Hanauer K Anzeiger
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. v«a»tA>«tl. ÄMKwi < • <iHH 8 t***
Nr. 163 Fernsprechanschlutz Nr. 605,
Amtliches.
Eandkreis Hanau. Beknmtmllchmlgen des Kömglitzen LRdrtltsmts.
Da der amerikanische Stachelbeermehltau, auf den ich alle Obstbaum- und Gartenbesitzer durch die in Nr. 108 des „Hanauer Anzeiger" von 1907 veröffentlichte Warnung bereits aufmerksam gemacht habe, in Deutschland noch an Verbreitung zugenommen haben soll, warne ich erneut vor dem Bezüge kranker Beerenobststräucher.
Die Ortspolizeibehörden iperden angewiesen, durch Belehrung der Bevölkerung auf die Gefährlichkeit der Krankheit und deren Bekämpfung hinzuweisen sowie den Handel mit Beerensträuchern soweit tunlich dahin zu überwachen, daß nur stark zuräckgeschnittcne Stachelbeersträucher zum Versand und zum Handel zugelassen, kranke Sträucher vernichtet und der Verkauf der mit dem Pilze behafteten Beeren verhindert wird. Sollte der amerikanische Stachelbeermehltau auch hier in einzelnen Orten derart stark auftreten, daß zur Einschränkung des Uebels der Erlaß einer Polizeiverordnung notwendig oder wenigstens erwünscht erscheint, so ist mir zu berichten.
Hanau den 7. Juli 1908.
Der Königliche Landrat.
V 4693 I. V.: Siemon, Reg.-Affeffor.
Bekanntmachung,
betreffend den Verkehr mit Arzneimitteln.
. Vom 11. April 1908.
Auf Grund des § 4 der Kaiserlichen Verordnung, betreffend den Verkehr mit Arzneimitteln vom 22. Oktober 1901 (ReichsMesitzbl. S. 380 ff.) wird bestimmt:
In der Bekanntmachung vom 1. Oktober 1903 (Reichs- Gesetzbl. S. 281) werden die Worte:
Homeriana (auch Brusttee Homeriana, russischer Knöterich, Polygonum aviculare) und
Knöterichtee, russischer, Weidemanns (auch russischer Knöterich- oder Brusttee Weidemanns) ersetzt durch die Worte:
Homeriana (auch als Brusttee Homeriana oder russischer Knöterich, Polygonum aviculare Homeriana) und Knöterichtee, russischer, Weidemanns (auch als russischer Knöterich- oder Brusttee Weidemanns).
Berlin, den 11. April 1908.
Der Reichskanzler.
I. A.: (gez.) Wermut h. (Nr. 3445)
Die Ortspolizeibehörden des Kreises mache ich auf die Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 11. April 1908 (R.-G.-B. S. 146) aufmerksam, durch welche die Bekanntmachung vom 1. Oktober 1903 (R.-G.-Bl. S. 281), betreffend den Verkehr mit Arzneimitteln, abgeändert worden ist, aufmerksam.
Hanau den 10. Juli 1908.
Der Königliche Landrat.
V 4835 I. V.: Siemon, Reg.-Affessor.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Niederissigheim belegene, im Grundbuche von da Band V Art. 251 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen:
1. des Gottfried Bensing, Johannes Sohn, zu Niederissigheim,
2. des Schuhmachers Fritz Gemmecker zu Niederissigheim,
je zur ideellen Hälfte, eingetragene Grundstück:
Kartenblatt 4 Parzelle 18
Haus Nr. 47 in der Schmiedegasse — 3 ar 44 qm,
— Gebäudestencrnutzungswert ----- 45 Mk. —
a) Wohnhaus mit Schmicdewerkstätte, Stall und Hofraum,
b) Scheuer mit Stall (A),
c) Schweinestall (B),
am 9. September 1908, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht zu Niederissigheim in der Müller'schcn Gastwirtschaft versteigert werden.
Hanau den 1. Juli 1908.
