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Nr. 221 Ferusprechanschlust Nr. 605,
Montag den 21. September
Ferusprechanschlust Nr. 605. 1908
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Die Firma Jäger & Rumpf hierselbst, beabsichtigt die Anlage eines mit Maschinen zu betreibenden Privat- unfchlußgleises von Station 84-50 der Hanauer Kleinbahn nach der Baustelle für die Kaserne des Eisenbahn-Regiments. Der Plan nebst Beilagen liegt vom 22. September bis zum 5. Oktober einschließlich im Gebäude der Polizei- direktion, Zimmer Nr. 3, zu jedermanns Einsicht offen.
Gemäß § 17 des Gesetzes über Kleinbahnen vom 28. Juli 1892 bringe ich das unter dem Hinweise zur öffentlichen Kenntnis, daß jeder Beteiligte während der Offenlegung der Pläne im Umfange seines Interesses Einwendungen gegen den Plan erheben kann. Die Einwendungen sind schriftlich einzureichen oder mündlich im Polizei- ^kretariat zu Protokoll zu geben.
Hanau den 19. September 1908.
Königliche Polizei-Direktion.
P 9805 v. Beckerath.
Bekanntmachung.
Von den in den Gemarkungen Hanau und Großauheim gelegenen städtischen Grundstücken ist eine Anzahl Parzellen pachtfrei geworden.
Termin zur Verpachtung derselben findet am Mittwoch den 23. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, in der Stadthauptkasse (Neustädter Rathaus, 1. Obergeschoß, Zimmer Nr. 4) statt.
Pachtliebhaber werden zu diesem Termin eingeladen. Hanau den 15. September 1908.
_________ SLadthauptkasfe. 18569
Handelsregister.
1. Firma Hugo Schenck in Hanau.
Die Firma ist erloschen.
2. Unter der Firma Karl Gluth betreibt der in Hanau wohnhafte Ziseleur Karl Gluth zu Hanau ein Handelsgeschäft als Einzelkausmann.
3. Unter der Firma Schenck & Co. betreiben
1. der Redakteur Hugo Schenck in Hanau,
2. der Buchdruckereibesitzer Gustav Wurm in Göttingen, Prinzenstraße 12 wohnhaft, mit dem Sitze in Hanau eine Buchdruckerei nebst Zeitungsverlag. Die Gesellschaft, welche am 16. September 1908 begonnen hat, ist eine offene Handelsgesellschaft.
Feuilleton.
Wulm Elisabeth Ohlhoff.
Die Sängerin im Germania-Konzert singt als 1. Nr. die „S e m i r a m i s - A r i e von Rossini, und als 2. Nr. „Gib mir dein Herze" von H. Hermann, „D i e B e k e h r t e" von R. Volkmann und „Grete I" von P. Pfitzner.
Die junge Künstlerin hat bereits in vielen großen Städten Deutschlands mit bestem Erfolge gesungen. Einige ihrer Kritiken werden hiermit zur Empfehlung veröffentlicht.
Berlin.
„Allgemeine M u s i k z e i t u n g" : Eine der sympathischsten Erscheinungen und eine von denen, die außer schönen Mitteln und einem bemerkenswert vielseitigen technischen Können auch eine volle künstlerische Persönlichkeit mit in die Wagschale zu werfen haben, ist Fräulein Elisabeth Ohlhoff, die sich in verhältnismäßig kurzer, Zeit zu einer angesehenen und begehrten Sopranistin entwickelt hat. Die Stimme, ein schöner Heller Sopran, hat an Volumen und Strahlkraft erheblich gewonnen. Die Vortragsweise ist vortrefflich durchdacht und von bester Wirkung. Das Konzert bedeutete für feie Künstlerin einen vollen Erfolg.
Die „P o st" : Elisabeth Ohlhoff zeigte sich wieder in ihrem Liederabend (Schumann und Hugo Wolff) als trefflich geschult und disponiert, sie zählt zu den bestveranlagteu Sängerinnen der jüngeren Generation und berechtigt zu den größten Hoffnungen.
Eisleben.
In der Sopranistin Fräulein Elisabeth Ohlhoff aus Berlin stellte Herr Meister dem Vereine eine Künstlerin allerersten Ranges vor. Ihre Darbietungen gelangten einwands-
Zu Nr. 1, 2 u. 3 Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau vom 17. September 1908. 18617
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politische Rundschau.
