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Nr. 88 Fernsprechanschlutz Nr. 605.
Amtliches.
Zwangsversteigerung.
Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung der in Großkrotzenburg belegenen, im Grundbuche von Großkrotzenburg Band I Art. 30 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Uferwärters Leonhard Fischer, Michaels Sohn, in Großkrotzenburg eingetragenen Grundstücke:
Krtbl. W Parz. Nr. 496/3, im Augewann, Acker = 9 ar 47 qm — Reinertrag = 2,01 Mk. — Krtbl. W Parz. Nr. 495/3, daselbst Wiese = 51 qm, — Reinertrag — 0,12 Mk. —
Krtbl. X Parz. Nr. 248, im Lerchenrain, Acker — 6 ar 60 qm — Reinertrag — 0,54 Mk. —
Krtbl. S Parz. Nr. 129, auf die Wahlersee, Acker — 11 ar 22 qm — Reinertrag — 5,94 Mk. —
Krtbl. M Parz. Nr. 50, im hohen Buchengemann, Acker — 7 ar 56 qm — Reinertrag = 3,99 Mk. —
Krtbl. X Parz. 79, im Augewann, Acker — 6 ar 76 qm — Reinertrag — 0,63 Mk. —
Krtbl. E Parz. Nr. 17, auf dem Oberwald, Acker — 8 ar 67 qm — Reinertrag = 3,06 Mk. —
Krtbl. E Parz. Nr. 185, auf die Kohlerstraße, Acker — 8 ar 83 qm — Reinertrag — 4,68 Mk. —
Krtbl. X Parz. Nr. 254, im Lerchenrain, Acker = 14 ar 96 qm — Reinertrag = 1,41 Mk. —
Krtbl. E Parz. Nr. 191, an den Oberwiesen, Acker — 4 ar 93 qm — Reinertrag — 2,61 Mk. — Krtbl. E Parz. Nr. 192, daselbst Acker = 4 ar 93 qm — Reinertrag = 2,61 Mk. —
Krtbl. M Parz. Nr. 106, das hohe Buchengewann, Acker — 8 ar 51 qm — Reinertrag — 5,49 Mk. —
Krtbl. M Parz. Nr. 107, daselbst Acker — 6 ar 60 qm — Reinertrag — 4,26 Mk. —
Krtbl. M Parz. Nr. 108, daselbst Acker = 8 ar 67 qm — Reinertrag = 5,61 Mk. —
Krtbl. X Parz. Nr. 157, in den langen Dornstücken, Acker — 5 ar 9 qm
— Reinertrag = 1,08 Mk. —
Krtbl. V Parz. Nr. 156, die lange Gewann, Acker — 16 ar 55 qm — Reinertrag = 5,85 Mk. — Krtbl. F Parz. Nr. 214, die Oberweingärten, Garten = 40 qm — Reinertrag — 0,27 Mk. —
Krtbl. F Parz. Nr. 258, daselbst Garten = 26 qm — Reinertrag — 0,18 Mk. —
Krtbl. K Parz. Nr. 111, am Judenkirchhof, Acker — 12 ar 73 qm — Reinertrag = 2,70 Mk. — Krtbl. P Parz. Nr. 455, die Baumgarten, Wiese — 33 qm — Reinertrag = 0,30 Mk. —
Krtbl. P Parz. Nr. 468, daselbst Wiese = 57 qm, — Reinertrag — 0,54 Mk. —
Krtbl. P Parz. Nr. 568, daselbst Wiese — 62 qm — Reinertrag = 0,57 Mk. —
Krtbl. P Parz. Nr. 643, die Bitzen, Wiese — 17 qm - — Reinertrag = 0,09 Mk. —
Krtbl. W Parz. Nr. 68, die Grund wirbel, Acker = 8 ar 35 qm — Reinertrag = 0,78 Mk. — Krtbl. X Parz. Nr. 253, im Lerchenrain, Acker = 9 ar 31 qm — Reinertrag = 0,87 Mk. — und der ebenda belegenen, im Grundbuch von Großkrotzenburg Band X Art. 543 zur Zeit der Eintragung des Ver- steigcrungsvrrmerkes auf den Namen der Ehèsra» des Leonhard Fischer, Margarethe geb. Trapp, in Großkrotzenburg eingetragenen Grundstücke:
Krtbl. F Parz. Nr. 205, die Oberweingärten, Garten = 94 qm — Reinertrag — 0,66 Mk. —
Krtbl. F Parz. Nr. 215, daselbst Garten = 1 ar 48 qm — Reinertrag — 1,05 Mk. — besteht, sollen diese Grundstücke
am 22. Mai 1908, vormittags lO1^ Nhr, durch das unterzeichnete Gericht in Grostkrohenburg im Gasthaus zilm Schlüssel versteigert werden.
