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General-Anzeiger

AMliihts Organ föt Stadt- und FandKreis Kanan.

Eiurâckuagsgebäa».,

©U fLafzespaltem Peützeil« oder bereu Stola SO ^^ tat men teil die Zeit« 36 Psg.

ca. WLlfenhaufeS m Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

verautmortl. Redakteur: <3. Schrecket tu Hau«.

Nr. 125 Fernfprechanschltch Nr. 605.

Amtliches.

Landkreis Ran au.

BekamitmchiiWeil des toiflliijtn Snnbratsamtö.

Wegen Dampfwalarbeiten wird die Friedberger' Landstraße innerhalb der Gemarkung Bruchköbel von der Gärtnerei der Gebrüder Helfrich bis an die Kärcher'sche Ziegelei von Samstag den 1. Juni ab bis einschl. Dienstag den 1L Juni für Fuhrwerke mit einem Ladegewicht von über 20 Ztr. gesperrt.

Hanau den 30. Mai 1907.

Der Königliche Landrat.

7 3664 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Das Kriegcrvereiuswesen in Preußen.

Der soeben herausgegebene 4. Geschäftsbericht des Preußi­schen Landes-Kriegerverbandes über die Geschäftsjahre 1905 und 1906 erinnert in der Einleitung an die im letzten Ge­schäftsberichte mitgeteilte frohe Nachricht, daß der Kaiser und König, der Allerhöchste Protektor des Preußischen Landes- Kriegerverbandes, den Kronprinzen zum Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes ernannt habe. Diesem Gnadenbeweise unseres Herrscherhauses sind andere gefolgt. Die Prinzen Eitel Friedrich und Heinrich von Preußen sowie der Fürst von Hohenzollern haben die Ehrenmitgliedschaft des Landes­verbandes angenommen. Hierzu bemerkt der Bericht:Unser Landesverband arbeitet für Monarchie und Vaterland, er blickt in Treue auf zu seinem erhabenen Landesherrn, seinem Protektor, und zum Allerhöchsten Herrscherhaus?, und es er­füllt alle Karneraden des Landesverbandes mit stolzer Freude, Hohenzollernsnrstcn an ihrer Spitze zu sehen. Diese gnädige Huld, diese Treue gegen Treue verpflichtet uns aber zu ge­wissenhafter und ernster Arbeit im Sinne der hohen Aufgabe unseres Landesverbandes. Daß wir uns dieser Pflicht in der Vergangenheit bewußt gewesen sind, in treuem Zn- sammenstehen mit allen übrigen deutschen Landes-Krieger­verbänden, das soll der nachfolgende Geschäftsbericht erweisen." Das Wachstum des Landesverbandes in den Jahren 1905/06 bewegte sich wie in den Vorjahren in aufsteigender Richtung. Dem Landesverbände gehörten an: Am 1. Januar 1903: 443 Verbände mit 13 033 Vereinen und 1149 105 Mitgliedern; am 1. Januar 1904: 447 Verbände mit 13 509 Vereinen und 1 182 898 Mitgliedern ; am 1. Januar 1905: 460 Verbände mit 14 021 Vereinen und 1 230 350 Mitgliedern; am 1. Januar 1906: 469 Verbände mit 14 486 Vereinen und 1 265 470 Mitgliedern; am 1. Januar 1907 : 472 Verbände mit 15 023 Vereinen und 1 306 794 Mitgliedern; am 1. April 1907 : 473 Verbände mit 15 179 Vereinen und 1 317 332 Mitgliedern. Hierunter befinden sich 220 524, also 16,7 v. H. Veteranen. Außerdem be­standen in Preußen: Am 1. April 1905: 1212 Sonder­vereine ; am 1. April 1907 : 1221 Sondervereine. Von sämtlichen Kriegervereinen Preußens waren demnach am 1. April 1907 : 92,6 v. H. Landesverbandsvereine, 7,4 v. H. Sonderoereine. Auch in den letzten beiden Jahren hat sich also die Erfahrung bestätigt, daß sich in Preußen jährlich 500 neue Kriegervereine bilden und dem Landesverbände beitreten. Die an die vor 2 Jahren in Kiel beschlossene Bundesfinanzreform geknüpften Befürchtungen haben sich nicht bestätigt; nur verschwindend wenige Vereine sind teits aus dem Landesverbände ausgeschieden, teils wegen Nichtzahlung der Beiträge in den Listen gestrichen worden. Bereits aus­geschieden sind 63 Vereine mit 7777 Mitgliedern; es schwanken noch 97 Vereine mit 11324 Mitgliedern. Der Verlust ist jedoch durch den Zuwachs schon jetzt mehr als ausgeglichen. Ueber die Wohlfahrtseinrichtungen des Landes­verbandes ist folgendes zu berichten : Die Preußische Krieger- stiftung Wilhelm ]I. hat sich erfreulich entwickelt. Das Stammkapital ist in den ersten 6 Jahren der Stiftung von 120 000 auf 185 295 Mk. gestiegen. Alljährlich am 18. Januar bewilligt der Kaiser und König die aus der Stif­tung zu zahlenden Unterstützungen. Die hiermit Bedachten, ehemalige Kriegsteilnehmer und Hinterbliebene von solchen, haben also neben der Gabe die schöne Empfindung, daß der Allerhöchste Landesherr ihrer an diesem Tage gedacht hat. Bisher sind folgende Beträge aus der Stiftung gezahlt worden: Am 18. Januar 1902 in 304 Fällen 4912 Mk., am 18, Januar 1903 in 387 Fällen 6088 Mk., am 18. Januar 1904 in 290 Fällen 6800 Mk., am 18. Januar 1905 in 410 Fällen 10 080 Mk., am 18. Januar 1906 in. 438 Fällen 10 785 Mk., am 18. Januar 1907 in 491 Fällen 11 275 Mk., in 6 Jahren zusammen in 2320 Fällen

