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Erstes Matt.

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vt«Miâhrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfz., f6* tu* »Mee Absnusit« mit bim betreftMen $»ftaufföl«|.

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etetieeibrset und Verlag der Buchdruckerei der verein. W, WaijerchaujeS in Haucru.

General-Anzeiger

Aslliihts Grasn für Stab!« Mb Fan-Kreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Politische RundTcbaa,

Die Schulbildung der vre«s;ischen Rekruten. Die amtliche Statistik über die Schulbildung der im Ersatz­jahr 1907 beim Landheer und bei der Marine eingestellten preußischen Rekruten ist kürzlich veröffentlicht worden. Diese Statistik erstreckt sich auf 151 900 Rekruten des Landheeres und aus 9481 Rekruten der Marine, zusammen also auf 161 381 Mann. Von ihnen waren 40 ohne Schulbildung, das ist 0,02 v. H., während 22 Schulbildung nur in der nichtdeutschen Muttsprache besaßen. Seit dem Elatsjahr 1887/88 ist der Prozentsatz der Mannschaften ohne Schul­bildung von 1,07 auf 0,02 zurückgegangen. In den einzelnen Provinzen verringerte sich fe t jenem Ersatzjahr der Prozent­satz der Analphabeten folgen maßen: in Ostpreußen sank er von 4 19 auf 0,06, in W " >ußen von 4,09 auf 0,06, in Brandenburg von 0,13 au 01, in Pommern von 0,39 auf 0,04, in Posen von 3,46 am 0,06, in Schlesien von 0,88 auf 0,02, in Sachsen von 0,09 auf 0,02, in Schleswig- Hot stein von 0,05 0,00, in Hannover von 0,17 auf 0,01, in Westfalen von 0,13 auf 0,02, in Hessen-Nassau von 0,12 auf 0,05, in der Rbeinprovinz von 0,07 auf 0,01. In Hohenzollern bat es Mannschasien ohne Schulbildung im Ersatzjahr 1887/88 ebensowenig gegeben wie im Ersatzjahr 1907. 91 m günstigsten stehen alsoHobenzollern und Schles­wig-Holstein da. In den gemischt-sprachigen Landesteilen des Ostens ist anhaltend eine erfreuliche Besserung der Schul­bildung festzustellen. Insbesondere weist die Provinz West- preußen für sich denselben Prozentsatz von Analphabeten auf wie die gesamte Monarchie. Dagegen stehen Ostpreußen und Posen mit 0,06 v. H. über dem Prozentsatz ganz Preußens ; sie befinden sich dabei in der Gesellschaft von Pommern und Nassau.

Das angebliche Kaiserinterview.

Berlin, 23. Novbr. DerReichsanzeiger" schreibt: New-Dorker Meldungen zufolge macht dieWorld" Angaben über Aeußerungen, die der Kaiser bei einer dem amerikanischen Schriftsteller William Hale gewährten Audienz getan haben soll. Wir sind ermächtigt, diese Angaben von Anfang bis zu Ende als haltlose Erfindungen zu bezeichnen.

Netv-Nork, 23. Novbr. Alle anständigen Blätter hier fahren fort, das sogenannte Kaiserinlerview unberücksichtigt zu lassen. Hale gibt ein scharsiS, dieWorld" des niedrigsten Belruaes zeihendeS Dementi heraus.

London, 23. Novbr. Das sogenannte Kaiserintkrview macht hier fortwährend viel von sich reden. Es scheint fast,

Feuilleton.

Stadttbcatcr in Hanau.

= Hanan. 23. Novbr.

