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General-Anzeiger
Amiliches GkM fir Stellt- nn) FMreis Senan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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verantmarü. Redakteur! «. Schrecker * Hamm
Nr. 204 F-rnsprech««schlutz Nr. 605» t^g*^ 1 "'—............ .. lEsm
Dienstag den 1. September
Fernsprechanschlich Nr. 605, 1908
Amtliches.
Landkreis Hanau.
BekmtmchWen des Kömglißen LanKämts.
Der Vorstand der Landesverstcherungs-Anstalt Hessen- Nassau in Cassel hat die Einrichtung eines Jnvalidenheims beschlossen und zu diesem Zweck ein geeignetes Anwesen in Hofgeismar erworben.
Es ist beabsichtigt, das Jnvalidenheim zunächst für die Aufnahme von etwa 20 Rentenempfängern einzurichten und die Aufgenommenen mit landwirtschaftlichen Arbeiten zu beschäftigen.
Mit den erforderlichen baulichen Einrichtungen ist schon begonnen, sodaß voraussichtlich Ende dieses Jahres oder Anfangs 1909 Rentenempfänger in dem Jnvalidenheim Aufnahme finden können.
Diejenigen Invaliden- und Aliersrenten-Empfänger, welche in das genannte Heim ausgenommen sein wollen, werden aufgefordert, den Antrag hierzu schon jetzt bei der Landesver- ficherungsanstalt zu stellen.
Ich mache hierbei noch darauf aufmerksam, daß die Aufnahme eines Rentenempfängers in ein Jnvalidenheim von dem Verzicht auf die Invaliden- oder Altersrente abhängig ist, und daß in dem neuen Jnvalidenheim in. Hofgeismar nur solche Rentenempfänger ausgenommen werden können, welche nicht an tuberkulösen Krankheiten leiden.
Für die Aufnahme von Rentenempfängern, welche an tuberkulösen oder Krebskrankheiten leiden, ist das Philipps- ftift zu Immenhausen, Kreis Hofgeismar, vorgesehen, welches voraussichtlich zum April 1909 fertig gestellt sein wird.
Hanau den 27. August 1908.
Der Königliche Landrat.
J 912 v. Beckerath.
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Stadtkreis Hanau.
MW Uemn-Akülmten §mi.
Die Erd-, Maurer-, Asphaltarbeiten und ein Teil der Schmiedearbeiten, einschl. Materiallieferung, für das Stabsgebäude sollen in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden.
Die Angebote sind versiegelt und mit kennzeichnender Aufschrift versehen bis zur Eröffnung derselben am Mittwoch den 9. September 1908, vormittags 10 Uhr, an die Bauleitung der städtischen Kasernen-Neubauten' Hanau, Lamboystraße 24, einzureichen.
Die Zeichnungen, Verdingungsunterlagen und Ver- dingungsanschlnge liegen dortselbst zur Einsichtnahme aus,
Feuilleton.
September.
Der letzte Sommermonat, der September, hält heute seinen Einzug. Er war im alten römischen Kalender der siebente Monat des Jahres, und wenn er auch in unserem Kalender schon seit Einführung desselben die neunte Stelle einnimmt, so hat er doch seinen Namen, der von dem lateinischen Zahlworte septem = sieben abgeleitet ist, bis auf den heutigen Tag beibehalten. Im alten deutschen Kalender heißt er Scheiding oder Herbstmonats denn in seinem letzten Drittel scheidet der Sommer, und der Herbst beginnt. Der Landmann wünscht sich den September recht regnerisch, wie eine alte Wetterregel besagt:
An Septemberregen Ist dem Bauer gelegen.
Dagegen fürchtet der Winzer reichliche Niederschläge in diesem Monat außerordentlich, da sie den reifenden Trauben schädlich sind. Der September schüttet ein Füllhorn verschiedenartigsten Inhaltes über Welt und Menschen aus. Den Patrioten begeistert er durch den Sedantag, dem Wanderer bringt er reine stärkende Luft, dem Bcrgsrcnnde schenkt er eine klare Fernsicht, den lyrischen Dichter versorgt er durch den Herbstbeginn mit dem nötigen Material zu schwermütigen Stimmungen, und dein Jäger bringt der die Eröffnung der Jagdsaison. Den Söhnen des Mars beschert er die lustige Manöverzeit, der munteren Knabenwelt gewährt er die Lust am Drachensteigen, des Zechers Kehle erquickt er durch den süßen Most, Hein hungrigen Magen des starken Essers aber wird er durch Erntefeste und Kirmesfeiern gerecht. Die Herzen liebender Dorfschöncn erfreut er durch die Heimkehr der Reservisten, Lehrern und Schülern spendet er die willkommenen Michaelisferien. Manchen Familienvater aber be-
letztere können auch, so lange der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 3,50 Mk. — nur in bar — von dort bezogen werden.
Der Zuschlag wird innerhalb 4 Wochen erteilt und bleibt der Unternehmer so lange an sein Gebot gebunden.
