Besag Spreit:
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Wetieetoroet und »erlag der Buchdrucker«! de» veret«. n, Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Ackliches Organ fit Stolt« anS Landkreis Kana«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Amtliches.
Warnung.
In hiesigen Zeitungen wird von der Firma Dr. med. Numler in Genf, deren Inhaber jetzt ein Dr. med. Ringelmann ist, ein Buch als Wegweiser und Ratgeber zur Verhütung und Heilung von Gehirn-, Rückenmarks- und Geschlechtskrankheiten angepriesen. In dem „Neurasthenie" betitelten Buche werden eine Reihe der schwersten Krankheiten als Folgen geheimer Leiden in übertriebenster Weise dargestellt, um die Kranken in Angst zu versetzen und sie zu veranlassen, einen dem Buche beigegebenen Fragebogen auszufüllen und sich danach in briefliche Behandlung durch die Firma zu begeben. Vor diesem, auf Ausbeutung leichtgläubiger und ängstlicher Personen berechneten Schwindel rpird hiermit gewarnt.
Berlin den 20. Juni 1908.
Der Polizei-Präsident.
V 5114 J. A.: gez. Lewald.
Stadtkreis Hanau.
Städtisches Wannen- und Brausebad.
Bangertstratze 2 (Eingang: Große Dechaneistraße).
Geöffnet für Männer:
Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag oon 8—12 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags.
Sonntag von 8—12 Uhr vormittags.
Geöffnet für Frauen:
Dienstag und Freitag von 8—12 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags.
Preise der Bäder:
Brausebad mit Wäsche 10 Pfg.,
Wannenbad mit Wäsche 25 Pfg., Wannenbad ohne Wäsche 20 Pfg.
Hanau den 2. Januar 1908.
Der Magistrat.
vr. Gebeschus. 357
Am Donnerstag den 23. Juli 1908, vormittags von 93U Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt.
Hanau den 22. Juli 1908.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Hild. 15073
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Feuilleton.
Gerechte Entrüstung.
Von Josef Wichner.
Sie standen vor dem Gerichte, die beiden Sitzgenossen und Bettkameraden Fridolin Stichling und Peter Knopfloch, ber Fridolin als Kläger, der Peter als Angeklagter.
Beide waren Schneidergesellen oder Gehilfen eines und desselben Meisters, beide saßen tagsüber und, wenn es Post- arbeit gab, oft noch bis tief in die Nacht hinein auf demselben Tische und ließen die Füße in die nämliche Hölle hinabbaumeln, beide teilten ihr ärmliches Lager in einer feuchten, luft- und lichtarmen Kammer und beide galten seit Jahren als gute, verträgliche Kameraden . . . und nun gar Dor Gericht 1
Das erste Wort hatte der Fridolin, und der hub an: „Äües, was recht ist, Herr Richter; aber mit Verlaub, wenn Ihr ein Schnciderg'sell wäret und wär' euch passiert, y>as wir passiert ist, Ihr tätet euch auch giften!"
„Und wenn euch passiert wär', was mir passiert ist, Ihr tätet euch auch giften," wollte der Peter dreinreden, wurde abf vom gestrengen Richter zur Ruhe verwiesen, und der Fridolin fuhr fort, den Sachverhalt zu berichten: „Na . . wir schlafen alle beide und schnarchen wie die Ratzen ... na, Ihr tätet auch schnarchen wie ein Ratz, Herr Richter, wenn Ihr euch so schinden müßtet den ganzen Tag und die halbe Nacht wie wir ..."
Der Richter verbat sich jede Anzüglichkeit und Beziehung auf seine Person und jede Gleichstellung mit Ratzen, und der Fridolin sprach weiter: „Alsdann . . . wir beide schnarchen wie die Ratzen, und auf einmal klopft die Meisterin an die Tür, wie sie alle Morgen klopft, und i' wach auf, wie i' alle Morgen zuerst aufwach, eben weil i'
Mittwoch den 22. Juli
Bekanntmachung.
Nachdem der Plan betreffend die Abänderung der Fluchtlinien der Straße Nr. 20 (Vogelsbergstraße) — Strecke: Schwindefurtstraße und Grüner Weg — durch Beschluß vom 14. d. Mts. förmlich festgestellt worden ist, wird er auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 von nun an im Rathause Zimmer Nr. 21 während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.
Hanau den 18. Juli 1908.
Der Magistrat.
Hild. 15067
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 neuer schwarzer halblanger Damenhandschuh (linker), 1 brauner Spazierstock mit einem Schildchen mit Kaninchenkopf.
Verloren: 2 Mark bar, 10 Stück Briefmarken â 50 Pfg.
Zugelaufen: 1 kleiner schwarzer Hund m. Geschl.,' 1 weißer Foxterrier mit braunen Abzeichen, m. Geschl.
