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9?I, 199 Frrnsprechanschlutz Nr. 605.
Dienstag den 27. August
Fer,»sprech«mschlutz Nr. 605. 1907
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Landkreis Fjanau.
BekmtmchmM des Königlichen LnMcknmis.
Unter den Schweinen zu Windecken ist die Schweine- jepche festgcstellt worden.
Hanau den 24. August 1907.
Der Königliche Landrat.
V 6068 J. A.: Conrad, Kreissekretär.
* Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau. Für den Kreis Hanau — Land — stellen, sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kranken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Juni 1907 wie folgt:
Lavon sind erledigt durch
Bon den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt
Gesamt«
JahreS- betrag der bewilligten
Renten
Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen
Has Han au Stadt and Eand.
Hanau, 27. August.
* Vom Manöver. Der kommandierende General von Eichhorn und Generalleutnant von Gail trafen am Montag um 8 Uhr mittels Automobil bei den Regimentern 81 und 166 ein. Das Regiment 81 wurde in Vertretung des erkrankten Kommandeurs vom Prinzen Friedrich Karl von
Altersrenten 323^
Jnval^Rent
SranTenrent.
68
86
12
36
^4
34394
88305
9346
v/t ^
20
52
278
4
15
7 421 1
10420
45754
40
80
2389 20
Hessen vorgeführt, der das Regiment auch während des Manövers als Oberstleutnant befehligt, angenommen: Die 42. Brigade hat n
Brammen 107^874^8'48^132045^300^
75'64 431366:158564140
Als Kriegslage war
Brigade hat nach glücklichem Gefecht den Feind über Glauberg zurückgeworfen. Die Regimenter 81, 166 und 80, von Staden kommend, hatten den Auf-
trag, den markierten Gegner energisch in der Richtung Glauberg—Düdelsheim zu verfolgen, Regiment 81 marschierte von Glauberg ab, Regiment 166 links von Stockheim aus. Das wellige und bewaldete Gelände gestattete einen vollständig gedeckten Anmarsch und kriegsmäßige Entwicklung. Der durch rote Flaggen markierte Feind war auf dem nach Düdelsheim gelegenen Höhenzug 6et dem. sogen. „Steinern" ausgestellt worden. Das schöne Wetter gestattete bequem weite Sicht, sowohl für die Gefechtsführung als auch für die herbeigeströmten Zuschauer, die sich auf dem „Steinern" in günstiger Weise aufgestellt hatten, da hier der markierte Feind stand und außerdem insbesondere der Generalstab die Truppenvorbewegung verfolgte. Die beiden Regimenter mußten beinahe bis an den Fuß der gegnerischen Stellung heranrücken, bis die Stellung als erschüttert galt. Nach der Kritik erfolgte noch ein Parademarsch der Regimenter 81 und 166 nahe der Straße nach Düdelsheim vor dem kommandierenden General.
* Ein Unfall im Manövergelande. Bei den gestern morgen zwischen Birstein und Reichenbach stattgefundenen Uebungen des Artillerie-Regiments Nr. 63 wurden die Pferde eines Geschützes scheu und gingen durch. Dabei wurde ein Mann vom Protzkasten heruntergeschleudert und geriet unter die Räder, die ihm die Brust eindrückten. Der Schwerverletzte wurde nach Birstein verbracht.
, Don der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie das Fürstentum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt:
9662 Altersrenten im Gesamt-Jahresbetrage von 1,351,733.70 M. 35161 Invalidenrenten „ „ , „ 5,203,300.20 ,
2907 âankenrenten , „ „ „ 469,322.— „
47730 Renten mit einem Gesamt-Jahresbetrage von 7,024,355.90 M. Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod rc.
erfolgten Abgänge Ende Juni 1907 noch zu zahlen.
2590 Mersrcnten im Gesamt-Jahresbetrage von 395,028.50 M. 18698 Invalidenrenten , „ „ „ 2,841,502.— ,
713 Krankenrenten , , , „ 115,062,90 „
22001 Renten mit einem Gesamt-Jahresbetrage von 3,351,593.40 M.
Der von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 1,100,050.— „ Mithin bleiben Ende Juni 1907 aus Mitteln der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau an Renten zu zahlen iährlich . . . ."....... 2,251,543.40 M.
~ * Drei neue große Somrenflecke sind vor einigen Tagen am linken Rand der Sonne erschienen und rücken gegen die Mitte vor. Sie sind für scharfe Augen ohne Hülfe durch ein geschwärztes Glas, sonst mit einem einfachen Opernglas (ebenfalls unter Benutzung eines Blendmittels) zu sehen. Die Sonne bietet damit gegenwärtig den reichsten Fleckenstand, den wir in diesem Jahre auf ihr sehen konnten. Die neue Fleckengruppe wird am 27. d. M. am rechten Sonnenrand angelangt sein.
