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IWetieeArwI ueb »«lug bet Buchdimck««! bei «â w, Watj«chaus«r in Hamm.

Gcacral-Anzciger Amtliches Orzss fit Mi- ZeMreis Iwai, Erscheint täglich mit Ausnahme der S»nn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 252

Fernsprechanschlutz Nr. A>5.

Dienstag den 27. Oktober

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908

Amtliches.

Eandkreis F)anau» MNtmchllUk« leg Königlichen Lnnlirntsnmts.

Am 1. Dezember d. I. findet im preußischen Staate eine Viehzählimft statt, die sich auf Pferde, Rin d- v i e h, Schafe und Schweine erstreckt.

Es wird bei der Austeilung, Ausfüllung und Wieder­einsammlung der Zâhlpapiere auf die Mitwirkung der selbst­ständigen Ortseinwohner gerechnet und erwartet, daß bei der Wichtigkeit der Zählungen für die Staats- und Gemeinde­verwaltung wie für die Förderung wissenschaftlicher und ge­meinnütziger Zwecke allerorts die Haushaltungsvorstände die für das Zähleramt bestimmten Personen bereitwillig unter­stützen.

Ich weise besonders darauf hin, daß die Viehzählung zu keinerlei stei, erlichen Zwecken dient.

Hanau den 24. Oktober 1908.

Der Königliche Landrat.

V 7097 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 goldner Kneifer (bei Heilmann, Fahr­straße 7, liegen geblieben).

Gefunden im Stabttheater: 2 Schlüssel und 1 Schlinge an einem Ring. Abzuholen auf dem Bureau der Armenverwaltung.

Verloren: 1 brauner Stoffgürtel mit gelber Schnalle, 1 Stück hellgrüne Seide mit etwas grüner Stickseide.

Zugelaufen: 1 junger schwarzer Hund mit gelben Beinen w. Geschl.

Hanau den 27. Oktober 1908.

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Kurzer Getreide-Wochenbericht

Der Preisberichtsstelle des Dentschen Landwirt- ichnftsrats vom 20. Oktbr. bis 26. Oktbr. 1908.

Die vor acht Tagen plötzlich eingetretene kalte Witterung hat um so mehr Beunruhigung hervorgerufen, als wie der amtliche Bericht betont infolge Trockenheit die Be­stellung im Rückstände und die bisher bestellte Saat unge­nügend entwickelt ist. Auch ist zu berücksichtigen, daß bei Eintritt des Frostes noch rin großer Teil der Kartoffelernte sich im Boden befand, sodaß stellenweise mehr oder minder ernste Schäden entstanden sind, deren Umfang sich zur Zeit noch nicht ganz übersehen läßt. Als eine weitere Folge der kalten Witterung wurde angesichts des sehr niedrigen Wasserstandes die Möglichkeit eines baldigen Schiffahrt- schlusses in Erwägung gezogen. Alle diese Umstände wirkten

Feuilleton.

Wie ÄMtn p einerAWich" tat

Von Pfarrer C Heuß in Windecken.

(Nachdruck verboten.) (Schluß.)

Nachdem Bischof Heinrich von Bamberg 1488 seine Zu­stimmung dazu gegeben hatte, daß Graf Philipp von Hanau das Schloß und die Smdt Windecken,so vom Bistum Bamberg zu Lehen rühret," mit den Pfarr-Rechten von der Pfarrkirche zu Ostheim scheiden und ändern möge, wurde die Windecker Filialkirche durch Urkunde deS Mainzer Erz­bischofs Bertold vom 5. Dezember 1489 zu einer selbständigen Pfarrkirche erhoben (Marburger Staatsarchiv; ungedruckt). In dieser Urkunde sagt der Erzbischof:Filialem ecclesiam in Wynnecken auctoritate nostra ordinaria a matrice ecclesia in Ostheim separamus et ab eadem segregamus et distinguimus et in parrochialem ecclesiam auctoritate nostra ordinaria erigimus, constituimus et creamus dantes et concedentes eidem ecclesie omnia et singula sacrâ- mentalia iura consuetudines et alia privilegia et insig- nia quibus cetere parrochiales insignite et privilegiate sunt et existent ac etiam repositionen corporis dominici, olei sacri baptismatis cum sepultura ecclesiastica omni- aque alia et singula parrochialis ecclesie insignia et eis concedi et darf §olita.Kraft Unserer Befugnis als Ordinarius (zuständiger Bischof) scheiden wir die Tocbter- kirche in Windecken von der Mutterkirche in Ostheim, lösen und sondern sic ab und erheben, bestimmen und machen sie nach der Uns zustehenden bischöflichen Befugnis zu einer Pfarrkirche, indem wir besagter Kirche verleihen und zuge­stehen im gesamten und einzelnen die Sakramentalrechte, Ge­wohnheiten und anderen Gerechtsame und Auszeichnunaen,