Ueber die neuen Steuervorlagen. Nachdem Staatssekretär Sydow mit Vertretern aller bürgerlichen Parteien, auch des Zentrums, über die neuen Steuervorlagen verhandelt hat, dringen weitere Einzelheiten über deren Inhalt in die Oeffentlichkeit. So soll, wie die Kölnische Volkszeitung berichtet, als Belastung des Massenkonsums eine Erhöhung der Einnahmen aus Bier, Branntwein und Tabak mit rund 300 Millionen Mark in Aussicht genommen sein. Als Ausgleich für diese Belastung des Konsums der breiten Volksmassen sollen auch Luxussteuern: eine Weinsteuer und eine Steuer auf Gas und Elektrizität, beide zusammen mit einem Ertrag von etwa 70 Millionen Mark jährlich einge- führt werden. Damit auch der Besitz von den neuen Steuern erfaßt wird, soll außer der schon bestehenden Reichs- Erbschaftssteuer, d. h. außer der Steuer auf die einzelnen Erbanfälle, der bisher die Erbanfälle der Kinder und Ehegatten nicht unterworfen waren, eine Nachlaßsteuer von allem hinterlassenen Vermögen, gleichviel, an wen solches als Erbteil fällt, erhoben werden. Diese Steuer soll etwa 120 Millionen Mark jährlich betragen, wovon jedoch ein beträchtlicher Teil als Erhebungskosten abgeht. Alle diese Steuern gäben eine Gesamtmehrbelastung von jährlich 540 Millionen Mark, von denen etwa 470 Millionen Mark netto in die Reichskasse gelangen würden; während 70 Millionen Mark jährlich für Abfindungen und Erhebungskosten draufgehen. Außerdem soll noch zur Deckung des Steuererlasses auf Zucker im Betrage von 2 Pfg. pro Kilo, welcher der Reichskasse einen Ausfall von etwa 40 Millionen Mark jährlich verursachen wird, eine Jnseratensteuer (Annoncen- oder An- zeigensteuer) eingeführt werden, in Höhe von etwa 60 Millionen Mark, weil auch diese Steuer wieder besonders große Erhebungskosten erfordert.
Eine Friedeusadreffe. Aus Berlin, 20. September, wird berichtet: In einer Versammlung der in den freien Gewerkschaften und in der sozialdemokratischen Partei organisierten Arbeiterklassen Berlins überreichte eine aus 21 englischen Arbeiterführern bestehende Deputation den Berliner Genossen eine Friedens'adresse. Abg. Legien begrüßte die englischen Gäste. Der Sekretär des Bundes für internationale Schiedsgerichte Maddison überreichte die Adresse, die er als eine dringende Notwendigkeit bezeichnete, hervorgerufen durch die giftigen Anwürfe der englischen Presse, die leider auch in Deutschland nicht ohne Widerhall geblieben seien. Die Adresse, welche Legien verlas, trägt die Ueber- schrift: „Die Arbeiter Britanniens an die Arbeiter Deutschfrei zu Gehör. In dem Vortrage einer Arie aus „Semiramis" von Rossini erreichte ihr Können als Koloratursängerin eine Höhe, wie wir sie zu beobachten noch keine Gelegenheit hatten. Ihr in allen Registern leichtansprechendes und wohllautendes Organ, ihre tadellose Intonation, die musterhafte Aussprache, der seelenvolle Vortrag und nicht zuletzt ihre sympathische Erscheinung boten uns Genüsse seltener Art.
Gumbinnen.
Fräulein Ohlhoff kam erst bei diesem Konzert recht zu Wort und erfreute, ja entzückte allgemein. Sie besitzt wirklich einen selten schönen Sopran, der dazu trefflich geschult ist. Auch ihre Auffassung der einzelnen Lieder ist wohl durchdacht, der Vortrag reizvoll, aber vornehm. Die Sängerin hat ohne Zweifel noch eine glänzende Zukunft, .speziell auf lyrischem Gebiete dürfte sie mit der Zeit den größten Aufgaben gewachsen werden.
Potsdam.
Wir stehen nicht ab, zu bekennen, daß wir lange nicht in Potsdam einer so exzellenten Konzertsängerin begegnet sind. Frâul. Ohlhoff zeigte in der großen Semiramis-Ärie „der gold'ne Sonnenblick", die sie italienisch sang, daß sie nicht nur einen ganz entzückenden Sopran, nicht nur eine Koloratur und ein Stakkato besitzt, das in seiner Geläufigkeit und Schmiegsamkeit gefangen nimmt und höchste Anerkennung bedingt, sondern daß sie in ihrer vornehm sicheren, alle Nüancen beherrschenden Wiedergabe die volle Reife einer ersten Bühnensängerin aufweist. Fräul. Ohlhoff hat eminentes Vortragstalent und weiß mit ihrem Gold in der Kehle die Perlenläufe ausgezeichnet zu bringen. Ein Kabinettstück bildete der Schluß der Arie „Ich werd' ihn wiederseh'n" rc., das war Herzensfreude in Tönen, das war Jubel nach überstandenem Leid, ebenso war das hauchartige pianissimo am Schluß des Tschaikowsky'schen Liedes von innigster Zartheit getragen.
