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«^âttruck und Btttag be Buchdruck«^ bd etttia.

W. WatjmbauM m Hamm.

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Amtlichts GkM« fit Slabb nab Landkreis Sanas.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 264

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Fernsprechanschlittz Nr. 605»

Amtliches.

Stadtkreis Ranau» Bekanntmachung.

Die Attsführmtst der NitsmündtMft in den Main bei km .3.37,1 und des daran anscstsietzen- den Slnsntiindnn^ssieles bis znm Slnlchlnff an die projektierte Kläranlage beim Wasserwerk I wird zur Vergebung ausgeschrieben. AusführungSzeichvuugen und Verdinaungsunterlagen können im stâdt. Sielbau-Bureau Hauau-Kesselstndt, Hauptstraße 4, während der Dienst­stunden eingesehen und die Ausschreibungsbedingungen, soweit der Vorrat reicht, gegen Erstattung von 2 Mk. in Empfang genommen werden.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter am 17. November, Vorm. 11 Uhr, im Sielban-Bnreau, Hauptstraße 4.

Zusthlagsfrfft 3 Wochen.

Hanau den 10. November 1908.

Der Oberbürgermeister.

Dr. Gebeschus. 23735

Bekanntmachung.

Die Verwendung von Kohlenschlacke zur Herstellung von Beton, deS soaeuannten Schlackenbetons, bei Ausführung von Eisenbetonbanten wird hiermit für die Folge allge­mein, also auch für die sogenannte Zugzone in Decken und Balken, verboten. Die Verwendung der Schlacke zur Herstellung von sonstigem Beton Stampfbeton wird nur da zugelassen, wo die Gefahr ausgeschlossen ist, daß tragende Eisenteile mit derartigem Beton in Berührung kommen oder Menschen von herabfallendem Putzmörtel getroffen werden können.

Die Herren Architekten und Bauunternehmer werden hier­von mit dem Bemerken in Kenntnis gesetzt, daß Zuwider­handlungen gegen dieses Verbot die Beseitigung der aus Schlackenbewn hergestellten Bauteile zur Folge haben werden.

Hanau den 4, November 1908.

Städtische Polizei-Verwaltung.

Der Oberbürgermeister.

Dr. GebeschuS. 23747

Steuererhebung.

Mkt dem 14. d. Mts. beoinnt die Erhebung der Stevern re. fAr das 3. Vierteljahr 1908 (Oktober/Dezember).

<? rbebetager

Zettel Nr. 1-3500 am 14., 16., 19. tu 21.

Oktober 1908,

Zettel Nr. .35017000 am 23., 26. 28. und .30. Oktober 1908,

Zettel von Nr. 7001 ab am 2., 4., 6., 9., 11. und 13. November 1908.

Znr t^rkekchteruna des M^ldverkehrs werden Specks, welck'e an? die Reick'sbane, au? eines d-r h'-eff-^n Vankhâ"ser oder dem Donauer Kredit- Verein bezogen si"d, in Zahlnna genommen.

b'inzehlnnoen durch die«oft sind zulässia, in welchem Raste die .^e^ebnchnnmmer anzn- geben i?t; Norio und Bestellgeld hat der Mn- rabler zu trauen.

-vke Wibf. Steuerkasse ist für Vimablunger nur Montags, Mittwochs und Rrei- taas vormittags und zwar l.ks 1. Novbr von gsyl/, tihr und vom 1 Novbr. ab von 81/» bis 12^/- Uhr geöffnet.

Hanan den 12. Oktober 1908.

Stadtkaffe.20549

®tfmiticnc und verlorene Mr-rnstliiidc rc.

Gmunden: 1 Portemonnaie mit 1.21 Mk., 1 silbernes Armband und 2 Taschentücher mit Monogramm (in der SentraU'arse), 1 lederner Geldbeutel mit 3,24 Mk., 1 altes gelbliches Portemonnaie mit 25 Pfa.

Verloren: 1 neuer Kor^deckel, 1 Kinderbrille. Entlausen: 1 kleiner schwarzer Rehpinscher in. Geschl.