* Das Lambotzseft der Hanauer in Amerika. Wie uns ein in Brooklyn (Amerika) lebeilder Hanauer, Herr M. J. Matthäus, mitteilt, wurde das diesjährige Lamboyfest von den dortigen Hanauern, aus New-Pork, Brooklyn und Jersy City unter zahlreicher Beteiligung, begünstigt vom herrlichsten Wetter am 16. Juni gefeiert. Es herrschte die
fröhlichste Stimmung, und wurden alte Erinnerungen von Hanau an diesem Tage wieder gegenseitig wachgerufen. Erst in später Stunde verabschiedete man sich mit dem Wunsche, daß das nächste Jahr sich die Hanauer wieder so zahlreich zum Lamboyfest einfinden möchten.
* Oratorienvereitt. Die verehrl. Mitglieder werden auch an dieser Stelle nochmals an die heute abend im Stadtschloß stattfindende erste Probe erinnert. Es sei noch bemerkt, daß Neuanmeldungen auch vor der Probe im Uebungssaal bewirkt werden können.
* Eine Schloß- und Brückenbeleuchtung in Heidelberg findet am Mittwoch den 28. August anläßlich eirOs Ausfluges der Teilnehmer deS in Mannheim tagenden Weinbaukongresses statt. Eine weitere Schloßbeleuchtung ist für den 14. September vorgesehen.
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X Hochstadt, 26. Aug* In der Hundeausstellung in Offenbach a. M. am 25. und 26. d. Mts. erhielt Gastwirt Wilhelm Rauch in Hochstadt einen 1. und 2. Preis auf eine rote Dachshündin, einen 1. und 2. Preis auf eine schwarzrote Hündin, zwei 2. und einen 3. Preis auf einen schwarzroten Rüden und einen 2. auf Rüde und Hündin in Paarklasse.
Fechenheim, 26. Aug. (Unfall.) Gestern nachmittag fuhr ein Frankfurter Radfahrer, der sich zu einem demnächst stattfindenden Rennen trainierte, bei der Kurve an der Neuen Mainkur gegen den Fußsteig, flog über die Lenkstange und blieb an dem Lattenzaun, der oben mit Stacheldraht eingefaßt ist, am Halse hängen und verletzte sich schwer. Polizeisergeant Siebentritt befreite ihn aus seiner unglücklichen Lage und brachte ihn nach dem Polizeirevier, wo ihm ein Notverband angelegt wurde. Nachdem er sich einigermaßen erholt hatte, fuhr er mit dem Zug 6.22 Uhr nach Frankfurt zurück. Das Rad war vollständig zertrümmert.
Gerichtssaal.
Sitzung der Strafkammer vom 26. August 1907»
Verschiedenes.
Der Steinbrucharbeiter Weber zu Nomsthal hatte zu der Tochter seiner Nachbarn, der Eheleute Noll, eine heftige Neigung gefaßt, fand aber bei dem Gegenstand seiner Neigung, der Anna N., wenig Gegenliebe, wenigstens behauptet dies die letztere. Er selbst will von ihr so viel wie nur möglich begünstigt worden sein. Die Beweisaufnahme spricht mehr für die Behauptungen der Anna N. Als sie nach Westphalen zu Verwandten reiste, folgte ihr W. unvermutet nach und wollte sich ihr im Eisenbahncoupv aufdrängen, sodaß sie erschreckt einen anderen Platz aufsuchte. Auch sonst verfolgte er sie ständig mit seinen Liebesanträgen, sogar mit
Kleines Feuilleton
Aus der Welt der Technik.
Der Fernschreiber System Lichtstrahlschrift.
Unter den Fernschreibern, die auf der Berliner Erfindungsausstellung im Betriebe vorgeführt werden, befindet sich auch der Fernschreiber System Lichtstrahlschrift von Grzanna. Sobald man den Stift aus seinem Lager nimmt, flammt in dem Kasten der anderen Station eine kleine Glühlampe auf, deren Licht durch eine Linse konzentriert, in Form eines haarfeinen Strahles auf ein System von Spiegeln und weiter auf lichtempfindliches Papier fällt. Sobald man nun den Schreibstift in Bewegung setzt, und auf der Papierunterlage irgend etwas malt oder zeichnet, vollführt der Lichtstrahl in dem anderen Kasten, vielleicht mehrere hundert Meilen vom Schreibstift entfernt, genau dieselben Bewegungen, schreibt also genau dieselben Zeichen auf das lichtempfindliche Papier. Sobald man mit dem Schreiben oder Zeichnen fertig ist, legt man den Schreibstift wieder in sein Klemmlager. Sofort erlischt auf der anderen Station die Glühlampe. Dafür waltet sich ein Elektromotor aus. Das lichtempfindliche Papier schiebt sich, soweit es beschrieben wurde, aus dem Kasteninneren durch eine Vorrichtung mit photographischem Entwickler vorwärts. Bei der nächsten Depesche' rückt das Papier natürlich wiederum um eine Schreibblattlänge vor und die Depesche tritt auch aus dem Anbau heraus.
