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General-Anzeiger

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Die W-châue PetÜM »der deren N«l» # G r^mMl»-,ââ R ^

n, Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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9?r. 203 Fernsprechanschluß Nr. 605.

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Amtliches.

Eandkreis HanLu.

BekllNtiuchNgen des Mißlichen Mtröiiiidl

An die Herren Vorsitzenden der Schulvorstände des Kreises.

Ich mache auf den als Beilage zum Regierungsamtsblatt Nr. 25 vom 17. Juni 1908 veröffentlichten

Verteilungsplan des Bedarfs der Alterszulagekasse für die Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlichen Volks­schulen des Regierungsbezirks Cassel für das Rech­nungsjahr 1908" hiermit aufmerksam.

Die nach Aufstellung des Verteilungsplans eingctretencn Veränderungen infolge Errichtung neuer Schulstellen, Auf­lösung oder Umwandlung bestehender Schulstcllen, Erhöhung der Einheitssätze ec., welche bei der Festsetzung der Beiträge noch nicht oder nicht mehr berücksichtigt werden konnten, werden im Rechnungsjahre 1908 durch besondere Verfügungen geregelt werden. Auf das den Beteiligten zustchende Rechts­mittel auf Abänderung des Verteilungsplans wird besonders verwiesen.

Hanau den 27. August 1908.

Der Königliche Landrat.

V 5925 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Der Magistrat der Stadt Hanau hat bei dem Herrn Regierungs-Präsidenten in Cassel gemäß § 18 des Ent- eignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 (G.-S. S. 221) den Antrag auf endgültige Planfeststellung im .Enteignungsver­fahren betreffs Herstellung der Klärbeckenanlage in der Ge­markung Dörnigheim gestellt. Im Auftrage unb Namen des Herrn Regierungs-Präsidenten bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß der Plan nebst.Beilagen gemäß, §1âm.a.O, vom 1. September d. Js. ab auf dem Bürger- m,e i ft e r a m t i n Dörnigheim tvâhrs'rrd 14 Tagen, also bis zum 14. September einschließlich, zu jedermanns Einsicht offen liegt. Während dieser Zeit kann jeder Be­teiligte im Umfange seines Interesses Einwendungen gegen den Plan erheben. Die Einwendungen sind schriftlich oder zu Protokoll bei dem Bürgermeisteramt in Dörnigheim an­zubringen.

Hanau den 29. August 1908.

Der Königliche Landrat.

V 6008 v. Beckerath.

Gefundene und verteilt Gegenstände re.

Gefunden: 1 Bund Schlüssel; abzuholen Schloß­straße 24, 1. Etage.

Hanau den 31. August 1908.

politische Randlcbati.

Ausruf des Evangelischen Bundes. Die 21. Generalversammlung des Evangelischen Bundes zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen findet vom 4. bis 8. Oktober in Braunschweig statt. Der Vorstand erläßt ge­meinsam mit den Vorständen des Hanptvereins und der Zweigvercine im Herzogtum Braunschweig, sowie mit dem großen Festausschuß, der die Namen vieler angesehenen Männer ' aus allen Kreisen der Bevölkerung aufweist, fol­genden Aufruf:Um dem viel angefeindeten deutschen Protestantismus die kraftvolle Auswirkung seiner volks­erneuernden Lebenskräfte zu sichern und die gebührende Stellung im öffentlichen Leben zu erringen, haben sich nun­mehr an die v i c r h u n d e r t t a n s e n d evangelische Deutsche verschiedener kirchlicher und politischer Richtungen in den 38 Hauptvereinen des Evangelischen Bundes mit mehr als 2400 Zweigvereinen zusammengeschlosW. Die 21. Ge­neralversammlung des Evangelischen Bundes in Braunschweig soll erneut bezeugen, welche Fülle von Pflichten diese hohen Ziele den deutschen Protestanten auf den mannigfachsten LebenSgebieten auferlegen. Darum steht die Braunschweiger Bundesversammlung unter der guten Losung:Dents ch - evangelische Aufgaben". Tatkräftiges Wirken für diese großen Aufgaben öffnet in den unerschöpflichen Ent- wicklungsmöglichkeiten. der deutschen Reformation einen uner­setzlichen LebenSguell für das gesamte deutsche Volksleben. Unermüdliches Kämpfen für diese Ziele fördert das verständnis­volle Zusammenwirken und friedliche Zusammenwohnen aller Deutschen. In dieser Ueberzeugung wollen wir, fern von allem einseitigen und anmaßenden Konfessionalismns, die tief- begründete Begeisterung für die SegenSgüter der Reformation als eine sieghafte Wehr und Waffe in der Entwicklung unseres Volkslebens nur Geltuna brina.cn. auf daß der deutsche