Königliches Amtsgericht Wt. 2, 14683
Mittwoch den 15. Juli
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Die Urliste derjenigen hiesigen Personen, welche zu dem Amt eines Schöffen und Geschworenen berufen werden können, ist vom 15, d. Mts. ab eine Woche lang auf dem Rathause, Zimmer Nr. 12, ausgelegt. Innerhalb dieser Frist können Einsprachen gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Liste bei uns angebracht werden.
Hanau den 14. Juli 1908.
Der Magistrat.
Bode. 14695
Am Donnerstag den 16, Juli 1908, vormittags von 10 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt.
Hanau den 14. Juli 1908.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Hild. 14693
Bekanntmachung.
Die Firma Knttstgietzerei „Wilhelme" in Hanau- Keffelstadt beabsichtigt, ihre auf dem Grundstück Falkenstraße 6 belegenen Betriebsräume durch einen AnbttU zu vergrößern.
Es wird dies zur öffentlichen Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß Einwendungen gegen das beabsichtigte Unternehmen binnen einer Ausschlußfrist von 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, schriftlich in 2 Exemplaren oder zu Protokoll im Rathause, Zimmer Nr. 14, bei uns angebracht werden können.
Zeichnung und Beschreibung des Unternehmens liegen im Rathaus Zimmer Nr. 11 zur Einsicht offen. Nach Ablauf der Einspruchsfrist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr geltend gemacht werden.
Gleichzeitig wirb zur mündlichen Erörterung der erhobenen Einwendungen Termin auf
Dienstag den 4, August 1908, vormittags 11 Uhr, im Rathaus, Zimmer Nr. 1, vor dem Kommiffar des Stadt- ausschusses, Herrn 1. Beigeordneten Hild, anberaumt.
Im Falle des Ausbleibens des Unternehmers ober der Widersprechenden wird gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen werden.
Die Genehmigung zur Aufstellung neuer Kupolöfen ist nicht nachgesucht.
Hanau den 14. Juli 1908.
Der Vorsitzende
des Stadtausschusses de» Stadtkreises Hanau.
J. V.: Hild. 14717
Städtisches Wannen- ob Brausebad.
Baugertstratze 2 (Eingang: Große Dechaneistraße).
Geöffnet für Männer:
Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 8—12 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags.
Sonntag von 8—12 Uhr vormittags.
Geöffnet für Franenr
Dienstag und Freitag von 8—12 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags.
Preise der Bäder:
Brausebad mit Wäsche 10 Pfg., Wannenbad mit Wäsche 25 Pfg.,
Wannenbad ohne Wäsche 20 Pfg.
Hanau den 2. Januar 1908.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 357
Grundstücksverkauf.
Die domänenfiskalische Parzelle Kartenblatt FF 234/4 Acker „an der Lamboystraße" der hiesigen Gemarkung — 0,0064 ha Fläche, soll am 18, d Mts., vormittags um 10*7» Uhr, im Geschäftszimmer des hiesigen Domânen- Rentamts, Fronhof 7 hierselbst, öffentlich meistbietend unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen verkauft werden.
Hanau den 14. Juli 1908.
Reinhardt, Domänenrentmeister. 14701
Fernsprechanschlutz Nr. 605, 1908
Politische Rundschau»
Des Kaisers Nordlaudsreise. Aus O b d e, 14. Juli, wirb gemeldet: Die Frauen von Obbe hatten gebeten, gestern abend in der Landestracht von ihren Booten aus dem Kaiser ihre Huldigung darbringen zu dürfen. Der Kaiser nahm dieselbe mit Interesse .entgegen und ließ den Beteiligten danken. Heute früh traf der zweite Kurier aus Berlin ein. Der Kaiser arbeitete am Vormittag allein und nahm nach dem Frühstück die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Gesandten von Treutler entgegen. Am Nachmittag machte der Monarch mit den Herren seines Gefolges einen Spaziergang an Land.
Die Entscheidung des Falles Bernhard. Der Kultusminister Dr. Holle hat dem Professor Bernhard wegen seines ohne jedes Vorwissen des Ministeriums an die philosophische Fakultät in Berlin gerichteten Schreibens ernsteste Vorhaltungen gemacht und ihm sein lebhafte« Befremden ausgesprochen. Zugleich hat der Ministe» Professor Bernhard mitgeteilt, baß er Anstand nehmen müsse, sein ihm vorgelegte« Entlassungsgesuch an allerhöchster Stelle zur Vorlage zu bringen. Unter diesen Umständen hat Professor Bernhard den Kultusminister gebeten, ihm vom 1. Oktober ab einen sechSmonalichen Urlaub zu erteilen. Der Minister hat dieser Bitte Bernhards Folge gegeben. Die Berliner philosophische Fakultät ist entsprechend beschieden worden.
