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Hanlluer K Anzeiger

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«âjLhrljch 1,80 M., mrrcatlich 60 Pfg., für auj. "âis- ÄboniiMtm mit de« Lüressän Psstaujschlaz.

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General-Anzeiger

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 214 F-rnspr-chanschlich Nr. 605.

Samstag den 12. September

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908

Die ientigeNlunW mW Miet rIktechsMUsAck 16 Seiten.

Hierzu Amtliche Beilage Nr. 12".

Amtliches.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Nachdem der Plan betr. die Abänderung der Fluchtlinien der Straße Nr. 9, zwischen Lamboystraße und Aepfelallee, ourch Beschluß vom 1. d. Mts. förmlich festgestellt worden ist, wird er auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 von nun an im Rathause, Zimmer Nr. 21, während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Hanau den 9. September 1908.

Der Magistrat.

Dr. Ge beschus. 17997

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 5. bis 11. September i908 :

1 Bijoutier, 1 Gutzpuher, 2 Hausburschen, 1 Hilfsarbeiter, 1 Hilfsmonteur, 2 Küfer, 1 Kutscher, 1 Maurerparlier, 10 Tagelöhner. Gesucht werden 2 Dienstmädchen, 3 Schuhmacher, 1 Spengler und Installateur. Für ein Dienstmädchen wird Stelle nach außerhalb gesucht.

Hanau den 12. September 1908. ' 18065

Städtische Arbeitsverrnittelunqsftelle.

Königliche Zeichcnakadcmie.

Preisausschiteibe«

der Zwernemann - Stiftung 1908.

Zum Wettbewerb um die Preise der Zwernemann- Stiftung für 1908 sind folgende Aufgaben gestellt:

Zu entwerfen sind auf einer Tafel 6 Anhänger in Gold mit beliebiger Verwendung von Filigran und von einigen Farbsteinen und Brillanten, die jedoch dem Metall gegenüber zurücktreten sollen. Bei keinem Stück sollen mehr als 3 Farbsteine und 6 Brillanten gleich­zeitig auftreten.

Vorgeschriebene Bogengröße : 36 : 48 cm.

Feuilleton*

Festschrift zur Feier i^ hunherlMcheu Bestehens Der Memischen Gesellschast.

Vor wenigen Tagen ist das gefällig ausgestattete Werk in die Hände der Mitglieder gekommen. Es enthält 14 Ab­handlungen aus ganz verschiedenen Gebieten, so daß den mannigfachsten Ansprüchen und Interessen Rechnung getragen ist. Nicht nur Hanauer Mitarbeiter haben sich gefunden, sondern erfreulicher Weise haben noch einige korrespondierende Mitglieder dem Wunsche des Vorstandes entsprochen und aus dem Bereiche ihres speziellen Arbeitsgebietes Beiträge zur Verfügung gestellt. Den Anfang macht Universitätsprofessor Dr. J. Rosenthal in Erlangen mitDie Enzyme und ihre Wirkung" und behandelt darin ein Problem von höchster Wichtigkeit für biologische Vorgänge nach ganz modernen Gesichtspunkten. Herr Dr. W. Geibel-Hanau bietet eine die Hanauer speziell interessierende Arbeit über Platin. Instruktiv ist die beigefügte Tafel über die starken Preis­schwankungen dieses edlen Metalles seit 1880. Universitäls- professor Eilhard Wiedemann-Erlangen steuert eine kulturhistorische Arbeit bei, betitelt:Die Konstruktion von Springbrunnen durch muslimische Gelehrte". Zahlreiche Holzschnitte erleichtern das Verständnis dieserKunststücke" arabischer Physiker vor 1000 Jahren. Universitätsprofessor Wilh. F ö r st e r - Charlottenburg regt an zurMitarbeit der Laien an der Erforschung der Erdatmosphäre und der Himmelserscheinungen", vor allem sollen beachtet werden Streifen, Säulen, Bogen, Kegel, Ringe, Flächen von Licht, weil ihre Erforschung bis jetzt noch zücht genügt, ihre Her­kunft und ihren Zusammenhang festzustellen. In mathe­matischem Gewände bietet sich die Arbeit von Universnäts-

Für die beste Lösung dieser Aufgabe wird eine Gesamt­summe von 200 Mark ausgesetzt, die nach dein Ermessen des Preisrichterkollegiums in Teilbeträgen zu Preisen ver­wendet wird.

