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Erstes

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Gciicral-Anzciger

Hellies Sri« für Stof- m) fanikrtis K««««.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. mit belletristischer Beilage.

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Nr. 279

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

Samstag den 28. November

Fernsprechanschkttz Nr. 605

1908

Die ielltikeRmmer nwfdM kser d.MtthMzSM

22 Seiten.

Amtliches. Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Slrbeitsuchende in der Zeit vom 21. bis 27. November 1908:

1 Baitschreiner, 2 Fabrikarbeiterinnen, 1 e^abrbnrsche, 1 Kutscher, 1 Maschinenführer, 1 Ma-cktinenschlosser, 1 Möbelsäireiner, 1 Schneider, 1 Schubmacher, 6 Tagelöhner. Gesucht: 1 Waschfrau für Samstags.

Hanau den 28. November 1908. 25179

Städtische Arb eitsvermitteluugsstelle.

Der Saattnstand Mitte November 1908.

Regierungsbezirk Cassel, Kreis Hanau, Land.

Begutachtungsziffern (Noten): 1 sehr gut, 2 = gut, 3 = mittel, 4 gering, 5 =. sehr gering.

Fruchtarten ujro.

Winterweizeii Sorn^,rwei;er Wmiersvelz Winicrromen Sommeri eggen Sommergerste

Hafer

Erb'e»

Ackerbohnen

Wicken

Karw'-eln Aiickeirnbm

Hinlerravs- n,

Rübsen

Flachs (rem)

Klee

Luzerne Wiesen in. kstl. Be- (Enl-)wäss. Andere Wicicn

Königlich Preußisches Statistisches Landesamt.

Dr. BIeNck, Präsident. V 7889

Feuilleton

gut AussitllW der KMkUreilz-ArbeitM um die Ltistilllkkn non Chr. WtishGpt, W. BthrrV iiiiii S. ßwcrncmnun in der Avla der SOikitahiiitmic.

Von Dr. A. Duilling.

Die Preisauslcornöen, die infolge der hochherzigen Stiftungen Hanauer Bürger «»jährlich von der Zcicheuaka- demie erlassen werden können, hauen sich in diesem Jahre einer besonders lebhaften Beteiligung zu erfreuen und ius- qefamt 61 Eniwürfe gezeitigt. Es darf mit Genugtuung festgestellt werden, daß sie mit wenigen Ausnahmen alle das Bestreben zeigen, sich von Unnatürlichkeit und Gemchthcii der Formengebung freiznhalten und einfache, ruhige Lösungen für die vorliegenden Aufgaben zu finden. Nur dem aufmerk­samen Beobachter wird hie und da noch ein leichtes Schwanken und eine gewisse Unsicherheit auf diesem Wege bemerkbar. Dafür sind gerade die prämiierten imb belobten Entwürfe unter den Arbeiten lehrreich, die im Wettbewerb um die

Weishaupt-Stiftung 1907 elnaegangen waren. Die aus dieser Stiftung im vorigen ^abre gestellte Aufgabe hatte keine befriedigende Losung er­fahren, so daß weder der Preis noch eine Belobung zuerkannt

> Von dicker ausführlichen Abhandliing. bie unseren Lesern gewiß von Interesse sein wird, können wir heute leider nur den Anfang bringen werden aber Fortsetzung und Schü-N am Montag N°chh°l°n, so das, jeder Gelegenheit hat, an der Hand Mein -lust hiungen die Ausstellung zu besichtigen. Sie wich zu diesem Zweck «« '* mitlag von 24 und Montag abend »o n d- o U h r groftu t sein. Ihn 9 Uhr muß sie geflossen werden, weil am Dienstag d-e Aula anderiveitta in Anivruch aenommen ist. *- wrv.

Hus Ban au Stadt und Fand.

Panait, 28. November.

Werhnachlsbltte für «nsere Seeleute!

Wo werde ich an Weihnachten sein und wie werde ich Weihnachten feiern, werden wir in den Tagen des Weih- uachtsfcstes treiben auf hoher stürmischer See ober au Land kommen und in einem deutschen Seemannsheim unter dem strahlenden Weihnacktsbaum wieder einmal das liebe Christ­fest feiern und uns freuen dürfen an Grüßen und Geschenken aus der Heimat? So fragen setzt schon unsere Seeleute und rechnen aus, wo sie zur Weihnachtszeit wohl sein werden. Und überall in der Heimat, wo warme Herzen für unsere Seeleute schlagen, werden jetzt die Gaben gesammelt, die Kisten verpackt und abgeschickt, damit die Weihnachtsgeschenke rechtzeitig in den Hafenplätzen eintreffen. Wie in den Vor­jahren so wollen wir auch in diesem Jahre unserer Seeleute gedenken, Weihnachtsgaben und Geschenke sammeln und unsere Seemannsmisstonen helfen den Weihnachtstisch decken für die lieben Gäste, die am Weihnachtsfest sich in den Seemannsheimen der in- und ausländischen Hafenplätze ein« finden. Der Unterzeichnete ist gern bereit, auch in diesem Jahre die Verteilung der bei ihm eingehenden Gelder und Gaben vorzunebmen und verbindet mit dem herzlichen Dank, für die ihm für die letzten Weihnachten anvertrauten Gaben, die dringende und herzliche Bitte, sie ihm für das bevorstehende Weihnachisfest nicht weniger reichlich zukommen zu lassen. Noch sei bemerkt, daß in den zur Absendung be­reit stehenden Kisten noch Platz ist für guten Lesestoff, der besonders begehrt und erwünscht ist und von denen auf Seemannsmissionen nie genug zum Verteilen auf den Schiffen sein können.

