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Amtliches VlW für Stabt- nab Mbkttia fjanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 303

Fernsprechanschlich Nr. 605,

Dienstag den 29. Dezember

Fernsprechanschlnsz Nr. 605.

1908

Amtliches.

Bekanntmachttttg.

Für die zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika auf dem direkten Wege, ohne Vermittlung fremder Länder, auszutauschenden frankierten Briefe gelten vom 1. Januar 1909 ab folgende er­mäßigten Gebühren:

in der Richtung aus Deutschland nach den Vereinigten Staaten von Amerika 10 Pfg. für jede 20 g oder einen Teil von 20 g,

in der Richtung aus den Vereinigten Staaten von Amerika nach Deutschland 2 Cents für jede Unze oder einen Teil einer Unze.

Unfrankierte Briefe unterliegen bei der Beförderung auf oem direkten Wege dem Doppelten der genannten Sätze.

Für die auf anderen Wegen (über Frankreich oder England) beförderten Briefe nach und aus den Vereinigten Staaten bleiben die bisherigen Sätze (für Briefe aus Deruschland 20 Pf. für die ersten 20 g und 10 Pf. für lebe roeiteren 20 g) bestehen.

Die Angabe eines Leitvermerks auf den Briefen ist nicht unbedingt erforderlich. Es empfiehlt sich aber, die Briefe mit einem Leitvermerke, z. B.über Frankreich oder England", schnellster Weg",über Bremeig oder Hamburg",direkter 2bkg",.zu versehen. Ist ein Leitvermerk angegeben, so ist dieser für die Taxierung und Lriiuüg der Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika maßgebend.

Briefe ohne Leitvermerk werden, wenn der in Freimarken verrechnete Betrag über den Betrag des Frankos für den direkten Weg (10 Pf. für jede 20 gl binausgeht, auf dem schnellsten Wege, bei geringerer Frankierung oder im Falle der Nichifrankienlng auf dem direkten Wege abgesandt.

Die ermäßigten Gebühren finden, wenn nicht der Ab­sender durch einen Leiivermerk die Beförderung über ein fremdes Land vorgeschriebgu hat, auch auf die Briefe nach Deutschland und den Bereinigten Staaten von Amerika An­wendung, die an Bord der zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten verkehrenden Postdampfer auf offenem Meere aufgeliefert werden.

Schiffe, mit denen die nach dem ermäßigten Satze fran­kierten Briefe befördert werden können, gehen im Januar ab: von Bremerhaven am 5. und 19., von Cuxhaven am 9., 16. und 26.

Ueber die später in Betracht kommenden Schiffe erteilen die Postanstallen Auskunft.

Berlin W 66 den 23. Dezember 1908.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

K r a e t k e.

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Feuilleton.

Kk-e zur EisAltMW Wsrikss?) AuS : Weule, Negerleben in OstafriFa. Leipzig, F. A. Brockhaus. Geb. 10 Mark.