Hanau den 22. Juli 1908.
politische RundTcbatL
Der Stapellauf des 18 000 Tonuen-Linien- schiffes „Ersatz Württemberg", der am 22. August stattfinden wird, ist ein Beweis für die steigende Leistungsfähigkeit des deutschen Kriegsschiffbaues. „Ersatz Württemberg" wurde ein Jahr später bewilligt als die Schwesterschiffe „Nassau" und „Westfalen", deren Baufristen am 1. März und am 1. Juli d. I. abliefen. Bei den ersten Typ- schiffen verzögerte sich die Kielstreckung, da die Baupläne in allen Einzelheiten vollendet und die Hellinge zuvor erweitert werden mußten. Die Vergebung des dritten und vierten Linienschiffes von 18 000 Tonnen dagegen konnte durch das Notgesetz vom 20. März 1907 beschleunigt werden. Die Kielstreckung des „Ersatzes Württemberg" erfolgte im Sommer 1907. Somit wird die Vulkanwerft den Schiffskörper in reichlich einem Jahr vollenden. Es tritt gegenüber den 13 200 Tonnen-Linienschiffen für diesen Bauabschnitt eine Verlängerung der Zeitdauer nicht ein.
Englisches Oberhaus. Bei den Verhandlungen über das Alterspensionsgesetz übte Lord Cromer Kritik an dieser Vorlage vom finanziellen Standpunkte aus und erklärte, es würde eine Zuschlagsbesteuerung direkt oder indirekt eingefühlt werden müssen, um den Aufwand zu decken, den dies Gesetz erfordern würde. In den gegenwärtigen Zeitläuften sei es die vornehmste Pflicht der Regierung, mit ihren Hilfsquellen Haus zu halten und sich auf jede mög-
einen leichteren Schlaf hab, und i' gib dem Peter einen Rippenstoß, wie i' ihm alle Morgen einen gib' ... in aller Freundschaft und guter Meinung, Herr Richter, wie Ihr eurer Frau ja auch einen geben tätet, wenn Ihr zuerst aufwachen tätet und 's Frühstück wär fertig."
„Jetzt laß aber einmal mich und meine Frau aus dem Spiele," schrie der Richter ärgerlich, „sonst . . /
„Oho", sagte der Fridolin, „halten zu Gnaden, Herr Richter, i' hab mi' verplappert und will gern zugeben, daß Ihr eurer Gemahlin einen etwas sanfteren Rippenstoß geben tätet — aber unter uns gewöhnlichen Leuten ist man nit empfindlich, und der Peter hat den Rippenstoß auch allweil als ein Zeichen freundlicher Gesinnung hingenommen, wie er denn auch gemeint war.
Na . . . und am selbigen Morgen, da ist euch rein die verkehrte Welt! Der Peter schreckt auf, als hab' ihn ein Mörder gestochen, macht ein tcufelswildes Gesicht, hebt an greulich zu fluchen und zu schimpfen, macht zwei Fäust, recht knochige, weil er durchaus kein Fleisch nit hat am ganzen Leib, und boxt auf mi' hinein wie nit gescheit und wirft mi' aus dem Bett und springt nach und drischt drauf los, daß i’ grün und blau werd', und wer weiß, hätt' er mi' nicht erschlagen, wär' i' nit abgefahren in Hemd und Gattie und hätt' i' nit die Tür hinter mi' ab- g'schlossen.
Herr Richter, da müßt' einer Fischblut haben in den Adern, wenn ihn so was nit giften tät', und alsdann verlang' i' seine Bestrafung!"
Nun," sagte der Richter, „eure Entrüstung ist gerecht, und "also wollen wir nur noch hören, was euer Kamerad, der mir ein gar gewalttätiger Mensch zu sein scheint, zu seiner Verteidigung zu sagen weiß."
^? Zu meiner Verteidigung? Mehr als genug," erwiderte der Peter Knopfloch. „Hört nur, was mir der .. der Kerl da angetan hat I Bei allen geduldigen Heiligen, Ihr würdet eure Frau auch karbatschen, wenn . . ."
Fernsprechanschlutz Nr. 605» 190 8
liche Weise auf einen europäischen Konflikt vorzubereiten, der hercinbrechen könnte, bevor viele Jahre vergangen seien. Wir leben in einer Zeit, wo der Einfluß des Individuums begrenzt ist. Wenn nationale Interessen auf dem Spiel, stehen und die Leidenschaften entflammt sind, ist die Gefahr vorhanden, daß ein Zusammenstoß sich ereignet, so friedlich auch die Absichten der Regierenden sein mögen. Nach seiner Ansicht würde, wenn das Gesetz angenommen werde, die Sache des Freihandels gefährdet sein, und dies würde die wirtschaftliche Kluft zwischen England und den auswärtigen Nationen erweitern und die Möglichkeit eines Zusammenstoßes erhöhen. Lord Roseberry und mehrere konservative Redner kritisierten gleichfalls das Gesetz, doch ist kaum ein Zweifel, daß die Vorlage angenommen werden wird.
