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K»tati»«ldruck und »erlag der Buchbruckerei bei Mttta. «. Waisenhauses in Hanau.

AMchtr AW für Mt- ZMKms Km«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 195 Fernsprechanschlutz Nr. 605,

Amtliches.

Stadtkreis Fyanau. Bekanntmachung.

Das früher Runkel'sche Slttwesen, Steinheimer Land­straße Nr. 4, soll zum 1. Oktober d. J. neuverpachtet werden. Die Räume des Erdgeschosses, außer der Küche, sollen zu Wohnzwecken nicht benutzt werden. Angebote mit Preisangabe sind an uns einzureichen.

Hanau den 18. August 1908.

Der Magistrat.

Hild. 16685

Handelsregister.

Firma Foell & Comp. in Hanau.

Der Gesellschafter Ziseleur Carl Gluth zu Hanau ist aus der Gesellschaft ausgeschieben ; die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst.

Das Handelsgeschäft wird unter unveränderter Firma von dem seitherigen Gesellschafter Kaufmann Jakob Foell in Hanau als Einzelkaufmann fort­geführt.

Hanau den 17. August 1908.

Königliches Amtsgericht 5, 16715

politische Rundschau.

Die Kaiserin und die Mädchenschnlreform. Es ist bekannt, daß die Kaiserin die Bestrebungen auf dem Gebiete der Mädchenschulbildung mit reger Teilnahme ver­folgt. Wie mitgeteilt wird, hat hje Kaiserin sich über die erlassenen neuen Bestimmungen einen eingehenden mündlichen Bericht' von der zuständigen amtlichen Stelle erstatten lassen.

Zum Fall Schücking teilt dieNordd. Allg. Ztg." mit: Zu den Artikeln in derFranks. Zilg." über den Fall Schücking ist festzustellkn, daß von der Vernehmung eines Redakteurs der Zeitung und von einem Zeugniszwangsver- fahren gegen ihn in der Disziplinarsache gegen Schücking dem Minister des Innern in der Tat nichts bekannt ist, und daß dieses Vorgehen ohne sein Wissen und Wollen ein­geleitet worden ist. Das Verfahren führt, worauf wieder­holt hinzuweisen ist, die Regierungsinstanz selbständig. Es kann sich daher nur um ein Ersuchen des Untersuchungs- kom missars an das Amtsgericht Frankfurt a. M. handeln.

Holland und Venezuela. In bem Konflikt mit Venezuela ist jeder Gedanke an ein gemeinsames Vorgehen oder an eine Allianz anderer Staaten mit den Niederlanden vollständig ausgeschlossen. Uebrigens ist außer der ermutigen-

Feuilleton*

Präsident Roosevelt über die Bekämpfung der Tuberkulose.

Unber. Nachdruck verboten. S. & H. Washington im August.

Der Präsident der Vereinigten Staaten Theodore Roose­velt hat das Protektorat über den vom 21. September bis 12. Oktober hierselbst stattfindenden

internationalen Tuberkulose-Kongreß übernommen. In dem an den Vorsitzenden des Komitees gerichteten Schreiben äußert sich der Präsident eingehend über die Tuberkulose-Bekämpfung. Es heißt in dem Schreiben u. a.: Die Bedeutung der Tuberkulose-Bekämpfung, deren Förderung dieser Kongreß gilt, kann noch nicht hoch genug eingeschätzt werden, in Anbetracht der Tatsache, daß die Tuberkulose unserem Lande alljährlich zweimal hundert­tausend, der gesamten Welt über eine Million Menschenleben kostet, daß diese Krankheit an materiellem Fortschritt, Wohl­stand und Glück unermeßlichen Schaden verursacht, und daß die enormen Ausgaben, die durch sie der Gesellschaft auf­gebürdet werden, gerade diejenigen Volksschichten treffen, in denen die Last am schwersten empfunden wird. Es ist wissenschaftlich bewiesen, daß die Krankheit ausgerottet wer­den kann. Aber die Schnelligkeit und Gründlichkeit, mit der dies geschehen kann, hängt davon ab, wie balo die neue Lehre von der Tuberkulose in die Gedanken des Volkes Eingang findet und auf seine Sitten, Gewohnheiten und Gesetze Einfluß gewinnt. Die Anwesenheit weltberühmter Persönlichkeiten, die auf diesem wichtigen Gebiete tätig sind, bietet uns eine vorzügliche Gelegenheit, diese erzieherische Aufgabe zu fördern. Die moderne Tuberkulose-Bekämpfung bringt Hoffnung auf Genesung für Hunderttausende von Opfern, welche nach der früheren Auffassung rettungslos ver­loren erschienen. Durch die Tätigkeit des bevorstehenden Kongresses werden dem ärztlichen Stande allgemein die Er­

