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Mstationkbrnck und Verlag der Buchdruckerei dB verein, e», WaifenhaufeS in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die f-n/gespaltene Petitzeile oder deren Raum 80 ^ du Reklamenteil die Zeil« 35 Pf^

öetfflthiwrfl, Stoafteut: T. 0 d) r <f r ix Hcuum,

Nr. 25 Fernsprechanschlntz Nr. 605. MitttvVlh dtN 30. JllNUllt Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907

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Amtliches.

Bekanntmachung.

Die Ermittelung des Wahlergebnisses der Reichstags­wahl im 8. Wahlkreise des Regierungsbezirks Cassel (Hanau-Gelnhausen-Orb) hat folgendes Ergebnis gehabt:

Don 86224 gültigen Stimmen fielen auf

1. Schriftsteller Gustav H o ch zu Hanau . . 17928

2. Amtsrichter Vr. GeorgLucaSzu Langenselbold 18908

8. Rechtsanwalt Dr. Heilbrunn zu Frankfurt 4290

4. Rentner Richard Müller zu Fulda ... 58

5. Zersplittert............ 45

Die absolute Mehrheit beträgt 18113 Stimmen.

Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erhalten hat, ist eine engere Wahl erforderlich.

Gemäß 8 29 des Wahlreglements setze ich den Termin für die engere Wahl auf

Dienstag den 5. Februar 1907, von vormittag» 10 Uhr bis nachmittag- 7 Uhr hier­durch fest.

Die engere Wahl findet statt zwischen

1. dem Schriftsteller Gustav Hoch zu Hanan,

2. dem Amtsrichter Dr, Georg L«eaS zu Langen' selbold.

Alle auf andere Kandidaten fallenden Stimmen find ungültig.

Die amtliche Ermittelung des Wahlergebnisses der engeren Wahl findet Samstag den 9. Februar 1907, vor' mittags 10 Uhr, im Sitzungssaal de- Kreishauses zu Hanau, Hainstraße 10, statt.

Hanau den 29. Januar 1907.

Der Wahlkommissar für den 8. ReichStagS-WahlkreiS deS Regierungsbezirks Cassel.

V 698 v. Beckerath.

An die Herren Bürgermeister u. Gutsvorsteher des Landkreises Hanau.

Die vorstehende Veröffentlichung betr. Vornahme der engeren Wahl für den Reichstag ist sofort in allen Ge- meinden und GutSbezirken des Landkreises ortsüblich bekannt zu machen. Eine Bescheinigung über die erfolgte Bekannt­machung mit folgendem Wortlaut:

Feuilleton,

Ringe.

(Zur Ring-AuSstellung in der Zeichenakademie.) Von Dr. Ouilling.

(Fortsetzung und Schlug.)

Noch vor wenigen Jahren war man der Ansicht, daß die Sermanische Kunst in der alemannisch-fränkischen Periode un» eeinflußt durch die römische, eher im Anschluß an die früh­germanische Tradition einsetze. Heute weiß man, daß die römische Kunst auf die alemannisch-fränkische eine nicht uner­hebliche Einwirkung auSgeübt hatte. Wenn wir allerdings die Ringe betrachten, die auS jener Periode stammen, so könnte eS fast den Anschein haben, als wäre die frühere An­sicht die richtige: Hier ist von Tradition keine Spur. In der Fassung der Steine, der Bildung der Reifen und in der Ornamentierung treten ganz neue Elemente auf; eins aber bleibt immer noch gewahrt: Die antike vornehme Ein­fachheit. Die anschließende romanische und gotische Epoche weicht davon in mancher Hinsicht ab. Zunächst tritt jetzt dar koloristische Prinzip in den Vordergrund. Anstatt eines ^nzigen ruhig und gemessen wirkenden Steines wird die Ringplatte mit zehn und mehr verschiedenfabrigen kleinen Steinen, Perlen rc. besetzt, um eine lebhafte dekorative Wir­kung zu erzielen, das einfache Kreisrund oder Oval der Platte wandelt sich zum gleichen Zwecke in die verschiedensten Poly- ponalformen, Emailfarben werden verwendet und Mosaik­ringe treten auf: Nur durch seine Inschrift erinnert ein Rmg noch an die klassische Zeit: Firmein Treue fest", ein Verlobung-ring, wie schon daS Herz zeigt, mit dem die durchbrochene Ringplatte geziert ist. Ost begegnet als Schmuck die Figur der Madonna mit dem Kind, einmal ist m ganz eigenartiger Weise die Ringplatte als Schüssel mit E Haupte Johannis des Täufers gebildet und ein anders Rcal als einfacher Buchstabe E mit her Aufschrift:ich hoffe genad« vrowe".

^Die Bekanntmachung deS WahlkommissarS für den 8. Reichstags-Wahlbezirk des Regierungsbezirks Cassel vom 29. Januar 1907 betr. Vornahme der engeren Wahl ist heute ortsüblich bekannt gemacht worden.

