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P^ân»d«^ und »«lag d« Buchdruck««! bd veâ

*, «ais-ohaus-S in Hanau.

Amtlicher VrW fit Mt- uni LiMrns Smu.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Dit füufgespalteui Petitzeii« »bet bereit R«N» M Pfg» tat Sieklameutett dir Zeil« 35 Pfg.

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Nr. 126 Fernsprechanschlutz Nr. 605.

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16 Seiten

Amtliches.

Eandkräs Hanau.

BekMtmllANen heS Kömglichen LNdratsamts.

Unter den Schweinen zu Roßdorf ist die Schweine­zucht festgestellt worden.

Hanau den 25. Mai 1908.

Der Königliche Landrat.

V 8717 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Unter den Schweinen zu Ostheim ist die Schweine- tzuche erloschen.

Hanau den 26. Mai 1908.

Der Königliche Landrat.

Y 3798 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Durch die am 1. Januar d. Js. in Kraft getretenen Unfall-Verhütungs-Vorschrifte« für landwèrt- schaftliche Geräte ist u. a. angeordnet, daß jede Sense auf dem Wege von und zur Arbeit entweder mit einer die Schneide und Spitze vollständig verdeckenden Scheide von Blech, Leder oder Holz versehen sein oder in der ganzen Länge der Schneide umwickelt oder mit abgeschlagener, an den Stiel festgewunbener Schneide getragen werden muß. Auch ist untersagt, abgeschlagene Sensenklingen in Viehställen oder anderen Wirtschaftsgebäuden unbeweglich zu befestigen, um an den Klingen Stroh zu schneiden.

Sicheln müssen bei der Beförderung von und zur Ar­beitsstätte mit der Spitze nach unten getragen werden. Werden sie auf Wagen mitgeführt, so müssen sie mit der Spitze nach unten festgesteckt werden.

H-n- und Mistgabeln müssen mit nach unten ge­richteter Spitze, Aexte, Beile und Hacken mit nach' unten gerichteter Schneide festgelegt werden, wenn sie auf beladeneu Wagen befördert werden.

Etwaige Belehrung hierüber können auf den Bürger- meister-Aemtern, woselbst ein Exemplar der Unfall-Verhütungs- Vorschriften ausliegt, oder im Bureau der landwirtschaftlichen Unfallversicherung Kreishaus eingeholt werden.

, ®ë ivird dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kennt- nis gebracht, daß bei Zuwiderhandlungen gegen die obigen Bestimmungen sowohl gegen die Betriebsunlernehmer als auch die Versicherten hohe Strafen festgesetzt werden.

Hanau den 26. Mai 1908.

Der Vorsitzende des Sektionsvorstandes Hanau - Land der Hessen-Nassauischen landw. Berufsgenossenschaft.

v 1341 v. Beckerath.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

1SoAâttWche"de in der Zeit vom 23. bis 29. Mai

1 Eisendreher, 1 Schreiner, 2 Hansburschen, 4 Tagelöhner

Gesucht werden mehrere Dienstmädchen.

Hanau den 30. Mai 1908.

Städtische Arbeitsvermittelunqsftelle. 11697

Konkursverfahren.

Sn dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kauf- mmns Philipp Mandler, Inhabers der Firma Ph. Mandler & Co., in Hanan wird Termin zur Ab­nahme der von dem Verwalter gelegten Schlußrechnung an=' beraumt auf

den 12. Juni 1908, vormittags 11 Uhr.

Hanau den 27. Mai 1908. 11643

Königliches Amtsgericht 5.

Politische Rundschau.

Die hessische Zweite Kammer nahm gestern die Regierungsvorlage betreffend die Herstellung einer vollspurigen Nebenbahn von Alsfeld bis Landesgrenze mit Abzweigung Schlitz, ferner betr. den Bau einer vollspurigen Neben- bahn von Griedel nach Bad Nauheim und betr. den Bau einer vollspurigen Nebenbahn von Butzbach nach Landes- Qrenje an und bewilligte die dafür geforderten Geldmittel,

Samstag den 30. Mai

Für die erstgenannte Bahn ist ein Betrag von 8 118 000 Mark aus Staatsmitteln verlangt worden. Finanzminister Gnauth hob bei dieser Veranlassung gegenüber dem Abg. Ulrich die Vorteile der preußisch-Hessischen Eisenbahngemein- .schaft ausdrücklich hervor und bemerkte, daß nur auf Grund dieses Vertrages es der Regierung möglich gewesen sei, die Vorlage einznbringen.