49 940 Mk. Die Zahl der Veteranen von 1848/51, welche

Freitag den 31. Mai

aus der Stiftung alljährlich Gaben erhalten, ist auf 153 gestiegen. Die Stiftung erfüllt hiernach ihren Zweck nach Kräften. Für Witwenunterstütznngcn wurden ausgegeben im Jahre 1905: 1802 Mk. an 145 Witwen, 1906: 3180 Mk. an 226 Witwen. An Notstandsbeihilfen wurden gewährt im Jahre 1905: 7690 Mk. in 25 Fällen, im Jahre 1906: 2530 Mk. in 20 Fällen. Die 8. und 9. Lotterie, des Landesverbandes, welche in den beiden Berichtsjahren gespielt worden sind, haben den schönen Reinertrag von zusammen 131 047 Mk. gebracht. Hiervon wurden verwandt für Bei­träge an den Kyffhäuser-Bund 50 239 Mk., Witwenunter­stützungen 8923 Mk., Notstandsunterstützungen 7015 Mk., die Preußische Kriegerstiftung Wilhelm II. 12 121 M. Für Unterstützungszwecke wurden 52 749 Mk. Vorbehalten. Für Liebesgaben an unsere in Deutsch-Südwestafrcka kämpfenden Truppen und Kameraden sowie für Witwenunterstützungen wurden in den beiden Jahren 2650 Mk. ausgegeben.

17 028 Mk. wurden an das Zentral-Hilfskomitee für Deutsch- Südwestafrika abgeführt.

Hus Ranau Stadt und Eand.

Hana«, 31. Mai.