Ort, Datum und Unterschrift" ist dem zuständigen Wahlvorsteher behufs Anheftung an die Wählerliste schleunigst zu übersenden.

Hanau den 29. Januar 1907.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Stadtkreis Fjanau.

Nachdem die Wilhelmstrasie zwischen Bogenstraße und Wilhelmsbrücke und die Friedbergerstrafre zwischen Wilhelmstraße und dem eisenbahnfiskalischen Bahnhofsvorplatz gepflastert sind, werden die Anwohner der beiden Straßen­teile auf die Vorschrift der Polizeiordnung vom 8. Juli 1790 betreffend die Straßenreinigung in Hanau aufmerksam ge­macht. Demnach müssen die Straßen Mittwochs und Sams­tag» nachmittags, soweit eines jeden Hau» reicht, gereinigt werden. Verantwortlich find die Eigentümer der Häuser oder diejenigen, welche solche in Miete haben.

Die Verpflichtung zur Straßenreinigung beginnt mit dem Tage dieser Veröffentlichung.

Hanau den 28. Januar 1907.

Königliche Polizei-Direktion.

P 740 v. Beckerath.

Candkreis F)anau.

MmitmlOiW des Königlichen Lnnöratsnnits.

In Ravolzhausen ist die Schweineseuche erloschen. Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 28. Januar 1907.

Der Königliche Landrat.

V 697 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Stadtkreis F)anua. Bekanntmachung.

Es werden immer wieder Zweifel darüber laut, ob in der Gewährung von Milch eine Armenunterstützung zu er­blicke,: ist. Um diese Zweifel zu beheben, wird bemerkt, daß die Gewährung von Milch mit dann eine Form der Armenunterstütznug ist, wenn der Empfänger auch andere Armenunterstützung erhält. In allen anderen Fällen werden die durch Lieferung von Milch gewöhnlicher oder Kinder­milch, umsonst oder zu einem geringeren als dem Selbst­

Eine besondere Bedeutung gewannen die Ringe im Mittelalter alS Ceremonienring. Mehrere Ringe dieser Art, die den Bischöfen von den Päpsten verliehen wurden, mit den päpstlichen Insignien geschmückt. Doyen- und Popenringe führt uns die Sammlung vor, meist schwere Stücke von über­triebenen Dimensionen, da man sie über dem Handschuh zu tragen pflegte. Sehr interessant ist eS, auch einen der so­genanntenFischerringe" hier zu finden, d. h. einen Ring mit der eingravierten Darstellung des Petrus beim Fischzug.

Solche Ringe wurden in den päpstlichen Kanzleien ver­wendet und sollten jedesmal nach dem Tode des betreffenden Papstes vernichtet werden. Daher ist denn auch das in der Sammlung befindliche Exemplar in zwei Stücke zerbrochen. Es trägt die Inschrift: Pius IX. pont(ifex) max(imus). Ze- remonienringe sind auch die ausgestellten jüdischen Trau­ringe des 15. und 16. Jahrhunderts, teilweise prächtige Exemplare feinster Ornamentik, die in der Regel in aufge­setzten Filigranknöpfen nach orientalischem Muster besteht. Stets ist auch eine Inschrift beigegeben und gleich dem Chara" der griechischen und römischen Ringe lautet sie Freude sei mit dir". Die Bekrönung dieser Ringe bilden die Gesetzestafeln oder noch häufiger kleine Gebäude, in denen wohl Tempel oder Nachbildungen der Bundeslade zu erkennen sein werden.

Die Renaissance bezeichnet den Höhepunkt der Goldschmiede­kunst sowohl in technischer wie in künstlerischer Hinsicht. Alle Feinheiten der Technik waren bekannt, die ersten Künst­ler lieferten die Entwürfe und wie reich das Schmuckbedürf- nis der damaligen Zeit war, zeigt uns ein Blick auf die Por­träts. Zum ersten Male kommt jetzt auch figürlicher Schmuck zur Verwendung, kleine Figürchen, Satyrn, Amoretten greifen von beiden Ringenden auf die Platte über, diese wird wie­der von zierlichen Halbfiguren bekrönt oder sie enthält ein Relief der Madonna mit dem Kinde, Christi am Kreuze usw. Der Crucifixus wird auch seitlich auf der Ringschiene in deren Richtung angebracht, ein, wohl dem Lutherring ent­nommenes, sehr beliebtes Motiv, Bei einem Ringe ist der Reif mit einem fein modellierten Engel geschmückt, der Blumen aus den Lebensweg des jungen Paares streut. In­schriften werden seltener. 'Erunt duo in earne una (Mann

kostenpreise entstehenden Kosten auf die von den Körper> schasten hierfür besonders bewilligten Mittel und auf die Zinsen der Heraeus'schen Milchstiftung verrechnet. Hieran wird auch nichts dadurch geändert, daß wir unS zur Fest­stellung der Familien- und Vermögensverhältnisse der Emp­fänger von Milch der Armenpfleger als unserer Verirauens- und Auskunfts-Personen bedienen.