Außer den Schülern der Königlichen Zeicheuakadcmie sind auch andere in Hanau wohnhafte und beschäftigte Be­werber zugelasseu. Die gezeichneten oder im Modell ausge­führten Entwürfe sind, mit einem Motto versehen und ver­schlossen, bis spätestens 15. Oktober d. Js. im Sitzungs­zimmer der Königlichen Zeichenakfldemie einzureichen. Bei- zufügen ist ein mit dem gleichen Kennwort bezeichneter, ge­schlossener Briefumschlag, welcher den Namen und die genaue Adresse des Absenders enthält.

Hanau den 9. September 1908.

Der Direktor.

Petersen. 18021

Politische Rundschau.

Dernbnra über Südtvestasrika. Der Dampfer Bürgermeister" von der deutschen Ostafrika-Linic mit dem Staatssekretär Dernburg sowie mehreren Offizieren und etwa 200 Mann von der südwestafrikanischen Schutztruppe an Bord ist gestern früh in Antwerpen angekommen. Der Staatssekretär äußerte sich über seine Eindrücke von Deutsch- Südwestafrika dem Korrespondenten desBerl. Tagebl." gegenüber wie folgt: Die Fragen sind sehr komplex und die Ausgleichung der verschiedenartigen Interessen nicht leicht. Im allgemeinen kann man sagen, daß das Land in der Lage ist, mit Erfolg auch in großen Quantitäten Weltmarkts- Produkte zu Konkurrenzpreisen zu schaffen, daß da>u aber auch für den einzelnen Farmer nicht unerhebliches Kapital gehört. Die Wirtschaft ist überall noch zu sehr im Anfang. Die Wirtschaftskrise, eine Folge des Krieges und seiner Be­gleiterscheinungen, hat ihren Höhepunkt noch nicht über­schritten und es ist heute schon sicher, daß die Aufwendungen des Reiches für die Verwaltungs- und Schutzkosten für ge­raume Zeit nicht aufhören können. Die Erkenntnis der wirtschaftlichen Notwendigkeiten ist aber bei einem großen Teile der Bevölkerung vorhanden und eine Gesundung der Zustände aus dieser heraus kann erwartet werden.

Der Kaiser in den Reichslanden.

Altenberg, IL Septbr. Der Kaiser traf in Beglei­tung des Unterstaatssekretärs Frhrn. Zorn v. Bulach, nach genußreicher Fahrt am Gebirge entlang, die Orte Rappolts- weiler, Jngersheim undTürkheim berührend, auf dem Schlöß­chen des Fabrikanten Hartmann auf der Schlucht ein. Er genoß dort die Aussicht und kehrte dann nach halbstündigem Aufenthalte nach dem HotelAltenberg" zurück, wo er den Tee einnahm. Eine Einladung der französischen Behörden,

Professor Feußn er-Marburg überDieHaidingerschen Ringe und ihre Anwendung zur Prüfung planparalleler Platten." Auch dem Laien verständlich berichtet Pfarrer Schuster- Gonsenheim über dieGimpelzucht im Vogelsberg" und über die Einwanderung der Holzbirne im Untermaintal." Großen Sammeleifer verrät dasVerzeichnis der im Kreise Hanau vorkommenden Schnecken und Muscheln", mit dem Herr D. P a u l st i ch - Hanau seine statistisch so wertvollen früheren Arbeiten vortrefflich ergänzt. Welche Bedeutung die Detailforschung haben kann, geht klar aus der folgenden Abhandlung hervor.Zur Kenntnis unserer Unionen" heißt die Ueberschrift der von Prof. W. Kobelt-Schwanheim beigesteuerten Arbeit. Hierin wird unter anderem der Ge­danke angeregt, einige schwebende naturhistorische Fragen im Maingebiet durch gemeinsame Arbeit von Spezialforschern zu lösen. Der Verfasser will seine Meinung erläutern, wo­möglich persönlich, bei Gelegenheit des Festaktes dabier am 11. Oktober.Am hundertsten Geburtstag der Wetterauischen Gesellschaft, der ehrwürdigen Mutter der Vereine am Unter­main" will Prof. Kobelteinen Maintalverbaud für Heimatforschung ins Leben rufen". Auf die zoologischen Aufsätze folgt ein botanischer. Hofrat Dr. L u d w i g - Greiz berichtetüber einige Richtungen abnormer Fruchtkörper­entwickelung höherer Pilze." Zeichnungen sind zur Er­läuterung beigegeben. Lebbafles Interesse weckt die aus­führliche Abhandlung vom Kgl. Forstmeister Fenner zu Wolfgang:Der Fraß der Kiefernbuschhornblattwespe in den Waldungen des unteren Main- und Kinzigtales der ehe­maligen' Grafschait Hanau". Vielen unserer Leser ist der große Schaden erinnerlich, der vor wenigen Jahren in ben benachbarten Wäldern durch Insekten angerichtet wurde. Von den mancherlei Schädlingen ist diese Wespe besonders auffallend aufgetreten, weshalb der Forstmann das spezielle Interesse auf sie richtet. Die schätzbare Arbeit bietet auch für künftige Zeiten ein wertvolles Dokument, aus dem man Rat und Auskunft finben kann. Wie die Ansichten mit

