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Hanauer K Anzeiger
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General-Anzeiger
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Erscheint täglich mit Ausnahme der S»nn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 293 FernsprechanschKrtz Nr. 605
Dienstag den 15. Dezember
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908
Die lklltigeNllnuntt mfaR KNM HLuterhsltsUSßlM
14 Seiten.
Arntliches.
Eandhreis Hanau.
BekmtinchlWl hes KömgMjen Linidratsumts.
Nachdem der Trichinenschauer Georg Dietrich Dietz in Ostheim sein Amt niedergelegt hat, übertrage ich hiermit dem Fleischbeschauer Heinrich Waas daselbst widerruflich die Ausübung der Trichinenschau in dem Bezirke Ostheim I: „Gehöfte Haus Nr. 1 bis einschließlich 79", zugleich wird der Genannte als Trichinenschauer-Siellvertreter für den Bezirk Ostheim II: „Gehöfte Haus Nr. 80 bis einschließlich 200" wiederruflich bestellt.
Hanau den 14. Derember 1908.
Der Königliche Landrat.
I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Stadtkreis F)anau. Bekanntmachung.
Am Donnerstag den 17. * Dezember 1908, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathauses, Zimmer Nr. 1, vormittags von 9 Uhr ab, öffentliche Sitzung des Gewerbesterichts statt. Hanau den iO. Dezember 1908.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Hild.
Bekanntmachung.
Die Bespannnnfl der Leichenwagen soll vom 1. April 1909 ab vergeben werden. Die Bedingungen der Vergebung liegen int Zimmer Nr. 11 des Rathauses zur Einsicht aus.
Angebote sind bis zum 28. Dezember 1908 schriftlich bei uns einzureichen.
Hanau den 12. Dezember 1908.
Der Magistrat.
H i l d. 27489
Im Namen des Königs!
In der Strafsache gegen den Schuhmacher Peter Fischer in .Hanau, geboren in Fürth, Kreis Heppenheim, am 16.
Feuilleton.
Ueber die WlmWtmße Riedemdeirbchb neu da erste« Siijâiig« bis M ©cgtnwarf.
(Schluß.)
Der Kaufvertrag wurde am 27. Januar 1835 von der Obersinauzkammer zu Cassel und am 6. Juli desselben Jahres in Hanau von den Vertretern der Gemeinde (Schultheiß Moritz SSaupt u. Rechnungsführer und Gerichlsschöffe Jakob Schöpf) 'unterzeichnet. Es heißt darin : „Die bisherige Ober- försterei-Dienstwohnnng, bestehend aus dem Wohnhause, einer Scheuer, einem Pfcrdestalle mit Waschküche, einem Schwcine- stalle mit Holzschuppen, und einem Hundestalle, nebst einem Gärtchen, zusammen 1 Viertel 33 Ruthen haltend, ging um und für den Preis von 3500 Gulden in gutem Silbcrgelde an die Gemeinde über." Das Geld war bereits in die Renterei Büchertals eingezahlt worden. Es ist das Haus Nr. 38 neben der Kirche, welches gegenwärtig zwei Lehrer- wohnungen enthält.
Der erste Schullehrer, der damals die zur Schule gewordene Oberförsterei bezog, war Wilhelm Zehner, der schon längere Zeit seines Vorgängers (Schlingloff) Gehilfe gewesen wär. Der Unterstock des Hauses wurde Dienstwohnung. Im Oberstockc wurde an der südlichen Längenseite ein Schulsaal hergcrichtct. Die Gründung einer 2. Schulstelle, die 1836 in Anregung gebracht worden war, verschob sich bis zum Jahre 1842. Der 2. Schulsaal lag an der westlichen Giebelseitc. Der erste Inhaber der 2. Stelle war Johannes Stein von Wachenbuchcu. Seine Dienstwohnung erhielt er im Rathause. Als sich Stein verheiratete, bekam er 20 Gulden Mietsemschädigung und wohnte zur Miete, weil die Rathausivohnung für eine Familie zu klein war.
Das Einkommen der ersten Schulstcllc belief sich damals auf 254 Gulden 45 Kremer oder 145 RcichStalcr 17 Silber
März 1859, katholisch, wegen Beleidigung rc. hat das Königliche Schöffengericht in Hanau am 17. November 1908 für Recht erkannt:
Der Angeklagte wird wegen Beleidigung in 4 Fällen re. verurteilt zu einer Geiängnisstrafe von 1 Jahr und zu den Kosten des Verfahrens.
Den beleidigten, Eheleute Kellner, Ehefrau Hübner und Schutzmann Jacobsen wird die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung wegen Beleidigung binnen 14 Tagen nach Zustellung einer Ausfertigung des Urteils einmal im „Hanauer Anzeiger" und in der „Hanauer Zeitung" auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekannt zu machen.
gez. Dr. Popper.