Hanau den 29. Januar 1907.

Der Magistrat.

Dr. GebeschuS. 2276

Gefundene rind verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 wasserdichte Pferdedecke, 1 weißlicher Kinderpelz, 1 Mülleimer (gez. A. 0.), 1 Peitsche.

Verloren: 1 Portemonnaie mit ungefähr 82 Mk.

Entlaufen: 1 gelber Rehpinscher, 1 grauer Dobermannpinscher.

Hanau den 30. Januar 1907.

Hus Ban au Stadt und Eand.

Hanau, 30. Januar.

Zar Wnhlvewegnng.

Noch einmal gilt's ein kühnes Wagen!"

DerTag deS Volksgerichts", mit dem die sozialdemo­kratische Presse unter Schmähungen und Verunglimpfungen der bürgerlichen Parteien gedroht hatte, ist gekommen, aber nicht das Bürgertum, das nach der Renommage BebelSzer­rieben" werden sollte, sondern die Sozialdemokratie ist vom Bürgerlum verurteilt worden.

Wohl ist die Hauptschlacht geschlagen, aber eine end­gültige Entscheidung hat sie noch nicht gebracht; denn noch 160 Stichwahlen sind vorzunehmen. Kein wahlberechtigter braver Deutscher darf diesem Kampfe untätigzusehen.Noch einmal gilt's ein kühnes Wagen", um den Sieg über die Sozialdemokratie vollständig zu machen. Jeder Patriot muß es daher, und sollte er auch beim ersten Wahlgange aus irgend einem Grunde zu Hause geblieben sein, jetzt als seine heilige Pflicht erkennen, durch Abgabe eines Stimmzettels für das Vaterland Partei zu ergreifen. Bei dem Kampfe gegen die Sozialdemokratie handelt es sich um die höchsten Güter. Noch ist eS Zeit, mit dem unblutigen Mittel des Stimmzettels die sozialdemokratische Flut ganz zurückzu­drängen.

Was besonders not tut, das ist die Erkenntnis der Gemeinsamkeit der Interessen derer, die bei dem ersten Wahlgange getrennt marschiert sind. Alle Parteiinteressen

und Weib sind ein Leib) steht auf einem Ehering, memento mori (denke anS Sterben) oder hodie mihi, craS H6t (heute mir, morgen dir) findet sich oft in mit einem kleinen Toten­kopf versehenen Exemplaren. Bezeichnend für das Kultur­bild der Renaissance sind die Giftringe. An Stelle der Ringplatte tritt eine kleine, als MaSke oder Herz gestaltete Kapsel, in der man das todbringende Gift für den Fall plötz­lichen Bedarfes mit sich trug. ÄuS der Antike übernommen sind die einfachen oder doppelten Verlobung-ringe mit dem Symbol der verschlungenen Hände und die Schlüsselringe. Letztere aber sind jetzt insofern praktischer gebildet, als der Schlüssel mit dem Ringe nicht mehr steif, sondern beweglich verbunden ist und sich in eine unterhalb der Platte ange- brachte entsprechende Vertiefung bequem hineinlegt.

Der Barockperiode gehören die giardinetti an, jene in Silber mit Steinen aüsgeführten kleinen Blumenbuketts, die der Verlobte seiner Braut zu schenken pflegte. Sie sind ziemlich die einzige Neuerung, die im Ringschmucke des 17. Jahrhunderts austrilt; im allgemeinen lehnt er sich an die überkommenen Typen an. Als Hauptdarstellungen figürlicher Art begegnen die Madonna mit dem Kinde, Christus am Kreuz, das 'Christuskind mit Heiligen, St. Michel mit dem Drachen und Amor gegenüber einer in seinen Fesseln schmachtenden Schönen. Ein italienischer Silberring jener Zeit zeigt ein Herz in rot unterlegtem GlaS und auf der Schiene in Durchbruch die Inschrift: vi son fedele, ich bin Dir treu.

Während die Renaissance das Hauptgewicht beim Ring- schmuck auf die künstlerische Durchbildung der Form legt, bildet im klassicistischen 18. Jahrhundert daS Hauptmoment der Inhalt des RingeS, wenn dieser Ausdruck erlaubt ist, d. h. insbesondere die persönliche Beziehung, in der er zu dem Besitzer oder dem Stifter steht. Keine Zeit hat so in­dividuellen Ringschmuck geschaffen, wie das 16. Jahrhundert, alle jene Sentimentalitäten, jenes LiebeStändeln, jene grazi­ösen Spielereien, die aus Literatur und Kunst genügend bekannt sind, finden wir en miniature im Ringschmuck wied«. Zunächst die Abarten der Form: Flaconringe, die auf einem kleinen Schwämmchen eine wohlriechende Flüssigkeit ent­hielten, Armbandring«, die man durch AuSeinanderrieben her