Die wirtschaftliche Erschließung der öden Sandflächen des oberägyptischen Niltals ist die gegebene Parallele für unseren eigenen Kolonialbetrieb. Ohne einen festen Willen, ohne Kapital und ohne eine genaue Kenntnis des Landes und seiner Eigenschaften würde auch jene englische oder ameri­kanische Gesellschaft im Niltal nichts erreichen. Alle drei Faktoren tun auch uns not, sofern wir weiterkommen wollen in Ostairika, in Südwest, in Kamerun und Togo. Nur ein kleiner Unterschied ist dabei ; der im Laufe vieler Jahr,zehn­lausende angehäufle Alluvialbodcn des Niltales bedarf ") Wir sinh durch das Entgegenkommen de? Herrn Brockhaus in LeipM in ressen Verlag die hervorragendsten Neisewerke erschienen sind in der Lage, aus dem soeben 'ur Ausgabe aelaugenden Werke Negerleben in Ostasrita' von Prozessor Dr. Karl Weule, dem Direkter des Muieings für Völkerkunde zu Leipzig, einen interessanten Abschnitt -um Abdruck zu bringen. Weule zeigt z m ersten Male den Neger, wie er leibt und lebt, und führt in dessen eigenartige DenknugSwege ein Noch nie hat ein Gelehrter so tiefe Bücke in das mtumre Leben ber Schwarzen tun können, wie eS bcm als Ethnologen bekannten Verfasser mt Süden Dentschastatrikas. in bem durch Aufstände viel gefährdeten Gebiete, i eidlichen war. Mit liebenswürdigem Humor bietet der mit den modernsten Waffen der Wäscnichwt, not Phonograph und Kinematb'araph, ausgerüstete «erraffet die überraschenden Ergebnisse feiner r eise in einer Form, die jeden anuebt. Wer begleiten die Schwarzen von der Geburt bi« tum Tode; wir lernen ihre Denkungs- ioei'e, ihre Re igion und ihre StamineSfngen kennen. D e eigen­artigen Dlaniibarkeitsfeste und Gebräuche, die vor Weule noch nie ein Weiher hat sehen büren, werden in Wort und Bild votßefmrt und ein reiches Gemälde de« GemütSlebcns der Neuer entrollt. Ein Aus­blick auf die Pckimft beb Negers und seine mögliche Mitarbeit an der wlllichaftlichrn Erschließung von Deut'ch-Ostaftika ichhehl da« reich illustrierte und mit einem originellen Entband versehene Buch, das lieg auch durch den billigen Preis von 10 Mark auszeichucl.

Stadtkreis Hanau.

Unter einzelnen Pferden der 5. Eskadron des Ulanen« Regiments Nr. 6 hier ist die Brustseuche ausgebrochen.

Hanau den 24. Dezember 1908.

Königliche Polizei-Direktion.

P 13794 v. Beckerath.

Landkreis Hanau.

Zu den im nächsten Jahre bevorstehenden Wahlen für die Handwerkskammer zu Cassel liegt das nach dem Stande vom 20. Dezember 1908 au'gestellle Verzeichnis der Hand­werkerinnungen, Gewerbevereine und sonstigen derartigen Ver­einigungen, die im Landkreise Hanau ihren Sitz haben (§ 103a Abs. 3 Ziffer 1 und 2 R.-G.-O.) gemäß § 6 der Wahlordnung für die Handwerkskammer und ihren Gesellen- ausschnß vom 17. 8. 1899 (Reg.-A.-Bl. S. 266) vom 2. Januar 1909 ab 8 Tage lang zur Einsicht der Beteiligten im Kreiehauie Zimmer des Kreissekretârs aus. Ich macke dies mit der Aufforderung bekannt, etwaige Beschwerden binnen vierzehn Tagen bei mir anzubringen.

Hanau den 29. Dezember 1908.

Der Königliche Landrat.

V 8530 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Nachdem der Plan betreffend die Abänderung der Flucht- linien des Saliswegs, Strecke Banmweg bis Guhkowstratze, durch Beschluß vom 8. d. Mls. förmlich festgestellt worden ist, wird er auf Grund des § 8 des Ge­setzes vom 2. Juli 1875 non nun an auf dem städtischen Vermessungsbureau, Zimmer 21, während der Geschâfts- stunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Hanau den 23. Dezember 1908.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 28387

Bekanntmachung.

