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Hanauer K Anzeiger
BwWfSW 1^0 Mk., m»uaUich 60 Psg., für au,- ätig« Abounart«, mit bem betttfjeuden Posta^chlaz.
L« euyfiae Stumm« kostet 10 Psz.
General-Anzeiger
Bli»ii«nfLrnT und Betlag der Buchdrucker« des «rei».
WaijeuhauseS m Hamm.
Amil'ches Vrzm fit Shit- uni Kis-Irrtir Sm«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Svnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Kx. 113 Fernsprechanschlutz Nr. 605.
Donnerstag den 14 Mai
Fernsprechanschlutz Nr. 605, 1908
Ne Mittaiwt «M Ma i.llitapltMM
18 Seite«
Hierzu „Amtliche Beilage Nr. S".
«»ti,q««.
Handelsregister.
Firma Leopold Schiff in Großauheim. Die Firma ist erloschen.
Hanau den 11. Mai 1908.
_Königliches Amtsgericht 8. 10513
Handelsregister.
Firma Löfer & Graeve in Hanau.
Die Firma ist in Löser & Rtthl geändert.
Hanau den 11. Mai 1908.
__Königliches Amtsgericht 5. 1Q51I
Stadtkreis Hanau. Nachtragsstatut
zum Ortsstatut betr. die gewerbliche Fortbildungsschule zu Hanau.
Unter Zustimmung der StadtverordMtm-Versammlung vom 80. Januar 1908 wird der § 1 des Ortsstatuts in seinem ersten Absatz wie folgt «bgeändert:
Alle im Bezirk der Stadt Hanau nicht bloß vorübergehend beschäftigten, noch nicht 18 Jahre alten gewerblichen Arbeiter (Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter) der nachgenannten Berufszweige sind verpflichtet, die hierselbst errichtete öffentliche gewerbliche Fortbildungsschule an den von dem Magistrate festgesetzten Tagen und Stunden zu besuchen und an dem Unterricht teilzunehmen.
Hana« den 8. April 1908.
Der Magistrat.
(L -S.) gez. Dr. Gebeschus.
Genehmigung des Bezirks-Ausschusses vom 4. Mai 1908.
B.-A. 720/08.
Feuilleton.
Bon Sehnsucht, Schönheit, Wahrheit.
Ein Dreiklang in Versen von Karl Erust K«odt.
Verlag von Fritz Eckardt-Leipzig.
(Besprechung für Literaturfreunde.)
ES gibt Leute, welche Gedichte nicht lieben, Leute, die sich nur für oberflächliche, leicht dahinfließende, lustige Verse interessieren, und Menschen, die sich ausschließlich für tiefe, gedankenvolle Lieder zu erwärmen vermögen.
„Tief und gedankenvoll" sind die Lieder des Wald- und Ewigkeitssängers Karl Ernst Knodt, der den Literaturfreunden längst kein Unbekannter mehr ist. Er hat sich einen Namen gemacht, den er verdient.
Unwillkürlich möchte man allen seinen Gedichtsammlungen den gemeinsamen Titel „W aldschatten und Himm el s- l i ch t" geben.
Sein neuestes Poesiebuch „BonSehnsucht, Schönheit, Wahrheit" — Ihrer königl. Hoheit der Frau Großherzogin Eleonore von Hessen und bei Rhein gewidmet — wird viele erfreuen. Es hat, wie alle Werke dieses Dichters, nichts Unwahres, Unempfundenes an sich — was Karl Ernst Knodt schreibt, das fühlt er, und was er fühlt, das muß er schreiben. Seine Bücher sind Seelenbekenntnisse.
Die Form, in die er seine Gedanken gießt, ist oft spröde, nicht augenblicklich besiegend, man muß sich in seine Gedichte h ineinlesen, um alles herauszulesen, aber diese schlichte, oft schwere Sprache, dieses absichtliche Vermeiden hochtönender Wortschwalle und gedrechselter, apart sein sollender Wortverbindungen paßt zu dem wahrhaftigen Ernst seiner Gedanken. Karl Ernst Knodt ist offenbar bestrebt, sich eine klassische Sprache" immer tiefer auzueigum.
Wird hiermit veröffentlicht.
Hanau den 11. Mai 1908.
Der Magistrat.
Hild. 10515
Politische Rundschau,
Der Kaiser an Bülow.
