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Vieetetjährlich 1,80 M., mauatlich 60 Pfg., für aut» Bärtige Adonnruten mit dem betressesden Postausschlag.

Die «iujtlue Nummer kostet 10 Psg.

WHärüdnuk und Verlag der Buchdruckerei de» verei«. W, Waisenhauses iu Hanau.

General-Anzcigcr

Milhes Grzm fit SW- uni LaMms SsN».

Erscheint tâgüch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die fünf giß, rltrir« Petit»«!« oder d««n «am» W Pstz im Reklameateil bk Zeil« 35 Psg.

verantwort!» Aümkteur: Ä. Schrecke, ch checke»

N^l. 171 Fernsprechanschluß Nr. 605.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Im Verkehr zwischen Deutschland und Rußland (mit Ausnahme von Finnland, bezüglich dessen es bei den bestehenden Vorschriften verbleibt) können Pakete vom l. August ab mit N a ch n a h^n e bis 800 Mk. (in Ruß­land 400 Rubel) belastet werden. Die Nachnahmepakete int Verkehr mit Rußland muffen frankiert werden, und zwar haben die Absender neben dem Porto für eine gleichartige Sendung ohne Nachnahme eine Nachnahmegebühr zu entrichten, die in Deutschland auf 5 Pfg. für je zwei Mark und jeden Teil von zwei Mark, mindestens 20 Pfg., fest­gesetzt ist. Der Betrag der Nachnahme ist vom Ab­sender in der Währung des Aufgabegebiets, bei Paketen nach Rußland also in deutscher Reichswährung, an­zugeben; die Marksummen sind außer in Zahlen auch in Buchstaben (mit lateinischer Schrift) zu vermerken. Im Falle der Einlösung der Nachnahme wird dem Absender der von ihm angegebene Betrag ohne Abzug durch Post­anweisung übersandt. Auf den Nachnahme-Post­anweisungen Buchungsnummern oder Kassen­zeichen des Absenders ersichtlich zu machen, ist im Verkehr mit Rußland nicht angängig.

Berlin W 66 den 13. Juli 1908.

Der Staatssekretär des Reichs-Poftamis.

J. A.: Kobel t.

Landkreis Hanau.

BelmtnlchlUM des Königlichen WratmitL

Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg Nr. 34 von Dörnigheim nach Hoch­stadt von Station 1,8 bis 2,5 + 50 für Kraftfahrzeuge jeglicher Art, sowie für Lastfuhrwerke von mehr als 20 Zentner Ladegewicht für die Zeit vom 25. Juli bis 89. Juli d. I. polizeilich gesperrt.

Uebertretungen dieses Verbots werden auf Grund der Polizei-Verordnung vom 6. April 1877 (Reg.-Amtsblatt Seite 137) mit Geldstrafe von 10 bis 30 Mark, fubsid. mit entsprechender Haft geahndet.

Hanau den 23. Juli 1908.

Der Königliche Landrat.

V 5172 I. D.: Siemon, Reg.-Assessor.

Handelsregister.

Firma I. Sachsenweger in Hanau.

Der Kaufmann Carl Sachsenweger in Hanau ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.

Das Handelsgeschäft wird von diesem und dem seitherigen weiteren Gesellschafter Fabrikant Emil Sachsenweger in Hanau unter unveränderter Firma als offene Handelsgesellschaft fortgeführt.

Die Gesellschaft hat am 15. Juli 1908 begonnen. Die Prokura des Carl Sachsenweger ist erloschen.

Den Kaufleuten Heinrich S ch m i d t in Hanau und Heinrich Bernius daselbst ist Einzelprokura erteilt.

Hanau den 16. Juli 1908. 15167

Königliches Amtsgericht 5.

In das Handelsregister B. Nr. 2 ist bei der Firma Leopold Cassella & Co., G. m. b. H., in Frank­furt a. M. eingetragen worden: Das Stammkapital beträgt 25 000 000 Mark.

Bergen bei Hanau den 14. Juli 1908.

*5195 Königliches

Politische Rundschau.

