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Efenskag
Drahtnachrichten
Reiche AnwenSnnsten.
Köln, 21. ^nn. Die „Köln. Atg.* meldet an« Düren: Kommerzienrat Wilhelm $8fÄ, ein Neffe de« kürzlich vrr- storbentn Kommerzienrat« Eberhard Hösch, der bekanntlich sehr bedeutende Stiftungen testamentarisch vermacht hat, hat gestern anläßlich seines 25jährigen Stadtverordnetenjubiläum« 30000 Mk. zum Dau von Arbeiterwohnungen gestiftet und sich ferner bereit erklärt, 130 000 Mk. für die architektonische Ausgestaltung der Umgebung eine« zweiten städtischen Wasser- turme« zu schenken. Außerdem stellte er 300 000 Mark für -tt Vergrößerung und bessere Ausgestaltung de« Museum« in Aussicht.
Zur Laste in Marokko.
Paris, 21. Jan. Bezüglich der Meldung, daß die spanische Mission in Rabat vom Machsen verschiedene Br- günstigungen, darunter da« Fischereimonopol und die Konzession zum Bau elektrischer Tram- und Eisenbahnen in Tanger erhalten habe, erklärt das „Echo de Pari«* j» einer anscheinend offiziösen Note, daß diese Forderung mit der AlgeciraSakt» im Widerspruch stände und daß man deshalb nur schwer annehmen könn«, daß sie dem Machsrn wirklich unterbreitet worden sei.
Paris, 21. Jan. Dem „Petit Pariflen* wird aus T a n g »r gemeldet, Abdul Asi« wolle nunmehr den Beistand seine« älteren Bruder« Miiley Mohamed, welchen er seit 14 Jahren im Palast in Rabat gefangen hält, in Anspruch nehmen, um den Gegensultan Mulcy Hafid wirksamer bekämpfen zu können.
Tanger, 20. Jan. Die „Depeche Marocaine* veröffentlicht Auslastungen einer dem Machsen angehörigen Persönlichkeit, denen zufolge der in Fez erfolgten Ausrufung Mulay Hafid« zum Sultan keine Bedeutung beizumessen sei; Mulay Hafid würde niemals seinen Einzug in Fez halten, dessen ungeduldig und mutlos gewordene Einwohnerschaft schließlich den Oheim, den jetzigen Statthalter Hafid« in Fez, El Merani, zum Sultan ausruken würde. Die Einführung von Reformen sei da« einzig« Mittel, um die Autonomie Marokko« zu wahren. Die Kadi« und UlemaS bereiteten ein richterliche« Erkenntni« vor, um die Proklamation Mulay Hafid« für null und nichtig zu erklären.
Dom Floitenverein.
Cassel, 21. Jan. Die Auffassung, al« wenn die Bayem au< dem Flottrnverein ausgeschieden wären, ist irrtümlich. Die Bayern gehören ganz wie bisher dem Flotten- verein an. Frhr. v. Würtzburg. — Bon anscheinend unterrichteter Seite wird dem „Tageblatt* versichert: Dir Bayern wollen nur einstweilen nicht die äußerste» Konsequenzen ziehen, vielmehr solle erst in der nächsten Zeit eine außerordentliche Generalversammlung deS bayerischen Landesverbandes nach München «inberufen werden, dir zu der »er« änderten Lag» Stellung nehmen soll».
Arnarchisten.
Odessa, 21. Jan. Die Tätigkeit der Anarchisten er« neuert sich hier wieder auf verstärkte Weise und fordert täglich neue Opfer. Am 20. d. M. wurden auf der Hospital- straß« ein Kaufmann und seine Frau, die eS ablehnten, Grld zu geben, erschossen. Die Täter entkamen.
Selbstmord.
Berlin, 21. Jan. Dem „Berl. Lokalanzeiger* zufolge stürzte sich bei Plauen ein Arbeitslosigkeit befürchtender ©tiefer, Vater von fünf Kindern, die 70 Witter hohe Elsterbrück» hinab.
