Hanauer Z Anzeiger
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Wt«ti»«Ibr»ck und Verlag da Buchdruck««! des verein. W, SaijenhauseS in Hanau.
Amtliches Orzin für §t«Lt- uni Mito Smu.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Kl. 192 F-rnsprechanschlutz Nr. 605»
Dienstag den 18. August
Fernsprechanschlutz Nr. 605, 1908
Amtliches.
Candkreis Rati au, BekmtmchNgen des Königlißm Lllndratsmls.
Auf Grund eines Ministerialerlaffes mache ich die Ortspolizeibehörden und die Interessenten darauf aufmerksam, daß die von den mit der amtlichen Prüfung beauftragten, auf ihre Dienstpflichten vereidigten Sachverständigen bei der ersten Prüfung von
I. Auszügen,
2. Kraftfahrzeugen,
3. Dampffässern,
4. Gefäßen für verdichtete und verflüssigte Gase,
5. Mineralwasserapparaten,
6. Acetylenanlagen,
7. Elektrizitätsanlagen ausgestellten Bescheinigungen (Abnahmebescheinigungen) dem Zeugnisstenipel der Tarifstelle 77 des Stempelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895 unterliegen. Dasselbe gilt von den Bescheinigungen über außerordentliche Untersuchungen, welche von den Besitzernbeantragt sind.
Stempelfrei dagegen sind die Bescheinigungen über außerordentliche Untersuchungen, welche von den Polizeibehörden aus eigener Veranlassung im öffentlichen Interesse angeordnet werden und die Bescheinigungen, welche über die regelmäßig wiederkehrenden Prüfungen ausgefertigt werden.
Hanau den 13. August 1908.
Der Königliche Landrat.
V 5645 v. Beckerath.
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Bekanntmachung.
Da gerade aus dem Landkreis Hanau zu der am 4. September hier stattfindenden Bezirkstierschau überraschend wenig Anmeldungen eingegangen sind, mache ich darauf aufmerksam, daß außer den für alle Aussteller gleichmäßig bestimmten Preisen der Landwirrschaftskammer folgende Preise ausschliesslich für Tiere aus der Stadt uud dem Landkreise Hanau verteilt werden:
1. Für Pferde (Mutterstuten und Stutfohlen) 12 Preise von zusammen 250 Mk.
2. Für Rindvieh (Bullen, Kühe und Rinder vom Landschlag mit Simmenthaler Charakter und Niederungs-. vieh) 57 Preise von zusammen 1000 Mk.
3. Für Schweine 17 Preise von zusammen 250 Mk.
4. Für Ziegen 11 Preise von zusammen 50 Mk.
Ferner sind von Sr. Königl. Hoheit dem Landgrafen von Hessen 4 Siegerpreise für Pferde und Rindvieh von je 75 Mk. gestiftet worden, von denen zwei ausschließlich für Tiere aus der Stadt und dem Landkreis Hanau bestimmt sind.
Mr die Viehbesitzer aus der Stadt und dem Landkreis Hanau wird der Anmeldetermin ausnahmsweise bis zum 22. August verlängert. Anmeldungen können mündlich oder schriftlich bei dem Unterzeichneten angebracht werden, von dem die Ausstellung der Anmeldescheine veranlaßt werden wird.
Bemerkt wird, daß ohne Anmeldeschein kein Tier zur Ausstellung zugelassen wird.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, für möglichste Verbreitung dieser Bekanntmachung zu sorgen.
Hanau den 16. August 1908.
Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisvereins, v. Beckerath, Kgl. Landrat.
Gesundem und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 schwarzer Damen-Gummigürtel, 1 Päckchen weißes baumwollenes Garn, 1 Gewicht von Eisen mit der Bezeichnung 0,5 k.
Verloren: 1 goldenes Halskettchen mit Medaillon, 1 Kaiser Wilhelm-Erinnerungs-Medaille, 1 schwarzes Portemonnaie (mit 16 Mk., einer Fahrkarte nach Ostheim und 1 Ablieferungözeichen von Ott.)
Hanau den 18. August 1908.
politische Rundschau,
Personalien. Polizeipräsident V. Hellmann-Posen wurde zum Präfidenteu der Regierung in Allenstein, und Landrat v. Heykiug-Pleß zum Polizeipräsidenten von Posen ernannt. Zum Präsidenten der Regierung in Osnabrück ist der Geheime Oberfinanzrat und vortragende Rat im Finanzministerium, v. Baumbach-Berlin, früher Landrat in Gelnhausen ernannt worden.
Der Prinzregent von Bayern richtete an den Staatsminister v. Podewils ein Handschreiben, in welchem er seine Befriedigung über die Annahme des Beamtengesetzes und der Gehaltsordnung durch die beiden Kammern des Landtages ausdrückt und den sämtlichen dabei beteiligten Beamten seine volle Anerkennung ausspricht.