Der Kaiser hat an den Reichskanzler Fürsten v. Bülow nachstehendes Telegramm gerichtet:
„Offenburg, 11. Mai 1908. Ich habe aus Euerer Durchlaucht Bericht vom 7. d. Mts. mit großer Befriedigung entnommen, eine wie ausgiebige Tätigkeit der Reichstag in seiner soeben geschlossenen Session entfaltet und welch eine bedeutende Anzahl wichtiger Gesetzesvorlagen und Verträge derselbe erledigt hat. Zu diesem sehr erfreulichen Ergebnis, welches neben der patriotischen Haltung des Reichstages in erster Linie das Verdienst Ihrer und Ihrer Mitarbeiter geschickten und unermüdlichen Bemühungen ist, spreche Ich Euerer Durchlaucht hierdurch wiederholt von Herzen Meine Kaiserliche Anerkennung und Meinen aufrichtigen Dank aus. Möge dem Valerlande diese nutzbringende Arbeit des Reichstags zum immerwährenden Segen gereichen und für denselben ein Ansporn sein, die großen ihm noch bevorstehenden Aufgaben in gleicher Weise auch fernerhin einem erfolgreichen Ende zuzuführen. gez. Wilhelm 1. K.“
Die Lage in Marokko.
Berlin, 13. Mai. Die Abgesandten Muley Hafids erschienen heute im Auswärtigen Amt und wurden durch den Legationssekretär Langwerth von Simmern empfangen. Die Marokkaner überreichten ein authentisches Schreiben Hafids und erklärten, daß Hafid der tatsächliche Herr des ganzen Landes mit Ausnahme der Küstenstädte sei, daß er aber außerdem nach dem Gutachten der Ulemas auch auf Grund des Korans und der religiösen Rechtsgewohnheiten des Landes als der alleinige rechtmäßige Sultan Marokkos zu gelten habe. Hafid sei gewillt, die Verträge, insbesondere dieAlge- ciras-Akte zu halten und alle Mächte gleichmäßig zu behandeln. Er bitte die kaiserliche Regierung, mit der französischen Regierung und den Regierungen der Signaturmächte in Verbindung zu treten, damit die französischen Truppen und Schiffe zurückgezogen werden und die Kämpfe ein Ende nähmen; er werde dann rasch im ganzen Lande die. Ruhe wieder Herstellen und dem Wiederaufleben des Handels mit den Mächten besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Legationsrat Langwerth erklärte nach der „Nordd. Allgem. Ztg." folgendes: Der kaiserliche Gesandte in Tanger legte der kaiserlichen Regierung ein Schreiben vor, worin Muley Hafid ihre Mission nach Berlin ankündigt. Der stellvertretende Staatssekretär des Auswärtigen Amts sieht sich nicht in der Lage, mit ihnen in amtliche Verhandlungen einzutreten, da ihr Auftraggeber keine anerkannte, völkerrechtliche Persönlichkeit sei. Der Staatssekretär hat indes mich, weil als Mit-
Erwähnt sei der vornehme Bucheinband und Schmuck, von Professor Franz Stein-Leipzig entworfen.
Es seien hier zwei Gedichte wiedergegeben, in welchen sich die Denkweise und Auffassung des Dichters sehr deutlich spiegeln.
Aus erw ählte.
Die Einzeln in der Menschheit sterben nicht, Die unsichtbare Königskronen tragen, In deren Brust ein Morgenrot wird tagen,
Das immer neue Wege weist ins Licht.
Wie auf der weiten grauen Wasserbahn
Aus all den ruhigen, unruhigen Wogen
Urplötzlich eine schießt in höhcrm Bogen
Und wirft ihr Kronensilber himmelan:
So heben sich auch aus dem Menscheustrom Gekrönte Häupter auf zum Hellen Aether,
Der als ein Held in Waffen, der ein Beter, Und hie und da ragt einer wie ein Dom.
Romanze.
Aus Tränen und Traum
Erwuchs mir ein Baum
Mit silbernen Zweigen
Ins wache Leben —i
Darinnen schweben
Mit goldenen Geigen
Geflügelte Knaben,
Die gar nichts haben
Als ihre Lieder.
Doch immer wieder
Muß ich mich neigen
Dem goldenen Geigen.
