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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kana«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EiarückrmgsgeLâqr , Vst staf-ek-aveu« Peützâ »der der« Raa» 90 Mh» im Steklammtal di« Zeil« 36 Psz.
•erentwttt. Redakteur: S. Schrecker « H««.
9?L 122 Fernsprechanschluß Nr. 605*
Dienstag den 28. Mai
Ferusprechauschluß Nr. 605. 1907
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
Der Dienstmann Kaspar Schmidt hat um Rückgabe seiner Kaution gebeten.
Gemäß § 13 der Polizeiverordnung vom 6. März v. I. betreffend das Dienstmannsgewerbe wird anheimgestellt, etwaige Ansprüche auf die Kaution binnen 14 Tagen im Sekretariat der Königlichen Polizeidirektion, Hainstraße 10, anzumelden, widrigenfalls das als Kaution hinterlegte Sparkassenbuch an Schmidt ausgehändigt wird.
Hanau den 27. Mai 1907.
Königliche Polizeidirektion.
V 4416 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Candkreis Fjanau.
MmtmchuWi des Königlichen Lnndrntsnnitö.
Aus eiugereichten Beschwerden haben wir ersehen, daß in einigen Regierungsbezirken Fabrikschornsteine dem Kehrzwang unterworfen und zu ihnen auch die Schornsteine von Meiereien und ähnlichen landwirtschaftlichen Betrieben gerechnet werden.
Nach einem Gutachten der Königlichen technischen Deputation für Gewerbe ist die regelmäßige Reinigung solcher Schornsteine nicht erforderlich, weil in den größeren gewerblichen Feuerungen eine vollständigere Verbrennung stattzu- finden pflegt als in Hausfeuerungen, so daß selbst bei Verwendung gasreicher Kohlen nur geringe Neigung zur Glanzrußbildung vorhanden ist. Ferner wirkt der stärkere Zug dem Ansatz von Glanzruß entgegen. Gefährdungen der Nachbarschaft durch die zwar gelegentlich beobachteten, aber seltenen Fälle von Bränden in Fabrikschornsteinen sind durch ihre meist freie Lage und die Höhe ihrer Mündung über dem Erdboden so gut wie ausgeschlossen. Es ist ferner zu berücksichtigen, daß viele Fabrikschornsteine nur im Innern Steigeisen haben, andere, z. B. eiserne, meist gar nicht be- steigbar sind. Ihre Reinigung ist daher während des Betriebes der Feuerungsanlage ausgeschlossen, im übrigen aber
mit Lebensgefahr verbunden.
Wir bestimmen daher, daß alle freistehenden Schornsteine für größere Feuerungsanlagen in Fabriken, sowie die ähnlichen Zwecken dienenden Schornsteine in landwirtschaftlichen Betrieben und endlich alle Schornsteine für Dampfkessel-
feuelungen dein Kehrzwange nicht zu unterwerfen sind, gleichgültig, ob es sich um gemauerte oder eiserne Schornsteine
handelt. Ausgenommen sind enge, in Gebäuden eingemauerte Schornsteine zu den angegebenen Zwecken (sogenannte russische Kamine). (111 2681 M. f. H. Hb 1935 M. d. J. I A a 2835 M. f. L.)
Berlin W 66 den 27. April 1907.
Der Minister für Handel und Gewerbe.
Delbrück.
Der Minister Der Minister
des Innern. für Landwirtschaft,
I. V.: Domänen u. Forsten.
v. Bischoffshausen. J. V.: v. Conrad.
Ich bringe vorstehenden Ministerialerlaß zur Kenntnis der Ortspolizeibehörden und Bezirksschornsteinfeger mit dem Hiuzusügeu, daß nach einer Verfg. des Herrn Regierungs- Präsidenten die Ausnahme der Fabrikschornsteine vom Kehrzwange (§ 11 der Polizei-Verordnung, vom 1. 6. 1906 — Nr. i 1 der Amtlichen Beilage zum „Han. Anz.") nicht mehr an die Voraussetzung zu knüpfen ist, daß die Besitzer selbst für eine sachgemäße Steinigung sorgen und dies der Orts- volizeibehörde nachzuweifen haben.