Die Zusammenkunft Sturdzas und Aehrenthals.
Wien, 21. Juli. Zum Besuche des rumänischen Ministers des Auswärtigen, Sturdza, bei dem Freiherrrn v. Aehrenthal aus dem Seinmering erfährt die „Pol. Korr.*, daß, abgesehen von dem Handelsvertrag mit Rumänien, über den die Verhandlungen endgültig für den Herbst dieses Jahres angeordnet wurden, auch die mazedonische Angelegenheit den Gegenstand der Erörterung zwischen Freiherrn von Aehren- thal und Minister Sturdza bildete. Rumänien habe von seinen idealen, aber warmen Sympathien für die stammverwandten Kutzowallachen und seiner geographischen Nähe abgesehen, nur die allgemeinen europäischen Balkaninteressen. Die Wahrung dieser Interessen suche Rumänien seit Jahren in seinem vertrauensvollen Anschluß an die auf die Erhaltung des politischen Status quo am Balkan und auf die Einführung von Reformen in den drei mazedonischen Dila- jets abzielende Politik der Berliner Signatarmächte, die e» nach Kräften unterstützten und zu fördern aufrichtig beflissen sei. Nach der Aussprache der beiden Staatsmänner unterliege es keinem Zweifel, daß Rumänien an seiner Balkanpolitik auch weiterhin konsequent festhalten würde. Die augenblickliche Lage in Mazedonien erscheine insbesondere durch zwei Momente charakterisiert: einerseits durch die leider noch immer intensive Bandenbewegung, deren Spuren namentlich auf ihren Ursprung und ihre Unterstützung in Griechenland und Serbien schließen ließen; andererseits durch die nach ihrer Intensität und ihren Zielen noch nicht genügend aufgeklärte Bewegung unter den Truppen der drei mazedonischen Vilajels. Namentlich diese mahnen alle Faktoren, die in der Erhaltung des politischen Status quo am Balkan eine der Voraussetzungen der Erhaltung des allgemeinen Friedens in Europa erblickten, zur doppelten Vorsicht und zur größten Behutsamkeit in der Behandlung des mazedonischen Problems. Man würde namentlich in Athen und Belgrad sehr wohl daran tun, sich durch die angeführten Erscheinungen in konservativem Sinne beeinflussen zu lassen
„Da hört sich denn doch alles auf . . . ich lasse euch beide einsperren, wenn Ihr noch einmal . . .!"
„Richtig ... das war wieder g'fehlt! Alsdann . . . Ihr würdet eure Frau nit karbatschen, aber wir. . . wir machen halt unsere Verdrießlichkeiten gewöhnlich unter der Hand ab und laufen wegen so einen Schmarrn von ein paar blauen Flecken und Beulen nit gleich zum Richter, wie der da . . . die Lettfeigen!
Aber ... daß i' erzähl': denkt euch nur, was mit passiert ist!
Wie armselig wir leben müssen, und wie schlecht di« Kost bei unseren Herren Meistern ist, und wie wir uni fast nie einen guten Bissen gönnen dürfen, das wird euch wohl bekannt sein.
Na . . . weil uns daS Leben von all den Herrlichkeiten, die den Reichen in den Mund fliegen, von ein Paar Roß- würsteln abg'sehen, nichts bietet, so müssen uns halt die Träum' auS der Not helfen, und so hab' i' g'rad' in jener Nacht einen wunderschönen Traum' g'habt.
In den Prater bin i' g'fahren ... im Traum nämlich, im Gummiradicr: im Maul eine Virginia, zur rechten eine Prinzessin . . . eure Frau mag schön sein . . . richtig, btt darf nit schön sein . . . also. . . eine Prinzessin von einer Schönheit . . . rein 's Wasser zergeht einem im Mund, und im linken Hosensack, da hat 's allweil fein g'läutet wie mit goldenen Glocken.
Sagt die Prinzessin: „Du, Peter, i' hab' an Hunger . . . wollen wir nit einkehren im braunen Hirschen und uni a Paar Backhändeln beibiegen und an SchampaS? !"
„Ja, warum denn nit," sag' i', „wir haben's und wit können 's tun!"
I' gib also dem Kutscher mit dem rechten Fuß an Stupfey auf seinen untersten Rücken und Brr 1 stehen die juwi Prachtroß wie ang'mauert.
J' spring ab wie a Gummiball in seidenen Strümpfen und hups' wieder Halbwegs zu meuter Pru^essin ausfi und