Montag den 31. August

Protestantismus, der der Ruhm der deutschen Vergangenheit war, auch der Segen der deutschen Zukunft bleibe. Zu ernster Besinnung auf diese weitumfassenden Auf­gaben bilden Braunschweig und seine Geschichte einen bedeu­tungsvollen Hintergrund. Deutsch-evangelisch hat einen guten Klang in einer Stadt, wo im Dome deutsche Fürsten und Helden schlafen und wo bis in unsere Tage hinein die Er­innerung an Braunschweigs Reformator in feierlicher Stunde das Gelöbnis in dankbaren Herzen entzündet hat:Braun­schweig bleibt Bugenhagen treu 1" Auf denn zu evangelischem Rat und zu deutscher Tat in der alten schönen Weifenstadt Braunschweig!" (NB. Einen Auszug aus der sehr reich­haltigen Tagesordnung zu bringen, behalten wir uns für später vor. Die Red.)

Deutsckr-SüdwesLafrika. Aus Swakopmund, 29. Aug., wird gemeldet: In seiner Abschiedsrede sprach Staatssekretär Dernburg seinen Dank für die Aufnahme aus, die er über­all gefunden habe. Er sagte dann weiter, einige wenige bittere Wahrheiten seien ja anzuführen. Südwest sei nicht reich, aber ungewöhnlich produktiv und ein sicherer Produzent für fleißige Menschen, denen es sichere Existenz und Wohl­stand biete: die Krisis sei eine natürliche Folge des Krieges und einige Vorsicht im Kreditgeben notwendig. Der Wunsch der Bevölkerung nach größerm Anteil an der Verwaltung und Verantwortung solle durch Einrichtung von Handels­kammern, Landwirtschaftskammern, Schulen und einer kom­munalen Kreditanstalt gewährt werden. Die Verordnungen für die Eingeborenen sollen bestehen bleiben. Die Erzfunde seien so günstig, daß nur erstklassige Produkte daraus zu er­warten seien. Das Land verdiene durchaus seinen guten Ruf. Der Gouverneur sei das Muster eines echten Süd­westafrikaners.

Die Karseriage in der» Reichslandsn.