Die Kaiserin verläßt am 1. August vormittags Wilhelmshöhe und begibt sich nach Swinemünde, um von da mit dem Kaiser auf derHohenzollern" die Reise nach Stockholm zum Besuch des schwedischen Königspaares anzu- treten. Das Kaiserpaar trifft am 8. August wieder auf Schloß Wilhelmshöhe ein. Der Kaiser reift am Abend des 10. August nach Homburg v. d. H. zur Einweihung des Denkmals der Gräfin Elisabeth von Hessen-Homburg. Die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise begeben sich, eben­falls am 10. August, zum Besuch des hessischen Landgrafen­paares nach Schloß Friedrichshof, um dort Tags darauf König Eduard von England au begrüßen, der am 11. August

Freitag den 24. Juli

vormittags eintrifft. Der Kaiser trifft am Nachmittag des 11. August ebenfalls auf Schloß Friedrichsbof ein.

Die diesjährige Hauptversammlung des Deutschen Apothekervereins findet vom 8. bis 11. September in Darmstadt statt. Auf der Tagesordnung be­findet sich u. a.: Reform des Krankenversicherungswesens, Entwurf eines Reichsapothekengesetzes, Vor- und Ausbildung, deutsche Arzneitaxe, Großindustrie und Apotheke, Revision der Kaiserlichen Verordnung über den Verkehr mit Arznei­mitteln, Knrpfuschergesetz, Verkehr mit Mineralwässern, Standesbezeichnung. Zum Schluß wird Geh. Hofrat Professor Dr. Staedel-Darmstadt einen Vortrag über die Umbildung fester Stoffe halten.

Sturdza über die politische Lage und die makedonischen Reformen. In einer Unterredung mit einem Vertreter der Wiener Politischen Korrespondenz trat der rumänische Ministerpräsident Sturdza einer ungünstigen Beurteilung der allgemeinen politischen Lage entgegen. Er er­klärte, wie gemeldet wird, die Anschauung, daß die inter­nationale Atmosphäre gleichsam von elektrischer Spannung erfüllt sei, könne an amtlichen Stellen keine Zustimmung finden. Das in der Presse mancher Länder hervortretende Unbehagen sei eine Wirkung der Nervosität, an der die öffentliche Mei­nung gegenwärtig leide. Die Staatsmänner, die von solchen Erregungen unberührt bleiben müßten, legten den Vorgängen der lebten Zeit keineswegs einen Charakter bei, der das Ge­fühl einer Unruhe wegen der Entwicklung der nächsten Zu­kunft wecken könnte. In bezug auf die Reformen in Make­donien erklärte Sturdza, daß die Fortsetzung der Reform­aktion nur im Geiste der Mürzsteger Vereinbarungen er­folgen könnte, und daß die Vorschläge, die der russisch-eng­lischen Verständigung entsprangen, Ich sicherlich in dem von Oesterreich-Ungarn angelegten Geleise weiterbewegen würden. In der Stellung Rumäniens zu den Balkanangelegenheiten und der gesamten europäischen Politik habe sich nicht der geringste Wechsel vollzogen. Der unerschütterliche Haupt­grundsatz der Politik des Königreiches sei, im europäischen Südosten ein ruhiges, vermittelndes Element und ein Faktor für die beständig fortschreitende Zivilisation zu bleiben. Für das Bukarester Kabinett habe sich hinsichtlich der Richtung seiner auswärtigen Politik keinerlei Anlaß zur Aenderung ergeben. Das Verhältnis zu Oesterreich-Ungarn habe das durchaus unveränderte Gepräge enger Freundschaft behalten, das es sei vielen Jahren trage. Im weiteren Verlaufe der Unterredung» betonte Sturdza, die politischen Kreise sollten sich nicht nicht in der Ueberzeugung beirren lassen, daß das wirkliche Ziel aller großen Aktionen der Mächte die Siche­rung des Friedens sei. In bezug auf Rumänien sei festzu- halten, daß es auf der bisherigen Bahn weiterzuschreiten ent­schlossen sei, und daß sich seine Politik mit der Oesterreich- Ungarns in voller Harmonie befinde.