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Freitag den 21, August F-rnsprechanschlutz Nr. 605, 1908

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1 den Erklärung Amerikas kein Schritt in dieser Beziehung von irgend einer Macht getan worden. Die Regierung steht der Lage der Dinge mit Zuversicht entgegen. Das Kabinett bewahrt vollkommenes Stillschweigen über die Antwort an den Präsidenten Castro, die durch den deutschen Gesandten in Caracas, der die holländischen Interessen vertritt, dem Präsidenten übermittelt werden wird.

Der fittländische Landtag beschloß mit allen Stimmen gegen den vom Zaren angeordneten Regierungsmodus in finlân- dischen Angelegenheiten, die dem russischen Ministerrat unter­stellt wurden, Protest zu erheben. Dadurch erscheint der Konflikt mit der Zentralgewalt des Reiches unvermeidlich.

Portugiesische Kammer. In der gestrigen Abend- sitzung der Kammer kam es zwischen dem früheren Finanz­milkister des Kabinetts Franco, Miranda de Carvalho, und dem Deputierten Santos zu Tätlichkeiten, weil letzterer bei der Aeußerung Mirandas, daß König Manuel mehr Glück haben möge als sein Vater, dem Wunsch Ausdruck gegeben hatte, daß er würdigere Minister als die des Kabinetts Franco finden möge.

Belgien und der Kougostaat. Die belgische Kammer nahm den Zusatzantrag und hierauf den Gesetz­entwurf betreffend die Uebernahme des Kongostaates durch Belgien mit 83 gegen 55 Stimmen bei 9 Stimmenthaltungen an. Hierauf wurde das gesamte Kolonialgefltz mit 90 gegen 48 Stimmen bei 7 Stimmenthaltungen in zweiter Lesung angenommen. In der Vormittagssitzung der Kammer interpellierte der Sozialist Royer in der Angelegenheit der vom Kongostaat unter der Vermittlung belgischer Konsuln in Deutschland eingerichteten Preßburcaus. Er richtete heftige Angriffe gegen den Major Liebrechts, der im Namen des Kongostaats agitiert habe und tadelte die belgischen Konsuln, die an diesem Bestechungswerk teilgenommen hätten. . Royer brachte eine Tagesordnung ein, in der dem Bedauern über die Beteiligung des Kongostaates an der Organisation der gefährlichen Agitation und geheimen Preffetreiberei in Deutsch­land Ausdruck gegeben wird. Zugleich drückte er den Wunsch aus, daß zukünftig die Verwaltung der Kolonie sich jedes derartigen Vorgehens enthalten möge und daß der Kredit von 50 Millionen in keiner Weise dazu dienen dürfe, .ein belgisches Pressebureau im Auslande zu errichten. Der Minister des Aeußern bestritt, daß hierbei von Bestechung die Rede sein könne. Es babe vielmehr nur eine Propa­ganda wie jede andere stattgefunden, und wenn belgische Be­amte hierbei mitgewirkt hätten, so hätten sie es nur in privater Eigenschaft getan. Konsul Steub in München sei einer der ehrenhaftesten Beamten und habe niemals Heimlich- Teilen gehabt. Der belgische Generalkonsul Cartuyvels habe nur die Auslagen für Reisen und Korrespondenzen erstattet erhalten. Die von Royer eingebrachte Tagesordnung wurde