Hanau den 10. November 1908.

Dienstag den 10. November gl ,.,..1»...l,ll«mmM»^.^^ ..... ......... ^!

PoliMcke Rundschau.

Die Besoldttngsvorlagen für die Reichsbeamten sind dem Präsidium des Reichstages, nicht den einzelnen Abgeordneten zugegangen. Die Drucklegung wird erst am heutigen Dienstag beendet.

Nomreise. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Frhr. v. Schorlemer-Lieler, hat in Begleitung des Regierungs- affessors Grafen Adelmann non Adelmannsfelden mit dem Llopdexpreßzug seine Romreise angetreten.

Die Wahlergebnisse für den hessischen Landtag liegen endgültig vor; von 2S Abgeordneten wurden 22 wieder­gewählt. Die Zusammensetzung der Kammer bleibt der früheren bis auf den Verlust der zwei sozialdemokratischen Sitze gleich. Je einen Sitz gewannen die Nationalliberalen und das Zentrum.

Zur Reform der Arbeiterversscheruna. Das Reichs­amt des Innern hat anläßlich der bevorstehenden Reform der Arbeiterversicherung den Vorstand de? Vereins der Beamten der Deutschen BerusSgenossenschaften (Vorsitzender: Freiherr v. Steinäcker-Berlin) zu einer am 11. November 1908 statt­findenden Besprechung einaeladen.

Ein neues sächsisches Pensionsgesetz. Im sächsischen Landtage ist Dekret Nr. 61 eingegangen, betreffend den Ent­wurf eines Gesetzes über die Bezüge früherer Staatsdiener und ihrer Hinterbliebenen. Darnach werden die Pensionen bis mit 1500 Mark um 12,5, diejenigen über 1500 Mark bis 3000 Mark um 10 Prozent und diejenigen über 3000 Mark um 7,5 Prozent erhöht. Aebnliche Erhöhungen treten für Witwen, Halb- und Ganzwaisen ein. Die Erhöhung tritt bei bereit? bezogenen Pensionen am 1. Januar 1909 in Kraft. Der zukünftige jährliche Gesamtmehrbedarf für diese erhöhten Pensionen beträgt 1 877 127 Mark.

Die Abnahme des Zeppelin I.

Stuttgart, 9. Novbr. Wie derSchwäb. Merkur" er­fährt, hat das Kriegsministerium in Berlin das Lustschiff Z. I amtlich abgenommen. Es waren vom Reichstage 2 150000 Mark bewilligt worden, von denen die nach dem Echterdinger Tage dem Grafen Zeppelin ausgezahlten 500 000 Mark als persönliche Gratifikation gedacht waren, während die restlichen 1650 000 Mark für den Ankauf der Luftschiffe Zeppelins bei Nachweis gewisser Leistungen be­stimmt waren. Von dieser Hauptsumme wird jetzt ein Teil zum Ankauf desZeppelin I" verwandt.

Der Zwischenfall von Casablanca.

Paris, 10. Novbr. Die beiden Regierungen unter­werfen die Angelegenheit von Casablanca der Beurteilung des Schiedsgerichts in Bezug auf die Rechtsfragen, sowie auf die Tatsachen. Sie verpflichten sich ferner gegenseitig, je nach dem Ausfall des Urteils, ihr Bedauern über das Ver­halten ihrer Vertreter in Casablanca auszudrücken. Daraus geht hervor, daß die deutsche Regierung sich den ur­sprünglichen Anschauungen der französischen Regierung an­gepaßt hat, das heißt, daß die Angelegenheit vertagt wird bis nach der Entscheidung des Schiedsgerichts.

Paris, 9. Novbr. Der nationalistische Senator Gaudin de Villaine kündigte für morgen eine Anfrage im Senat über die Casablanca-Angelegenheit an.

Die Krisis im Orient.