Englisches Unterhaus. Handelsminister Churchill gab die Einsetzung einer Kommission bekannt, die die Frage untersuchen soll, in wie weit und in welcher Weise die Zu­fuhr und der Preis des Fleisches in Großbritannien durch irgend eine Kombination von Firmen oder Gesellschaften kontrolliert werden. Rutherford richtete die Anfrage an Sir Edward Grey, ob die englische Regierung den Sultan aufgefordert habe, bewegliche Kolonnen zur Unterdrückung der mazedonischen Banden zu organisieren. Der Staats­sekretär beS Aeußern erwiderte, Vorschläge dieser Art würden von den Mächten erwogen: es wurde aber übereilt sein, irgend etwas mitzuteilen, ehe die Ansichten der Mächte be- kannt seien. Auf die Frage Lynchs, ob cs zu seiner Kenntnis gekommen sei, daß die russische Regierung die Aufnahme einer Anleihe in England beabsichtige, antwortete Sir Edward Grey:Ich besitze keine Nachricht darüber". Auf die weitere Frage Lynchs, wann Sir Edward Grey die Antworten der Mächte auf die englisch-russischen Vorschläge zur mazedonischen Reform erwarte, erwiderte der Staatssekretär, daß nur ein Teil der Vorschläge den Mächten unterbreitet worden sei und daß zu hoffen sei, die Antworten würden in nicht zu fernere Feit eintreffen. Auf die dritte Frage Lynchs, welche Schritte die englische Regierung in Gemeinschaft mit der russischen getan habe, um eine schleunige Beilegung der Differenzen zwischen dem Schah und der konstitutionellen Partei in Persien herbeizuführen, antwortete Sir Edward Grey die englische und die russische Regierung sind bezüg­lich der Notwendigkeit, sich jeder gewaltsamen Einmischung in die inneren Angelegenheiten Persiens strikt zu enthalten, einer Meinung.

Die Vorstände in Perpen. In Ergänzung der Berichte aus Taebris erfährt dieP. T.-A.", daß während des Kampfes zwischen den Verteidigern des im Dawatsch!' bezirke gelegenen Endschumens Jslamie und den Einwohnern des Umirakibcrirks, den Satar Khan verteidigte, auch Ge-

Ferusprechanschlutz Nr. 605. 1908

schütze zur Verwendung kamen. Die Basarläden wurden von den sie besetzenden waffentragenden Fidais geplündert. Satar Khan drang nachts auf Umwegen mit seiner Reiterei in den Dawatschibezirk ein. In der Stadt herrscht voll­kommene Anarchie. Ein aus Teheran ans dem Marsch nach Taebris befindliches Bataillon lief auseinander, da es weder Sold noch Brot erhielt, an dem in der Stadt großer Mangel herrscht. Die Revolutionäre verloren gestern abend die am vorhergehenden Abend den Anhängern des Schahs abgenommenen Verschanzungen. Ein Sohn Rakhim Khans wurde im Kampfe getötet. In der Frühe des heutigen Tages riefen Trompetensignale die Bevölkerung zur Moschee und auf die Befestigungsstellungen. Der Kampf begann von neuem. Die Telegraphenlinien nach Teheran und Ruß­land sind gestört.

Das neue persische Kabinett. Die endgiltige Zu­sammensetzung des Kabinetts ist folgende: Mushir Saltaneh Ministerpräsident und Minister des Innern, Ala Saltaneh Aeußeres, Emir Bahadur Krieg, Kan es Dauleh Finanzen, Mushir Dauleh Justiz, Muhand es Mamalik Handel und Mutam el Mulk Unterricht.

Tie Nordlandsreise des Kaisers.

Berlin, 23. Juli. Ein Telegramm aus Mold« meldet-. Gegen Mittag klärte sich das Wetter auf, sodaß der Kaisrr einen Spaziergang auf die Höhe bei Molde unternehmen konnte. An Bord aHe$ wohl.