Auf Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenten zu Cassel vom 7. September 1908 werden hiermit auf Grund der §§ 47 Abs. 6 und 48 Abs. 4 des Krankenversicherungs- Gesetzes und der Ausführungsanweisung vom 10. Juli 1892 die im Orièbezirk Hanau-Kcssclstadt beschäftigten Mitglieder der Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanau vom

lediglich der Berieselung mit dem belebenden Wasser desselben Stromes, dem er feine eigene Entstehung verdankt, um sofort wieder ein Kulturboden allerersten Ranges zu sein. Der in seiner Wasserführung weise geregelte Nil strom ist der Zauber­stab, der die Verwandlung unfruchtbarsten Oedlandes in den besten Acker in einem kurzen Augenblick vollzieht. Für das Port und die Steppen Deutsch-Ostafrikas fehlt uns dieser Zauberstab. Freilich hat das Land Flüsse und Bäche in großer Anzahl, doch sind diese Flußläufe in ihrer Waffer- sührung einstweilen noch nickt reguliert; keiner von ihnen ist auch in jenem großartigen Maßstabe schiffbar wie die Lebens­ader des Pharaonenlandes. Im Laufe der Zeit wird auch bei ihnen das alles kommen; man wird den Pangani zu einer Verkehrsader gestalten und auch den Rufidyi, vielleicht sogar den Grenzfluß Rovuma: dock das ist Zukunftsmusik, welche die lebende Generation nickt mehr zu hören bekommen wird. Auch der Boden Teutsch-Ostafrikas hält den Vergleich mit dem bc§ 9lilta!§ nicht aus ; er ist kein abgesetzter, humus­reicher Alluvialboden, sondern ein im allgemeinen ziemlich mageres Verwitterungsprodult anstehender Gesteine; der Zauberstab des netzenden Wasserlropsenß allein tut's also bei ihm nicht. Gleichwohl ist die Wasserfrage, soweit ich es beurteilen kann, die Kardinnlkrage unserer ganzen kolonialen Agrikultur. Bei Saadani sind sie gleich in die Vollen ge­gangen : mit Dampfpflügen bearbeitet man dort gewaltige Flächen: Bainuwollkultur im großen soll dem amerikanischen Monopol ein Ende bereiten. Das ist alles gut und schön gedacht; die Temperaturverhältnisse sind günstig, auch der Boden ist für jene Kultur vollauf geeignet ; nur ein Faktor ist unsicher: Deutsch-Ostafrika kann ebensowenig wie Indien mit voller Gewißheit auf Niederschlagsmengen 'rechnen; wenn aber einmal der Regen ganz ausbleibt, was dann?

Man hat den dunklen Weltteil oft und gern mit einem umgetehrlen Teller verglichen; sanft und sackt steigt das Land ringsum noin Ozean aus an ; allmählich wird der Neigungs­winkel größer; schließlick artet die Küstenebene in ein voll­kommenes Randgebirge von bedeutenden Abmessungen aus. Dock den Gebirgsckarakter haben diese Berge nur von der Küstenregion her; ist man über sie hinmeggeschritten, so eracht es dem Wanderer wie auf den Höhen des Harzes oder des

1. Januar 1909 der Hanauer Ortskrankenkasse überwiesen.

Die An- und Abmeldungen haben von diesem Zeitpunkte ab bei der Hanauer Ortskrankenkaffe zu erfolgen.

Hanau den 14. Dezember 1908.

/ Der Mag'strat.

Hild. 27795

AMnnst der NenjahrsMtnlationen.

Zur Ablösung der hier üblichen und gewiß ebenso wie an anderen Orlen lästig empfundenen gegenseitigen Neujahrs­gratulationen sind Listen ausgelegt in der G. M. Albertt- scken und Fix. Königs Hosbuchhandlung und auf dem städtischen Armenamt, Langstraße Nr. 43. In diese Listen sann jedermann seinen Namen und den von ihm ge­zahlten Betrag selbst eintragen.

Der Erlös soll für die von der Stadt unterhaltenen armen Pflege- und Waisenkinder verwendet werden. Ins­besondere soll dadurch ein Grundstock für außerhalb der engeren Armenpflege liegende Aufwendungen, z. B. zu Weih­nachtsbescherungen u. dergl. geschaffen werden.

