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Hanauer K Anzeiger

General-Auzciger

Bezugspreis:

Biertrljährlich 1,80 Mk., menatlich 60 Pfg., für ai* tvärtig« Abonnenten mit dem betresjenden Psstauffchlsg. Lie einzelne Nummer testet 10 Psz.

«èiatienSdruck und Verlag der Buchdruckerei sei verein. CT. Waisenhauses in Hanau.

Amtli-ts Grzm fit Shit« Mi fanikrti» Siu».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Ei»rücku»gSgebühr i

Die [Sus gespaltene Petitzeil« oder deren Raum 20 $f> tat Steklamenteil bU Zeile 35 Pjz.

Setontaoril. Redaktrar: 6. Schrecker ie Hs«««»

Nr. 131 Fernsprechanfchlirs; Nr. 605.

Amtliches.

Landkreis Hanau. BcküiliiNEMgtsl hes KöuißliHeil Lllsskni^üiis.

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher.

Die LandmirtschaftSkammer verleiht an landwirtschafiliche Beamte und Dienstboten (männliche und weibliche), welche bei denselben Dienstherren oder deren Familien oder in der­selben Wirtschaft 25 Jahre lang ununterbrochen gedient haben, Ehrendiplome.

Die Herren Bürgermeister uiib Gutsvorsteher ersuche ich, geeignete Personen, ivelche sich während ihrer Dienstzeit treu und ehrlich geführt haben und nicht wegen entehrender Ver­gehen bestraft sind, unter Mitteilung des Geburtsdatums und der näheren Angaben über die Dienstherrschaft und die Dienst­zeit bis zum 12. -. Mts. bei mir in Vorschlag zu bringen.

Den mit Diplomen ausgezeichneten Personen wird aus Mitteln des Kreises gleichzeitig eine Geldprämie verliehen werden.

Ferner können mit Geldprämien allein landwirtschaftliche Dienstboten bedacht werden, welche mindestens 10 Jahre in einem Dienst gearbeitet haben.

Vorschläge zur Verleihung von Geldprämien sind gleich­zeitig vorzulegen.

Hânau den 3. Juni 1908.

Der Königliche Landrat.

A 2797 v. Beckerath.

Die Herren Bürgermeister, in deren Gemeinden die VSV- tilgung. der Rabeu während der . diesjährigen Brutzeit ungeordnet war, ersuche, ich mir baldigst die Höhe der ge­zahlten Schutzprämieu anzuzeigen, damit deren Erstattung durch die Kreiskommunalkasse angeordnet werden sann. Hanau den 3. Juni 1908.

Der Königliche Landrat.

A 2806 v. Beckerath.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die diesjährige GrasNtttzUNg aus dem Friedhof soll. am Mittwoch den 10. d. M , nachmittags 6 Uhr, auf dem Friedhof meistbietend verpachtet werden. Pachtliebhaber werden zu diesem Termin eingeladen.

Hanau den 3. Juni 1908.

Die Friedhofs-Kommission.

Hild. 12239

Steuererhebung.

Die Zustellnng der Steuerzettel für das laufende Rechnungsjahr wird in den nächsten Tagen stattfinden. Zahlungen für das I. Viertel­jahr haben alsbald nach Empfang der Steuer­zettel zu erfolgen.

Im Interesse der schnellen Abfertigung wird dringend ersucht, das Geld abgezählt zur Kaffe zu bringen.

An Stelle der Barzahlungen werden Schecks, welche auf die Reichsbank, den Hanauer Kredit­verein oder auf eines der hiesigen Bankhäuser bezogen sind, angenommen; hierbei wird be­merkt, das; die Aussteller und die Indossanten für die Einlösung der Schecks haften und daß die von den Kasien ansgestellten Quittungen (dre zum Zeichen, dasi Zahlung nicht in bar er­folgt, mit dem Stempeldurch Scheck bezahlt" versehen werden) keine Gültigkeit haben, sobald die Einlösung der Schecks durch die Bezogenen abgelehnt wird.

Einzahlungen durch die Post sind zulässig, Porto und Bestellgeld hat Einzahler zu tragen.

Die Stenerkasse befindet sich im Neustädter Rathaus, Zimmer Nr. 3, Erdgeschos; rechts, und ist für Einzahlungen nur Montags, Mitt­wochs und freitags, vormittags von 812^ Uhr geöffnet.

Stadtkaffe. 12215

Die Militärpflichtigen hiesiger Stadt werden anfgefordert, ihre Losungsscheinc binnen 14 ^9 ""i dem hiesigen Einwohner-Meldeamte, 8^'llstratze 41, eine Treppe hoch links. in den

Freitag den 5. Juni

Bg"Ti' "!.....-gg

Sprechstunden (vormittags von 1012'/- und nach­mittags von 2'/-5 Uhr, abzuholen. Hanau den 3. Juni 1908.

Der Magistrat.

Hild. 12237

LMmWWer SrttSitrtii Sim.

