoen und den österreichisch-ungarischen Botschafter v. Szögyeny-Marich die Ratifikationsurkunden zu