Englische Anleihe für Marinezwecke. „Daily Telegraph" erfährt, daß angesichts des Wetteiferns in den Marinerüstungen von der Regierung eine Anleihe von 100 Millionen Pfund Sterling erwogen werde. Mehrere Finanziers hätten es unternommen, diese Summe zu dem Nominalwerte aufzubringen. Man glaubt, daß durch diesen Plan der Zerrüttung des Budgets vorgebeugt werde. Eine einflußreiche Gruppe im Kabinett sei für den Plan, der mit der Erklärung, daß das Land auf dem Zweimächtestand erhalten werden solle, in Einklang steht, gewonnen worden.
«Ojähriges Negierungsjubiläum des Kaisers Franz Josef.
Wien, 17. August. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht morgen ein Handschreiben des Kallers an den Justizminister, das die Amnestie für alle wegen des Verbrechens der Majestätsbeleidigung oder der Beleidigung von Mitgliedern des Kaiserlichen Hauses, sowie für alle zu Freiheitsstrafen bis zu zwei Wochen oder einer Geldstrafe bis zu 150 Kronen Verurteilten anordnet, wenn sie vorher noch keine Verurteilung erlitten haben. Ferner wurden die gesetzlichen Folgen von Verurteilungen zu Freiheitsstrafen bis zu drei Monaten oder zu Geldstrafen nachgesehen. Endlich wird 562 namentlich angeführten Personen der Rest ihrer Freiheitsstrafe erlassen; 190 namentlich angeführten werden Freiheits- und Geldstrafen erlassen. Dieser Rechtswohltat werden solche Verurteilte teilhaftig, die durch heftige Gemütsbewegung, jugendlichen Unverstand, Not und andere mißliche Verhältnisse zur Tat bestimmt wurden. Die Amnestie tritt morgen in Kraft.
Wien, 17. August. Das „Militärverordnungsblatt" veröffentlicht ein allerhöchstes Befehlsschreiben, mit dem der Kaiser in Erinnerung an -die von der Wehrmacht durch 60 Jahre geleisteten treuen und hingebungsvollen Dienste ein Militärjubiläumskreuz mit der Inschrift „2. Dezember 1908" stiftet. Ein weiteres Befehlsschreiben verleiht dieses Jubiläumskreuz allen ohne Unterschied des Ranges und der Stellung, die mit dem Kaiser unter Radetzky den Feldzug 1848 in Italien milgemacht und an irgend einem Gefechte teilgenommen haben.
Wien, 17. August. Kaiser Franz Josef stiftete anläßlich seines 60jährigen Regierungsjubiläums ein Jubiläums- kreuz für staatliche Zivilbeamte.
Die Vorgänge in der Türkei.
Konstantinopel, 16. August. Die türkischen Blätter veröffentlichen das Programm des neuen Ministeriums, in dem es heißt: Das Ministerium hegt die feste Absicht, die Staatsgeschäfte unter voller Wahrung der souveränen Rechte des Sultans, der Rechte des Ministeriums und des Parlamentes, sowie der allgemeinen Rechte des Volkes zu leiten. Um der gegenwärtigen finanziellen Notlage bis zu einem gewissen Grade abzuhelfeu, soll die große Zahl der Beamten in entsprechendem Maße beschrâirkt und ihre unverhältnismäßig hohen Gehalte sollen herabgesetzt werden. Um einigen dringlichen Ausgaben nachzukommen, werden wir uns be- mühen, eine kleine Anleihe aufzunehmen und nach Möglichkeit Ersparnisse zu machen. Auch im Militärdepartement iverden Ersparnisse gemacht werden müssen. Die Vermehrung der Staatseinkünfte soll einerseits, ohne daß neue Steuern geschaffen werden, durch Reform der gegenwärtigen Steuern, durch die Verbesserung des Systems der Steuererhebung und durch Erneuerung der Handelsverträge, andererseits durch das Ausstichen von Maßnahmen zur wirtschaft- ließen Hebung des Landes erreicht werden. Das Ministerium wird weiter die Frage der Durchführung des öffentlichen Unterrichtes und die Heranziehung sämtlicher Beamten zur Sicherung des Fortschrittes der Landwirtschaft prüfen und dem Parlamente »erlegen, sowie die Verbesserung des öffentlichen Unterrichts und die Heranziehung sämtlicher Bevölkcrungsklasscn zum Militärdienst vorbereiten. Die Ge- ridite werden so ausgestattet werden, daß sie Vertrauen einflößen. Die Türkei ivill mit allen Mächten gute Be
Ziehungen aufrecht erhalten: Es wird dahin getrachtet werden, daß mit Zustimmung der interessierten Staaten die außerordentlichen Bestimmungen, die für die in der Türkei lebenden Untertanen einiger fremden Staaten gelten, aufgehoben werden, und die Bemühungen der Regierung werden darauf gerichtet sein, allgemein eine Lage zu schaffen, die jedermann Vertrauen einflößt und selbst den Fremden die Ueberflüssigkeit ihrer Privilegien begreiflich macht.
Konstantinopel, 17. August. (Wiener Korr.-Bur.) Mit der interimistischen Leitung des KriegsministniumS wurde, den Blättern zufolge, Osman Nizama betraut. — — Wie die Blätter melden, hat der Sultan 46 Adjutanten entlassen.