Konstantinopel, 9. Nov. Heute nachmittag hielten die bulgarischen und die türkischen Delegierten die sechste Sitzung ab, wobei auch der Direktor Groß der Orientbahn anwesend war; dieser erklärte, über die Interessen der Orientbahnen nicht durch die Pforte, sondern nur direkt mit Bulgarien verhandeln zu wollen. Groß stützte sich hierbei auf ein dies­bezügliches früheres Verlangen Bulgariens.

Konstantinopel, 9. Nov. Blättermeldungen zufolge findet die Eröffnung des Parlaments am 28. November statt.

Der hollänbischc-venezolanische Streit.

Haag, 9. Novbr. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer teilte der Minister des Auswärtigen van Swindern mit, daß der Gouverneur von Curacao ihn davon in Kenntnis setzte, daß das venezolanische Dekret vom 14. Mai am 1. November noch nicht außer Kraft gesetzt worden fei, daß also Präsident Castro die in der holländischen Note vom 3. September gestellte Forderung nicht erfüllt habe. Hieraus ergebe sich für die Regierung der Niederlande volle Freiheit des Handelns. Er, der Minister, habe info'gedeflen dem Gouverneur von Curacao telegraphiert, daß die Regierung jeder Verpflichtung gegen Venezuela ledig sei. Der Gou­verneur sei beauftragt, das Verbot der Ausfuhr von Waffen nach Venezuela einstweilen auszuheben, und habe sich dieses Auftrages entledigt. Unter diesen Umständen bestehe für die Regierung kein Hindernis, die diplomatische Korrespon­denz mit Venezuela bekannt zu geben.

Stimmnnsisbild ans dcm Reichstage.

(Sitzung vom 9. November.)

(Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.)

Wenn das, was die Redner am Samstag zum Vortrag brachten, reiner Wein gewesen ist, so haben sich die heutigen Weinredner arg gegen das neue Gesetz vergangen, denn der

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908

vorgestrige Wein wurde um mehr als die zulässigen 20 Pro­zent gestreckt. Alle Parteien und alle Weinbaugebiete waren am Samstag ausgiebig zu Wort gekommen, ein Dutzend Redner kam heute hinzu. Den Reigen eröffnete der Ver­treter eines hessischen Wahlkreises, der Reformer Werner, der auch den getauften Wein nicht leiden maa. Er hat eine andere Meinung vom Weinhandel als Herr Kaempf, der als dritter Freisinniger in dieser Debatte das Wort nahm. AlS Präsident der Geltesten der Berliner Kaufmannschaft sah er sich berufen, den Weinhandel gegen allzu ungerechte Verall­gemeinerung in Schutz zu nehmen und auf seine national- wirtschaftliche Bedeutung hinzuweisen; er betonte, daß es der deutsche Weinhandel sei, der dem deutschen Wein neben dem französischen Rotwein einen ehrenvollen Platz als Geträni des Norddeutschen verschafft habe. In der Hauptsache stellt auch Herr Kaempf sich auf den Boden des Entwurfs, wi« eS überhaupt dessen Verfassern gelungen ist, nicht nur ein« annehmbare Mittellinie zu ziehen, zwischen den einander widerstreitenden Interessen der Pfalz und der Mosel, sondern abgesehen von Einzelheiten, über die man sich in der Kom­mission wohl einigen wird, ihm die Zustimmung aller Par­teien deS Reichstag? zu sichern. Herr Kaempf glaubte diesen guten Erfolg darauf zurückführen zu können, daß man den Entwurf in seiner ursprünglichen Gestalt der öffentlichen Kritik übergeben hatte. Das dies nicht die einzige Ursache sein kann, zeigt die Unzufriedenheit mit dem dieser Tage verhandelten Merk der Reichsjustizverwaltung, die daS von dem freisinnigen Redner empfohlene Verfahren bei jedem ihrer Entwürfe zur Anwendung bringt. Es ist wohl in der Hauptsache die Unhaltbarkeit der bisherigen Verhält­nisse, die alle Parteien, einschließlich der Sozialdemo­kratie nötigt, sich zur Beseitigung der Mißständ« auf der Plattform der Regierungsvorlage zusammenfinden.