gebnisse der neuesten Studien und Untersuchungen vor- geführt und vor allem den praktischen Aerzten die neuesten Mittel und vollkommensten Methoden zur Behandlung der Krankheit in die Hand gegeben werden. Das so gewonnene Wissen wird unserem Volke viele wertvolle Lebensjahre ein­bringen und so zur Erhöhung unseres allgemeinen Glückes und Wohlstandes beitragen. Der internationale Tuber­kulose-Kongreß dient auch dem Weltfrieden. Im Kampfe gegen einen gemeinschaftlichen Feind werden die Völker enger zusammengebracht, und dabei wird das Bewußtsein gestärkt, daß alle Menschen Brüder sind. Ein gemeinsames Vorgehen gegen einen gemeinschaftlichen Feind fördert den allgemeinen Frieden. Unserm Lande ist in diesem Jahre die Mre zu­gefallen, bei dieser Zusammenkunft führender und sachver­ständiger Persönlichkeiten ersten Ranges als Gastgeber auf­zutreten und die äußerst wertvollen Gegenstände, welche von der gesamten Welt zur Belehrung hierher gesandt werden, zur Schau zu bringen. Wir wollen unsere Erkenntlichkeit hierfür dadurch beweisen, daß wir dem Kongreß eine Auf­nahme bereiten, die würdig ist der Sache, unserer Gäste und unserer selbst. Wir wollen uns Mühe geben, diesen Kon­greß zum größten und fruchtbarsten auszu gestalten von allen, die bis jetzt abgchalten wurden. Seien Sie meines an der Sache versichert; meine Unterstützung steht Ihnen zur Ver­fügung.

Die Hudsonbrücke bei Newyork.

Die Amerikaner müssen nun einmal grundsätzlich das größte oder längste oder höchste Exemplar von allen Dingen in ihrem gesegneten Lande haben. Tas liegt so im ameri­kanischen Temperament, und wenn sie auch eben erst mit der großen eisernen Konsolträgerbrücke über den Lorenzstrom bei Quebec, die bekanntlich im vorigen Jahre niederbrach, einen bösen Reinfall erlebt haben, so können sie doch nicht davon lassen. m

Auch setzt wieder haben sie die Ausführung eines Bau­werkes beschlossen, welches alles Aehnliche weit hinter sich läßt. Es handelt sich darum, dem verdienten englischen

darauf mit 53 gegen 28 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen abgelehnt.

Die allgemeine Wehrpflicht in der Türkei. Der angekündigte Gesetzentwurf über die allgemeine Wehr­pflicht aller Ottomanen setzt das militärpflichtige Alter mit 20 bis 45 Jahren an und die Dienstzeit mit sechs Jahren, wovon drei Jahre aktiv und drei Jahre in der Reserve zu­gebracht werden sollen. Es ist beabsichtigt, später die aktive Dienstzeit auf zwei Jahre herabzusetzen. Ferner wird davon gesprochen, die Militärtaxe, die bisher nur von militärfreien Mohammedanern zu bezahlen ist, von 50 auf 25 türk. Pf. zu ermäßigen. In der Kriegsschule sollen in Zukunft auch Nichtmohammebaner zugelassen und in gleicher Weise befördert werden wie Mohammedaner. Die Regierung wird, bevor sie dieses Gesetz in Kraft setzt, erst eine Volkszählung veran­stalten. Nach Informationen aus guter Quelle beträgt gegen« wärtig der Aktivbestand des türkischen Heeres im ganzen Reiche 300 000 Mann ; er dürfte vorläufig aus Ersparnis­rücksichten fast auf die Hälfte herabgesetzt werden.

Die Schlußsitzung des Katholikentages.