Hanau den 28. März 1908.
Königliches Amtsgericht 2. 8309 Gefundene ob verlorene Gegenstände re. Gefunden: 1 Schlüsselring mit 6 Schlüsseln, 1 Brille mit Futteral, 1 silbernes Münzen-Armband und 1 Tnschcn- kämmchen mit Futteral, 1 Herren-Schirm, 1 Kiuderbrillc.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 13 Mark, 1 schwarzes Chenillctuch.
hun^ m^ Geich/1 harzer W’b 1 schwarzer Dachs-
Hanau den 13. April 1908
Montag den 13. April
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Politische Rundschau.
Gleichlegung der Schulferien. Die Unierrichis- kommission des preußischen Abgeordnetenhauses hat mit 16 gegen 4 Stimmen betreffs der Petition des Stettiner Lehrervereins, in Orten mit verschiedener Schulgattung die Gleichlegung der Schulferien einzuführen, den Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. Aus dem ausführlichen Bericht über diese Beratung der Unterrichtskommission geht hervor, daß sich die Haltung der Regierung mit der der Kommissionsmehrheit deckt. Der Regierungsvertreter machte im wesentlichen folgende Gesichtspunkte geltend: Die Petition laufe auf eine Verlängerung der Volksschulferien hinaus. Dem stünden aber erhebliche Bedenken entgegen. Gegenwärtig sei die Dauer der Ferien auf 70 Tage (10 Wochen) insgesamt festgesetzt. Hiermit sei sowohl über den Goßlerschen Volksschulgesetzentwurf wie über den Zedlitzscben hinausgegangen; denn ersterer sehe acht, letzterer neun Wochen Ferien vor. Außer den 70 Ferientagen blieben auch die anerkannten nationalen und kirchlichen Festtage schulfrei. Würden dann noch die Sonntage außerhalb der Ferienzeit hinzugezählt, so seien gegen 120 Tage im Jahre schulfrei, d. h. ungefähr ein Drittel des Jahres. Dies sei genug Erholung für Lehrer und Schüler. Bei den Ansprüchen der Schule verbiete sich eine Verlängerung der Ferien aus unterrichtlichen Gründen. Dasselbe wäre aus erzieherischen Gründen der Fall, weil die Inanspruchnahme der Eltern sehr viele Kinder während der Ferien unbeaufsichtigt den Gefahren der Langeweile und der Straße preisgebe. Vom hygienischen Standpunkte aus sei die Beschaffung von Spielplätzen wichtiger als die Verlängerung der Ferien. Eine Beseitigung der sozialen Unterschiede werde durch Gleichmachung der Ferien nicht erreicht. Die Verhältnisse solcher Familien, die in Schulen verschiedener Gattung Kinder haben, würden genügend durch den noch geltenden Erlaß von 1898 berücksichtigt, der bestimmt, daß in Orten mit höheren Schulen die Sommerferien der Volksschulen mit denen der höheren Schulen gleichzulegen sind.
