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k». WaiferchaujeS in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Berautivorii. Redakteur: L. Schrick«, in Hana»
Nr. 97 F-rnsprechanschlutz Nr. 605.
Sie ieutigeNulllmer Maßt anßer -.NaterhaltsasSblatt 14 Seiten
Slmtliches.
Candkreis Ran au.
BekmLmalßMgen des Mglidjcn Landratsanck.
Unter den Schweinen zu Langendiebach ist die Schweine- Seuche erloschen.
Hanau den 23. April 1908.
Der Königliche Landrat.
V 2986 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird die Hanau—Frankfurter-Straße von Dörnigheim bis zur Einmündung des Landwegs von Bischofsheim bei Nummerstein 9,9 für Kraftfahrzeuge jeglicher Art, sowie für durchgehendes Lastfuhrwerk von mehr als 20 Zentner Ladegewicht für die Zeit vom 27. April bis 9. Mai - I. polizeilich gesperrt. Uebertretungen dieses Verbots werden auf Grund der Polizei-Verordnung vom 6. April 1877 (Reg.-Amtsbl. S. 137) mit Geldstrafe von 10 bis 30 Mark subsid. mit entsprechender Haft bestraft.
HHnau den 24. April 1908.
Der Königliche Landrat.
V Nr. 3001 I. V.: Siemon, Reg.-Afsessor.
Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 18. bis 24. April 1908:
2 Fabrikarbeiter, 1 Glaser, 2 Hausburschen, 1 Installateur, 1 Küfer, 1 Kupferschmied, 1 Mehger, 1 Schneider, 3 Schreiner, 1 Spengler, 9 Tagelöhner
Hanau den 25. April 1908.
Städtische Arbeitsvermittelunqsftelle. 9267
Bekanntmachung.
Die Königliche Kreiskafse bleibt am 28, 29. und 30. April er. wegen des Finalabschlusses für das Rechnungsjahr 1907 geschlossen.
Hanau den 25. April 1908.
Königliche Kreiskafse.
Feuilleton,
Hanmer Stadttheater.
= Hauau, 24. April.
Rossini's Meisterschöpfung „Der Barbier von Sevilla" wurde gestern abend, als Musteraufführung gedacht, im hiesigen Stadttheater gegeben. Obwohl schon ehrwürdigen Alters, ist doch im „Barbier" keine Nummer enthalten, die nicht heute gerade so wirkt wie im Jahre 1816, der Entstehung der Oper, mit der der Komponist damals große Triumphe feierte. Wenn Mozarts „Figaros Hochzeit" die feinste komische Oper ist, die wir besitzen, so ist der „Barbier" als die feinste Burleske zu bezeichnen. Anerkennung gebührt daher Herrn Direktor D o e r n e r, daß er uns mit seinem trefflichen Ensemble dieses Meisterwerk vorführte und damit einen hohen Genuß übermittelte. Wie schon angeführt, als Musteraufführung gedacht, war auch tatsächlich die Darbietung der Oper geeignet, voll zu befriedigen. In den Hauptpartien waren die ersten Kräfte des Ensembles beschäftigt, sodaß der Erfolg im voraus gegeben war. Den sein reizendes Mündel mit Argusaugen bewachenden „Dr. Bartolo" gab Herr Direktor Doerner mit geradezu hinreißendem Humor, den Musikmeister „Basilio" stattete Herr Franz Mees ebenfalls treffend aus. Mit dem lustigen und schlauen Barbier ,^Figaro" bot Herr Armando Maurel eine Partie, die mit zu den gelungensten der bisherigen Leistungen des Künstler« gehört. Herr Max P a u l y als „Graf Almaviva", der sterblich in Rosini verliebt ist, sang und spielte wiederum in erfolgerzwingender Weise. Jede weitere Vorstellung zeigt, daß Herr Direktor Doerner mit dem Engagement des Herrn Pauly einen recht guten Griff gemacht hat. An dem durchschlagenden Erfolge hatte jedoch auch Frl. Martha Herzoa.
Snmslag den 25. April
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Schulnachrichten.
Städtische höhere Mädchenschule.
Anmeldungen werden Montag den 27. d. M., von 10—12 Uhr, im Schulgebäude entgegengenommen.
Aufnahme der für die 9. Klasse (1. Schuljahr) an- gemeldcien Schülerinnen: Dienstag den 28. d. Mts., vorm. 9 Uhr.
Beginn des Unterrichts: für die Klassen VI—Ta Montag den 27. d. M., nachm. 3 Uhr, für die Klassen VIII u. vii Dienstag den 28. d. M., vorm. 8 Uhr.
