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Nl. 176 Fe*»spr«ch»nschl«»k Nr. 605.
Dienstag den 30. Inti
Kernsprechanschlich Nr. 605* 1907
Amtliches.
Lanäkreis Qanats.
Ltkilmitilichmken des Kömglichell LâtMmtS.
Nachstehende Bcstimmungm, betreffend die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste, werden hierdurch wiederholt bekannt gemacht:
Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahre nachgesucht werden. Der Nachweis derselben ist bei Verlust des Anrechtes spätestens bis zum 1. April des ersten Militärpflichtjahres zu erbringen.
Wer die Berechtigung nachsuchen will, hat sich bei der Prüfungskommission, in deren Bezirk der Wehrpflichtige ge- stellungspflichtig ist, spätestens bis zum 1. Februar des ersten Militärpflichtjahres schriftlich zu melden.
Alljährlich finden zwei Prüfungen statt, die eine im Frühjahr, die andere im Herbst.
Das Gesuch um Zulassung zur Prüfung muß für die Frühjahrsprüfung spätestens bis zum 1. Februar, für die Herbstprüfung spätestens bis zum 1. August angebracht werden.
Hanau den 9. Juli 1907.
Der Königliche Landrat.
M 2712 I, V.r Siemon, Reg.-Affesfor. ___________
Gefundene und verlorene Gegenstände it
Gefunden: 1 gebrauchter Kinderschirm mit weißem Stahlgriff und geschwungener Krücke in Hochstadt am Sonntag.
Hanau den 30. Juli 1907.
Hus Ban au Stadt und Eand.
Hanau, 30. Juli.
* Zu der Truppenschau auf dem großen Sand bei Mainz verlautet, daß S. M. der Kaiser diesesmal wahrscheinlich von dem Kronprinzen oder einem anderen seiner Söhne begleitet sein wird. Die Truppenschau findet am 20. August statt.
* Eisenbahnverkehr. Am 1. August d. J. wird im Bezirk der Königlichen Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. die 34,18 km lange Reststrecke Oberaula—Treysa der vollspurigen Nebenbahn Hersfeld— Treysa mit den (Stationen Olberode, Weißenborn, Ottrau, Nauses, Neukirchen (Kr. Ziegenhain), Riebelsdorf, Scheidlache, Loshausen, Ziegenhain (Reg.-Bez. Cassel) Süd und Treysa (Haltepunkt) für den Gesamtverkehr eröffnet werden.
* Wichtig für Lehrer a. D. Nach dem Gesetz vom 10. Juni 1907 sind die Pensionen der Lehrer und Lehrerinnen an öffentl. Volksschulen vierteljährlich im Voraus zahlbar. Infolge dieser Bestimmung müssen die der Kgl. Kreiskasse am 1. August d. J. einzuliefernden Quittungen über Pension für die Monate August und September 1907 lauten. Vom 1. Oktober 1907 ab find die Pensions- quittungen jedesmal für das betr. Kalenderquartal auszustellen.
* Bei -en57 Sparkassen Kurhefiens betrug am Schluffe des Jahres 1905 der Gesamtbetrag der Einlagen 193 681 545 Mk., Ende 1906 dagegen 207 193 297 Mk., also 131 /2 Millionen Mark mehr als im Vorjahre. Von den 57 Sparkassen sind 36 städtische, 19 Kreis- und Bezirksund 3 Landgemeindesparkassen.
* Die nächste Schlotzbelenchtnng in Heidelberg findet am 6. August zum 65. Stiftungsfest des Korps „Vandalia" statt. An den Tagen, an denen Schloßbeleuchtungen in Heidelberg stattfinden, wird der Zug Nr. 975 in Heidelberg ab 11,45 Uhr bis Frankfurt durchgeführt.
* Cirens Corty Althoff wird heute abend sein hiesiges Gastspiel mit einer großen Clown« und Komiker- Vorstellung beschließen. Diese Abschieds-Vorstellung enthält ein besonders gewähltes, äußerst humoristisches Programm von 20 Nummern, u. a. Auftreten von Dir. P. Althoff mit seinen Meisterschaftsdressuren, ferner das letzte Auftreten sämtlicher Künstler sowie aller Clowns und Auguste.