Es taucht nun die Frage auf, mit welchen Mitteln man den Lichtstrahl dazu zwingen kann, soweit entfernt die Bewegungen eines Schreibstiftes auf der anderen Station mit- zumachen. Die Mittel dazu sind verhältnismäßig einfache. Unser Schreibstift ist natürlich nicht irgend ein freier Bleistift. Von seiner Spitze geht vielmehr eine Art von Zugstange aus. deren anderes Ende drehbar auf dem Kasten
befestigt ist. Wäre die Länge der Stange unveränderlich, so könnten wir mit solchem Bleistift natürlich nur immer ein und denselben Kreis beschreiben. In Wirklichkeit besteht die Stange aber auch aus zwei übereinandergeschobenen Stücken, die beliebig weit über- oder auseinander gezogen werden können. Wir können also die Stange nicht nur drehen, sondern auch in ihrer Länge ändern und dadurch praktisch mit unserem Bleistift zu jedem Punkte des Papiers gelangen, also überall schreiben, jede be- liebi'ge Zeichnung ausführen. Jedem Punkte des Papiers aber, den wir mit dem Bleistift erreichen, entspricht eine ganz bestimmte Länge der Zugstange und eine ganz bestimmte Drehung derselben. Nun sind in dem Kasten zwei elektrische Widerstände eingebaut, welche in zwei Stromkreisen liegen. Beide Widerstände sind verstellbar, d. h. es können Teile derselben aus dem Stromkreise aus oder in denselben
eingeschaltet werden. Diese Veränderung der beiden Wider
stände wird nun
Diese Veränderung der beiden Wider- durch die beiden Bewegungen unserer )
Schreibstiftstange, durch ihre Längenänderung und ihre
Drehung bewerkstelligt. Jedem einzelnen Punkte, den unser Schreibstift auf dem Papier einnimmt, entspricht daher auch eine bestimmte Widerstandsmenge in jedem der beiden Stromkreise. Da nun aber weiter durch die Widerstände eines Stromkreises auch die Stromstärken beeinflußt werden, da bei größerem Widerstand geringerer Strom, bei geringerem Widerstande größerer Strom fließt, so werden sich in den beiden Stromkreisen Ströme von stets wechselnder Stärke bewegen, und zwar wird die Stromstärke des einen Kreises hauptsächlich den Seitenbewegungen des Bleistiftes vom oberen zum unteren Rande des Papierbogens entsprechen.
Diese Ströme kommen nun in der anderen Station zu zwei Kupferdrahtspulen, welche sie durchfließen. In jeder Kupferdrahtspule ist drehbar ein Magnetstäbchen gelagert, welches einen kleinen Spiegel trägt. Die Magnetnadeln schwingen nun entsprechend den jeweiligen Stromstärken mehr oder roeniaer aus ihrer Rubelaae Lerans, und zwar schwingt
der eine Spiegel von oben nach unten, der andere von rechts nach links. Der Lichtstrahl trifft erst den einen, dann den anderen Spiegel. Er wird also erst entsprechend der seitlichen und dann entsprechend der dazu senkrechten Bewegung des Schreibstiftes abgelenkt, muß also schließlich genau dieselbe Bewegung wie der Schreibstift selbst ausführen. Man begreift leicht, daß man mit den beiden Spiegeln den Lichtstrahl nach allen Richtungen ebenso hinlenken kann wie die Stiftspitze am Sende-Apparat; denn die Bewegung der Stift- spitze wurde am Sender in eine senkrechte und horizontale Bewegung zerlegt, und, wie man steht, werden diese beiden Bewegungen am Empfänger wieder zu der ursprünglichen Bewegung vereinigt. Der Lichtstrahl ist hier also zu einem Schreibstift geworden, welcher sich mit derselben Geschwindigkeit wie die Graphitstiftspitze auf der Gebestation und gleichzeitig mit derselben über das Papier bewegt. Es entsteht mithin auf dem Empfängerpapier eine photographische Niederschrift.
Der geschilderte Apparat ist seitens der Deutschen Reichspost bisher auf folgenden Telephonlinien probiert worden: Berlin—Potsdam 30 km, Dresden—Meißen 27 km, Dresden Ortsverkehr 4 km, Dresden—Berlin 200 km. Er braucht wenig Stromkraft. Auch kann man gleichzeitig mit der anderen Stelle sprechen und schriftliche Nachrichten austauschen. Voraussichtlich dürfte dieser Fernschreiber, sobald einmal die Reichspostverwaltung seine Einführung zuläßt, eine bedeutende Rolle spielen. Einstweilen ist er bereits in den Privatnetzen von Bankhäusern, großen industriellen Betrieben und dergleichen erfolgreich in Gebrauch.
Albumblätter.
Ein jeder sucht im Arm des Freundes Ruh', Dort kann die Brust in Klagen sich ergießen.
Goethe.