Ausgefertigt
Hanau den 27. November 1908.
Der Gerichtsschreiber Königl. Amtsgerichts Abt. 4.
(L. 8.) Rößing,
Amtsgerichtssekretär. 27471
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Handtâichchen (Inhalt: Portemonnaie mit 1,32 Mk. und 1 Taschentuch gez. S. W.), 1 Damenportemonnaie mit 2,59 Mk.
Verloren: 1 Slickereiarbeit(Serviertischdecke) mit Stickseide, 1 schwarze emaillierte Brosche, 1 schwarzer Sammet- Gummigürtel.
Entlaufen: 1 schwarzer glatthaariger Pinscher mit weißer Brust m. Geschl.
Hanau den 15. Dezember 1908.
■ Politische Rundschau.
Holland «nb Venezuela.
Haag, 14. Dezbr. Amtlich wird bekannt gegeben, die Regierung sei zu Maßnahmen gegen das persönliche Regiment Castros geschritten, um sich die Garantie zu schaffen, daß sich die Belästigungen niederländischer Schiffe nicht wiederholen, bezüglich welcher Castro eine beruhigende Erklärung für die Zukunft nicht habe geben wollen.
Berlin, 14. Dezbr. Der niederländischen Regierung ist die Wegnahme des venezolanischen Schiffes, welches im Verdacht stand, Munition nach anderen Häfen zu führen, bestätigt worden. Mit der Beschlagnahme begann die holländische Regierung mit der Ausübung von Repressalien, die, wie sie behauptet, den völkerrechtlichen Grundsätzen nicht zuwiderlaufen. Die Niederlande setzten das venezolanische Volk davon in Kenntnis, daß die Repressalien sich gegen die Regierung Castros und nicht gegen die Bevölkerung richteten.
groschen, das der zweiten betrug 100 Retchstaler. Beide Stellen sollten 1850 durch Verfügung der Kurfürstlichen Bezirks-Direktion auf 150 Taler Einkommen gebracht werden. Die Gemeinde wollte aber zur ersten Stelle noch nicht einmal die nicht ganz fehlenden 5 Taler zulegen. Zu den 100 Talern der 2. Stelle, die zu 2/s von der Gemeinde, zu ^« vom Staate aufgebracht wurden, wollte man die 50 Taler, wenn der Staat 1/s leistete, geben. Vom 1. April 1868 an betrug das Einkommen der 1. Stelle 250, das der zweiten 225 Taler.
Im Jahre 1865 erhielt Zehner einen Gehilfen und trat am 15. Juli 1867 in den Ruhestand. Die Pension betrug 240 Gulden. Stein erhielt nun die erste und der seitherige Gehilfe des Zehner, Bernhard Hamburger von Eichen, die zweite Stelle. Seine Dienstwohnung war bis zu seiner Verheiratung auch im Rathause, dann erhielt er 40 Gulden Mietsgeld. Hamburger kam 1874 von hier nach Gronau. Vom 15. April 1875 war Inhaber der 2. Stelle Christian Oeste von Schnellrode im Kreise Melsungen.
Die Oberförsterei genügte auf die Dauer auch nicht als Schulhaus. Schon 1870 wurden bei einer Schulvisitation die Schul sâle als zu klein beanstandet; die Lehrerwohnung des 1. Lehrers war einer gründlichen Reparatur bedürftig erachtet, die des zweiten im Rathause als beschränkt und itnwohnlich bezeichnet worden. Die Gemeinde war der Abhilfe dieser Schäden nicht näher getreten. Da wurde 1871 ein SchulhauSneubau in Anregung gebracht. Jetzt erst wurden die seitherigen Mängel — soweit dies möglich war — verbessert. Der Raihaussaal wurde von da an als Schulsaal eingerichtet. Zu einem Neubau konnte man sich jedoch nicht entschließen; denn, so wurde geltend gemacht, man spare bei der Nichtaussührung mindestens 20 000 Gulden. DaS war weise geredet ! So gings noch einige Jahre weiter. Jedes Jahr wurde nach Gründen gesucht, die das „Unheil" noch verhindern sollten. Einmal war die Zeit zum Bauen zu weit vorgeschritten, wenns auch Frühjahr I war, dann waren die Baumaterialien zu teuer und die Löhne '
Es wird zugegeben, baß der Streitfall sich in einer neue» Phase befindet; die Gerüchte von einer Kriegserklärung werden aber dementiert.