* Ein Lächeln für 100 Mark oder einen verbissenen Hypochonder, eines von beiden kann man heute abend im Circus Corty Althoff sehen. Der Sachverhalt ist folgender: Sonntag abend, zu später Stunde, saß ein Kreis hiesiger Herren beim Bier und besprach, wie üblich, alles mögliche oder unmögliche. U. a. bezweifelte einer die Leistungsfähigkeit der modernen Clowns, worauf der anwesende Clown Armando vom Circus Corty Althoff sich erbot, jede Wette einzugehen, daß er betreffenden Herrn zum Lachen bringe. Durch Vermittelung der Anwesenden
kam eine Wette zustande, wonach der Herr sich verpflichtete, nicht zu lachen. Lacht er, zahlt er 100 Mark, lacht er nicht, ist der Clown Armando um 100 Mark leichter. Der Aus
gang der Wette am heutigen Abend dürfte viel Aufsehen und allgemeine Heiterkeit erregen. Da betreffender Herr seinen Namen nicht genannt wünscht, dürfte die Mitteilung genügen, daß er der heutigen Vorstellung von Sperrsitz aus beiwohnt,
mit hellbraunem Ueberzieher und weichem Filzhut bekleidet.
Olympische Spiele — Sommerfest. Ein zahlreiches Publikum wohnte Sonntag den interessanten Kämpfen auf der „schönen Aussicht" bei. Die Tüchtigkeit des I. Hanauer Fußballklub 93 e. V. erstreckt sich nicht nur auf Fußball sondern er verfügt auch in den leicht athletischen Sportzweigen über ganz hervorragende Kräfte. Unter den Klängen der Infanterie-Kapelle Nr. 166 begannen die Konkurrenzen, die folgende Siege ergaben:
Klub-Meisterschaft im Dreikampf
Seniorlauf über 60 m
Lauf über 100 m
Lauf über 800 m
Lauf über 1500 m
Freihochsprung (1.60 m)
Freiweitsprung (5.50 m)
Diskuswerfen (27.50 m)
Fußballweitstoßen (54 m) Fußballweitstoßen für Junioren
Klee
Baum Klee Mecklenburg Schulth «iß Klee Mülhause Leising Baum Braunwell.
Im Tauziehen siegte die „Alte Herren-Mannschaft" überlegen über die 1. Mannschaft. Die kostbaren Preise, unter denen die von den Damen gestifteten hervorragten, wurden den Siegern feierlichst überreicht. — Nun begann das eigentliche Sommerfest mit seinem lustigen Treiben. Die große Lampion- Polonaise auf dem Sportplätze bot ein prächtiges Bild. Bis spät in die Nacht hinein wurde eifrig getanzt.
* Geschästsjubilänm. Der Färber Herr Hartmann war am gestrigen Tage 40 Jahre bei der Firma Chr. Voltz dahier beschäftigt. Aus diesem Anlasse wurden dem Jubilar, der zugleich seinen 80. Geburtstag feiern konnte, mannigfach Aufmerksamkeiten zu Teil. Der Arbeitgeber Herr Chr. Voltz beschenkte ihn in reichem Maße und veranstaltete am gestrigen Abend im Fabrikhofe eine kleine Geschäftsfeier, die einen recht gemütlichen Verlauf nahm.. Auch Herr Chr. Voltz konnte gleichzeitig sein 40jähriges Färberjubiläum
begehen.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab, findet zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzort der Kapelle des Inf. - Regts. Hefien-Homburg Nr. 166 statt.
* Mainwafserwärme gestern abend 18 Grad.