Hanau den 24. April 1908.
Der Direktor.
Bungen st ab. 9295
Knaben- und Mädchen-Mittelschule (Eberhardschule) zu Hanau.
Die Aufnahme der für die achten Klassen angemeldeten Schüler findet Montag den 27. April, vormittags um 10 Uhr, statt.
Hanau den 23. April 1908.
Der Stadtschulinspektor.
Hahne. 9265
Städt. Volksschulen zu Hanau.
Die Aufnahme der Kinder, die vor dem 1. Juli 1902 geboren find, findet in den einzelnen Schulen Montag den 27. April, vormittags um 10 Uhr, statt. Die Aufnahme der Kinder, die erst nach dem genannten Tage geboren find, kann in diesem Jahre nicht erfolgen, da die Klassenräume nicht ausreichen.
Hanau den 23. April 1908.
Der Stadtschulinspektor.
Hahne. 9263
Politische Rundschau.
Deutsch-französische Annäherung. Der Pariser „Gaulois" hat seinen Berliner Korrespondenten beauftragt, verschiedene maßgebende deutsche Persönlichkeiten über die An- nähcrungsbestrebungen zwischen Deutschland und Frankreich zu befragen. Heute werden die Antworten des Reichstagspräsidenten Grafen von Stolberg, des Herzogs von Trachen- berg, der Generale v. Löbcll und v. Vetter sowie des Freiherrn v. Hertling veröffentlicht. Alle diese Herren sind Mitglieder des Komitees, das sich zum Zweck der Förderung der Annäberungsbestrebungen gebildet hat. Sie sprechen sich
die die Partie der „Rosini" sang und spielte, hervorragenden Anteil. Ihre sympathischen Stimmittel konnten bei dieser Partie zu reicher Entfaltung kommen, gleicherweise setzte ein gewandtes Spiel ein, sodaß nicht endenwollender Beifall sich kundgab.
Dem „Barbier von Sevilla" folgte die Darbietung der einaktigen Oper „Cavalleria rusticana" (Sizilianische Bauernehre) von Pietro Mascagni. Der wirklich dramatische Zug, der durch das Ganze geht, packt und ergreift die Zuschauer, woraus auch der beispiellose Erfolg resultiert, der mit dieser Bauerntragödie bis zum heutigen Tage erzielt worden ist. Die Besetzung der Hauptpartien war auch bei dieser Oper eine befriedigende. Den „Turridu" sang und spielte Herr Anton D i e g e l, der damit eine rechte gute Leistung vorführte. In der Szene, in der er vor dem Meffer- kampfe rührenden Abschied von der Mutter nimmt und ihr in Vorahnung des nahen Todes voll Reue die unglückliche Santuzza anempfiehlt, waren seine Darbietungen besonders lobenswert. Die Partie der jungen Bäuerin „Santuzza" vertrat Frl. Anny Schrader mit Geschick und Natürlichkeit, mit der „Lola" fand sich Frl. Gretl Lothar zufriedenstellend ab, den „Alfio" spielte und sang Herr Moog. Herr Kapellmeister H o l t s ch e f f waltete wie stets in umsichtiger Weise am Dirigentenpulte.
• Stavtth-'atrr. Wir machen nochmals auf die heute stattfindende Aufführung von „Mignon", Oper von Ambroise Thomas aufmerksam, über weiches Werk wir gestern bereits berichteten. In den Hauptpartien sind beschäftigt Franz Mees: „Lothario, Gretl Lotha: „Mignon", Martha Herzog: „Philine", I arno: „Willy Moog", „Laerter" : Affred Doerner. Den „Wilhelm Meister" singt „Anton Di eg el", dessen künstlerische Fähigkeiten durch seinen „Lyonel" (Martha) und Turiddu (Cavalleria) genügend bekannt sind. —' Eine^glänzende, vollendete und einzig
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sämtlich für ernsthafte Bemühungen in diesem Sinne aus, heben aber fast alle hervor, daß diese Bemühungen nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn sie durch ein ähnliches Komitee in Frankreich unterstützt würden. Am ruhigsten urteilt der Herzog von Trachenberg, der vor jeder Ueber- stürzung warnt. Unüberlegte Hast könne den guten Zweck gefährden.
Das Kaiserpaar auf Korfu.