Der Spielplan der vergangenen Woche bot den Besuchern reiche Abwechselung, sodaß der allabendlich zu konstatierende gute Besuch erklärlich erscheint. Am Sonntag wurden zwei Vorstellungen geboten. Die Nachmittagsvorstellung brachte uns eine Wiederholung des LustspielsO diese Leni­na nt 8 " mit unbestrittenem Erfolge. Bekanntlich hat die Novität bei ihrer Uraufführung in Hanan verschiedenartige Beurteilung gefunden. Wir haben nicht unterlassen, auf die Schwächen hinzuweisen, gleichfalls aber auch betont, daß echter Humor geboten wird, Cynismen erfreulicherweise gänz­lich fehlen und das Stück seinen Weg über die deutschen Bühnen nehmen wird. Unsere Beurteilung scheint die richtige gewesen zu sein. Am Samstag erlebte die Novität ihre Erstaufführung am Kgl. Tbeater zu Wiesbaden. Die Kritik am dortigen Platze äußert sich, soweit uns die Bespreclnmaen zu Gesicht gekommen sind, durchgängig günstig. Interessieren dürfte es/wie sich der Wiesbadener Korrespondent der Leipz. Neueste Nachr." über die Ausführutig äußert. Er schreibt:Die Erstausführung von Curt Kraatz'O diese Leutnants" brachte dem Hoftbeater einen vollen, un- beffrittenen Erfolg. Der liebenswürdige Dichter konnte sich nach jedem der drei Akte dem beifnllspendcnden Publikum mehrfach zeigen, und mit Recht. Denn wer könnte in bieten ernsten Zeiten so undankbar sein, für den Genuß herzhaften Lachens "nicht das richti/e Empfinden-zu haben, zumal wenn die Logik keineswegs auSgeschaltet ist. Mabel Packer, eine reiche Amerikanerin, will einen hübschen Reiteroffizier heiraten, Hans Joachim Graf von Grossen will sich trotz der Schwierig-

als ob der große deutschfeindliche Preßzusammenhang, dem einerseits dieTimes" und dieNational Review," ander­seits dieDaily Mail" mit den zugehörigen Blättern ange­hören, beabsichtigt hätten, den Gegenstand auszuschlachten. Man erzählt, daß diese Blätter den ursprünglichen Text in der Form besitzen, wie er vor der Umarbeitung für das Century Magazine" gelautet haben wird. Es schien auch, als ob derDaily Mirror" eines der im Besitz desDaily Mail"-Syndikats befindlichen Blätter, Ende vergangener Woche die Mitteilung des Interviews einleitete. Gestern erklärte derObserver", der ebenfalls derDaily Mail" angegliedert ist, das britische Auswärtige Amt sei ebenso an­gelegentlich bemüht gewesen, die Veröffentlichung zu ver­hindern wie das deutsche. DieMorning Post" bemerkt heute in einer Anerkennung zu einem Berichte ihres Washingtoner Vertreters, sie besitze den größten Teil des Textes; sie sei indessen benachrichtigt worden, daß die Veröffentlichung nicht erwünscht sei und daher und im Hinblick auf den Lärm, den die frühere Unterredung imDaily Telegraph" verursacht habe, halte sie sich nicht berechtigt, diesen Wortlaut -mit* zuteilen.

Die Lage in Marokko.

Paris, 23. Novbr. Das Gelbbuch über Marokko ist heute im Parlament zur Verteilung gelangt. Es umfaßt 394 Seiten und behandelt die Ereignisse vom 12. Oktober 1907 bis zum 14. Oktober 1908, beginnend mit dem Ein­treffen der Mahalla Muley Hafids im Schauja-Gebiete und schließend mit der für den neuen Sultan bestimmten Note über die Bedingungen für seine Anerkennung. In dem Gelbbuch wird vollständig und aufrichtig die Politik Frank­reichs erörtert gegenüber Abdel Aziz und Muley Hafid, den marokkanischen Stämmen und den Mächten, endlich die militärischen Operationen im Schauja-Gebiete und in den Grenzgebieten. Die Haltung Frankreichs, sagt das Gelbbuch, in dem Konflikt zwischen Abdel Aziz und Mulay Hafid ist zuerst präzisiert worden durch die Entsendung des Gesandten Regnault nach Rabat im Winter 1907. Die in einem langen Bericht zusammengefaßten Ergebnisse der Mission zeigen, daß diese Besprechung den traditionellen Interessen Frankreichs, besonders aber auch dem Inkrafttreten der Reformen von Algeciras gewidmet war und daß die Ge­sandten Frankreichs und Spaniens gemeinschaftlich tätig mitgearbeitet haben zum Nutzen der allgemeinen In­teressen Europas. Frankreich unterstützt in dem näm­lichen Maße, wie sein Mandat es dazu ermächtigt, ben Sultan, der sich geneigt gezeigt hat, die Reformen zu verwirklichen. Frankreich und Spanien sind ver­antwortlich für die Sicherheit in den Häfen; sie wachen dort, halten die Autorität des Maghzen aufrecht, verwenden sich halbamtlich für ihn, um ihm für den Sold