Die Neuwahlen zum oldenburgischen Landtag sind ausgeschrieben worden. Sie erfolgen zum letzten Mal nach dem alten System der Wahlmännerwahl. Nachdem der neue Landtag das vom alten Landtag bereits beschlossene Gesetz über Einführung des gleichen, geheimen und direkten Landtagswahlrechts gutgeheißen haben wird, werden die übernächsten Landtagswahlen nach diesem System vollzogen werden.
Eine beachtenswerte Rede des französischen Botschafters in Berlin. Au« Anlaß des französischen Nationalfestes hat gestern der Berliner französische Botschafter Herr Jules Cambon die französische Kolonie, etwa 200 Personen, empfangen. In der Ansprache, mit der er sie begrüßte, ließ er einige beachtenswerte politische gegen Beunruhigungen und pessimistische Auffassung der Lage gerichtet« Bemerkungen einfließen. Er meinte, in der Presse stelle man zur Zeit die Ruhe Europas al8 bedroht hin. DaS sei grundlos. Man solle sich nicht aufregen lassen, denn alle Regierungen seien auf den Frieden angewiesen; sie kennen seinen Preis. Darum lassen Sie uns den Pessimismus fern- halten, lassen Sie uns mit bestem Vertrauen in die Zukunft schauen, mit dem Vertrauen, das alle Schwierigkeiten der Lage hinwegräumen wird bei allen den»«, die den guten Willen dazu haben.
Das österreichische Abgeordnetenhaus nahm die Regierungsvorlage betreffend di» Entschädigung der Familienangehörigen von zu einer Waffenübung einberufenen Reservisten an.
Englisches Unterhaus.
London, 13. Juli. (Schluß.) Nach weiterer Debatte« in deren Verlaufe verschiedene Dinge zur Sprache gerieten kam Mc Kenna von neuem auf die Debatte über das Schiffsbauprogramm zurück und bemerkte, daß dabei wiederholt Vergleiche mit dem Deutschen Reiche gezogen worden seien. Er habe den Wunsch, zu erklären, daß in Vergleichen dieser Art eine feindselige Gesinnung gegen Deutschland nicht zu erblicken sei, und daß ihnen auch nicht die Annahme zu Grunde liege, daß eS während dieses laufenden oder während eines zukünftigen Programm» zu Feindseligkeiten kommen werde. (Beifall.) DaS deutsch» Flottenprogramm werde nur zum Vergleich herangezogen, um für die eigenen Fortschritt« im Schiffsbau einen Maßstab zu haben. Sodann gelangte das Schiffsbaubudget zur Annahme.
Spanien in Marokko.
Madrid, 11. Juli. Der Jmpercial kommt in einem „Passive Haltung der Regierung" betitelten Leitartikel auf die Lage in Marokko zurück und gibt den Brief eines Spaniers aus Masagan wieder, worin gegen die Entsendung der dortigen Polizeitruppe nach Asemmur Einspruch erhoben wird, da das einfachste politische Gefühl angeraten haben müßte, die Eingeborenen davon abzuhalten, in der Polizei lediglich eine Hilfstruppe der fremden Soldaten, die das Land besetzt halten, zu erblicken. Die in der Akte von Algeciras ausschließlich für acht, dem Handel geöffnete Häfen geschaffene Polizei, heißt es in dem Brief weiter, habe in einer Stadt wie Asemmur, wo sich keine europäischen Kolonien befänden, gar keine Aufgabe zu erfüllen. Die Wirkung, die diese Maßregel verursacht habe, sei denn auch im höchsten Grade beklagenswert, nicht nur weil Masagan dadurch ent- blößt werde, sondern auch, weil es der französische Vizekonsul Ü?sves«fl sei, von dM -er MM LgW Mgjm 88d dessen