Hanau den 27. August 1908.
Dcr Magistrat. 17259
Bekanntmachung.
Der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Hessen- Nassau zu Cassel hat die Einrichtung eines Jnvaliden- heims beschlossen und zu dem Zweck ein geeignetes Anwesen in Hofgeismar erworben.
Es ist beabsichtigt, das Jnvalidenheim zunächst für die Aufnahme von etwa 20 Rentenempfängern einzurichten und die Aufgenommenen mit landwirtschaftlichen Arbeiten zu beschäftigen.
Mit den erforderlichen baulichen Einrichtungen ist schon begonnen, sodaß voraussichtlich Ende dieses Jahres oder Anfangs 1909 Rentenempfänger in dem Jnvalidenheim Aufnahme finden können.
Zugleich sei bemerkt, daß die Aufnahme eines Rentenempfängers in ein Jnvalidenheim von dem Verzicht auf die Invaliden- oder Altersrente abhängig ist, und daß in dem neuen Jnvalidenheim in Hofgeismar nur solche Rentenempfänger ausgenommen werden können, welche nicht an tttberkttlösen Krankheiten leiden. — Für die Aufnahme von Rentenempfängern, welche an tuberkulösen oder Krebskrankheiten leiden, ist das Philippsstift zu Immenhausen, Kreis Hofgeismar, vorgesehen, welches voraussichtlich zum April 1909 fertiggestellt sein wird.
Rentenempfänger, die in das neue Heim ausgenommen zu werden wünschen, werden ersucht, sich zur Ausnahme schon jetzt auf dem Rathause — Zimmer Nr. 11 — zu melden.
Hanau den 3 l. August 1908.
Der Magistrat.
Hild. 17299
In das Handelsregister A ist unter Nr. 38 eingetragen worden: Firma Gebrüder Stern in Fechenheim. Die Gesellschaft hat am 1. August 1908 begonnen. Inhaber sind die Kaufleute Sally und Heinrich Stern in Fechenheim.
Bergen bei Hanau, 17. August 1908.
____________Königliches Amtsgericht. 17257
Gefundene und verlorene Gellenstände rc.
Gefunden: 1 Herrenschirm, 1 Taschenmesser, 1 schwarzer Damen-Sonnenschirm' mit gradem Griff (in einem Geschäft stehen geblieben), 1 dunkelgrüner Herren-Filzhut. glückt er in den letzten Tagen seiner Herrschaft mit dem Umzug — „mein Liebchen, was willst du noch mehr?"
Himmels-Erscheinungen im September.
Die kalten Tage, die in der Mitte August eintraten, mahnten uns nur allzu deutlich daran, daß schon wieder die schönste Zeit des Jahres auf die Neige gehen will. Die Sonne ist auf ihrer abwärts gerichteten Bahn unter den Sternen schon dem Himmelsäquator von oben her nahe. Im Monat September wird sie ihn abwärts durchschneiden, unb zwar am 23. September um 12 Uhr mittags. In diesem Augenblicke beginnt der Herbst. Nachher werden die Tage kürzer als die Nächte, und die Sonne, die zu Anfang des September noch 13 Stunden über dem Horizont verweilte, verkürzt ihre erwärmende Anwesenheit auf nur elf Stunden zu Ende des Monats.
Der Mond fällt zu Monatsansang abends im Westen auf; denn am 3. September ist das erste Viertel, wo er rund sechs Stunden nach der Sonne unterzugehen pflegt. Je mehr er dann seine Scheibe mit Licht füllt, desto tiefer wandert er unter den Sternbildern. Diesmal trifft die Vollmondphase sehr nahe mit der Erdnähe des Mondes zusammen, und die Scheibe des Mondes ist daher am 10. September, dem Vollmondstage, besonders groß. Es darf vielleicht hier daran erinnert werden, daß unser Erdtrabant nicht auf einem Kreise, sondern einer Ellipse um den Schwerpunkt, der ihm und der Erde gemeinsam ist, herumläuft. Daher ist sein Abstand von unS nicht dauernd der gleiche, sondern schwankt um ff20 nach unten und nach oben von dem Mittelwert; und aus dem gleichen Grunde erscheint uns der nahe Mond mit größerer Scheibe als der entferntere. Dies macht rund ^io des ganzen Durchmessers aus. Aber nur wenn gleichzeitig der Mond wirklich ganz beleuchtet ist, merkt .man in der Erdnähe, wie groß er erscheint. Bald nach dem Vollmond wandert der Mond
Verloren: 1 Turnschuh, 1 schwarze Kammgarn» Herrenhose, 1 Damenkollier mit goldenen und weißen WachS- perlen, 1 weißer Damengürtel mit grünen Bändchen durchzogen, 2 Zehnmarkstücke, 1 schwarzer Herrenschirm mit rötlichem Stiel auf dem Sportplatz des Fußballklubs an der Freigerichtstraße.