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Fechenheim, 29. Juli. (Einbruchsversuch.) Wie man nachträglich erfährt, wurde am Freitag voriger Woche am hellen Tage der Versuch gemacht, den Opferstock in der katholischen Kirche zu erbrechen. Trotz sichtlich großen Kraftaufwandes gelang dies jedoch dem bis jetzt noch unbekannten Diebe nicht. Der Täter brach mit einem spitzen Werkzeug aus der Wand den Kalkverputz einer großen Fläche los und wollte vermutlich den Opferkasten aus der Wand herausreißen und mitnehmen. Als ihm dies nicht gelang, bemühte er sich anscheinend mit einem Stechbeutel die Tür aufzubrechen. Dank der zweckmäßigen Einrichtung der Opferbüchse, welche innen nochmals einen festen Blechkasten enthält, konnte daraus jedoch kein Geld entwendet werden. Die Werkzeuge hat sich der Täter aus dem Kinderklosett der katholischen Schule geholt. In Frankfurt wurden, am folgenden Tage zwei Kirchendiebstähle verübt, es scheint sich also ein spezieller Kirchendieb in der Gegend umherzutreiben, dessen Ergreifung hoffentlich bald gelingt.
GerichtSsaal.
Sitzung vor Strafkammer vom 29. Juli 1907»
Messerstecherei.
Am Abend des 22. Juni entspann sich in der „Schonen Aussicht" in Fechenheim zwischen einigen Gästen ein kurzer Wortwechsel, dem die eine Partei jedoch ernste Bedeutung nicht beilegte. Als sich letztere, vier Arbeiter der chemischen Fabrik, später vor ihrem Logierhaus noch einige Zeit unterhielten, kam ihr Widersacher von der Kneipe, der Fabrikarbeiter Hermann Fäth, gleichfalls auf dem Heimwege begriffen, an ihnen vorüber und rief ihnen eine beleidigende Bemerkung zu. Zwei der Dastehenden gingen auf ihn zu, um ihn zur Rede zn stellen. Als die zwei Zurückbleibenden unmittelbar darauf den einen, Philipp Kempf, rufen hörten, „Mein Hals, mein Hals", begaben auch sie sich zu der Gruppe, wurden aber gleichfalls mit dem besser empfangen
und zwar erhielt Max Lehner einen Stich in die Hand. Der erste der Gestocheuen, Kempf, trug einen tiefen, über das g'anze Genick verlaufenden Stich davon. Das zur Xat verwendete Messer war eine scharf geschliffene sogen. Schusterkneip. Der Messerheld muß seine rohe Tat mit einem Jahr Gefängnis büßen.
Einbruch.
In der Nacht vom 15. zum 16. Juni wurde in die Witwe Fränkische Wirtschaft in Höchst bei Gelnhausen ein Einbruch verübt. Als Täter ermittelte man bald darauf drei Handwerksburschen, die von Frankfurt aus in die dortig« Gegend zogen und beim Anblick des offenen Fensters, angeblich vom Hunger getrieben, dem Innern des Gebäudes einen Besuch abstatteten. Die Ausbeute war nicht besonders reich, einige Nahrungsmittel, 6 Mk. bares Geld und drei kleine Gegenstände. Für den Führer der drei, Fabrikarbeiter Phil. Eilert, der bereits neben verschiedenen anderen Strafen 21/a Jahre Zuchthaus verbüßt hat und sich im wiederholten Rückfalle befindet, ist bei Zubilligung mildernder Umstände, di« das Gericht in der Geringwertigkeit der entwendeten Sachen erblickt, die Mindeststrafe 1 Jahr Gefängnis. Er wird zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem erhält er noch eine Woche wegen Sachbeschädigung. Er hatte im Gefängnis zu Salmünster einen Ausbruch versucht, die Bretterverschalung abgerissen und mit einem alten Messer ein Loch in die Backsteinwand gemacht, wurde aber an der weiteren Betätigung seines Freiheitsdranges gestört. Die beide» andern^ junge, noch unbestrafte Burschen namens Büchler und Völk«,' werden mit 6 und 5 Monaten Gefängnis bestraft.
Körperverletzungen.