Hanau im November 1908. , .

E. Fr l isch, Superintendent.

* Ter ^inanzans schütz der Stadtverordneten stimmte dem Anträge des Magistrats auf Bewilligung von 500 Mark für die Hinterbliebenen des Radboder Gruben­unglücks zu. Die sozialdemokralssche Fraktion hatte 2000 Mark beantragt. Der Magistrat hat einen Antrag auf Er­höhung des Schulgeldes für die Mittelschulen tingebracht und zwar beantragt er, das Schulgeld von 24 Mark auf 48 Mark zu erhöhen. Die Stadtverordneten Ohl, Schroeter und Canthal stellten vorgestern in der Finanzausschußsitzung einen Vermittlungsantraa, der folgende Sätze vorsieht: Für das erste Kind werden 36 Mark, das zweite 30 Mark, das dritte 24 Mark erhoben, das vierte Kind ist frei. Dieser Antrag wurde mit 5 gegen 3 Stimmen angenommen.

* Wirtschaftliche Depression. Im Oktober d. J. sind rund 78 000 offene und über 10 000 gedeckte Eisen- werden konnte, sondern ein neues Ausschreiben erfolgen mußte. Die neue Aufgabe hat folgenden Wortlaut:

Entwurf einer Silberschale von höchstens 35 cm Länge, geeignet zur Aufnahme sowohl von Früchten wie von Blumen. Die Form soll ruhig und einfach sein, ohne daß besonderes Gewicht darauf gelegt wird, ob sie sich mehr einer Frucht­schale oder einer Jardinière nähert."

Zu dieser Aufgabestellung ist zweierlei zu bemerken: Ein­mal "ist es sehr zweckentsprechend, daß von vornherein Ein­fachheit und Ruhe der Form zur Bedingung gemacht ist, zweitens aber ist leider wie sich erst jetzt bei Beurteilung der Bearbeitungen ergeben hat eine Unklarheit im Wort­laut insofern enthalten, als nicht zum Ausdruck kommt, ob die Schale zur gleichzeitigen Ausnahme von Blumen und Früchten geeignet sein muß oder nicht. Tatsächlich war diese Forderung nicht beabsichtigt.

Der Preis (leider steht gemäß testamentarischer Bestimmung nur ein unteilbarer Preis von 120 Mark zur Verfügung) wurde dem Autor des EnlnnirsesFrühling" zuerkannt und derselbe erhielt außerdem noch zwei Belobungen für seine beiden anderen Arbeiten mit den KcunwortenA. V." und Herbst".

Man wird nicht sagen können, daß sich die eingangs er­wähnte leichte Unsicherheit in der Wahl deS Weges zur absoluten Schl chiheit der Form schon darin zeige, daß der Verfasser gleich drei verswiedene Lösungen der Aufgabe ein« gereicht habe. Aber sie zeigt sich unverkennbar an der ver­schiedenen und zwar bewußt und absichtlich verschiedenen Art, wie er in den drei Fällen bie Aufgabe angefaßt hüt. Der Unterschied beruht darin, daß die DarstellungA. V." die einfache, die DarstellungenFrühling" und Hei bst" eine dekorativere Form geben. Gewiß hat sich der Autor die Frage vorgelegt:Sollte der EntwurfA. V." dem Preisruhterkollegium nicht doch vielleicht z u einfach, gar nüchtern erscheinen?" Seine Antwort lauteteja" und darum schuf er noch die beiden anderen Entwürfe, um auch

bahnwagen innerhalb des preußisch-Hessischen Bezirks weniger beladen worden als im Oktober 1907.

* KtMftinditstrie - Verein. Am nächsten Diens- tag den 1. Dezember spricht im Kunstindustrie-Verein der Geschichtsforscher Dr. Viktor Pohlmeyer aus Berlin überDie geschichtliche Entwickelung bei deutschen Nationalbewußtseins." Der Redner hat schon wiederholt in Hanau gesprochen und durch seine fesselnde Vortragsweise stets die Zuhörer hoch erfreut; letz­teres wird gewiß auch bei dem interessanten Thema am nächsten Dienstag der Fall. sein.