keilen, aus denen er seinen allzu lebenslustigen Vater zur Errettung des Stammgutes befreien, der Schwester Nelly und ihrem Verlobten die Heiratskauiion beschaffen soll, nicht verkaufen. Aber die Liebe auf den ersten Blick besiegt Hans Joachim und fein treues Halten zu des Kaisers Rock die Abneigung Mabels, sich gräßliche Rittmasters als Vorgesetzte ihres Liebsten zu denken, und gegen das Walten als deutsche Hausfrau. Dem Autor steht eine reiche Bühnenerfahrung zu Gebote, mit den einfachsten Mitteln erzielt er die besten Wirkungen und für die ältesten Scherzworte und das Wieder­auffrischen bekanntester Zitate quittiert das dankbare Publi­kum mit lauten Lachsalven. Es ist keine literari'che Aufgabe, die Kraatz gelöst hat, aber, wie gesagt, er schrieb ein famoses Lustspiel mit höchst dankbaren Rollen, die glänzend zur Dar­stellung gelangten." Wir sehen also, daß das Hanauer Publikum, das der Novität eine recht freundliche Aufnahme zu Teil werden ließ, das richtige Verständnis dafür offen­barte. Die vorzügliche Wiedergabe an der hiesigen Bühne sichert dem Stücke, wie die Sonntagsvorstellung erwies, noch wettere Zugkraft.

Am Abend ging Rudolf Herzogs SchauspielDie Condottiere" erstmalig in Szene. Nach den Vor­notizen, die auch bei uns erschienen sind, hat das Stück überall glänzende Erfolge erzielt. Daß wir es mit einer literarisch bedeutsamen Schöpfung zu tun haben, ist nicht von der Hand zu. weisen, umsomehr, als der Autor als ein Meister der Sprache anzusihen ist und Charaktere gezeichnet hat, die unser Interesse in Anspruch nehmen, über­haupt eine gesch ckt aufgebaute Handlung verfolgt werden kann, die nur hier und da an etwas zu lang gesponnenen Auseinandersetzungen kränkt. Die Regie führte Herr Grimm, der auch die Hauptrolle des altenColeonc" spielte und uns eine wohldurchdachte, im ganzen wohlgelungene Leistung bot, sodaß wir angesichts der Schwierigkeit der Rolle über manche Unebenheit hinwegsehen und auch ein kleines Mißgeschick ent­schuldigen. Herr R ö m e r fand in seiner Rolle derGiovanni