Hanau den 24. Mai 1907.
Der Königliche Landrat.
V 3703 v. Beckerath.
Genosienschaftsregister.
Spar- itnb Darlehnskaste, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung in Bruchköbel:
An Stelle des ausgeschiedenen Landwirts Heinrich Fliedner I. ist Lehrer Heinrich Elm in Bruchköbel als Vorstandsmitglied bestellt.
Hanau den 23. Mai 1907.
Königliches Amtsgericht 5. 11405
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Der Schweinehirt Georg Dörflein von Langenselbold ist zum Hilfsnachtwächter der Gemeinde Langenselbold bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 25. Mai 1907, V 3597
Gesmidenc und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Damenschirm mit grobem Griff (Metall- griff mit Verzierung), 6 Schulbücher und 1 Griffet kö eher mit dem Namen August Schmidt geb. 7./12. 1893, 1 neues Kaffeesie bchen, 1 goldner Kneifer mit schwarzer Schnur, 1 Schlüsselbund (6 Stück am Ring mit Haken), einige weiße Satinlappen mit weißen Ringen.
Verloren: 1 neuer deutscher Continental Gummireif von einem Automobil auf der Straße Frankfurt a. M. Hanau, 1 hellgrauer Arbeitsrock mit Notizbuch, 3 Waldzetteln und 1 Brief, 1 silbernes Armband mit schwarzer Emaille und 4 Perlen, 1 Kinderregenschirm (auf der Messe).
Hanau am 28. Mai 1907.
Hus Ranau Stadt und fand.
Hanair, 28. Mai.
* Bibelftrmde. Heute abend S1^ Uhr findet Bibelstunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer F u cb s.
* Versetzt. Behm, Lazarettinspektor beim Garnison- Lazarett I Metz (Stadt), zur Wahrnehmung der Stelle als Lazarett-Verwallungs-Jmpektor nach Hanau.
* Die Sonntagsruhe im Güterverkehr. Auf die Anfrage der Königlichen Eisenbahu-Verkehrsiuspektiou zu Frankfurt a. M., betr. vorteilhaftere Durchführung der Sonntagsruhe im Güterverkehr Hai die H a n d e l s k a m m e r Hanau folgende Antwort erteilt: Der angeregten Einführung eines 4 Uhr-Güteraunahmeschlusses an Samstagen und den Tagen vor Feiertagen oennogen wir nicht zuzu- stimlneu. Wir haben eine große Anzahl von Interessenten aus den verschiedenen Branchen unseres Handèlskammerbe- zirks befragt und aus den cingelaufencn, in der weit überwiegenden Mehrzahl übereinstimmenden Antworten die Ueberzeugung gewonnen, daß eine solche Neuerung mit großen Nachteilen und direkten Verlusten für Industrie und Handel verbunden sein müsste. Dies würde um so schwerer empfunden werden, als schon die Verlegung des Aunahmeschlusses von 7 auf 6 Uhr nicht ohne erhebliche Störungen vieler Geschäftsbetriebe sich hat einführen lassen. Gerade am Samstag pflegen sich vielfach die Bestellungen mit der Nachmittagspost oder per Telegramm zu häufen, und ebenso bringt der Samstag für viele Branchen besonders dringliche und zahlreiche 'Abfertigungen, welche unbedingt noch erledigt werden müssen, um nicht einen Zeitverlust von 2 (bei Feiertagen ev. sogar von 3) Tagen zu erleiden oder bei Beförderung als Eilgut eine entsprechende Mehrbelastung mit Frachtspesen auf sich zu nehmen. Ferner erscheint es in der großen Mehrzahl der Fälle praktisch ganz undurchführbar, die Güter so früh am Nachmittag zu verladen Und an die Bahn zu liefern, daß sie noch vor 4 Uhr zur Abfertigung gelangen können. Die Folge würde sein, daß die Wagen wieder umfebren und die Güter wieder ins Lager genommen werden müßten, wodurch große Verluste an Arbeitszeit und -lohn herbeigeführt würden. Alle diese Nachteile müssen sich in erhöhte»» Maße da zeigen, wo, wie z. B. in Fulda, der Verkehr mit einer großen Anzahl katholischer Feiertage zu rechnen hat und infolgedessen die angeregte Einschränkung des Verkehrs noch häufiger Platz greifen würde. Auch hierauf muss unseres Erachtens billige Rücksicht genommen werden. Endlich machen wir noch darauf aufmerksam, daß selbst in England, dein Lande der weitestgehenden Sonntagsruhe, die Great Castern Railway von dem Versuch eines früheren Annahmeschlusses wieder hat Abstand nehmen müssen, weil sich ihm unerträgliche Hindernisse und Schädigungen in den Weg stellten. Aus allen angeführten Gründen hat die ^onbelöfommer daher die dringende Bitte ausgesprochen, daß die angeregte Neuerung nicht zur Ausführung kommen möchte.