* Frützjatzrskmrferenr der Geistlichen der Han. linierten Kirchenaemeènschaft. Am vorigen Dienstag den 28. ds. Mts. fand imDeutschen Hause" in Gelnhausen die Frühjahrskonferenz der Geistlichen der Han. unierten Kirchengemeinschaft statt, welche gut besucht war. Zur Verhandlung stand:Die Frage des Fürsorgeamtes", über welche Herr Geheimer Re­gierungsrat Landrat Dr. O s i u s - Cassel in eingehendster Weise referierte. Eine lebhafte Besprechung, in welcher namentlich die in der Praxis gemachten Erfahrungen im Fürsorgeamt zur Aussprache kamen, schloß sich den außer­ordentlich sachkundigen Ausführungen des Herrn Referenten an, die Zeugnis dafür ablegten, mit welch' reichem Ver­ständnis und liebevoller Hingabe die berufenen Männer unserer Regierung sich dieser so außerordentlich wichtigen kommunalen Aufgabe der Erziehung und Rettung solcher Jugendlichen, welche in Gefahr waren, leiblich und geistig zu verkommen, hingeben. Solcher Gefährdeten hat unser Regierungsbezirk ungefähr 1300. Als 2. Punkt der Tages­ordnung stand zur Besprechung:Die Verhandlungen im Abgeordnetenhause über die bestehende Schulaufsicht durch Geistliche." Pfarrer Schilling, Auf dem Berg, referierte darüber. Eine außerordentlich lebhafte Diskussion schloß sich dem Referate an, in der des öfteren die von einzelnen Rednern des Abgeordnetenhauses ausgesprochenen Behauptungen als falsch und auf Unkenntnis beruhend zurückgewiesen wurden. Der in aller Kürze in Hanau tagende Pfarrerverein für Kurhessen soll sich mit der Frage beschäftigen und unver­züglich die geeignet erscheinenden Schritte tun. Als 3. Punkt stand auf der Tagesordnung:Die wirtschaftliche Lage der Geistlichen und deren Aufbesserung", über die der Vor­sitzende einleitend referierte. Man kann das Ergebnis der lebhaften Besprechung in dem Satze zusammenfassen: Konferenz spricht Regierung und Landtag besten Dank aus für das warme Eintreten zum Besten der Hebung der wirt­schaftlichen Lage der cv. Geistlichen und hegt zu den in Be­tracht kommenden amtlichen Organen das Vertrauen, daß sie die wirtschaftliche Lage der Geistlichen in befriedigender Weise ordnen werden." Die alsdann vorgenommene Wahl des Könferenzvorstandes ergab die Wiederwahl der seitherigen Vorstandsmitglieder Pfr. Hufnagel- Hanau-Keffelstadt als Vorsitzender, Pfr. Hufnagel- Langenselbold als dessen Stellvertreter, Pfr. Hergenröther- Langendiebach als Schriftführer und Pfr. H e n ß - Windecken als Kassierer. Herr Pfarrer Weber-Wächtersbach hatte die Konferenz mit einer Andacht eingeleitet.

* Versetzt. Steuersekretär Jähnert von der Ein­kommensteuer-Veranlagungskommission des Landkreises Hanau vom 1. Juni ab zur Königlichen Regierung in Cassel.

* Obftbanmfchädlinge. Wie in früheren Jahren, so zeigt sich auch jetzt wieder die Raupe der Apfelbaum­gespinstmotte und der veränderlichen Gespinstmotte. Wenn nicht energische Maßregeln zur Vertilgung des Schädlings ergriffen werden, ist gu befürchten, daß sie an den Apfel- und Zwetschenbäumen, an denen sie ganz besonders stark auftritt, durch Abfressen der Bläiter großen Schaden an­richten und die diesjährige Obsternte aufs schwerste schädigen wird. Das Insekt tritt im Laufe eines Sommers in drei Generationen auf. Gegenwärtig hat die erste Generation ihren Fraß fast beendigt und beginnt sich zu verpuppen. Die Raupen sitzen in Gruppen von 20 bis 50 Stück in einem etwa faustgroßen Gespinst, in welchem sie sich auch ver-

^ernivredjnnWnf; Nr. 605. 1907

« '--^Mgff 'iiarewBiMEa^Ma wcwgggww,^ tw*»"»^*»^M«^ra **JEMMW*3** puppen, an den Bäumen. Als wirksames Mittel zur Ver­tilgung der Schädlinge ist die Vernichtung dieser Gespinste durch Abschneiden und Verbrennen der betreffenden Zweig« oder das Verbrennen der Gespinste und Raupen an den Bäumen mittels Naupenfackel zu empfehlen.

* Gute Pilzerute. Erfahrene Pilzsucher prophezeit für dieses Jahr eine gute Pilzernte. Die Niederschläge au Schnee und Regen waren besonders reiche und was di« Hauptsache ist, der Erdboden war nicht gefroren. Die Feuch­tigkeit ist daher tief in das Erdreich eingedrungen und wirr im Waldboden nachhalten.

* Die Galerie Hermes, Frankfurt a. M., Roßmarkt 15, hat die geplante L e n b a ch - A u s st e! l u n g, die zirka 50 Werke aufweist, heute eröffnet.