Die Unruhen auf Samos. Ueber die Ereignisse auf Samos fehlen bis jetzt genaue Berichte. Rach den vor­liegenden, teilweise übereinstimmenden Nachrichten hat jedoch kein Massacre stattgcfunden. Die Meldung von 150 Toten und Verwundeten ist übertrieben. Der österreichisch-unga­rische Konsul meldet, daß er in seinem Wohnhaus blockiert sei, ebenso auch die Kinder in der Schule. Aehnliche Mel­dungen liegen von anderen Konsuln vor, die alle um Schutz bitten. Als kaiserlicher Kommissar ist der Wali Reuf Pascha von Salonik mit zwei Torpedobooten und ferner der Kontre- admiral Hallid Pascha auf der JachtJzzidin" nach Samos abgegangen; Ferner sind von hier heute früh der Kreuzer 'Abdul Hamid" mit einem Torpedojäger und fünf Batail­lonen nach Samos beordert worden. Seit gestern finden Be­ratungen der Botschafter Sinowiew, Constant und Barkley statt. Nach den Auskünften der Pforte an verschiedene Diplo­maten ist der Fürst von Samos mit den Truppen der Gar­nison noch immer im Regierungsgebäude von Aufständischen eingeschlossen.

Die Lage in Marokko.

Paris, 29. Mai. Wie General d'Amade telegraphisch meldet, ist der Oberst Müller von Rabat nach Casablanca zurückgekehrt und wird nun die Polizeitruppen in Mogador inspizieren.

MKs^â Mai. ^Ixr konservative Deputierte Denys Cochin hatte dem Ministerpräsidenten Clemenceau seine Ab­sicht bekannt gegeberi, die Regierung über die Meldung be­treffend die jüngste Unterredung des französischen Botschafters Cambon in Berlin mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Schön zu interpellieren, da aus derselben hervor- zugehen scheine, daß die dem General d'Amade erteilten Weisungen nur der deutschen Regierung mitgeteilt worden seien. Da jedoch Denys Cochin vor Beginn der heutigen Kammersitzung vom Ministerpräsidenten Clemenceau die Ver­sicherung erhielt, daß die erwähnte Mitteilung sämtlichen Signatarmächten der Algecirasakte gemacht worden sei, gab er seine Znterpellationsabsicht auf.

Hus Ran au Stadt und Eand.

Hauau, 30. Mai.

* Personalien. DasMilitärwochenblatt" meldet: Schindler, Wirklicher Geheimer Kriegsrat und Mililär- intendant des 18. Armeekorps, wurde auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt.

* Psarrstelle. Bewerber um die erledigte Pfarrstelle zu Wollrode, Klaffe Melsungen, haben ihre MeldungS- gesuchc durch Vermittelung ihres zuständigen Metropolitans und Superintendenten an Königliches Konsistorium in Gaffel «inzureichen.

* Wallonische Kirche. Von morgen ab finden die gemeinschaftlichen Gottesdienste der beiden Neustädter Ge­meinden wieder in der Wallonischen Kirche statt. Morgen wird auch das neue, mit einem Aufwande von über acht­tausend Mark erbaute Orgelwerk zum ersten Male beim Gottesdienst gespielt werden. Das alte Werk, das Jahrzehnte hindurch als die beste Orgel Hanaus galt, ist bereits aufge­löst und in alle Winde zerstreut. Es war im Jahre 1749 durch den Hanauer Orgel- und Jnstrumentenbaumeister Jolef Karl Großwaldt gefertigt worden, und hat also wehr' als anderthalb Jahrhunderte seinem Zweck gedient, ist freilich im 19. Jahrhundert oft und bedeutend renoviert worden. Bis 1749 hatte die Wallonische Gemeinde keine Orgel. Sie be­folgte den alten reformierten Grundsatz, daß nur der Gesang der menschlichen Kehle zum Preise Gottes ertönen dürfe. Nebst den Altären, Kruzifixen, Bildern, Teppichen, Lichtern und gemalten Fenstern hatte der Calvinismus und Zwinglinnis- mus auch die Orgeln aus den Kirchen verbannt? Hinsichtlich der letzteren wurden die Ausnahmen jedoch immer zahlreicher. Die Rechnungen und Nachweise über das Werk Groß- waldts scheinen verloren gegangen zu sein. Im 19. Jahr­hundert sind aus dieser Orgel viele und große Konzerte ge­geben worden. Eines der frühesten, von dem der Hanauer Chro­nist Wilhelm Ziegler Nachricht gibt, fand statt am 30. Oktbr. 1842. Ziegler sang dabei in der von H. Lucan für Männer­stimmen komponierten Motette. In den 40er Jahren be­gannen auch die von Georg Appunn gegebenen Herbstkonzerte, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Sie bildeten eine fest­stehende Nummer im Konzertleben unserer Stadt. Appunn

