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General-Anzeiger

SezaMr-ar

«EMH 1,80 W «onatÜch 60 Pfg., für ei*

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Erscheint täglich mit AuSusSme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nl. 200 F«ri»spr«ch»nschl»b Str. 605.

Mittwoch den 28. August

-"»'» .....

Ferusprechauschlutz Nr. 605, 1907

Amtliches.

Landkreis Hanau.

MmtmchiM des toWtn Lsildckwts.

Saatenstand

um die Mitte de« Monate August 1907

Regierungsbezirk Cassel, Kreis Hanau-Land. egutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 ----- gut, 3 ----- mittel, 4 = gering, 5 = sehr gering.

Fruchtarten usw.

Durch­schnittsnoten

Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten.

für

1

G

den

f

1 11-21 2 I

28s 8 1

34| 4 |451 5

Winter wrizen

8,1

2,8

- 1

1 2

«MV

«MBB

Sommerweizen

2,4

2,5

2 -

*

Winterspelz

2,6

Winterroggen

2,7

2,8

2

2 1

"

Sommerroggen

2,7

2,8

-

Sommergerste

2,4

2,5

3

1 1

"^*

Hafer

2,3

2,8

3

2

T«

Erbsen

2,6

2,2

- 2

* MB

Ackerbohnen

2,4

2,4

Wicken

2,5

2,2

1

-

Kartoffeln

2,7

2,8

15

1 -

1

" «MB ewi

Zuckerrüben

2,6

2,5

- 1 2

2 1

-

*« «MM

Winterraps- u.

Rübsen

Flachs (Lein)

2,6

2,5

_

*

MB M*

Klee

3,1

2,8

- 5

1 1

-w

- «MB

Luzern

2,9

2,9

3

1 2

.... «* 1 -

Wiesen nr. !ftl.

Be- (Ent-)wäss.

2,8

2,6

- - 3

1

Andere Wiesen

3,0

2,9

- 2

2 2

1

Königlich Preußisches Statistisches Landesamt. Dr. Blenck, Präsident.

Wiro veröffentlicht.

Hanau den 24. August 1907.

V 6091

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll bas in der Ge­markung Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langen­selbold Blatt 2276 zur Zeit der Eintragung des Versteige­rungsvermerkes auf den Namen des Schweinehändlers Friedrich Nuukel, Philipp Friedrichs Sohn, und Frau, Margareta geb. Koch, zu Langenselbold zu gleichen Teilen eingetragene Grundstück:

Krtbl. 64 Parz. 57/13, Feldstraße Nr. 41 von 4,39 ar, a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, 90 Mk. Nutzungswert, b) Stall,

am 25. Oktober 1907, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle . versteigert werden.

Langenselbold den 19. August 1907.

Königliches Amtsgericht.

17527

Die modcrucu Handelsmächte.

, Ein im Verlage von B. G. Teubner in Leipzig er- l^nenes BuchlemGeschichte des Welthandels" von Dr. M. G. Schmidt gibt über den Anteil der einzelnen Groß- slaaten an dem Aufschwünge des modernen Handelsverkehrs rnlersßante und lehrreiche Aufschlüsse.

^rnSw "^âltnismäßig geringste Vorwärtsschreiten hat Frankreich gezeigt. So hat die Hochseeschiffahrt Frankreichs sond^n ^^^"^" der Welthandelsflotte nicht teilgenommen, Sttnftnn^ e^en Jahrzehnten fast zu vollkommenem Stillstand gelangt. Dagegen hat sich der enalilcke Welt­handel im letzten Jahrhundert in ganz einaiaartiaer Weise entfaltet. âinglanbS Einfuhrhandel belief sich im Jahre 1904 ÄfMhSnS^Aiq? m?S ^Earden Mark, während der Ausluhrhandel 6,137 Milliarden betrug. Der Gesamthandel Gr^britanmens . bewertete sich auf 15,950 Milliarden und machte insolgedeßen 17 v.H. des gesamten Welthandels aus. In einsamer, unerreichter Große schreitet damit England an ^r Spitze sämtlicher Handelsmächte. Die britische Handels- ^^^ etnem Raumgehalt von fast 15'/, Mill. ÄÄ^' deutsche trotz aller Anstrengungen unserer Schiffahrtsgesellschaften noch immer um das ,Fünffache. Immerhin sind doch um die Wende des Jahrhunderts An- zeichm deutlich aeworden. als ob die unumschränkte Landels-