Ein Wahlrechtskompromitz in Sachsen. Die Parteien einigten sich in der Frage des Wahlrechts im wesentlichen auf folgende nationalliberale Vorschläge: Geheimes, allgemeines, direktes Pluralwahlrecht mit drei Zusatzstimmen, die an Besitz, Bildung, Alter, Ansässigkeit und anderes gebunden sind. Die Verhandlungen hierüber schweben noch. Das aktive Wahlrecht soll an eine zweijährige, das passive an eine vierjährige Staatsangehörigkeit geknüpft iverden. Auch in der Wahlkreiseinteilung soll eine Aenderung eintreten. Sie will namentlich die kleinen Landstädte mit den Wahlreisen des flachen Landes zusammenlegen; auch hierin sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Die Nationalliberalen der Zweiten Kammer sind sämtlich für die Vorschläge, die Konservativen in ihrer weitüberwiegenden Mehrheit. Die Verhandlungen mit der Regierung werden während der Osterferien von beiden Landtagsprästdenten und den Fraktionsführcrn weitergeführt; es wird stark auf die Zustimmung des Grafen Hohenthal gehofft.
Das Kaiserpaar auf Korfu.
Achilles» (Korfu), 11. April. Das Wetter ist heute schön. Der Kaiser begab sich vormittags 10 Uhr 30 Min. im Automobil nach Korfu und machte einen Besuch auf den dort ankernden griechischen und beiden englischen Kriegsschiffen. Der Kaiser richtete gestern nach dem Frühstück auf der „Hohenzollern" ein sehr herzliches Telegramm an die Königin von Griechenland, die heute nach Rußland abreist, in der er ihr von dem herzlichen Empfang spricht und sein Bedauern ausspricht, daß er die Königin diesmal nicht sehen könne und ihr glückliche Reise wünscht.
Achilles» (Korfn), 11. April. Heute vormittag machte die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria Luise einen Spaziergang durch das Dorf Gasturi. Nach der Miltagstafel hielt das Kaiserpaar sich auf den Terrassen des Schlosses auf, von wo eS eine wundervolle Aussicht über die Insel und das Meer genoß. Nachmittags Um 5 Uhr begab sich der Kaiser, die Kaiserin und Prinz August Wilhelm in Automobilen nach der Stadt Korfu zu einem Besuch im dortigen königlichen Schlosse. Zur Abendlafel im Achilleion sind geladen der Kronprinz, die Kronprinzessin, Prinz Georg von Griechenland, sowie die Kommandanten der beiden englischen Schiffe, Kapitän Kerr und Lyon.
Achilleion, 12. April. Zur gestrigen Abendtafel war noch der griechische Kapitän z. S. Sachturis geladen. Heute früh traf Prinz Oskar mit seinem militärischen Begleiter Major Graf Soden ein; er wurde vom Prinzen August Wilhelm im Automobil aus Korfu abgeholl. Um 10 Uhr I fand Gottesdienst in der Kapelle statt, welche Kaiserin Eli'a-
Fernsprechauschlutz Nr. 605. 1908
beth eingerichtet hat. Zur Mittagstafel war Militäroberpfarrer Goens geladen, der den Gottesdienst abgehalten hatte. — Der Geheime Legationsrat v. Rekowski ist zum Königlichen Kammerherrn ernannt worden. — Am Vormittag regnete es. Um 4 Uhr nachmittags empfingen die Majestäten im Achilleion den Besuch des Königs, des Kronprinzen und der Kronprinzessin von Griechenland. Sie unternahmen später einen Spaziergang.
Das österreichische Kaiserjubiläum.