Entlaufen: 1 grauer Wolfsspitz m. Geschl., 1 brauner Jagdhund mit etwas grauer Sch muze m. Geschl.
Hanau den 1. September 1908.
Zum Sedantage. ♦
Wer sein Vaterland wahrhaft lieb hat, wird unbedingt an der Forderung festhalten, daß im Herzen des gesamten Volkes sich die Erinnerung an den 2. September als den Geburtstag des geeinten deutschen Kaiserreichs wach erhalte, daß der Sedantag als der große nationale Festtag all« deutschen Stämme in Geltung bleibe. Aber je weniger er, vollends nach fast 38 Jahren ungestörten Friedens, den Charakter einer äußeren Siegesfeier über einen mächtigen, doch im Kriegshandwerk minder geübten Gegner annehmen darf, desto mehr soll uns an ihm wieder die Frage bewegen, welches die inneren Kräfte waren, die das Morgenrot von des neuen Reiches Herrlichkeit heraufbeschworen? Und hierüber sich Rechenschaft zu geben, tut in unsern Tagen doppelt not, da nicht nur das kostbare Pfand des äußeren Völkerfriedens mehr und mehr in Gefahr steht verloren zu gehen, sondern auch im Innern unsres Volkes Mächte an der Arbeit sind, den Geist zu zerstören, der in Wahrheit die großen Taten von 1870/71 schuf und den Grundstein zu der macht vollen Ausgestaltung der deutschen Nation legte. Wohl hat unter dem Friedenszepter dreier Kaiser seit dem großen Kriege unser deutsches Volksleben einen außergewöhnlichen Aufschwung genommen und die Fortschritte auf allen Gebieten friedlicher nationaler Weiterentwicklung, insbesondere denen der Industrie, der Kunst und Wissenschaft, riefen die Bewunderung oder den staunenden Neid der anderen Völker wach.. Aber wir find zugleich auch in daS Zeitalter eines Nietzsche und Haeckel eingetreten, und der Gott leugnende Materialismus vergiftet in erschreckender Weise weite Kreise des deutschen Volkstums. Da muß gerade am Sedantage denn doch gefragt werden: Glauben wir, daß der Geist eines Nietzsche die deutschen Stämme 1870 von Sieg zu Sieg geführt hätte? Er, der innerhalb der Nation einem kleinen Häuflein in Egoismus erstarrter „Uebermenschen" die groß« Maste des zum Untergang verdammten „Herdenviehes" gegenüberstellt? Oder vermeinen wir, daß die Lehren eines Haeckel irgendwelche mannhaften, gar alle edlen Kräfte eines Volkes auszulösen imstande wären? Er, der als einzigen Gott die „von Ewigkeit her gleiche, unveränderliche Substanz" predigt, welche lediglich von einem „unbewußt wirkenden, wieder aufwärts unter den Sternbildern des Tierkreises. Er begegnet dann auch den Planeten, zunächst am 11. September dem Saturn in den Fischen, unter dem er abends um 8 Uhr tief darunter hindurchgeht. Am Vormittage des 17. September tritt das letzte Viertel ein. Am Morgen des 21. September wird man in der Frühe die Venus tief unter der abnehmenden Mondsichel erblicken, am folgenden Morgen ebenso den Jupiter. Am 25. September, nachmittags um 4 Uhr, ist Neumond. Nachdem dann bet Mond für wenige Tage verschwunden gewesen ist, erblickt man ihn zunehmend Ende des Monats, jedoch sehr tief, wieder im Südwesten.
Von den Planeten ist Merkur Abendstern, indessen bis auf die letzten Tage des Monats der Sonne zu nahe. Venus ist noch Morgenstern und nähert sich der Zeit ihrer größten Elongation von der Sonne nach Westen, ihrer größten seitlichen Entfernung für den Erdbeobachter. Sie geht daher etwa zwei Stunden vor der Sonne auf und kann bis in die helle Dämmerung hinein verfolgt werden. Der nächste Planet Mars ist Morgenstern, jedoch der Sonne viel zu nahe. Der Riefeuplanet Jupiter ist gleichfalls am Morgen- himmel allein zu sehen, er kann aber erst gegen Ende des Monats, unweit von dem Hauptstern des Löwen, ReguluS, aufgefunden werden, da er vorher noch zu kleinen Winkelabstand von der Sonne hat. Der einzige Planet, der abends beobachtet werden kann, ist der ringgeschmückte Saturn. Er ist mitten in seiner Rückläufigkeit und ist am 29. September in Opposition mit der Sonne, d. h. die Erde steht genau in der geraden Linie, die ihn mit der Sonne verbindet. Da- durch ist der Abstand zwischen beiden Planeten der kleinstmögliche, und die Beobachtungen am Fernrohr zeigen den Saturn besonders groß.
Für den F i x st e r n h i m m e l ist der September der erste der Monate, in denen für unsere Breiten sich der Orion vor Mitternacht zu zeigen beginnt, und cs lohnt schon, gegen Ende des Monats den Moment heranzuwachen. wo im Osten