wird

Herrschaft der Briten in Zukunft gewisse Einbußen erleiden wird. Neben England sind in den letzten Jahrzehnten Deutschland und die amerikanische Union zu Industriestaaten

ersten Ranges emporgestiegen. Immer schärfen haben sie den Wettbewerb mit dem Jnselreiche ausgenommen und vielfach schon dem britischen Handel gerade in den wichtigsten eng­lischen Exportartikeln, den Baumwoll- und Eisenwaren, zur Seite gedrängt. Auch in der mächtigen Ausdehnung der deutschen Hochseeschiffahrt und in der Vergrößerung der deutschen Seemacht erblickt man jenseits des Kanals vielfach eine Beeinträchtigung britischer Interessen.

Auch die Vereinigten Staaten nahmen im 19. Jahr­hundert einen Aufschwung, welcher der sich neu bildenden Pankeenation mit ihrem rastlosen Tätigkeitsdrang, ihrer ver­wegenen Unternehmungslust und ihrem kräftigen Selbst­ständigkeitsgefühl ' ein ehrenvolles Zeugnis ausstellt. Die Einfuhr belief sich im Jahre 1906 auf 4233 Millionen, die Ausfuhr auf 5847 Millionen Mark. Die letztere besteht in der Hauptsache noch heute aus Rohprodukten, unter denen die Erzeugnisse der Landwirtschaft den breitesten Raum ein­nehmen. Die Einfuhrwerte haben infolge der neueren ameri­kanischen Handelspolitik in der letzten Zeit einen ständigen und recht beträchtlichen Rückgang für die meisten europäischen Jndustrieartikel erfahren. Umgekehrt hat die amerikanische Industrie infolge des Hochschutzzollsystems einen Aufschwung genommen, der in einzelnen Zweigen als förmlich blendend zu bezeichnen ist. Das Ziel der Amerikaner, sich industriell vom Ausland unabhängig zu machen, ist zwar noch nicht er­reicht, mit dem jährlichen Handelsumsatz von über 10Milliarden sind uns indes die Amerikaner bereits dicht auf den Fersen, und bei den unerschöpflichen Hilfsquellen des Landes ist die Besorgnis berechtigt, daß sie uns in absehbarer Zeit über­holen werden.

Immerhin hat doch aber Deutschland unter allen Handels­mächten verhältnismäßig die großartigste Entwicklung auf» zuweisen. Nach der amtlichen Statistik ist der deutsche Spezialhandel, welcher im wesentlichen die Einfuhr der zum Konsum in Deutschland bestimmten Waren und die Aus­fuhr der in Deutschland selbst hergestellten Produkte umfaßt, in den verflossenen 25 Jahren genau auf das doppelte (von etwa 6 Milliarden Mark auf über 12 Milliarden Mark) an« ' gewachsen. Allein im letzten Jahrzehnt (18941904) ist der deutsche Außenhandel von 7,3 Milliarden Mark auf 12,2 Milliarden Mark, dem Gewichte nach um 60 v. H., dem Werte nach um 66 v. H. gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat der Spezialhandel Englands um 38 v. H., der der Ver­einigten Staaten um 59 v. H., der Frankreichs um 28 v. H. und der Rußlands um 23 v. H. zugenommen. Die deutsche Handelsflotte ist in den letzten Jahrzehnten, was Zahl wie Raumgehalt angeht, ganz außerordentlich gestiegen. Wäh­rend sich die Transportleistungssühigkeit der Welthandels­flotte in den Jahren von 18951905 um 70 v. H., diejenige Englands um 47 o. H. vermehrt hat, ist die Leistungsfähig­keit der deutschen Handelsflotte gleichzeitig von 3'/« Millionen auf 7/» Millionen Nettotonnen, d. h. um 234 v. H., ge­stiegen. Der Anteil Deutschlands an der Welthandelsflotte betrug 187475 5,2 v. H.; bis 189495 erhöhte er sich auf 6,5 v. H. und stieg bis 190506 auf 9,9 v. H.