Wien, 11. April. Wie die Korrespondenz Wilhelm meldet, kann nunmehr die Huldigung der deutschen BundeS- fürsten, an deren Spitze Kaiser Wilhelm stehen wird, als feststehende Tatsache betrachtet werden. Wie weiter mitgeteilt wird, werden außer dem deutschen Kaiser zu der Huldigung noch 14 bis 16 regierende deutsche Fürsten in Wien anwesend sein, um dem Monarchen am 17. Mai ihren Glückwunsch gemeinsam und persönlich darzubringen. Die deutscheu Fürsten treffen in der Mehrzahl schon am 6. Mai im Lauf« des Abends in Wien ein. Ein Teil trifft erst am 7. früh ein. Alle Souveräne werden in der Hofburg ihr Absteigequartier nehmen. Nur der deutsche Kaiser nnd die Kaiserin, die am 7. Mai früh auf der Rückreise von Korfu über Triest hier eintreffen und auf der Station Penzing aussteigen, werden in Schönbrunn wohnen. Sie werden jene Appartements beziehen, die Kaiser Wilhelm I. im Oktober 1873 innehatte, als er anläßlich der Weltausstellung in Wien weilte. Alle deutschen Bundesfürsten werden auf dem Bahnhof offiziell empfangen werden und sich mittags am 7. Mai im Schönbrunner Schlosse mit Kaiser Wilhelm zur Huldigung üon Kaiser Franz Josef vereinigen. Am Abend wird ein Galadiner bei dem Kaiser stattfinden. An diesem werden das deutsche Kaiserpaar, die regierenden deutschen Fürsten und die Mitglieder des Kaiserhauses teilnehmen. Die Abreise der Gäste erfolgt am 7. Mai abends.
Die Lage in Marokko.
Paris, IL April. Das „Journal official* veröffentlicht morgen den Bericht des Generals d'Amade über seine Operationen vom 12. bis 14. März und insbesondere über die Ereignisse des 15. März, die die Interpellation JaurèS in der Kammer veranlaßt hatten. Aus diesem Berichte geht hervor, daß die Frauen, Kinder und die Leute ohne Waffen, die sich um das Zelt des Kaids Bunuala geschart hatten und von dort durch ihre Zurufe die Krieger zum Kampf« anfeuerten, geschont wurden, während gegen die kämpfenden Marokkaner der Bajonettangriff erfolgte. General d'Amade hatte selbst einem arabisch sprechenden Hauptmanne den Befehl gegeben, das waffenlose Volk zu sammeln und zu beruhigen. Dieser Offizier durcheilte das Lager, drang in die Zelte ein, holte aus ihnen die Flüchtlinge und auch einen Teil der Verteidiger heraus, etwa 60 Mann, die ihre Patronen wegwerfen mußten, und brachte gegen 150 Menschen zusammen, bei denen er blieb, bis die letzten französischen Truppen passiert waren. In dem Befehle, den General d'Amade er» ließ, wird hervorgehoben, daß keine Razzia und kein Akt von Plünderung stattfinden solle. Der General empfahl beim Eindringen in die Zeltlager, dieselbe maßvolle Haltung und Ordnung zu beobachten, wie während des Kampfes. General d'Amade erklärt, er habe nicht auf der ganzen Linie des ausgedehnten Lagers Feuer anlegen lassen, nur 300 bis 400 Zelte seien den Flammen überliefert worden; der General hielt diese Maßregel für hinreichend, um den Einfluß Bunualas zu brechen.
Ermordet.
Lemberg, 11. April. Heute nachmittag gab ein Mann auf den Statthalter Grafen Potocki, während er Audienzen erteilte, drei Reooloerschüsse ab, durch die er tödlich verletzt wurde.
Lemberg, 11. Der Statthalter Graf Potocki ist 3 Uhr 15 Min. gestorben. Der Täter, der verhaftet wurde, ist ein ruthenischer Student namens Miroslaw Sjezynski. Er ist Hörer der Philosophie im dritten Jahrgang an der Lemberger Universität. Er hatte sich wegen Erlangung einer Stellung zur Audienz gemeldet. Kurz nachdem er das Audienzzimmer betreten hatte, hörte man drei Revolverschüsse. Die herbeilenden Amtsdiener fanden den Statthalter tödlich verletzt vor: er war ant Kopfe, Arm und Bein verwundet. Für kurze Zeit erlangte der Statthalter das Bewußtsein wieder und er wurde mit den Sterbesakramenten versehen. Am Sterbelager weilten die Familie des Statthalters, Landmarschall Graf Badeni, Erzbischof Bilezewski Weihbischof Bandurski, der Korpskommandeur Graf Auersperg, der Bürgermeister von Lemberg, die beiden Vizepräsidenten der Statthalterei und der Vizepräsident des Landesschulrates.