Die Lage in Marokko.
Tanger, 17. August. Omrani verließ mit der hasidischen Mahalla Elksar, um gegen Bu Auda zu marschieren.
Paris, 17. August. Aus Mokinos wird vom 13. August gemeldet: Auf dem Marktplatz der Stadt kam ei zwischen den Boni Ntir, die zu Abdel Asts halten, und den hasidischen StammeSangehörigen zu einem Zusammenstoß, bei dem ungefähr dreißig Personen getötet wurden.
55. Deutscher Katholikentag.
Unber. Nachdruck Verb. 8. u. H. Düsseldorf, 16. August.
Mit einer Versammlung des ständigen AuSschuffes des Deutschen Katholikentages im Hotel „Breidenbacher Hof" begannen gestern nachmittag die geschäftlichen Verhandlungen der 55. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands, die in den nächsten Tagen hier im Mittelpunkt deS rheinisch- westfälischen Industrie-Reviers unter dem Zustrom einer nach tausenden zählenden Menge abgehalten wird. U. a. nahmen an den Verhandlungen teil vom Reichs- und Landtage die Abgeordneten Dr. Porsch (Breslau), Bachem (Köln), Groebek (Heilbronn), Graf Oppersdorf (Breslau) und Hitze (Münster), vom Volksverein für das katholische Deutschland LandeSrat Brandt und Generalsekretär Pieper (M.-Gladbach), vom Bonifaziusverein für das katholische Deutschland Präsident Nacken, vom Verband katholischer Gesellenoereine Deutschland- Matthias Wiese (Verden), vom AugustinuSverein zur Pfleg« der katholischen Presse der Verleger der Krefelder Volkszeitung, vom Chantasverband für das katholische Deutschland Mostgn. Werthmann (Freiburg i. Br.) und vom vorbereitenden Konnte« für die Generalversammlung dessen Vorsitzender Erbgraf zu Droste-Vischering und Direktor Elkan (Köln). Die Verhandlungen waren vertraulicher Natur und betrafen die letzten Vorbesprechungen für die Organisation und Durchführung des diesjährigen Katholikentages, der sich nach dem Beschluß des Zentralkomitees zu einer großen Kundgebung deS katholischen Deutschland anläßlich der Feier des goldenen Priesterjubiläums des Papstes gestalten soll. Sämtlich« Reden sollen demnach auf diesen Ton gestimmt werden und ebenso ist füll die erste öffentliche Versammlung eine Resolutton vorbereitet, in welcher die deutschen Katholiken dem Papst eine Huldigung darbringen und ihm ihre unwandelbare Anhänglichkeit versichern. Weiter wird wie alljährlich die territoriale Unabhängigkeit des Heiligen Vaters als Vorbedingung für ein ungehindertes und segensreiches Wirken gefordert. Eine Reih« weiterer Resolutionen werden in den Versammlungen oor- gelegt werden. Sie betreffen die schwebenden sozialen TameS- fragen, so den Schutz des Mittelstandes, Handwerk und Gewerbe, der Landwirtschaft und der Arbeiterschaft, die Fürsorge für Auswanderer, Arbeitsloser' und anderer Fürsorge- bedürftiger, die Unterstützung chttstlicher Liebesarbeit, die Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs, die Wohlfahrtspflege auf dem Lande, die Frauenfrage u. a. Der Abgeordnete Roeren ist wieder mit mehreren Einträgen vertreten, in welchen die durchgreifende Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Bild sowie die Unterstützung der Arbeit des Deutschen Männervereins zur Bekämpfung der Unsittlichkeit verlangt wird. Auch der Missionsyrbeit im Reiche und im Auslande sowie in den Kolonien sind mehrere Anttäge und Resolutionen gewidmet. Für die Beratung aller dieser Anträge sind die Vormittage der vier Verhandlungstage in Aussicht genommen. An den vier Nachmittagen werden in der riesigen Festhall« am Rhein die hervorragendsten Führer des katholischen Geisteslebens über die verschiedenen Tagesfragen sprechen.
Für die Generalversammlung ist bereit? ein Schreiben des Papstes PiuS X. bei dem Lokalkomitee eingetroffen, in welchem der Papst seinen Dank für die ihm zugegangene Einladung airsspricht, seiner Frende über die Liebe der deutschen Katholiken zum Heiligen Stuhle Ausdruck gibt und allen Teilnehmern den päpstlichen Segen spendet. Ferner sind Begrüßungen eingegangen vom Kardinal-Fürstbischof. Kopp (Breslau), vom Erzbischof von München-Freyfing, vom Erzbischof Groscha (Wien), sowie fast allen Bischöfen in Deutschland. Von bekannten Persönlichkeiten sind bereitè eingetroffen der Präsident des Bayerischen Abgeordneten- WeS Dr. v. Orterer, die Führer der Badischen Katholiken SeiftMier Rat Wacker (Zähringen) und OberlandesgerichtS- rat Gießler (Mannheim), ferner Abgeordneter Dr. ZchMM