So ist Deutschland diejenige Großmacht, welche im letzten Jahrzehnt auf die günstigste Handelserstwicklung zurückblickt. Während es zur Zeit der Begründung des Reiches als Außenhandelsstaat an dritter, zeitweilig sogar an vierter Stelle stand, hat es sich heute in der Reihe der Welthandels­mächte den zweiten Platz erobert, auf dem es allerdings hinter Englands 16 Milliarden noch ganz erheblich zu­rücksteht.

Hus Ran au Stadt und Eand.

Haimu, 28. August.

* Die Hauptversammlung des Evangelischen Bundes im Regierungsbezirk Cassel findet Ende September in Allendorf statt.

* Konzert des GesangvereinsTonblüte". Vielseitigem Wunsche entsprechend veranstaltet der Gesang­vereinTonblüte" unter Leitung seines Dirigenten Herrn Tonkünstler Heinrich Appunn am Donnerstag den 26. September in den Sälen zurCentralhalle" ein Konzert und wird hiermit den Reigen der Konzerte in der Winter­saison eröffnen. Die Aufgabe, welche sich der Verein hier­bei gestellt hat, ist, neben größeren Kunstchören auch einige beliebte Volkslieder zum Vortrag zu bringen. Ebenso ist für diesen Abend eine erstklassige Solistin gewonnen. Der GesangvereinTonblüte", welcher wie bekannt, den deutschen Männergesang pflegt und zu fordern sucht und über vor­zügliches Stimmenmaterial verfügt, erlaubt sich, ein kunst­sinniges Publikum schon jetzt auf das Konzert aufmerksam zu machen und wird demnächst näher über das Programm berichten.

* Fahrlässige Brandstifter. Im Jahre 1904 brannte bekanntlich die Scheune des Landwirts Schad voll­

ständig nieder und der Verdacht, daß eine Brandstiftung vorliege, wurde alsbald rege, da man drei Buben an der Brandstelle gesehen hatte. Es gelang vorerst nicht, die Namen der Knaben zu ermitteln, bis jetzt durch gegenseitige Angeberei die Sache cm3 Tageslicht gekommen ist. Hiernach hatten drei allerdings noch nicht strafmündige Knaben von hier in der Scheune sich aufgehalten und Zigaretten geraucht. Ein brennendes Streichholz soll in das Stroh gefallen sein, wodurch der Brand entstand.

* Bismarcksäule. In der vorgestern abend statt­gehabten Vorstandssitzung des Nationalliberalen Vereint wurde beschlossen, das Feuer auf der Bismarck­säule in diesem Jahr statt am 2. September am Sonntag den 15. September anzuzünden, da an diesem Tage in Wilhelmsbad ein V o l k s f e st der Nationalliberalen Verein« von Frankfurt, Bockenheim und Hanau stattfindet.