Aus Marokko.

Saffi, 22. Juli. Der PostdampferMirgrelie" ist mF1 1000 Mann Truppen von Mogador hier eingetroffen, di« nach Marakesch marschieren sollen. Die AnfluS hatten sich geweigert, diese Mahalla durch ihr Gebiet ziehen zu lassen.

London, 23. Juli. Wie derDaily Telegraph" unterm 20. Juli aus Casablanca meldet, ist die französische Abtei­lung bis in die Umgebung von Tadla vorgedrungen, gerade bis zur Außengrenze des Schaujadistrikts, wodurch Abdul Asis binnen kurzem hindurchziehen sollte. Die Anwesenheit der Truppen wird als eine Drohung gegen gewisse Stämme aufgefaßt, falls sie sich dem Durchzuge des Sultans etwa wiedersetzen wollten.

Paris, 23. Juli. Mehrere Blätter veröffentlichen unter allem Vorbehalt die Nachricht, daß der Deputierte Jaures an den Gegensultan Mulay Hafid einen Brief gerichtet habe, in dem er ihm den Rat erteilt, eine Mission nach Paris zu schicken. JaureS bemerkte in dem Schreiben noch, daß er ein« Vertrauensperson beauftragt habe, sich den Abgesandten Mulai Hafids in Gibraltar anzuschließen und diesen münd­lich die Erklärung zu übermitteln, die sie bei der französischen Regierung abgeben sollten.

Poris, 23. Juli. Mehrere Blätter erhalten, wie schon kurz mitgeteilt, aus Tanger Telegramme, in denen behauptet wird, daß der Deputierte Jaurès in der Tat auf Umwegen in briefliche Verbindung mit dem Sultan Muley Hafid ge­treten sei. Jaurès soll durch Vermittelung zweier franzö­sischer Journalisten an Si Aiffa Ben Umar, den Minister des Aeußern Muley Hafids, mehrere Schreiben gerichtet haben, in denen er Muley Hafid verschiedene Ratschläge gibt, ihm Mut zuspricht unb die Versicherung erteilt, daß Frank­reich wie ganz Europa ihn bald anerkennen werde. Was die von Jaurès angeregte neue Mission Muley HafidS an­belangt, so heißt es, JaurèS habe Muley Hafid durch bessert Minister des Aeußern empfohlen, in Fez einige hervorragend« und kluge Marokkaner auszuwählen und mit einer neuen Mission nach Paris zu betrauen. JaurèS mache sich an» heischig, ihnen eine Audienz bei dem französischen Minister des Aeußern zu verschaffen unter der Bedingung, daß sie vorher in Gibraltar sich mit einem seiner Freunde über ver­schiedene Punkte, insbesondere über bie in der französischen Presse zu veröffentlichende Erklärung, verständigen. Diese Meldung habe in Tanger großes Aufsehen erregt.

London, 23. Juli. Wie derDaily Telegraph" unterm 20. Juli aus Casablanca meldet, ist eine französisch« Ab­teilung bis in die Umgebung von Tadla vorgedrungen, gerade bis zur Außengrenze des Schauiadistrikts, wodurch Abdel Aziz binnen tnr^m hindurchziehcn sollte. Die Anwesenheit der Truppen wird als eine Drohung gegen gewisse Stämme aufgefaßt, die sich dem Durchzuge des Sultans etwa wider­setzen wollten.

Paris, 23. Juli. DeinMatin" zufolge drohen in Rabat Unruhen auSzubrechen, die sich gegen die Europäer wenden sollen. Wie das Blatt aus Casablanca meldet, liegt dort deshalb der KreuzerDesaix" unter Dampf, um sofort nach Rabat abdampfen zu können. Die Kolonne de« Gene» rals Boutegourd, die in Buznicka kampierte, hat sich auf­gelöst. Die Truppen, aus denen sie gebildet war, rücke» morgen in Casablanca ein, um die Lücken auSzufüllen, di« durch den Heim-TranSvort rweier Bataillone entstand«« sind.