I befestigend, zumal auch aus Argentinien Meldungen über Frostschäden vorlagen. Trotzdem war aber an keinem der deutschen Märkte eine Belebung der Kauflust erkennbar, so­daß sich höhere Preisansprüche nur vereinzelt durchsetzen ließen. Teilweise war infolge unbefriedigenden Geschäfts­ganges sogar ein weiteres Zurückweichen der Preise unver­meidlich, was um so bemerkenswerter ist, als das Angebot keineswegs drängt und auch von einem drückenden Wett­bewerb des Auslandes bei erheblich niedrigeren Inlands­preisen nicht gesprochen werden kann. Scheinbar ist die Stockung im Ausfuhrgeschäft der Grund für das vorsichtige Verhalten der inländischen Käufer. Während aber die Gebote seitens Italiens für Weizen unrentabel geblieben sind, regte sich für Roggen zeitweise der Export, sodaß wieder manche Ladung ihren Weg nach der Küste nahm. Auch Böhmen zeigt neuerdings Begehr nach deutschem Roggen. Die knappen und teuren russischen Angebot« kommen als Konkurrenz für die deutsche Roggenausfuhr auch weiterhin nicht in Betracht. In Hafer erschweren erhöhte Forderungen bei mäßigem Angebot sowie ungünstige Schiffahrtsverhältnisse den Einkauf, sodaß sich das Geschäft darin wieder in engen Grenzen bewegte. Lebhaftere Kauflust machte sich dagegen im Geschäft mit Braugerste bemerkbar und waren namentlich feine schwere Qualitäten gut unterzubringen. Auch Futter- gerste fand bei zeitweise ermäßigten Forderungen größere Beachtung. Mais wurde wenig gehandelt. Auf dem Liefe­rungsmarkte gingen die anfangs erzielten Gewinne infolge milderer Witterung zum Schluß wieder verloren.

Es stellten sich die Getreidepreist am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger () gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist, wie folgt:

Weizen

Roggen

Hafer

Königsberg

207 (+3

) 169 (4-21/*) 158 (4-5 )

Danzig

205 (+3

) 169 (4-4

) 160 (- )

Stettin

197 (

) 168 (1

) 160 (2 )

Posen

201 (

) 166 (4-1

) 159 (- )

Breslau

207 (

) 174 (-1

) 160 (- )

Berlin

205 (4-1

) 173 (-

) 177 (4-2 )

Magdeburg

201 (-

) 173 (4-1

) 171 (4-8 )

Halle

203 (4-1

) 177 (4-1

) 170 (- )

Leipzig

203 (4-1

) 177 (+1

) 166 (- )

Braunschweig

202 (43

) 172 (-

) 175 (+3 )

Rostock

195 (2

) 164 (-2

) 167 (8 )

Hamburg

202 (

) 170 (-

) 170 (- )

Hannover

204 (4-4

) 173 (4-3

) 178 (4-3 )

Düsseldorf

210 (

) 175 (-1

) 165 (- )

^Köln

200 (21/«) 170 (6

) 170 (- )

Mannheim

227 (-1

) 187'M+P

) 1721/1(4-»/. )