den französischen Berg Hoheneck zu besuchen, konnte wegen der vorgeschrittenen Zeit nicht angenommen werden. In der Begleitung des Kaisers befinden sich die Prinzen August Wilhelm und Oskar und ferner der Fürst zu Fürstenberg. Die Bevölkerung bereitete an der Grenze dem Besuche einen freudigen Empfang. Der Himmel ist bedeckt, zeitweise herrscht Regen.

Colmar, 11. Septbr. Die heutige Automobilfahrt, der Kaisers durch die schöne Landschaft gestaltete sich zu einer fort­gesetzten Huldigung seitens der Bevölkerung. Ueberall Glocken­geläute, überall ungeheure Begeisterung, überall Ehrendamen, überall Ueberreichung von Blumen. Der Kaiser war buch­stäblich überdeckt mit Blumen. Alle Automobile waren mit Blumen überladen. In Rappoltsweiler wurde der Kaiser vom Pfeiferkönig begrüßt. In Münster und in Reichenweier wurden Ehreutrunke gereicht; in letzterer Stadt auS einem Trinkhorn, einem alten Ehrenpreis. Die Stadt Colmar ist reich geschmückt; Vereine und Innungen bildeten Spalier.

All ' werfen Bonnenten!

Ermutigt durch den wachsenden Erfolg, die von Monat zu Monat steigende Auflage unseres Blattes, sehen wir unS veranlaßt, von jetzt ab eine wesentliche Bereicherung des Inhalts eintreten zu lassen.

In der Form einer besonderen Beilage geben wir allwöchentlich unter dem Titel

je nach dem verarbeiteten Stoffe auf etwa 23 Seiten reich illustriert allerlei Nützliches und Wissenswertes aus den Gebieten der Hauswirtschaft, des Gartenbaues, der Bogel- und Kleinviehzucht. Auf den Seiten 1815 des zweiten Blattes unserer heutigen Ausgabe finden unsere geschätzten Leserinnen und Leser den ersten Versuch in der gedachten Richtung, den wir der Beachtung empfehlen möchten. Wir hoffen, mit der Neuerung vielseitigen Wünschen entgegengekommen zu sein und bitten, unS durch Empfehlung und Abonnement auch fernerhin unterstützen zu wollen.

Hanau, 12. September 1908.

Redaktion und Verlag des ,Hanauer Anzeigers/

dem Fortschritt der Wissenschaft wechseln, erkennt man auS die Taunusgesteine" von Jak. Fritz-Hanau; neuere Ar­beiten haben zu ganz veränderten Anschauungen und Auf­fassungen geführt. In einer kurzen Schlußabhandlung stellt Prof. Raufenberger -Hanau zusammen:Neuere Funde aus dem Diluvium von Hanau". Arbeitgeber und Arbeiter folgen gern den Anregungen, die von der Wetterauischen Gesellschaft ausgehen und beachten mehr wie früher fossile Reste. Durch diese Beihülfe ist cs nur möglich, die Samm­lungen zu mehren. Den Dank stattet die Gesellschaft den Gebern willig ab.

Wenn noch bemerkt ist, daß 2 Tafeln und mehrere Holz­schnitte das Werk zieren, so genügt diese Uebersicht zu dem Beweis, daß die Festschrift wohlgelungen ist und der hundert­jährigen Gesellschaft zur Ehre gereicht.

Alvumblätter.

Wer damit anfängt, daß er allen traut, wird damit enden, daß er einen jeden für einen Schurken hält. Hebbel.

*

*

Heißt dein Herz dich Gutes tun,

Tu' es rein um deinetwillen;

Läßt das Schöne dich nicht ruh'n,

Bild' es, deinen Trieb zu stillen ;

Doch das lasse dich ungeirrt,

Was die Welt dazu sagen wird. Geibel.

Sei freundlich beflissen,

In deinem Hause den Pilger zu laden;

Weil, ohne es zu wissen,

Schon manche so Engel bewirtet haben. Rückert.

*

*

Glaube an dich selbst, und bewahre deinen Mitmenschen ein gütiges Herz. Rosegger.