Achilleion, 24. April. Der Kaiser ließ sich gestern abend wieder aus dem Werk des Großen Generalstabes über die Schlacht bei Liaoyang vorlesen. Heute machte der Kaiser nach den Vorträgen noch einen Spaziergang. Nach 3 Uhr begaben sich die Majestäten mit Familie und Gefolge sowie den Herrschaften von Connaught durch den Park zur Landungsstelle des Achilleion und bestiegen dort den „Sleip- ner". In Korfu verließen die Herzoglich Connaughtschen Herrschaften den „Sleipner", um dem König von Griechenland und dessen Familie einen Abschiedsbesuch zu machen. Die deutschen Herrschaften setzten darauf die Fahrt bis zum nordöstlichen Ende der Insel Korfu fort, wo bei Colura, am Fuße des Pantokrators, an Land gegangen wurde. Hier wurde der Tee genommen. In Colura liegt ein altes venetianisches Fort; die Gegend hat den ausgeprägten Charakter einer griechischen Landschaft, malerische Felsen, Olivenhaine, üppigen Blumenflor, und bietet eine schöne Aussicht nach Albanien und Santa Quaranti hinüber. Abends waren zur Tafel beim Herzog von Connaught an Bord des Kreuzers „Aboukir" geladen: Prinz August Wilhelm und sein Begleiter Leutnant Mackensen, der Chef des Militärkabinetts Graf Hülsen-Häseler, der Chef des Marine- kabinrttS v. Müller und Geh. Regierungsrat v. Berg.
Zur Lage in Guatemala.
Guatemala (City), 23. April. Präsident Cabrera machte den Vertretern der Mächte von einer umfassenden Verschwörung gegen seine Person Mitteilung, die in dem neulichen Mordanschlag gipfelte. Achtzehn Rädelsführer wurden auf seinen Befehl hingerichtet; nachdem so die Strafe vollzogen, befinden sich jetzt auch die übrigen Verschwörer in den Händen des Militärs, zusammen mit den wegen Mordanschlags auf Cabrera im Vorjahre Verhafteten. Eine Proklamation des Präsidenten sagt, er vertraue auf die Loyalität des Volkes; er werde die Ordnung mit fester Hand auf- rechterhalten. Die Umstände sind auch in der Tat ernster Natur, obgleich an der Oberfläche alles ruhig ist. Militär bewacht die Stadt; die Geschäfte sind zum Teil geschloffen. In einigen Stadtteilen gärt es stark und es gibt manche, die nicht zögern würden, alles auf das Spiel zu setzen, um Cabrera aus der Welt zu schaffen, der sich seit einem Vierteljahr nur zwei- oder dreimal öffentlich sehen ließ.
dastehende Mignon, so schreiben die Kritiken, gab Frl. Lothar. Vermöge ihrer paffenden Figur und ihrer lieblichen Stimmmittel kann man sie zu den besten Vertreterinnen der Partie zählen. Der „Lothario" des Herrn MeeS ist die Glanzpartie des Künstlers, wobei ihm seine gewaltige, klangvolle und umfangreiche Stimme sehr zu statten kommt. Die Regie liegt in den Händen des Direktors August Doerner. Für die musikalische Leitung zeichnet Kapellmeister Rudolf H o I t s ch e f f. Die Vorstellung findet zu ermäßigten (gewöhnlichen) Preisen statt. Für den Sonntag nachmittag hat die Direktion vielseitigen Wünschen nachkommend eine Volksvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen (kleinen Preis--:) angesetzt. Zur Aufführung gelangt Flotow's reizende Oper „Martha" mit Anton Diegelin der Partie des „Lyonel" und Martha Herzog in der Titelrolle. Anfang der Vorstellung 4 Uhr, Ende' halb 7 Uhr. Die Direktion macht darauf aufmerksam, daß die Nachmittagsvorstellungen den Abendvorstellungen entsprechen und genau wie abends zur Aufführung kommen. Sonntag abend findet eine Wiederholung der mit so großem Beiiâll aufgenommenen „Carmen"- Aufführung statt. Den „Jose" singt wiederum Max Pauly vom Hoftheater in Karlsruhe, „ESkamillo": Amando Maurel vom Neuen König!. Opernhaus (Kroll) Berlin. Sonst bleibt die Besetzung wie bei der Erstaufführung. Es gelten gewöhnliche Preise. Anfang 8 Uhr. Ende halb 11 Uhr. — „8 a Trav iata", das schönste Werk auf dem italienischen Operngebier, geht am Montag in erster Besetzung der Haupipartien in Szene. Die Oper ist eine der erfolgreichsten Schöpfungen Giuseppe Verdis und übertrifft an Melodien- reiz und dramatischer Aufbauung selbst den „Troubadour." Der Billetverkanf zu diesen 3 Vorstellungen beginnt heute von 11—1, 4—5 Uhr und von halb 8 Uhr abends an der Theaterkasse. Textbücher zu ben Opern sind dort auch erhältlich.