lands", und bezeichnet als unheilvolle Ursache die Kriege und die kapitalistische Presse und weist darauf hin, wieviel Jahre Frankreich und England ihre Mittel durch Wetteifer im Militarismus und Rüstungen vergeudeten, bis durch den zwischen den beiden Ländern geschlossenen Schiedsgerichtsvertrag der Friede gesichert worden sei. Dieser Vertrag sei ein Triumph für die Arbeiter Großbritanniens und Frankreichs, denn diese seien es gewesen, die vor 37 Jahren den Weg geebnet hätten. Was kann, so heißt es in der Adresse, die Arbeiter Deutschlands und Großbritanniens hindern, zu tun, was Frankreich und Großbritannien getan haben? Zwischen Euch und uns gibt es weder Streitigkeiten noch eine Ursache zu Streitigkeiten, dennoch verbreitet eine Reihe von Zeitungen in beiden Ländern wissentlich boshafte Darstellungen mit Bezug auf das Uebelwollen der Druschen uns gegenüber und unser Uebelwollen Euch gegenüber. Wir aber sind einig in dem Glauben, daß der Friede die erste und unerläßliche Bedingung des Fortschritts ist. Stark in diesem Glauben wollen wir noch ein Glied an der Kette menschlicher Brüderlichkeit schmieden und die Kette, welche das deutsche mit dem britischen Volk verbindet, so stark machen, daß die vereinigten Mächte der Zwietracht nicht imstande sind, sie zu zerreißen. Es würde uns freuen, schließt die Adresse, wenn Ihr mit uns in einen Ideen tausch eintreten oder unseren Besuchern erwidern wolltet. Für den Abgeordneten Singer, -der noch in Nürnberg zurückgehalten ist, beantwortete Abg. Fischer die Adresse. Er erinnerte daran, daß vor zwei Jahren dem Genossen Jaures verboten worden sei, im gleichen Sinne, wie heute die Engländer, hier zu sprechen. Der Gedanke des Völkerfriedens, wie er auch von den französischen Arbeitern in gleichem Maße geteilt wurde, sei die beste Garantie für die Aufrechterhaltung des Friedens, deshalb müßten sich die deutschen, englischen und französischen Arbeiter vereinen, um zu ermöglichen, daß anstelle des alten Dreibundes ein neuer Dreibund, nämlich Deutschland, Frankreich und England trete. Redner verlas dann eine Resolution, die auch auf dem Nürnberger Parteitag angenommen wurde, und die jeden Krieg wegen der ungeheuren materiellen wie kulturellen Schädigungen für die Gesamtheit des Volkes verurteilt. Die Entschließung wurde von der Versammlung angenommen.
Vom foziawemokruttfcheu Parteitage. Die große Spannung, die während der Debatte über die Budgetbewilligungsfrage den sozialdemokratischen Parteitag beherrschte, ist später vollständiger Gleichgültigkeit gewichen. Freitag nachmittag hatte man noch eine Erwiderung des Vorstandes auf die Erklärung der Süddeutschen erwartet. Die Revisionisten betrachten den Ausgang des Budgetbewilligungsstreites als einen Sieg und glauben, daß der Parteivorstand und die Mehrheit gegenüber der Geschlossenheit der Süd-
Frankfurter Theater.
Opernhaus. Montag, 21. Septbr., abends 7 Uhr. „Aida.* Außer Abonn. Große Preise. — Dienstag, 22. Sept., abends 7 Uhr. „La Boheme." Im Abonnement. Große Preise. — Mittwoch, 23. Septbr., abends 7 Uhr. „Tannhäuser." Außer Ab. Gr. Preise. — Donnerstag, 24. Septbr., abends 7 Uhr. „Amelia" oder „Der Maskenball". Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Freitag, 25. Septbr., abends 7V> Uhr. „Ein Walzertraum." Außer Abonn. Gewöhnt. Preise. — Samstag, 26. Sept., abends 7 Uhr. „Der Evangelimann." Im Abonn. Gewohnt. Preise. — Sonntag, 27. Septbr., nachmittags 3 Uhr. Vorstellung bei kleinen Preisen. Der „Freischütz*. Außer Abonn. Abends 7 Uhr: Zum ersten Male: „Der Mann mit den drei Frauen." Im Abonnement. Große Preise. — Montag, 28. Septbr.. abends 7 Uhr. Zu Ehren des Internationalen Presse- Verbandes : „Samson und Dalila." Außer Abonn. Große Preise. — Dienstag, 29. Septbr., abends 7 Uhr. „Die Zauberflöte." Im Abonnement. Gewöhnt. Preise. — Mittwoch, 30. Septbr.: Geschlossen.
Schauspielhaus. Montag, 21. Sept., abends 7 Uhr. „Anna Karenina." Im Abonn. Gew. Preise. — Dienstag, 22. Septbr., abends 7 Uhr. „Simson." Im Abomr Gewöhnl. Preise. — Mittwoch, 23. Septbr., abends 7 Uhr. „Vom andern Ufer." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Donnerstag, 24. Septbr., abends 7 Uhr. Wiederauftreten des Fräulein Charlotte Boch. „Ein Wintermärchen." (Abonnements-Vorstellung für den am 20. Juli 1908 ausgefallenen Montag.) Gewöhnl. Preise. — Freitag, 25. Sept., abends 7 Uhr. „Simson." Im Abonn. Gewöhnt. Preise. — Samstag, 26. Septbr. abends 7 Uhr. „Ein Fallissement." Im Abonn. Gewöhn. Preise. — Sonntag, 27. Septbr., nachmittags •i'/a Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. „Doktor Maus." Außer Abonnement. Abends 7 Uhr : „Ein Wintermärchen." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. - Montag, 28. September, abends 7 Uhr
„Simson". Im Abonnement. Gewöhnl. Preise. —