München

220 (2

) 178 (-2

) 173 (-1 )

womit die Pfarrkirchen sonst begabt und begnadet sind, sowie die Aufbewahrung der geweihten Hostie und des heiligen Tauföls nebst dem kirchlichen Begräbnis, wie auch alle an­deren und einzelnen Vorrechte einer Pfarrkirche, die denselben herkömmlich zugestanden und verliehen werden." Nicht weniger, aber auch nicht mehr ist damals der Windecker neuen Pfarrkirche gegeben worden. Ihren ersten ordentlichen Pfarr­herrn erhielt sie in der Person des Priesters Johann Wentzchin, den Graf Philipp von Hanau am 14. Februar 1490 bei dem Mainzer Stuhl präsentierte und zu investieren bat (ungedruckte Urkunde; Marburger Archiv). Von weiter- gehenden Rechten oder besonderen Befugnissen der neuen Pfarrkirche oder ihrer Geistlichen, von einer besonderen Kollegial- oder Kapitalverfassung oder einer Befreiung von der geistlichen Gerichtsbarkeit und Aufsicht des Erzpriester- stuhls Roßdorf findet sich nichts. Die Aufzählung der Rechte der Pfarrkirchen ist wohl als die gewöhnliche bei solchen Ge­legenheiten zur Anwendung gelangte Urkundenformel aufzu­fassen, da in ihr daskirchliche Begräbnis" aufgeführt wird, das die Stadt Windecken schon längst besaß (Kirchhof mit Totenkirche, Begräbnis oder Seelhofaußer der Pforten" vor dem Kilianstädter Tor gelegen; schon 1559 erweitert). Und nun vergleiche man damit, was Bach in seinernach amtlichen Quellen" bearbeiteten Kirchenstatistik 1835, Seite 883 sagt:Die Kirche, deren Alter unbekannt ist, war bis 1489 Filialkirche von Osthcim; damals wurde sie davon ge­trennt und zu einer Pfarrkirche, fast mit d e m A n s e h e n einer Kollegiatkirche erhoben; daher sie noch j e tz t d e n R a m e n d c r S ! i f t § f i r $ c f ü 6 r t.* Dieselbe Angabe findet sich auch in der 1872 erschienenen Statistik der evangelischen Kirchen im Reg.-Dez. Cassel von Hochhuch S. 8.18. Richtig ist hieran nur daS eine, daß damals die Kirche mit den Rechten einer Pfarrkirche auSge- stattet wurde; unrichtig und der Urkunde des Mainzer Erz­bischofs widersprechend und mit den Tatsachen nicht überein­stimmend, daß sie zu einer Pfarrkirchefast mit dem Ansehen

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Dez. 204. (1.00), Budapest April 205.85 (4-0.45), Paris Oktober 185.45 (-f-0.90), Liverpool Dez. 172.55 (4-0.60), Chicago Dez. 152.50 (0.10), Roggen: Berlin Dez. 176. (0.75), Hafer: Berlin Dezember 165.25 () Mk.

Stimmungsbild aus dem Abgeordnetenhause.