Die Namen der Zeichner werden rechtzeitig vor «nd nötigenfalls unmittelbar nach Neujahr in den bieft^en Zeitungen, jedoch offne Angabe des gezafflten Betrages veröffentlicht werden, fodaft ein vollständiger Ersatz für die gegen» seitigen Nenjaffrsgratulationen Vorständen ist.

Da diese Einrichtling sich an anderen Orlen sehr be­währt hat, bitten wir auch hier recht regen Gebrauch davon zu machen.

Allen Gebern im voraus besten Dank.

Hanau dm 16. Dezember 1908.

Der Magistrat, Armenamt.

____________________Hild._________________27665

Bekanntmachung über Erhebung der Kirchensteuer.

Infolge des Gesetzes über Erhebung von Umlagen zv landeskirchlichen Zwecken vom 22. Juli 1908 mußte dir Kirchensteuer für das Etatsjahr 1908 auf 8/» Prozent der staatlichen Einkommeusteuer erhöht werden. Nachdem die Genehmigung zur Erhebung durch das Königliche Kon­sistorium und die Königliche Regierung erteilt worden ist, wird mit der Abholung der Kirchenstencrbeträge durch einen städtischen Kaffenboten in den nächsten Tagen begonnen werden. 28399

Die Presbyterien der Jostannis- nnd Marienkirche zu Hanau.

Rheinischen Schiefergebirges: die vordem so stattlichen Serge sind verschwunden, unbehindert kann er den gesamten Horizont überschauen, denn auch jenseits des Schollenrandes ist er auf nahezu gleicher Höhe geblieben. Um bei dem Bilde deS Tellers zu bleiben: er hat den schmalen Aufsatzrand über­schritten und spaziert nun auf der wagerechten Fläche bei Bodeninnern bequem dahin.

Mit dieser ganz eigenartigen Oberflächengliederung muß auch unsere Kolonialwirtschast stark rechnen. Zunächst ist die geringe oder fehlende Schiffbarkeit der Flüsse durch sie bedingt; des weitern bringt es der Charakter unseres Luft­meeres mit sich, daß der Hauptteil der Niederschläge an jenem Schollenrande niedergeht, hinter dem dann die Zon« eine Art von Regenschatten anhebt, die manchen Landstrich, wie z. B. Ugogo und die Nachbargebiete, zu nicht übermäßig üppigen Gefilden stempelt. Immerhin ist der größte Teil dieses Innern von einer Bodenbeschoffenheit, die das Fort­kommen und Gedeihen aller für das äquatoriale Afrika überhaupt in Betracht kommenden Nutzpflanzen sehr wohl gewährleistet. Der Pstanzer ist dort in der glücklichen Lage, mit dem belebenden Einfluß der ständig scheinenden Tropen­sonne zu rechnen; diese zaubert selbst mus dem Sande mohlbestockte Frucht'elder hervor. Dort unten im Süden habe ich mich tagaus tagein davon überzeugen können.

Ueberhaupt jener Süden! Er ist bisher das Aschen­brödel unter allen Bezirken unser Kolonie gewesen, und ich fürchte, er wird eS auch fernerhin bleiben : auf ihm lastet das Vorurteil, er sei unfruchtbar, und daS schreckt die amt­lichen und auch privaten Kreise von seiner Erschließung ab. Es ist richtig: fett ist weder der Boden des Makonde'hoch- InndeS noch des MueraplateanS, noch der weiten Ebenen, die firf) hinter beiden Bcrgländern zwischen dem Rovuma im Süden und dem Mbemkiiru ober dem Rufldyi im Norden erstrecken ; Sand und Lehm und Lehm und Sand hier, und Quarzgeröllc dort, das ist die Signatur bei Ganzen. Dennoch bab n wir durchaus keinen 'Anlaß, an diesem Süden zu verzweifeln: denn wenn der Neger in ihm sein gute? Fortkommen findet, ohne Düngung sogar und ohne jede andere Errungenschaft unserer Hochent» wickelten intensiven Feldwirtschast, wenn dieser selbe Neger