* Stadtiheaiev.Alt-Heidelberg", Meyer- Försters erfolgreiches Schauspiel wird morgen Sonntag nach­mittag bei kleinen Preisen nochmals in Szene gehen. Das treffliche Stück hat stets so großen Beifall gefunden, daß eS auch morgen wieder seine Zugkraft ausüben dürfte. Morgen abend steht uns die Erstaufführung der Operette: Die l u st i g e Witwe" bevor. Die eminenten Erfolg«, welche dieses prächtige Werk überall gehabt hat, dürften ge­nügend bekannt sein. Hunderte von Aufführungen erlebte es in Wien, Hamburg und Berlin. Seit der Uraufführung am Theater an der Wien in Wien am 30. Dezember 1905 hat es sich auf dem Repertoire der meisten Bühnen bis heute als Zug- und Kasicnstück bewährt. Auch hier wird man mit Interesse der morgigen ersten hiestgen Darstellung entgegen­sehen. Sorgfältig von Direktor Steffter inszeniert, mit neuer prächtiger Kostüm-Ausstattung aus dem AtelierGermania" in Berlin, wird die reizende Operette auch hier sobald nicht vom Spiciplan verschwinden. Am Montag kommt die Operette:Die D o l l arprin;e ssin" nochmals bei kleinen Preisen zur Darstellung, und am Dienstag wird das Lustspiel:O d i e s e L e u t n a n t s" bei kleinen Preisen in Szene gehen mit Direktor Steffter als Graf Crossen. Ein überaus interessanter künstlerischer Genuß steht uns am kommenden Donnerstag bevor. Die berühmte Tänzerin Signorina Rita Sacchetto wird, wie bereits gemeldet, an diesem Abend ein einmaliges Gastspiel absolvieren. In fol­gender kurzer Zusammenziehung bezeichnet dasWiener T a g b l a t t" (Januar 1906) ihre Darstellungen:Rita Sacchettos Tanz ist modern im besten Sinne deS Wortes. Den Tanz dramatisch zu beleben, seine Grundzüge, so wie sie sich im Volke oder in der höfischen Gesellschaft gebildet haben, zu wahren und ihn dabei doch in seiner jeweiligen Bodenständigkeit mimisch und plastisch zu bereichern, zu adeln und zu vertiefen, das ist die theoretische Formel ihrer Kunst. Cs ist eine gute Sache, eine Kulluraufgabe, in deren Dienst sich Rita Sacchetto mit Enthusiasmus und Energie gestellt hat. Und so steht heute Rita Sacchetto am Anfänge ihrer ruhmreichen Wanderung durch die Welt als erste Vertreterin des lyrischen und lyrisch-dramatischen Tanzes."

dem Geschmack gerecht zu werden, der, insbesondere bei Edel- metallarbeiten, eine etwas reichere Ausstattung liebt. Aber er irrte sich, wenn er seine Frage bejahte. Als der künstlerisch anerkennenswerteste Entwurf wurde von dem Preisrichter- kollegium fast einstimmigA. V." bezeichnet und er wurde nur deshalb nicht mit dem Preise ausgezeichnet, weil die Ge­samtform nicht der einer Jardinière oder Fruchtschale, sondern, wie von einem der Preisrichter zutreffend bemerkt wurde, eher der eines Brotkorbes entspricht. Demgegenüber dürfen aber die Vorzüge dieser Lösung keineswegs außer Acht ge­lassen werden. Zweifellos wirkt sie in erster Linie gerade durch die vornehme Einfachheit der Form. Das Ornament ist sparsam und geschickt verteilt. Man kann verschiedener Meinung darüber sein, ob es zweckmäßig gewesen wäre auf den Seitenflächen der Schale außen oder innen noch irgend­welche leichte Dekoration anzubringen, für mein Empfinden würde der Gesamleindiuck dadurch beeinträchtigt werden. Die Verhältnisse der Schale sind gut gewählt, die Henkel, den Schalenrand leicht überragend, sind elegant geschwungen in wirkungsvollem Gegensatz zu den straffen Flächenformen der achtteiligen Wandung. Nur der Boden ist mit einem feinen Ornament versehen, mit sicherem Stilgefühl ist es in der Miite dicht zusammengehalten, während cs nach den Ecken der Wandung zu in lockeren eleganten Spiralmotiven ausstrahlt. Den Abschluß des oberen Schalenrandes bilde' ein zierlicher Perlstab.

Mit Rücksicht auf diese künstlerischen Qualitäten wurde dem Entivurf A. V., da er den Preis nicht erhalten konnte, die erste Belobung zugesprochen. Von den beiden anderen Arbeiten desselben Verfassers besticht am meisten der Entivurf mit dem KennwortHerbst", obwohl er in der Wirkung unter einem DarsteNungsfehlcr zu leiden hat. Es sind näm­lich bei der vierteiligen Schale an den Stellen, wo sie nach Ausweis des beigefügten Grundrisses nur leichte Einbuch­tungen auflveist, so schwere Schatten angegeben, daß die einzelnen Teile nahezu auseinanderzulallen scheinen, jedenfalls