Die erste Lesung der Besoldungsvorlage im Abgeordneten« hause hat begonnen. Beamte, Lehrer und Geistliche werden besonders abgehandelt. Ließ schon die starke Besetzung deS Hauses und der Tribünen auf bedeutsame Verhandlungen schließen, so konnte man aus dem lebhaften Getriebe in der Wandelhalle auch den Verhandlungsgegenstand selbst erkennen; denn man sah hier zahlreiche Beamtendeputationcn, zum Teil in Uniform, in lebhafter Besprechung mit Mitgliedern des HauseS, dem ja die Neuwahlen einige aktive Angehörig» mittlerer Bcamtenkategorien zugeführt haben. Während der ersten drei Stunden der Sitzung fand die Verhandlung des Besoldungsgesetzes sogar lediglich außerhalb des Sitzungs, saales statt, denn diese ganze Zeit wurde durch die Wahl der Präsidenten in Anspruch genommen. Bisher erforderte das Geschäft der Konstituierung des HauseS immer nur wenige Minuten, weil die Wiederwahl der Präsidenten der vorigen Tagung widerspruchslos durch Zuruf erfolgte. Dies­mal wußte man aus demVorwärts" von der Absicht der Sozialdemokraten, die Gelegenheit der Präsidentenwahl zu einer Demonstration gegen Herrn von Kröcher zu benutzen; aber mit taktischem Geschick kamen ihnen die Konservativen zuvor und stellten ihrerseits den Antrag auf Zettelwahl, den sie aber dann natürlich nicht auf Herrn von Kröcher be­schränken konnten. So kam denn Herr von Kröcher in die Lage, als Einziger aus dem ganzen Hause, ebenso stimmen zu müssen, wie die Sozialdemokraten, da auch er bei seiner Wahl einen weißen Zettel abgab. Alle anderen lauteten auf seinen Namen; aber ein Mitglied deS hohen Hauses konnte es sich nicht versagen, einen Zettel mit dem Namen des sozialdemokratischen Abgeordneten Borkmann in die Urne zu tun, was besonders den Herren auf den konservativen Bänken großes Vergnügen zu bereiten schien. Im Reichstag ist man diesen der Würde des Parlaments nicht ganz ent­sprechenden Scherz ja seit Langem gewohnt. Im preußischen Abgeordnetenhause hatte er noch den Rei; der Neuheit. Aber ganz ungefährlich ist er nicht. Man kennt die Anekdote von dem Fäßchen Wein, das die dankbare Gemeinde ihrem

Sie lmtlgeNüMtt umfaßt außer ß.MnisltmSßlrtt

14 Seiten.

einer Kollegiatkirche" erhoben worden sei; und gegenüber der Bemerkung Bachs und des ihm folgenden Hochhuthdaher sie noch jetzt (!) den Namen der Stiftskirche führt," ist zn bemerken, daß diese Bezeichnung keineswegs aus früheren Zeiten stammt, daß sie, 1818 vom Hanauer Konsistorium auf Grund irrtümlicher Annahme oder falscher Information genehmigt, beim Erscheinen der Bachschen Statistik 1835 erst wenige Jahre alt war und früher nie vorkommt, sowie daß die Kirche sonst nur die reformierte Kirche, die Sladtkirche (so 1665) oderdie Pfarrkirche der Stadt Windecken (par- rochialis ecclesia oppidi Winnecken) (1519 ff.) genannt wurde.

Ich selbst habe mich früher durch Bach und andere irre­führen lassen, bis ich durch meine eingehenderen Studien zur Windecker Ortsgeschichte zur einer anderen Ansicht kam; und was ich schon längst vermutete, ist mir durch das genannte Aktenstück des Konsistoriums bestätigt worden.

Eine andere Frage ist freilich die, ob man 1818 nicht etwa doch glaubte Grund zu haben, gerade den Namen Stiftskirche" vorschlagen und von einemKollegia' Ft' reden zu können. Es ist mir unbekannt, ob und wie meu Pfarrer Zimmermann sich mit der Geschichte seiner Stirn : beschäftigt hat. Jedenfalls war ihm bekannt, daß früher, - . katholischen Zeiten, mehrere Kleriker an der Kirche amtierter daß also gewissermaßen einKollegium" vorhanden war, und dies mag ihn veranlaßt haben zu glauben, daß ein Kollegiatstifl vorhanden gewesen sei. Davon findet sich aber keine Spur. Wenn daS Vorkommen mehrerer auf fundiertes Sielleneinkommen angewiesener Geistlicher an einer Kirche ausreichte, ihr für frühere Zeiten den Charakter einer Kollegiatkirche zuzuschreiben, dann würde man im Hanauer Land allein eine ganze Anzahl derartiger Kirchen behaupten können. Es fehlte aber das Entscheidende: die Kapitelver- fassung. Davon habe ich bei der Windecker Kirche nichts entdecken können. Daran ändert auch nichts das Vorhanden­sein einer Prüfung in Windecken, wenn man mut vielleicht