Der landwirtschaftliche Kreisverein veranstaltet Sonntag den 14. Juni einen Ausflug zur Be­sichtigung der Jungviehweide bei Schloß Nanses int Odenwald. Abfahrt vom Ostbahnhof 8 Uhr 21 Min. (Sonntags­fahrkarte nach Höchst-Neustadt lösen).

Um 1 Uhr findet gemeinschaftliches Mittagessen im Gast­haus zur Post in Höchst i. O. statt.

Anmeldungen sind bis Donnerstag den 11. Juni an Herrn Doniänenrentmeister Reinhardt zu richten.

Hanau den 30. Mai 1908.

Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisvereins, v. Beckerath.

Hanauer Ortskrankenkaffe.

Ordentliche Generalversammlung

Mittwoch den 17. Juni 1908, abends 8 Uhr, im unteren Saale des Rathauses, zu welcher die stimniberechtigten Vertreter gemäß § 44 des Kassenstatuts hiermit eingeladen werden.

Tagesordnung:

1. Abnahme der Rechnung pro 1907 und Entlastung.

2. Wahl des Rechnungsprüfungs-Ausschusses für 1908.

3. Neuwahl für ausscheidende Vorstandsmitglieder.

4. Definitive Genehmigung von Verträgen mit Aerzten:

a) Hanauer Aerzte,

b) Dr. Schumann, Meerholz,

5. Antrag des Vorstandes auf Erhöhung der Beiträge.

6. Verschiedenes.

Hanau den 5. Juni 1908.

Der Vorstand.

J. Schabl, 1. Vorsitzender. 12191

Politische Rundschau.

Die mecklenburgische Verfaffungssrage.

Schwerin, 4. Juni. Der außerordentliche mecklen­burgische Landtag faßte den Beschluß der prinzipiellen Stellungnahme zur Regierungsvorlage und zwar durch Ab­gabe von Standeserklärungen. Die Landschaft erklärte, auf der allgemeinen Grundlage des Regierungsentwurfes weiter verhandeln zu wollen. Dieser Beschluß erfolgte mit 39 gegen 7 Stimmen, bei 2 Stimmenthaltungen von Rostock und Wismar. Die Ritterschaft entschied sich mit 291 gegen 65 Stimmen zu Gunsten eines Vorschlaas der 16 Kommissions­milglieder für das Festhalten an der landständischen Basis und erbittet von der Regierung eine entsprechende neue Vor­lage. Man hofft, daß die Antwort der Regierung morgen eingehen wird. Die nächste Sitzung findet morgen mitttaa halb 2 Uhr statt.

Die Lage in Marokko.

Paris, 4. Juni. Admiral Philibert telegraphiert: Der KreuzerDesaix" ist auf der Reede von Mogador vor Anker gegangen. In Mogador sind 200 Mann vom Maghzen auf den Kriegsfuß gebracht worden, um die nach Marakesch bestimmte Mahalla zu vervollständigen. Die Lage ist allent­halben ruhig. Der deutsche BergungsdampferNeva" nahm das bei Kap Juby gekenterte französische FischerbootBa­leine" ins Schlepptau, um es nach Gibraltar zu bringen.

Tanger, 4. Juni. Das diplomatische Korps und die scherifische Delegation genehmigten die Reglements betreffend den Stadtzoll und den Handel mit Waffen und ExplosionK- stoffen und betr. die Zoll-Niederlagen. Dadurch werden die Reglements in Marokko obligatorisch.

Attentat auf Dreyfus.

Paris, 4. Juni. Auf den Major Dreyfus ist während der Zola-Zeremonie im Pantheon von einem Unbekannten zweinial geschossen worden. Dreyfus wurde am Arm ver­wundet. Ein Gerücht sagt, daß der Täter ein nationalistischer Journalist sei. Er wurde verhaftet.

Paris, 4. Juni. Der Attentäter auf den Major Dreyfus heißt Gregory, ist 55 Jahre alt und Redakteur an der France Militaire. Dreyfus ist auf der beim Pantheon liegenden Bürgermeisterei verbunden worden.

Paris, 4. Juni. Der Anschlag auf Dreyfus erfolgte in dem Augenblick, als nach beendeter Feier der Präsident der Republik in der Vorhalle des Pantheons Aufstellung nahm, um den Vorbeimarsch der Truppen abzuneümen und General

Ferusprechanschlutz Nr. 605. 1908

Dalstein das Zeichen zum Vorbeimarsch gab. Dreyfus be­fand sich mit Frau und Kindern im Zuge hinter dem Prä­sidenten und hatte gerade den rechten Arm erhoben, als aus unmittelbarer Nähe Gregory die beiden Schüsse auf ihn ab­gab, wobei er mitten auf die Brust von Dreyfus zielte, aber dessen erhobenen Arm traf. Der Bruder von Dreyfus, Mathieu, war der erste, der den Attentäter ergriff, während die Umstehenden mit Stöcken und Schirmen auf ihn ein­hieben. Er wurde entwaffnet und sofort der näcksten Polizei­wache übergeben. Bei seiner Verhaftung erklärte er:Ich habe mit kaltem Blut gehandelt." Im Verhör versicherte er. daß er nicht gerade Dreyfus, sondern den Dreyfusismus habe treffen wollen. -

Perfier».