* Der CentralvorstanS des evangel. Vereins der Gustav Adolf-Stiftung macht bekannt, daß die 59. Hauptversam m lung des Gesamtvereins in den Tagen ö o m 17.—19. September in Jena statifinden wird, und ladet Mitglieder und Freunde des Vereins zu zahlreichem Besuche ein. Anträge, die auf der Versammlung zur Beratung gelangen sollen, find spätestens bis 15. Juli d. Js., beabsichtigte Vorträge aber bis spätestens 1. September d. Js. beim Centralvorstand in Leipzig, Weststraße 4, anzumelden.
* Der Ausschuß der Ausstellung für Heimarbeit zu Frankfurt a. M. hat die König!, Regierung zu Cassel gebeten, für die im diesseitigen Bezirk in Betracht kommenden Kreise (Fulda, Gersfeld, Gelnhausen, Hanau Stadt und Land, Hünfeld, Kirchhain, Marburg und Schlüchtern) durch Umfragen bei den Herren Lehrern fest
stellen zu lassen: 1) welche Zweige der Heimarbeit in den einzelnen Kreisen vorkommen, 2) an welchen Orten Heini- arbeiter wohnen, 3) wo die beschäftigenden Unternehmer ihren Sitz haben, 4) welche Unternehmungsfirmen hauptsächlich hier in Betracht kommen.
* Hebammen-Vereiu. Am 16. Mai wurde dahier im Diakonissenheim im Beisein des Herrn Medizinalrats unb Kreisarztes Dr. Eichenberg, sowie der Vorsitzenden des Preußischen Hebammen - Verbandes Frau Anna Otto aus Frankfurt ein Hebammen-Verein gegründet, mit Anschluß an den Preußischen Hebammen-Verband. Es traten sämtliche 60 Hebammen des Stadt- und Landkreises Hanau bem Vereine bei. In den Vorstand würben 3 Hebammen aus bem Stadtkreis und 3 aus bem Landkreis gewählt. Gebühren und Vertretung wurde geordnet. Dann wurde beschlossen, daß die Hebamme nach der Entbindung nur noch täglich einen Besuch machen, jeder Extrabesuch besonders bezahlt werden soll. Ferner soll es jeder Hebamme strengstens untersagt sein, sich persönlich ober schriftlich anzubieten. Die Gebührenordnung soll jede Hebanime auf Verlangen vorlegen.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab, findet zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Znf.-Regts. Hessen-Homburg Nr. 166 statt.
* Die Hanauer Rudergesettschaft 1879 übt allabendlich mit ihrem Junior-Vierer auf dem Main. Die Mannschaft, unter der Leitung ihres Instruktors Kroli- k ow sky zeigt schöne Formen und kräftigen Schlag und verspricht im Laufe des Trainings so noUtommen zu werden, daß die zu besuchenden Regatten, Frankfurt und Schweinfurt, aussichtsvoll erscheinen.