Den Rest der Sitzung füllte die erste Lesung des Gesetz­entwurfs über die Marktnotierung des Schlachtviehs. Die Vorlage war schon vor einem Jahre eingebacht worden, im Drange der größeren Geschäfte fiel sie, ohne auf die Tages­ordnung zu komme», der Sommeroertagung anheim. Die . ausgiebige Einwirkung in der agrarischen Presse und in der Fachpresse des Schlächtergewerbes hat zu einem Ausgleich der Interessen bisher nicht geführt, und auch in der heutigen Debaite trat den Vertretern der Viehzüchter, dem national­liberalen Abg. Wachorst de Wente, dem Direktor des Bundes der Landwirte Dr. Rösicke und dem bayerischen Zentrums- abgeorneten Gerstenberger, mit dem Sozialdemokraten Scheide­mann auch der Obermeister der Magdeburger Schlächter- innung. Herr Kebelt, entgegen, unterstützt durch den Abg. Fischbeck, der vom Standpunkt der Berliner städtischen Ver­waltung eine Schädigung der Schlachthosinteressen befürchtet. Der Staatssekretär 'von Bethmann-Hollweg suchte sowohl diese Besorgnisse zu zerstreuen, wie der Annahme den Boden zu entziehen, daß mit der Vorschrift einer Preisnotierung nach Lebendgewicht auf die eingebürgerten Formen deS Han­dels gewaltsam eingewirkt werden' solle. Der preußisch« Landwirtschaftsminister v. Arnim hielt es nicht für erforder­lich, das Wort zit nehmen, die Mehrheit des Hauses sah sogar von einer Kommissionsberatung ab. Wie immer, wenn er das Wort nimmt, erheiterte Herr Kobelt die dankbaren Zuhörer durch seinen bewußt-unfreiwilligen Humor.

Eine sreigesprochcne Giftmischerin.

(Nachdr. Verb.) 8. it. H. Braunschweig, 7. November.

Der vereitelte Anschlag einer Giftmischerin, der im Juli b. Js. die braunschweigische Residenz mit berechtigtem Auf­sehen erfüllte, beschäftigte heute das hiesige Schwurgericht Die 19jâhrige Maad Minna Petersen aus Herrenhausen halte sich wegen Mordversuches zu verantworten. Die jugendliche Angeklagte war bei dem Bäckermeister Liesenberz hier in Stellung. Die Arbeit wurde ihr angeblich zu viel. Sie kam deshalb auf den Plan, sich des ihrer Obhut an­vertrauten 5 Monate alten Kindes zu entledigen, um anders­wo eine Stellung annehmen zu können. Am 9. Juli, 5 Tage nach ihrem Dienstantritt mischte sie, um ihren Plan zu verwirklichen, der von Frau Liesenberg für das Kind be­reiteten Suppe eine Portion Kleesalz bei. Die Angeklagte hatte angenommen, daß Frau Liesenberg zur Mittagszeit nicht zu Hause sein werde. Diese kehrte aber heim und an der Farbe und an dem Geschmack der Suppe entdeckte sie den Giftzusatz. Der gräßliche Plan des Mädchens wurde da­durch vereitelt. Die chemische Untersuchung der Suppe er­gab, daß dieser etwa 34 Teelöffel Kleesalz beigemischt waren. Die Angeklagte erklärte damals, daß sie den Ent­schluß, das Kind zu töten, am Tage vor der Ta: gefaßt habe. Im heutigen Termin machte die Angeklagte einen sehr niedergeschlagenen Eindruck. Sie ist noch nicht bestraft. Auf Befragen gab sie an, daß ihr in ihrer Stellung bei Liesenberg die Arbeit zu schwer geworden sei, daß sie sich aber im übrigen über schlechte Behandlung nicht hätte be­klagen können. Sie habe jedoch keine Lust mehr gehabt, sich weiter mit Kindern zu befassen. Am 8. Juli habe fit in einer Avothcke Kleesalz gekauft, um Rostflecke aus ihrer