Fernsprechanschluh Nr. 605. 1908

hat auch verschiedene Male die Orgel repariert. Die größte Reparatur dieser Art fand 187273 statt. Die Begutachtung der restaurierten Orgel durch den Seminar-Musiklehrer Davin aus Schlüchtern fiel glänzend aus. Aber teuer war sie auch gewesen. Eine ganz neue Orgel hätte kaum mehr gekostet. Am 24. Mai 1873 wurde das reparierte Werk in Gegenwart eingeladener Kunst- und Fachmänner probiert. Appunn spielte selbst, außerdem sangen Frau Schmidt-Gödde aus Frankfurt, die Herren Jakob Geissel und Franz Waß- muth aus Hanau. Eines Konzertes wollen wir noch ge­denken, das auf der Orgel am Sonntag den 27. August 1876 gegeben wurde. Es war ein Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten abgebrannter Familien in Brückenau. Es wirkten mit: der Oratorienverein, die Herren G. Appunn, B. Triebel, H. Umbach, Franz Waßmuth, Jakob Geissel, PH. Hartung, Schlicher, die Damen Frau Grill-Bissinger und Frl. Pauline Jung. Die Zahl der Besucher betrug gegen tausend. Das materielle Ergebnis, nach Abzug der Unkosten war 846.35 Mark. Nun ist vom alten Werk nur noch das Gehäuse stehen geblieben ; alles andere ist durch die Orgelbauanstalt Wilh. Ratzmann in Gelnhausen neu geliefert worden und so besitzt auch die Wallonische Kirche, nachdem die Johannis», die Marien-, die katholische und vor vier Jahren die Nieder­ländische neue Werke sich zugelegt haben, auch eine den An­forderungen der Neuzeit entsprechende Orgel.

* Um die Vögel von den Gemüse- und Crv- beerbeeten, Obstbäumen usw abzuhalten, wird ein einfaches Mittel empfohlen, welches der Erfahrung nach wirksamer ist als die sonst üblichen Papierfähnchen, Wind­mühlen, Popanze usw. Es besteht darin, daß man eine Kugel in Größe einer mittleren Kartoffel aus Glaserkitt knetet, einen Drahthaken zum Aufhängen einsteckt und rings­herum etwa 8 bis 10 fingerlange Spiegelscherben. Diese Kugel wird mit einem Faden an einer Querstange oder an einem Aste aufgehangen. Der leiseste Windhauch bewegt und dreht sie, so daß heranfliegende Vögel zufolge der unge­wohnten Blendung des auf die Spiegelscherben fallenden Lichtes sofort wieder Reißaus nehmen.

* Die Handelskammer Hauau hielt am Mittwoch eine Plenarsitzung in F u l d a im Stadtverordneten-Sitzungs- saale ab. Der Vorsitzende, Herr Kommerzienrat Canthal, sprach zur Eröffnung seine Freude darüber aus, daß es der Kammer gestattet sei, in diesem schönen Saale zu tagen. Die Anregung zu der Tagung in Fulda sei in erster Linie von Herrn Arnd gegeben worden. Der Rechnungsabschluß für 1907/8 wurde in Einnahme mit 17 789 Mk. und in Aus­gabe mit 16 489 Mk. genehmigt und Entlastung erteilt. Der Ueberschuß des Rechnungsjahres wurde dem Bausonds, der bis auf 27 528 Mk. angelaufen war, überwiesen. Einem Beschluß der vorigen Sitzung entsprechend, demzufolge Fach­ausschüsse für bestimmte Zweige des Handels und Gewerbes gebildet werden sollen, die die Handelskammer in ihrer Tätig­keit unterstützen sollen, wurden Ausschüsse für den Klein­handel und für den Holz- und Kohlenhand«! und die Holz­industrie gebildet. Ausschüsse sind eingerichtet für Hanau, Fulda und Gelnhausen; sie tagen unter Vorsitz der örtlichen Handelskammermitglieder. In den Fuldaer Ausschuß für Kleinhandel wurden berufen die Herren G. Kalb, H. Büttner, Rob. Kircher, O. Schmitt, F. A. Müller; er soll noch ver­stärkt werden durch Delegierte aus Hünfeld und Gersfeld. Der Bericht über die Stipendienstiftung für Schüler der Königl. Zeichenakademic zu Hanau wurde zur Kenntnis genommen, ebenso die Vorschriften für die Prüfung des Gründungsherganges von Aktiengesellschaften, wobei ein Vorschlag, ausdrücklich festzulegen, daß die Revision sich auch erstrecken solle auf den Gesellschafts- Vertrag, abgelehnt wurde. Ueber die Vollversammlung deS deutschen Handelstages am 20. und 21. März wurde be­richtet, insbesondere über seine Stellungnahme gegen Arbeits­kammern. Die Handelskammer hatte sich für Arbeitskammern ausgesprochen. Den Bestrebungen des Vereins deutscher Ingenieure, die dahin gehen, daß der Einholung von kosten­losen Voranschlägen durch Behörden und Magistrate ent- gegengemirft werde, erklärte die Kammer ihre Sympathie. Der Entwurf einer Aenderung des Wechselstempelsteuer- gesetzcS,^ der hauptsächlich eine Milderung der rigorosen Strafbestimmungen bezweckt, wurde gutgeheißen. Zum Ent­wurf eines Weingesetzes gehen die Vorschläge bet Inte­ressenten bekanntlich dahin, daß es im wesenlichen beim alten Gesetz belassen werden und nur in wenigen Punkten, namentlich hinsichtlich der Zuckerung, des Verschnitts von Rotweinen und der Anstellung von Sachverständigen im Hauptamt eine Besserung angestrebt werden soll? Die Handelskammer hielt eine besondere Stellungnahme nicht für nötig und will sich vorläufig abwartend verbalten. In bev Kognakfrage, die das neue Gesetz ebenfalls regelt, bat der Vorsitzende eine Denkschrift über die Wirkung der vorge-