Kohlenstaubexplosion.
Miesbach, 21. Januar. Der „Miesbacher Anzeiger* meldet aus Hausham: Auf einer hiesigen Kohlengrube sand gestern abend eine Kohlenstaubexplosion statt, verursacht durch Sprengschüsse. Zwei Bergleute wurden schwer v»rletzt und einer getötet; sämtliche Brrunglückl» sind vrrh«irat»r.
Ertrunken.
Elbing, 20. Jan. In Maldeuten wollte der „Elbing. Zeitung* zufolge gestern der Eigentümer Hensrl-Wilmsdorf zur Generalprobe der Kaiser Geburtstagsfeier über die Eisdecke de« Samrodtsees bei Maldeuten fahren. Als das
Schlittenfuhrwerk, auf dem sich acht Personen, darunter fünf Kinder, befanden, in der Nähe der Eisenbahnbrücke war, brach dir Eisdecke ein. Das ganze Fuhrwerk stürzte in das Wasser. Drei Kinder wurden als Leichen geborgen, ein viertes würd« noch mit schwachen Lebenszeichen aus dem Wasser gezogen, ist aber inzwischen gestorben. Die übrigen Personen wurden gerettet.
Ein Eisenbahnunglück in China.
Dientstn, 20. Jan. Auf der Prking-Kalgan-Eisen- bahn ist ein Tunnel tingestürzt. Dabei wurden 180 Personen getötet. Unter denselben befindet sich kein Europäer.
Unlerschlaqttnge«.
Essen, 21. Jan. Wegen umfangreicher Unterschlagungen ist der bisherige Prokurist Franz Laumen von der seit einiger Zeit infolge von Zahlungsschwierigkeiten in Liquidation befindlich«» Baufirma Theodor Fürchte G. m. 6. H. verhaktet worden. Die Höhe der unterschlagenen Summe ist noch nicht srstgestellt, dürfte aber etwa 20000 M. betragen.
Gescheitert.
Kiel, 81. Januar. Der von Newcastle abgegangene Dampfer „Pernambuco* ist bei schwerem Weststurm auf K n Aalumriff gescheitert und völlig zerschlagen worden. Die Besatzung von 18 Mann ist mit knapper Not gerettet worden.
Kollision.
BerN«, 21. Jan. Das „Berl. Tageblatt* meldet au« dem Haag: Auf der Schelde kollidierte gestern abend unweit Terneuzen der griechische Getreidedampfer „EpiruS* auS Sulina während dickten Nebels mit dem Dampfer der Red Star-Line „Finland*. Der Dampfer „EpiruS" bekam ein große- Leck bet den Kohlenbunkern und sank in wenigen Minuten. Die 25 Mann starke Besatzung konnte sich nur mit knapper Not in einem eigenen Rettungsboote und in einem Boote der „Finland" retten.
Hungersnot.
Belgrad, 21. Jan. In der Umgebung von Belgrad, wie in anderen Teilen von S e r b i e n, herrscht Hungersnot. Einzelne Ortschaften sind ohne ausreichende Lebensmittel. Die Arbeiter finden keine Arbeit zur Erhaltung ihrer Familien. Der Tagelohn ist sehr gering. Infolge der Notlage vermindert sich die allgemeine Sicherheit im Lande. Die Blätter fordern die Regierung auf, den Notleidenden Hilfe zu leisten.
Zusammenstoß.