Köln, 4. Juni. DieKöln. Ztg." meldet aus Teheran von heute: Der Schah hat die Stadt verlassen. Es wer­den Unruhen befürchtet.

Petersburg, 4. Juni. Wie derNowoje Wremja" aus Djulfa gemeldet wird, drangen große Mengen von Kurden in Urmia ein, wo eine Panik ausbrach. Die Bevölkerung flohi Die Bazare wurden geschlossen. In Täbris soll Anarchie herrschen und der Gouverneur machtlos sein. Persische Truppen sollen zahlreich desertieren.

Teheran, 4. Juni. Die Afghanen, welche Rigan besetzt hatten, sind von da nach Osten vorgegangen. Sie führen 900 Kamellasten geschmuggelte Gewehre und Munition mit, die vermutlich an der Mekranküste gelandet werden und für die indische Nordwestgrenze bestimmt sind.

Die Bekâm-ftllg der

(Nachdruck verboten.)

S. u. H. Hamburg, 3. Juni.

Die Ueberhandnahme der Kollidiebstähle beschäfiigte die dieser Tage in Hamburg stattgefundene 29. Generalversamm­lung des Vereins Deutscher Spediteure. Nach'einem Referat von Herrn Max Kienitz-Görlitz wurden folgende Maßnahmen gegen das Ueberhandnehmen der Kollidiebstähle als dringend notwendig bezeichnet: 1. eigene, verschärfte Kontrolle der Spediteure auf ihren Speichern und Einstellung von Ver­trauenspersonen sowie Gewährung von Belohnungen zur Ermittlung der' Schuldigen bei Diebstählen und Beraubungen in dem eigenen Betriebe. 2. Sicherung bei geschlossenen Waggons gegen Beraubung durch Anlegung eigener Schlösser an beiden Wagenseiten. 3. Den Begleitern der Fuhrwerke aufzugeben, daß sie bei Strafe sofortiger Entlassung nicht gleichzeitig mit den Kutschern das Fuhrwerk verlassen dürfen. 4. das Ersuchen an die Kundschaft, bei Ablieferung von Gütern, die ein Mann zu tragen außer stände ist, durch ge­eignetes Personal Unterstützung zu gewähren. 5. Verschärfte Ueberwachung der Diebe und Hehler besonders in den größeren Städten auf den Straßen und in gewissen Schank­lokalen durch die Polizei. 6. Die Verpflichtung unter den Kollegen, einen wegen Unredlichkeit entlassenen Angestellten nicht wieder einzustcllen. 7. Die Eisenbahnverwaltungen zu ersuchen, für eine schärfere Uebxrwachung der Bahnhofs- anlagcn zu sorgen und die Schanklokale auf den Güterbahn­hofen nach Möglichkeit abzuschaffen, sowie die Beleuchtung auf den Bahnhöfen und Ladegleisen zu verbessern. 8. Bei den Polizeiverwaltungen eine Verstärkung des Personals der Kriminalpolizei zu beantragent. 9. Auf eine Beschleunigung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens bei Entziehung der Konzessionen wegen Hehlerei an Schankwirte hinzuwirken. 10. Bei den Justizbehörden hinzuwirken, daß eine schärfere Bestrafung der Kollidiebe stattfinde. Ferner polizeiliche Aus­kunftserteilung an die Spediteure über Vorstrafen wegen Eigentumsvergehen bei Lernen, welche angestellt werden sollen sowie laufende Mitteilungen über die Namen der ver­haftetet! bezw. bestraften Kollidicbe und Hehler.

Hus aller Melt.

Morde eines Eifersüchtigen.

Namur, 4. Juni. Der Dachdecker Deville erschlug in einem Anfalle von Eifersucht zwei Logiergäste, mit benen er zusammenwohnte. Beide waren auf der Stelle tot, es waren Vater und Sohn Namens Joseph und Emil Martin, aus Danibach in Deutschland gebürtig. Auch die Inhaberin des Logierhauses wurde von dem Täter durch einen Beil- hieb tödlich verwundet. Der Mörder flüchtete; es gelang jedoch, seiner habhaft zu werden, man fand bei ihm noch das blutige Beil mit welchem er die Tat verübt hatte.

Roosevelt im Wasser.

Washington, 4. Juni. Auf einem Spazierritt in Be- Ktung seiner Gemahlin im Rockcreek-Park stürzte Präsident Roosevelt m, dem sich bäumenden Pferde einen etwa zehn Fuß hohen Abhang hinunter in einen Bach, den er vorher durchschritten hatte. Der Präsident stand gleich nach dem Sturz wieder auf. ohne verletzt zu sein.