* Diebstahl und Unterschlagung. Der Hund des Hauptagenten Brög hier machte des öfteren Exkursionen auf eigene Faust und kehrte eines Tages nicht wieder zurück. Er war einem Hundefänger, dem Dienstknecht Kadenbach, in die Hände gefallen, der ihn für 5 Mark nach Rendel verkaufte. Auf Grund eines Inserates imHanauer Anzeiger" erhielt der Bestohlene durch einen Mann in Windecken Kenntnis von dem Verbeibe seines Hundes, der darauf seinem rechtmäßigen Eigentümer wieder zugeführt wurde, während gegen den Dieb das Strafverfahren einge­leitet ward. K. hat außerdem seinem Arbeitgeber, dem Fuhrunternehmer Sch. hier, 5.25 Mk. und einen Havelock unterschlagen, den er zum Schutz gegen die Kälte des öfteren geliehen erhielt. Das hiesige Schöffengericht, vor dem sich K. gestern zu verantworten hatte, ahndete den Hundediebstahl mit 5 Monaten, die Unterschlagungen mit einem weiteren Monat Gefängnis. Außerdem wird auf 2 Jahre Ehr­verlust erkannt und sofortige Verhaftung angeordnet.

* Ju den Main gèiirzt war vorgestern nachmittag ein neunjähriges Mädchen in Fechenheim. Ein hinzukommen-- der Schriftsetzer warf sich in voller Kleidung in den Strom und holte das dahintreibende Kind mit großer Mühe ans Ufer. Das Mädchen war bereits bewußtlos, doch hatten die Wiederbelebungsversuche Erfolg.

* Das Automobil. In der Lamboystraße scheute gestern mittag das einem Ulanenoffizier gehörende, an einen leichten Wagen gespannte Pferd vor einem Automobil, das Gase ausströmen ließ. Das Pferd ging durch und verletzte sich durch die Deichsel an der Brust, der Kutscher wurde vom Wagen geschleudert und der Wagen selbst ging in Trümmer. Das Automobil wurde auf Veranlassung der hiesigen Polizei in Gelnhausen angehalten, um die erforder­lichen Feststellungen vorzunehmen.

* Ehedvama. Ein größerer Auflauf entstand gestern nachmittag in der Frankfurterstraße, woselbst ein auswärts arbeitender, zufällig nach Hause kommender Mann einen un­gebetenen Besuch autraf und diesen unter Handgreiflichkeiten hinausbeförderte.

* MannheimHanau 93. Nach längerer Ruhe­pause tritt der Fußball wieder in seine Rechte. Schon lange warten die zahlreichen Anhänger auf die Tage, an denen sie wieder den interessanten und spannenden Kämpfen auf dem Rasen beiwohnen können. Nach den zwei Spielen der Sommer-Mannschaft eröffnete letzten Sonntag der L Hanauer Fußballklub 93 e V. seine Spielsaison und zwar mit einem Wettspiel gegen Offenbach F.-C. 1899 in Offenbach, das mit dem überlegenen Siege von 14: 0 für Hanau 93 endigte. Zur feierlichen Eröffnung der Spielsaison auf dem eigenen Platze hat der Spielausschuß Phönix-Mannheim verpflichtet. Dieser Verein ist einer der besten im ganzen Kreis, insbe­sondere leisten die Stürmer ganz hervorragendes. Die Ver­teidigung ist ebenfalls sehr gut. Wenn auch schließlich die 93er siegen werden, so kann man sich auf ein ganz knappes Resultat gefaßt machen. Das Wettspiel beginnt um 4*/, Uhr nachmittags. Näheres enthalten die Plakate.

* Prämiierung. Bei der Hunde-Ausstellung zu Offen­bach a. M. am 24. und 25. August d. I. erhielt Herr Otto Peter zu Oberrodenbach den 2. Preis für seinen Airedale-TerrierRuß Briar".

* Viehmarkt. Aus dem heutigen Viehmarkt waren 15 Ochsen, 439 Kühe und Rinder und 74 Kälber apf- getrieben.

Gerichtssaal.

Sitzung des Schöffengerichts vom 27. August.

Der Friseur St. hier hat seinem Meister 4.75 Mk. Kundengelder unterschlagen. Er erhält 30 Mk. Geldstrafe Wegen unerlaubten Auswanderns erhält ein Militär- vflichtiuer 40 Mk. Geldstrafe. Der Taalöüner Karl E