* Die Mehrlings-Prämiierung der „Deutschen Goldschmisde-ZeitUttg". Für das diesjährige Lehrlings-Preisausschreiben waren wieder eine erfreuliche Auzahl Arbeiten eingegangen, zu deren Beurteilung bezw. Prämiierung sich in den Räumen des Verlags Wilhelm Siebener in Leipzig folgende Herren eingefunden hatten: Arthur Jlsch- ner, Goldschmied, Obermeister der Leipziger Innung; Ernst Peger, Goldschmied; Friedrich Steinwachs, Silberschmied; Adolf Giebel, Goldschmied; Paul Axthelm, Goldschmied.
Nachdem sich die Herren verständigt hatten, jede einzelne Arbeit mit Punkten nach ihrem Werte zu bezeichnen und dann das Gesamtergebnis zu ziehen, ergaben sich folgende Resultate:
I. Preis: Adolf Vollenweider, im 4. Lehrjahre, bei C. Bissinger Söhne, Hanau, für einen Anhänger für Brillanten und Email (Kennwort: „Immer weiter").
II. Preis: Alerander Ran, im 3. Lehrjahre, bei Mar Weichmann, Juwelier, Berlin W., für einen Anhänger für Brillanten (Kennwort: „Nibelungen").
Je einen III. Preis erhielten: Georg Straube, im 3. Lehrjahre, bei Moritz Elimeper, Hosjuwelier, Dresden, für ein getriebenes und ziseliertes Weihwasserschälchen (Kennwort: „Ohne Fleiß, kein Preis"). — Adolf Ußner, im 3. Lehrjahre, bei Hosse u. Schlingloff, Bijouteriefabrik, Hanau, für einen Anhänger für Juwelen (Kennwort: „Piccolo"). — Wilhelm Roth, im 3. Lehrjahre, bei Ernst Schönfeld jr., Bijouteriefabrik, Hanau, für einen Kar- moisierungsring (Kennwort: „Fortuna"). — Fritz Krüger, im 4. Lehrjahre, bei Max Weichmann, Juwelier, Berlin W., für einen Anhänger für Brillanten (Kennwort: „Walküre".) — Hermann Hoffmann, im 4. Lehrjahre, bei Max Weichmann, Juwelier, Berlin W., für einen Anhänger für Brillanten (Kennwort: „Rheingold").
Einen Bücherpreis empfingen : Friedrich Kirstein, im 3. Lehrjahre, bei Joh. Martin Krug Nachf., Hanau, für einen Kollier-Anhänger für Brillanten (Kennwort: ,/Nutze den Tag"). — I. Weidemann, im 3. Lehrjahre, bei Otto Weber u. Cie., Hanau, für einen Anhänger für Brillanten mit Kette (Kennwort: „Frisch ans Werk"). — Karl Zar ty, im 3. Lehrjahre, bei Hosse u. Schlingloff, Hanau, für einen Anhänger für Brillanten (Kennwort: „Huß"). — Wilhelm Viel, im 3. Lehrjahre, bei Gebr. Vial, Hunan, für einen Weißjuwelen-Anhänger (Kenu- wort: „Hanovia").
Je ein Diplom erhielten: Fritz Fehrmann, im 3. Lehr» jähre, bei Heinrich Nachtigall, Berlin, für eine Brosche für Juwelen. — Franz Büttner, im 3. Lehrjahre, bei Otto Weber u. Cie., Hanau, für einen Anhänger mit Kette.
Es waren im allgemeinen sehr gute Arbeiten eingelaufen, so daß es den Preisrichtern schwer fiel, ihr Urteil gerecht zu fällen. Von dem Wettbewerb wurde nur eine Arbeit (Motto: „Arbeit ist des Bürgers Zierde") ausgeschieden, weil der Einsender dieselbe im ersten Lehrjahre gefertiat hatte.