Düsseldorf, 20. August. In der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands gelangte heute in geschloffener und auch in öffentlicher Verhandlung ein langer Antrag zur Annahme, in dem es heißt: Die Generalversammlung muß den Anspruch aufrecht erhalten, daß der Papst eine volle und wirkliche Unabhängigkeit und Freiheit genießt, welches die unerläßliche Vorbedingung für die Freiheit und Unabhängig­keit der katholischen Kirche ist. Eine Bedingung der Unab­hängigkeit ist auch die volle finanzielle Selbständigkeit der päpstlichen Verwaltung, welche durch regelmäßige und reich­liche Unterstützung der Sammlung zum Peterspfennig gesichert werden muß. Sie fordert die Katholiken Deutschlands auf, das gegenwärtige Priesterjubiläum zu benutzen, um durch be­sonders reichliche Spenden einen Beweis einmütiger Ver­ehrung für den Papst und ihrer treuen Liebe zu ihrer Kirche zu geben. Präsident Graf Hans Praschma betonte in der Schlußrede, daß die Katholiken in der Treue zu Kaiser und Reich niemand nachstehen. Wir sind ein einig Volk von Glaubensbrüdern und sind bestrebt, nicht nur in der Vater­landsliebe es anderen gleich zu tun, sondern die Elitetruppen für die Verteidigung nationaler Interessen und der nationalen Ehre zu bilden. Kardinal-Erzbischof Dr. Fischer segnete alsdann die Versammlung und brachte auf den Präsidenten und den Vizepräsidenten ein dreifaches Hoch aus. Danach mürbe die Generalversammlung mit dem Gesang :Te deum laudamus" geschloffen.

Pionier Henry Hudson, dem zu Ehren der amerikanische Rhein, der Hudsonstrom, so benannt wurde, ein Denkmal zu setzen. In Europa errichtet man in solchen Fällen eine Statue. Die Amerikaner machen das anders. Entweder sie errichten etwas ganz Unsinniges, das aber natürlich wieder das längste, höchste oder dickste Ding der Welt sein muß. So haben sie es z. B. mit dem berühmten Washington­denkmal gemacht. Das ist ein steinerner Obelisk, noch einige dreißig Meter höher als die Kölner Domtürme, aber im übrigen reichlich geschmacklos. Des öfteren aber verbinden sie das Nützlicbe mit bem Angenehmen, errichten irgend eine monumentale Brücke oder dergleichen und nennen diese mit den: Namen der zu ehrenden Persönlichkeit. So befindet sich sich z. B. im Tale des Haarlemriver nördlich von Newyork eine wundervolle, über 100 Fuß hohe Steinbrücke, die den Namen Washingtonbrücke führt. In ähnlicher Weise will man nun auch Henry Hudson ehren, der vor 300 Jahren als erster den Hudsonfluß befuhr. Man will über einen jener nördlichen Querflüsse, den Spuyten Duyoel Creek, eine große und hohe Brücke errichten. Diese soll eben als Denkmals­brücke dienen und daher nicht aus Eisen, sondern aus Stein ausgefiihrt werden. Nach längerer Ueberlegung entschloß man sich für einen Bau in Eisenbeton. Es sollte also die ganze Brücke in einem eisernen Gerippe hergestellt und dann in hölzernen Formen mit Beton umstampft und umgoffen wer­den, so daß eine Steinbrücks entstand. Dabei wurden aber, wie gesagt, ganz ungeheuerliche Abmessungen angenommen. Der mittelste Bogen der Brücke erhält eine Spannweite von 725 Fuß. Dabei liegt der Scheitel des Bogens 177 Fuß über dem Wasserspiegel. Die eine Spannung übersetzt den ganzen Flnß nebst einigen Eisenbahngleisen. Drei weitere mächtige Bogen führen dann an jeder Seite an den beiden Tallehnen empor.

Zum Verständnis für die Größe sei Folgendes Bemerk- Der längste Brückenbogen, der gegenwärtig überhaupt existiert, ist der eiserne Brückenbogen der oberen Niagarabrücke, un^ dieser hat 840 Fuß Spannweite. Die weiteste Bogenspannuull einer Eisenbetonbrücke befindet sich an der Grünwaldbrück^ zu München und beträgt 230 Fuß. Die zweitgrößte Brücke, . die Walnut-Lanc-Brücke zu Philadelphia, die sich noch im