Mailand, 20. Jan. Heute abend gegen 9 Uhr fand bet Pont Aquabella ein Zusammenstoß zweier Züge statt. Das Unglück ereignete sich einem späteren Telegramm zufolge in folgender Weise : AI« der Zug von Mailand nach Rom nach Pont Aquabella gelangt war, fuhr er dort auf den Zug nach Pavia auf, der stehen geblieben war, um daS Signal „freie Fahrt" abzuwarten. Di« Lokomotive deS ZugeS nach Nom und dia letzten Wagen deS Zuges nach Pavia stürzten auf die Nebengleise. In diesem Augenblicke brauste ein Zug von Bergamo heran, der mit der Lokomo- tive und den umgestürzten Wagen der beiden anderen Züge kollidiert«. Der Zusammenprall war furchtbar. Bisher mürben 9 Tote aus den Trümmern gezogen, die zu dem Bergamo-Zuge gehören. Mehrere Verletzte wurden nach den Krankenhäusern von Mailand geschafft. Der Schatzmeister C a r c a n o, der sich in dem Zuge nach Rom befand, blieb unverletzt, ebenso mehrer« Senatoren, die sich zu dem Nasiprozesse nach Rom begeben wollten.
Lohnkürzungen.
Esse« a. d. Ruhr, 21. Januar. Einzelne Zechen deS Ruhrbezirkes nehmen Lohnkürzungen vor. Auf Zeche „Zentrum" und aus Zeche „Eiberg" wurden die Gedinge um 5 bis 30 Pfennige herabgesetzt.
Parks, 21. Jan. Der Kommandeur der ersten Infanterie-Brigade in Algerien, General d'Eu, Har verlangt, zur Disposition gestellt zu werden, angeblich, weil nicht er, sondern General d'Amade mit dem Oberbefehl über das Be- setzungskorps in Casablanca betraut worden ist.
Paris, 21. Jan. Infolge eines Erlasses des Polizei- präfekten, durch welchen den Fiakerkutlchern verboten wird, in ben Hauptstraßen der inneren Stadt mit leeren Wagen zu fahren, da dadurch der Verkehr erschwert wird, hielten heute nacht im Tivoli-Baux-Hall und in der Arbeitsbörse 10 000 Kutscher eine Proiestversammlung ab. Die Kutscher drohen in den Ausstand zu treten, falls dieser Erlaß nicht zurückgezogen werden sollte.
Paris, 21. Jan. Die Staatsanwaltschaft beschäftig' sich mit der Frage der Auslieferung des wegen Mitschuld an dem Tifliser Bankraube verhafteten Terrorisienvaare». Der Verteidiger deS PaarcS behauptet, daß dieser Bankraub als ein politisches Verbrechen anzusehen sei und deshalb eine Auslieferung nicht statifindkn dürfe.
E-richccke der Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.
Zwckqverekn Hana«.
Gute« Küche«dc«tsch.
Daß die deutsche Speisekarte in den höheren Gesellschaft«- kreisen mehr und mehr Anhänger gewinnt — namentlich dank dem vorbildlichen Dorgehm unsere« Kaiser« —. beweist da« neue Preisverzeichnis, das der Berliner Hoflieferant Wilhelm Lindstedt für feine Stadtküche, Feingericht« (Delikatessen) und Weingroßhandlung in vornehmer, geschmackvoller Ausstattung herausgegeben hat. Hier werden uni in mehr all 20 verschiedenen „Spetsefolgen' für „Mittag- und Abend- täfel' und außerdem noch in „Speisezetteln" für „Los« Takel* (Biikett) die auserlesensten Gaumengenüss« vorgeführt und zwar fast ausnahmslos mit guten deutschen Benennung«». Unbekümmert um da« ©erebe von ber „internationalen Küchensprache* verwendet Lindstedt deutsch, Ausdrücke ebenso auf den Speisekolgen wie in dem Preisverzeichnis sein«« ,Feinkostgeschäfts. Gemüse-Konserven heißen „Büchsengemüse*, Trüffel-Konserven „Dauer-Trüffeln* , Kompott« „Diinst- früchte", Fleisch-Extrakt „Fleischsaft*. Consomm» „Kraftbrüh«". DaS Häßliche 4 la, das auf den „Menus* eine so große Roll» spielt, ist nirgends zu finden. Dafür heißt eS, „nach — Art* oder „auf — Art" (nach Königs Art, auf italienische Art> oder bloß „nach" (Rehrücken nach Richelieu). In manchen Fällen setzt er den Fremdausdruck in Klammern hinter daS deutsche Wort, wie bei den Straßburger Gänseleber-Pastetrn in Teigkruste (en traute) ober bei Kopfsalat (Salade laitue), Erdbirnen (Toptnambour») usw. Bei der Aufführung ber verkäuflichen französischen Büchsengemüse fügt er die Der- deutschung in Klammern hinzu, z. B. HaricotS vert« extra- fins (Prinzeßbohnen), Flag?o!etS extra >fin« (junge Kern- bohnen), FeveS de maraiS (dicke Dohnen).