in den Garnisonen das erforderliche Geld zu verschaffen, und halten für jede Eventualität ihre Schiffe bereit. Frankreich tritt vermittelnd in Casablanca ein, ferner im Schauja-Ge­biete, um einen rechtmäßigen Druck auszuüben. Das Gelb­buch zeigt, wie General d'Amade die endgültige Herstellung des Friedens in der Provinz in einem glänzenden Feldzug» burchgeführt habe und fährt dann fort: Aber keinen Augen­blick hat Frankreich Partei ergriffen in dem inneren Streite zwischen den beiden Brüdern. Die wiederholten Instruktionen, die von Zeit zu Zeit an den Gesandten Regnault wie an den General d'Amade geschickt wurden, find bis zum End» beobachtet worden ; trotzdem einerseits die hasidischen Truppen gegen die französischen Truppen kämpften, andererseits Abdel Aziz von Rabat aus an Frankreich den dringensten Appell richtete und um weitergehenden Schutz bat, erklärte Frank­reich, einzig seinem europäischen Mandat nachzukommen. Die Azizsche Expedition nach Marrakesch nahm ihren Fortgang und wurde außerhalb des Schaujagebietes beendet, ohne daß französischeTruppen weder einen bireften noch einen indirekten Anteil daran genommen hätten. Der Erfolg Muley Hafids stellte die internationale Frage auf, wann und wie er anzuerkennen sei. Frankreich stellte im Einverständnis mit Spanien noch einmal das Prinzip des Zusammenwirkens der Mächte aus und unterbreitete den auswärtigen Kabinetten erst Vorschläge und dann den Text einer Note, welche die allgemeine Zu­stimmung fanden. Die Politik Frankreichs war von demselben Geiste beseelt bezüglich der Entschädigungen in Casablanca, welche den Gegenstand wechselseitiger Beratung der Mächte und der Einigung auf der Grundlage des französisch-spanischen Vorschlages bilden. In demselben Geiste hielt Frankreich auch die fremden Kabinette auf dem Laufenden über sein Vorgehen und seine Absichten, sei es, daß es Verstärkungen nach Casa­blanca schicken sollte, sei es, daß es Regnault oder Liauter beauftragte, die Bedingungen der Pazifizierung der Schaujas an Ort und Stelle zu studieren, sei es, daß es d'Amade die die defini­tiven Grundlagen für die Pazifizierung gebenden Instruktionen erteilte. Als es mit der Ausführung dieses Programms begann, war dies auch der Anfang für die Verminderung der Effektiv­stärke der Okkupationstruppen. Ueber alle Fragen von Wich­tigkeit hielten Frankreich und Spanien ihre besondere Ver­einbarung aufrecht. Die anderen Mächte verhielten sich zu­stimmend und freundlich, aber die Verständigung mit Deutsch­land war schwieriger. Deutschland formulierte eine Reihe von Beschwerden betreffend die Schwierigkeit der Landung und der Einschiffung auf der Rhede von Casablanca und betreffend eingeborene Schutzgenoffen und deutsche Kaufleute, die sich durch die französischen Militärbehörden verletzt er­klärten, ja sogar betreffend die angebliche Absicht Frank­reichs, mit seinen Kreuzern die Wiedereinnahme Saffis durch den Maghzen zu unterstützen. Frankreich lieferte für alleë dieses Erklärungen und durchaus schlüssige Beweise. Daë

Nemo" Gelegenheit, sich vorteilhaft zu entfalten. Auch Herr Feigel alsCesare" und Herr W i e b e r g alsGabriele" befriedigten. Den Darstellerinnen der weiblichen Rollin waren dankbare Aufgaben zugewiesen. DieMadonna Beatrice" spielte Frl. Rohn-Ressel in angemessener Weise, dieMadame Isabella" wurde von Frl. Prager gegeben, die uns durch eine recht hübsch durchgeführte Dar­stellung überraschte. In kleineren Rollen waren noch ver­schiedene Mitglieder des Ensembles beschäftigt.

Albumblâtter.

Die Strafe macht dich frei von dem Gefühl der Schuld, Drum straft dich, Kind, nicht Zorn des Vaters, sondern Huld.

Rückert.

Wenn man einem durchaus reinen und wahrhaft großen Charakier lange zur Seite steht, gehts wie ein Hauch von ihm auf uns über. W. v. Humboldt.

GiltS die Begeist'runq abzukühlen, Dünkt sich der Mensch besonders klug! Die wenigsten sind groß genug, Sich vor dem Großen klein zu fühlen.

Hans v. Wolzogen.

ES ist ein anziehendes Schauspiel, den menschlichen Er­findungsgeist mit einem mächtigen Elemente im Kampfe zu erblicken, und Schwierigkeiten, welche gemeinen Fähigkeiten unübersteiglich sind, durch Klugheit, Entschlossenheit und eines standhaften Willen besiegt zu sehen. Schiller.

Die Fehler, die zu tief dir waren eingeprâgt,

Sie plagen dich noch lang, wenn du sie abgelegt:

Zum Vorschein kommen sie an deinen Kindern wieder, Und durch Erziehung kämpfst du sie noch einmal nieder

Rückert.