Denn daß ichs nicht hehle:
Ich fühl meine Seele
In jeder Weise; —
Leise, ganz leise
glied der kaiserlichen Gesandtschaft in Tanger mit den ma. rokkanischen Verhältnissen vertraut, beauftragt, Sie anzuhöre« und ihm demnächst über Ihre Mitteilungen Bericht zu er, statten. Ich bin natürlich nicht beauftragt, Ihnen bestimmt» Aussichten zu eröffnen, sondern muß" der Erwägung de» kaiserlichen Regierung vorbehalten, ob überhaupt und wann sie etwa aus Ihren Mitteilungen Anlaß entnehmen will, um darüber mit Frankreich und den anderen Konferenzmächten in Verbindung zu treten. Daß die kaiserliche Regierung bestrebt ist, die Bestimmungen der Algecirasakte aufrecht zu erhalten, ist bekannt, ihr Wunsch ist, daß in Marokko vor allen Dingen wieder geordnete Verhältnisse ein- treten. Dies kann aber nur geschehen, wenn der innere Streit um die Herrschaft über Marokko möglichst bald aufhört.
Tanger, 13. Mai. (Reuter.) Die französisch-spanisch« Polizeitrupp e^ nahm heute ihren Dienst auf. Die Spanier sind in der Stadt stationiert, die Franzosen außerhalb der Stadt.
Ein englisches Blaubuch über Mazevouie«.
London, 13. Mai. Das neue Blaubuch über die Ereignisse in Mazedonien ist erschienen. Es bezieht sich auf den Zeitraum vom 28. Januar 1907 bis zum 18. April 1908 und behandelt ausführlich die Bewegungen der Banden, ihre Verbrechen und die Vorstellungen, die von Zeit zu Zeit durch die großbritannische Regierung bei den Mächten erhoben worden sind. Ein Brief des Generalkonsuls an den Geschäftsträger in Konstantinopel, datiert Salonik, 20. März 1908, gibt eine monatsweise Aufstellung der Morde und anderen Verbrechen. Generalkonsul Lamb sagt weiter, daß die bulgarischen Komitees im Distrikt Kastoria wieder eine bemerkenswerte Tätigkeit zu zeigen anfingen. Die von Bulgaren an Nichtbulgaren verübten Verbrechen zeigten indessen eine beträchtliche Abnahme. Es seien bei ihnen infolge von Meinungsverschiedenheiten unter den Bandenführern zahlreiche Anzeichen von Desorganisation vorhanden. Die Griechen hätten sich hauptsächlich durch die Tötung von Vieh in Ayiyami und durch die Ermordung zweier alten Frauen und Kinder bemerkbar gemacht. Die walachischen Organisationen seien wieder ruhig. Die Serben hätten d« Reihe ihrer Verbrechen nur um eine bemerkenswerte Bluttat vermehrt. Es scheine jedoch Grund zu der Annahme vorhanden zu sein, daß die Ruhe nur eine zufällige und zeitweilige sei.
Die Einweihung der Hohkönigsburg.
Karlsruhe, 13. Mai. Die Ankunft der Kaiserpaares in St. Pilt erfolgt um 11 Uhr 30 Minuten. Hier werden Automobile bereitstchcn für die Fahrt auf die HohkönigS- burg. Für die EinweihungSfeier der Hohkönigsburg und für den Aufenthalt in Wiesbaden besteht das Gefolge b<8 Kaisers auS dem Oberhofmarschall Grafen Eulenburg, dem
Laß ich mein Leben Melodisch verschwebeu.
Der klingende Baum Aus Tränen und Trau» Zum Wunder erblüht, Im Singen nie müd. Darunter jeden Abend zum Beten Die Seele kniet: Er ist mein Lied!
Das Buch „Von Sehnsucht, Schönheit, Wahrheit", über das schon viel gutes geschrieben wurde, das in vielen Zeitungen und Zeitschriften rühmlich genannt wird, sei auch in diesem Malte herzlich empfohlen.
Helene Bechtel- RavolHaufe«.
Kunst und Tebern
* Do» der Akademie zu Frankfurt a. M. L»
d. M. wurden 82 Studierende neu ausgenommen. Di» nächste Immatrikulation findet Montag den 18. d. M. statt. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Studierenden diejenigen Zeugnisse, auf Grund deren die Immatrikulation erfolgt, während der Dauer der Studienzeit im Original bei der Ouästur zu deponieren haben. Herr Dr. Otto Schultze Assistent des Psychologischen Instituts und de« Seminar» für Philosophie und Pädagogik, ist als Privatdozent für da» Gebiet der Philosophie, Psychologie und Pädagogik der Akademie zugelasten worden.
AlbumhilLtter.
Von allen Tugenden die seltenste und schwerst« D dte Gerechtigkeit. Mau furdet zehn Großmütige gegen «am Gerechten. ’