* Rotze Vubentzände am Zerstörungswerk. Vor drei Jahren ließ der Hanauer Verschönerungsverein den Kohlbrunnen ausmauern, reinigen, frischen Kies einschütten und mit Trinkbechern versehen. Ferner wurden mehren Tische und Bänke aufgestellt und man hoffte, daß diese An­nehmlichkeiten von jedem Waldbesucher gewürdigt und will­kommen geheißen würden. Aber dem war nicht so. Kaum waren die Einrichtungen geschaffen, so waren auch schon traurige Subjekte bei der Hand, um ihr Zerstörungswert auszuüben, jedoch ließ sich der Verschönerungsverein nicht abschrecken und die von Bubenhänden demolierten Tische und Bänke aufs neue wieder herstellen, auch trat er wiederholt mit der Bitte an die Oeffentlichkeit, ihn bei seinen Be­strebungen, die doch nur der Allgemeinheit und dem öffent­lichen Nutzen gemibmet sind, zu unterstützen, allein mit wenig Erfolg. Wenigstens ist es bis jetzt noch nicht gelungen, eines dieser rohen Gesellen habhaft zu werden, trotzdem der Verein eine Prämie von 10 Mk. ausgesetzt hat, für denjenigen, bet einen solchen Kerl derart namhaft macht, daß er gerichtlich belangt werden kann. Auch am Nindenhäuschen in der Bnlau und an den Bänken an der Fasanerie wurden Roheiten ver­übt, ohne daß es bis jetzt gelungen wäre, einen der Verüber zu fassen. Trotz dieser trüben Erfahrungen will der Verein die Kosten nicht scheuen und nochmals die Einrichtungen am Kohlbrunnen wieder Herstellen lassen. Er hofft dabei auf die Unterstützung der anständigen Waldbesucher, denen es bei einigem guten Willen doch einmal gelingen muß, einen der Rohlinge zu fassen und der verdienten Strafe zuzuführen.

* Mamwafserwärme gestern abend 15 Grad.

* Für den internationalen Kongreß für ®omu tagsfei er, der vom 26. bis 29. September 1907 in Frank, furt tagen und als Hauptgegenstand die gesetzliche Erweite­rung der Sonntagsruhe behandeln wird, sind die Vorarbeiten inzwischen bedeutend gefördert worden. Dem Frankfurter Lokalkomitee haben sich bereits über 80 Vereine aller Kon­fessionen und Berufsarten angeschlossen, darunter die führen- den kaufmännischen und technischen Verbände, sowie viele Beamten- und Arbeitervereine. Das Lokalkomitee hat mehrere Unterausschüsse gebildet, die miteinander darin wetteifern, dem Kongreß eine seinen hohen Zielen entsprechende und der Stadt Frankfurt würdige Aufnahme zu sichern.

* Sportliches. Auf der Hundeausstellung in Hannover erhielt Herr Wilhelm S ch ä f e r - Kesselstndr auf seinen deutschen Schäferhund in der Hauptklasse einen Ehrenoreis und in der Nebenklasse den 2. und 4. Preis.

* Was man alles verlieren kann. Ein Mädchen das von auswärts gestern die Messe besucht hatte, gab einem lockeren Knopf am Untcmnfe keine Beachtung. Die Folge war, daß der Knopf verloren ging und der Unterrock ihr auf belebter Straße zum Gaudium der Passanten herunterfiel Die Dorgchöne ließ sich aber nicht in Verlegenheit bringen sondern lachte herzhaft mit.

Wntliche Atzung inr AMumröneteu-ÄrsuiMlung

vom 30. Mai 1907. .

Anwesend die Herren: Vorsteher Kommerzienrat Canthal, Aukamm, Baader, Beyer, Bernges, Craß, Daßbach, Förster, Hoch, Honsxm Jost, Kehl, Koburger, Loßberger, Müller- Ohl, Salombn, Schwabe, Spatz, Stübing, Justizrat UtI> Voltz und Dr. Wagner.

Vom Magistrat die Herren: Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, Erster Beigeordneter Bode, Beigeordneter Hild, sowie die übrigen Magistratsmitglieder.

Erster Punkt der Tagesordnung ist die Einführung der neugewählten Magistrats» ui i t g l i e d e r.

Herr Stadtverordneten - Vorsteher Kommerzienrat Can» that nimmt das Wort und führt aus, der heutige Tag sei besonders wichtig und bedeutungsvoll, als zum ersten Male ein Bürger Kesselstadts auf Grund der abgeschlossenen Ver­tragsbestimmungen in den Magistrat eintrete. Die Ein­gemeindung sei in verhältnismäßig kurzer Zeit zu Stande