Die jugendlichen Landwirte August Wilhelm Sch. WÄ Georg Wilhelm B. in Erbstadt, stehen sich nicht gut miteins ander, besonders hatte ersterer unter den Schikanen des letz" leren bereits mehrfach zu leiden. Am 4. April gerieten beid» auf dem Felde aneinander. Sch. entriß seinem Gegner dir Mistgabel und versetzte ihm damit einige Hiebe über Ar» und Oberschenkel. Das Schöffengericht hatte die Absichtlich- feit der Hiebe nicht als nachgewiesen erachtet und auf Freisprechung erkannt; die Strafkammer ist zwar anderer Ansicht, hält aber 10 Mk. Geldstrafe mit Rücksicht auf die erwähnten besonderen Umstände für ausreichend. Dazu sommert allerdings noch die allgemeinen und die besonderen auch nicht unerheblichen Kosten, die dem als Nebenkläger zugelaffene« B. erwachsen und von Sch. zu ersetzen sind.
Der Streckenarbeiter Joseph M. von Wirtheim belästigt« dortselbst das Pferd des MilchhändlerS Karl Will von Bieber und wendete sich, als dieser sich das verbat, tätlich gegen den W., den er mit Faustschlägen traktiert haben foX Das Schöffengericht hatte auf 5 Tage Gefängnis erkannt, die Strafkammer läßt eine Aenderung des Urteils in 30 Mk. Geldstrafe eintreten.
Vereins- n. Vergnèignngsnachrichten
für Dienstag den 80. Juli.
ZirkuS Corty-Althoff (auf dem Paradeplatz): Abends 8 Uhr: Große Boß- stellung.
Turngemeinde: 8a/<—10 t Ju§endabteilung, TVi— 9: Frauenabteilung A, 7^4—8-/.: Frauenabteilung B, 6—7: Mädchenabteilung.
Turngesellschaft: Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Jugendabteilung, Turnverein: Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Jugendabteiluug. Humoristischer Musikverein „Germania": Von 9—11 Uhr: Uebungsfümdt (Restauration „zum Sandhof*).
Dramatischer Dilettantenklub „Thalia": Abends 9 Uhr: Leseprobe und Rezitations-Abend im Restaurant „zum Römischen Kaiser".
Ges. Verb. „Rormannia": Klubabend im „Löwengärtchen".
Dram.-Liter. Verein Hanaut Vereinsabend im „Carlsberg".
Ev. Männer- und Jünglingsverein: Jüngling »verein: Bibelbesprechung. Jlingfrauenverein: Flickabend (Ev. VereinshauS).
Kath. Kasino „Eintracht" (Bereinsl. „zum Braustüb'l"): VereinSabend. Gesangverein „Eintracht": Singstunde.
Gesangverein „Melomania": Singstunde in der „Karthaune".
Gesangverein „Sumser": Singstunde in der „Stadt Bremen".
Familien - Marken - Konsumverein „Einigkeit": Abends von 8—10 Uhr? Markenausgabe für Kontrahenten (Vereinshau- „Eoncordia").
Verein für HandlungS-KommiS von 1858: Vereinsabend im „Hotâ Lindenhof".
Gabelsberger Stenographen-Verein (Lokal: „Frankfurter Bau", Eingang Lindenstraße): Abends von 8—9 Uhr: Aufänaerkursus, 9—1Ot Uebungsstunde, Verkehrsschrift.
Gewerbe- und Handwerker-Verein: BereinSabend in der „Centralhâ". Kegelklub der Spessart-Tonristen: Gasthaus „zur guten Quell»". Verein der Bayern: Vereinsabend im Gasthans „zur Sonne". Zitherverein Hanau: Probe in der „Allemania".
Süddeutscher Klub: Klubabend in der Restauration „Allemania". Athletenklub „Germania": Riegenstemmen und Muyerriegenarbeit»« (Restauration „zum großen Kurfürsten").
Stemm- und Ring-Klub „Eiche": Abends 9 Uhr: Stemm»«, Ring«« und Steinstoßen (Restauration „Kaiser Friedrich").
Sanitätskolonne des Kriegervereins: UebungSftunde L d. „Ceatralhâ