London, 14. Dezbr. Wie über Port of Spam aus Caracas vom 11. Dezember gemeldet wird, übersandte der venezolanische Minister des Aeußern dem diplomatischen Korps eine Protestnote gegen dir wiederholte Vergewaltigung territorialer Rechte Venezuelas durch die holländischen Kriegsschiffe, die sich seit dem 2. Dezember in venezolanischen Gewässern befinden. Die Note hebt hervor, daß die Blockade nicht erklärt sei und daß das Kreuzen der Schiffe an den Küsten den Handel aller neutralen Mächte schädige.
NeW-Uork, 14. Dezbr. Nach einer Meldung aus Caracas veranstalteten viele Bürger und Studenten vor dem Gebäude des „El Constitutional", der Zeitung des Präsidenten Castro, eine Kundgebung gegen die Regierung; dieS führte zu einem Zusammenstoß der Menze mit Angestellten der Zeitung, wobei mehrere Personen durch Revolverschüsse verletzt wurden. Eine Person wurde getötet. Das Dekret, welches den Verteidigungszustand erklärt, wurde vom Volke mit Begeisterung ausgenommen.
Graf Murawiew t.
Rom, 14. Dezbr. Der russische Botschafter Murawiew, begab sich heute abend ins Splendid-Hotel, um einen Besuch abzustatten; dort wurde er von einem Schlaganfall betroffen und verstarb sofort.
(Murawiew Nikolai Walerianowitsch war 1850 geboren und wurde nach der gewöhnlichen Justizkarriere 1892 Oberprokurator am Kassationshof; 1894 erfolgte seine Ernennung zum Justizminister, 1905 wurde er zum Botschafter in Rom ernannti)
Rom, 14. Dezbr. Nach einer weiteren Meldung war der rumjche Botschafter Murawiew schon seit einigen Tagen leidend; heute machte er nach einer Automobilfahrt einen Spaziergang. Vor dem Splendid-Hotel angekommen, fühlte er sich unwohl und verlangte nach einem Zimmer. Ein Arzt wurde herbeigerufen. Trotz aller angewandten Sorgfalt verstarb der Botschafter bald.
Aus den Kommissionen
Veamtenbesoldung.
mb. Die verstärkte Budgetkommission des Abgeordnetenhauses setzte am Montag die zweite Lesung der Beamtenvorlage bei den Gehältern der Unter- b e a m t e n fort. Die Kommission setzte auf Vorschlag des Vorsitzenden die zweite Lesung der Steuergesetze bis nach Weihnachten aus. Die Klasse 1, deren Grundgehalt naer der Regierungsvorlage 1000 Mk. betrug, das aber in d ersten Lesung von der Kommission auf 1100 Mk. erhöht der Handwerker zu hoch, oder man sagte, der Gemeinde erwachse eine so hohe Passivschuld, welche dieselbe noch nach Mannesalter zu tilgen nicht imstande sei. Ist das nun wirklich so schlimm gekommen, als das Schulhaus gebaut werden mußte? O nein! Das Schulhaus ist schon längst bezahlt, unser Dorf ist davon wahrlich nicht ärmer geworden und ist auf demselben Flecke liegen geblieben. — Wer das Sträuben der Landleute gegen Neuerungen kennt, der wundert sich darüber nicht und weiß auch, daß das oft nicht so bitter ernst gemeint ist, wie's in unverblümten Worten manchmal zum Ausdruck kommt. So wars auch damals.
Als schließlich keine andere Wahl mehr blieb, doch ein Schiilhaus zu bauern, da beschloß man nicht nur — wie vorläufig notwendig — ein Schulhaus mit zwei Sälen, sondern mit vier Sälen zu erbauen. Wie gut ist dieser Entschluß für die Zukunft gewesen I Im Jahre 1877 wurde der Neubau vom Bauun.ernchmcr C. Wild in Kessel- stadt in Angriff genommen und am 23. November des genannten Jahres konnte das Haus von der Baubehörde ab- genommen und am 3. Januar 1878 seiner Bestimmung übergeben werden.
DaS alte Rodenbach — innerhalb der alten Ringmauer — ivar zu eng geworden. Draußen vor der Unterpforte, wo die breite Straße nach Hanau führt, war links an der Stelle, wo sonst die Zimmerleute ihre Balken zurichteten und die Frauen und Mädchen den Hanf und Flachs in „Kauten nauten", ein neuzeitlicher Backstcinbau entstanden. Leider zeigte er dem Dorfe die Hinterseite. Fremde halten ihn für alles andere, nur nicht fürs Schulhaus. Die vorläufig überflüssigen zwei Schulsäle wurden als Lehrer- wohnurg eingerichtet. Die innere Einteilung war unpraktisch, weil man die Säle nicht in den Unter- und die Wohnung in den Oberstock gelegt, sondern sowo.l Säle und Wohnung auf beide Stockiverke verteilt hatte. Die Gesamtbaujumme belief sich auf 27 544.30 Mk.
(Schluß in der Beilage.)