Straßhirrg^.M August. Die Parade ausdcm großen Polygon war trotz des Regens von einem sehr zahlreichen Publikum besucht, das nicht nur aus der Stâdt Straßburg, sondern auch aus den umliegenden Ortschaften und sogar aus weiterer Umgebung hcrbeigeströmt war. Gegen 10 Uhr ließ der Regen etwas nach. Der Kaiser stieg am Eingänge des Paradeplatzes zu Pferde und begab sich^ die Spitze der dort aufgestellten Fahnenkompanie des Infanterie-Regiments Markgraf Karl (7. brandenburgisches) Nr. 60 auf den Paradeplatz. Er trug die Uniform eines Generalfeldmarschalls mit Mantel. Mit dem Kaiser ritten der Kronprinz, der die Uniform seiner Pasewalker Kürassiere trug und seine drei Brüder. Die Kaiserin hatte mit der Kronprinzessin und der Prinzessin Eitel Friedrich in einem sechsspännigen offenen Wagen Platz genommen. Der Kaiser übergab zunächst die neuen Fahnen in der Mitte des Paradefeldes an die Kom­mandeure der betreffenden Regimenter und begrüßte dann die Kriegervereine des KorpsbezirkcS, die überaus zahlreich er­schienen waren, indem er langsamen Schrittes die Front ab­ritt und viele der alten Krieger ins Gespräch zog. Nach Begrüßung der Reserve- und Landwehroffiziere ritt der Kaiser an der großen Tribüne vorüber, wo das Publikum ihm und der Kaiserin stürmische Ovationen darbrachtc. An der Parade nahmen auch der König von Sachsen, der Großherzog von Baden, der Herzog von Koburg und Gotha und Herzog Albrecht von Württemberg teil. Die Parade stand unter dem Kommando des General Ritter Hentschel v. Gilgcnheimb. Die Truppen waren in zwei Treffen aufgestellt, im zweiten die berittenen. In Parade standen die Infanterie-Regimenter 97, 138, 99, 143, 136, 105 (König von Würtemberg) mit Masch.-Gew.-Komk., 132, 126 (Großherzog Friedrich von Baden) mit Masch.-Gew.-Komp., 60, die Jnf.-Bat. 4 u. 10 und eine Maschinengewehrabteilung, die Fußartillerie-Rcgi- menter 10 und 13, die Pionier-Bataillone 15 und 19, die Korpstelegraphenabtcilung, dann die 9. Husaren und eine aus den .15. Dragonern und den 11. Ulanen kombiniertes Kavallerie-Regiment. Die übrigen Kavallerie - Regimenter konnten wegen Erkrankung der Pferde nicht an der Parade teilnehmen. Den Schluß machten die Feldartillcrie-Rcgi- menter 15, 51, 31, 67, die berittene Abteilung des Fuß- arlillerie-Rcgiments 10 und das 15. Trainbataillon. Es fand nur ein Vorbeimarsch statt. Die Infanterie defilierte fit Regimentskolonnen, die berittenen Truppen in EskadronS- fronten im Schritt, die Artillerie in Abteilungsfronten. Der König von Sachsen führte sein 105. sächsisches Regiment vor, der Großherzog von Baden das 126. Regiment (Groß- Herzog Friedrich von Baden), der Herzog von Koburg und Gotha das 9. Husaren-Regiment, Feldmarschall Graf Häßler ging mit den anwesenden Schwadronen der 11. Ulanen vorbei. DaS Publikum brachte den Truppen, die trotz auf- geweichten Badens vorzüglich marschierten, Ovationen dar. Der Vorbeimarsch nahm sein Ende kurz nach 12 Uhr. Nach der Kritik und nach Entgegennahme militärischer Meldungen

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908

setzte sich der Kaiser mit den vier Prinzensöhnen an die Spitze der Fahnenkompanie und j führte sie unter dem Jubel der Bevölkerung, die von dem Kehler Tor an, Kopf an Kopf gedrängt, Spalier bildete, nach der Stadt zurück. Um/tl Uhr traf der Wagen der Kaiserin int Kaiserpalasi ein. Eine halbe Stunde später ritt der Kaiser mit den Prinzen uud Fürstlichkeiten/ den Generälen und Offizieren, begleitet von der Fahnenkompanie und der Standarlen­schwadron ein.

Straßburg, 29. August. Auf dem Wege, den die Majestäten vom Parabeplatze nach der Stadt zurücknahmen, bildeten Gewerkschaften und Schulen Spalier. Dor der evangelischen Garnisonkirche hatte eine größere Gruppe von jungen Mädchen und Burschen in Landestracht Aufstellung genommen. Die Kaiserin ließ hier halten. Einige Mädchen sagten Gedichte auf und überreichten Blumen, wofür die Kaiserin huldvoll dankte. Im Kaiserpalaste frühstückte, die kaiserliche Familie mit dem Fürsten zu Fürstenberg und den Damen und Herren des engeren Gefolges. Um 3 Uhr nachmittags war Damenempfang bei der Kaiserin im Kaiser­palaste. Es wurden empfangen von Offiziersdamen di« Exzellenzen Frau v. Gilgenheimb, Frau Wänker v. Danken­schweil, v. Frankenberg, die Damen v. Thiesenhausen, Strauß, Pavel, Schuch, Wollmann, Schott, Schubert, v. Fritsch und v. Pappritz; von Beamtendamen Gräfin Wedel, Frau von Köller, Freifrau Zorn von Bulach, die Damen Petri, Mandel, Wackerzapp, Kuhlman, Fecht, Freifrau v. Berg, Back und Schwanker. Um 7 Uhr abends fand Paradetafel bei den Majestäten im Kaiserpalaste statt.