Aus der Zeitschrift deS Allgemeinen Brutschen Sprachverein«.
Gerichtssaal.
^rantfurt, 20. Jan. Am 7. September stand im Inseratenteil der WochenschM „Für Wahrheit und Recht" unter der Ueberschrift „Wo bleibt bei Tierschutzverein?" eine Notiz Über zwei Fälle von Tiermißhandlung. Der Bersin ersuchte, um der Sache nachzugehen, um den Namen bei Gewährsmanns. Die Zuschrift trug den Vereinsstempel ali Unterschrift, sowie die Worte: „In Vertretung Dr. Fritz Berg.* Weil jede Höflichk«it«floSkel, wie „achtungsvoll* oder „Hochachtungsvoll" fehlte, schrieb der Redakteur der Wochenschrift G. A. silUiller-Czerny an den Verein einen Brief, der dem Notar Iustizrat Dr. Berg Veranlassung gab, Strafantrag wegen Beleidigung zu stellen. DaS Schöffengericht hatte auf «in Monat Gefängnis erkannt. Die Strafkammer ermäßigte heute bte Strafe auf 300 Mark, da mancherlei Biilderungsgründe vorliegen, so u. a. daß der Angeklagte infolge von Krankheit eine sehr impulsive Natur fei und daß er dieser Tage 100 Mark dem Tierschutzverein all Sühn» überrofefen hat.
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Am Thüringischen Technikum ktlmtnau betrug im Schuljahr 1906/07 die ZahreSfrequmz «u^chließlich der Praktikanten in den Betrieben 1070. Die Zahl der Ab'olvcnte» 213. Die Anstalt bildet Werkmeister, Techniker und Ingenieure für bte Industrie cuS. Mit der Anstalt verbunden sind große M ischinenlaboretorien und Fabrik- werkstätten, in denen auch Volontäre behus» praktischer Äuibilbuug Äufnabmr finden können.
Erstarrt in Eis ruhn Strom und Bäche und Winlervergnügen aller Art, Schlittenvartien, Eislauf, Bälle und Krânzcherl nehmen den Menschen in Anspruch. Wi« Viele aber bezablen solch ein Vergnügen mit Tagen schwere» Unbehagen?, weil sie unvorsichtig waren, weil sie sich erkälteten und dann nicht aleich die rechte Abwehr gebrauchten V Wer wirklich das Malheur hat, erfährt von solch einem Vergnügen heimzlikommtn, der nehme gleich ein paar Fays echte Sodener Mineral-Pastillen — sie werden ihm die denkbar besten Dienste leisten. S'e sind zu haben in allen Apotheken, Drogerien und ÜvTJs Mineralwasser-Handlungen für 85 Pfennig die Schachtel. 645»
I ^ThOn. gischas Elektro-und Ma»chin«n-
Temiom J mmu Werkmeister. ^Prospekts
Lehrfabrik
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kaufmaMLgemchtLwahl.
Wir laden hiermit alle wahlberechtigten ^anötungsgeßürftm zu einer
öffentlichen Versammlung
für Freitag den 24. d. M., abends 9 Uhr
in den Saal „^ur ^taöt Bremen“, Langstraße 82 ergebenst ein.
Vortrag des Herrn Baum vom Kaufmännischen Verein Frankfurt a. M. über IM- Matts manit#gei?id?te "WS
nachdem freie Aiskrtsfrorr. 17,1,
Der Ausschutz für die Wahl der Kandidaten der Kartellverbände.