Stratzbu^g, 29. Aug. Bei der heutigen Paradetafel brachte der Kaiser folgenden Toast aus: Das 15. Armee­korps hat am heutigen Tage mit Ehren eine glanzvolle Parade bestanden vor Seiner Majestät dem Könige von . SMseii, vielen hcutschen Fürsten und mir, und es ist mir eine Freude, Euer Exzellenz nochmals meine vollste An­erkennung und dem Korps meinen Glückwunsch auszu­sprechen, auf historischem Boden, vor den Toren Straßburgs, der schönen Stadt! Ebenfalls erhebend aber war der Ein­blick der im bürgerlichen Gewände dem Korps gegenüber- stehenden Reihen alter Kampfgenossen aus der Zeit meines Großvaters. Ebenso wie in Metz, und nicht zum mindesten, hat es mich gefreut, unter ihnen auch eine Menge franzö­sischer Soldaten zu finden; sie standen einträchtig neben­einander, die Kämpfer von Solferino, Magenta, Inkerman, Sebastopol, die unter Rosquat, St. Arnaud, Pelissier, Forey gestanden haben und neben ihnen, mit eisernem Kreuz, die Kämpfer des Prinzen Friedrich Karl, des Generals Steinmetz und vieler anderer deutscher Heerführer. So muß es sein! Wo echter solidarischer Geist lebt, da finden sich die Soldaten- herzen zusammen. Möge das Korps auch fernerhin in dem ausgezeichneten Stand, in dem es sich mir gezeigt hat, vor- geführt werden und möge es im Manöver seine kriegs­mäßige^ Ausbildung zu meiner Zufriedenheit betätigen. Ich trinke auf das Wohl des 15. Armeekorps. Hurra! Hurra! Hurra!

Strastbupg, 29. Aug. Am Abend war die Stadt wahrhaft glänzend illuminiert. Unter anderen Gebäuden bot der Münster im Schmuck elektrischer Lichterreihen ein groß­artiges Bild dar. Trotz des Regenwetters waren Tausende auf den Straßen, besonders auf dem Kaiserplatz vor dem Kaiserpalast, wo großer Zapfenstreich stattfand, dem der Kaiser, die Kaiserin und die übrigen Fürstlichkeiten vom Balkon des Palastes aus beiwohnten.

Strasburg, 30. August. Der Kaiser ließ den für heute vormittag angesetzten Feldgottesdienst auf der Esplanade wegen Unbeständigkeit des Wetters absagen. Statt dessen wurde in der evangelischen Garnisonkirche ein feierlicher Gottesdienst abgehalten, an dem die kaiserliche Familie und der Großherzog von Baden teilnahmen. Der Kaiser verlieh eine große Anzahl von Auszeichnungen an Beamte und Be­wohner des Reichslands, unter andern: den Schwarzen Adlerorden an den Staatssekretär v. Köller, den Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klaffe mit Eichenlaub und Krone an den Präsidenten des Landesausschusses Jaunez, den Stern zum Dtoten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub an den Unterstaatssekretär Zorn von Bulach und an den Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat Wackerzapp, den Roten Adler­orden zweiter Klasse mit Eichenlaub an den Direktor des OberschulratS Albrecht, den Stern zum Kronenorden zweiter Klasse an den Unterstaatssekretär Dr. Petri, den Kronen- orden zweiter Klasse mit dem Stern an den Unterstaats- sekretär Mandel, den Kronenordcn zweiter Klasse an den Bezirkspräsidenten Pöhlmann und den Geheimen Ober- regierungsrat Freiherrn von Liebenstein, den Roten Adler- orden dritter Klasse mit der Schleife an den Gutsbesitzer Öanicl und den Archivdirektor Prof. Wiegand, den Kronen-