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«MchLhchch 1^0 Mk., mouatlich 60 Pfg., für ai* Wärtigr Abonnenten mit dem betreffenden Postaufjcht««,
Nr. 198 Fernsprechanschlich Nr. 605
Amtliches.
Bekanntmachung
Gtkeral-Avzeiger
1 > ~ „ 1 für Stadt- Md Fimdkrtis SatlM.
Erscheint täglich mit Au4il«üme der Seait« und Feiertage, mü belletristischer Beilage.
Montag den 26. August
Ferusprechanschlutz Nr. 605. 1907
In Oberförsterei Wolfgang ist eine Telegraphen- anstalt mit Unfallmeldedienst und öffentlicher Fernsprech- stelle in Wirksamkeit getreten.
Cassel, 22. August 1907.
Kaiserliche Ober-Postdirektion.
Hoffmann. V 7021
Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 silberne Damenuhr.
Stehen geblieben: 1 Korb mit Gemüse auf dem Wochenmarkt. Abzuholen auf der Armenverwaltung, Langpraße 43.
Verloren: 1 Portemonnaie mit ungefähr 8 Mk., 1 silbernes Kettenarmband mit Kugel als Anhänger, 1 gold. Kinder-Kettenarmband.
Zugeflogen: 1 grüner Kanarienvogel.
Zugelaufen: 1 junger grauer Wolfsspitz.
Hanau den 26. August 1907.
Hus Hanau Stadt und Eand«
Hanau, 26. August.
* Vom Manöver des 18. Armeekorps. Der ungünstige Stand der Erntearbeiten in der Wetterau hat dieser Tage wieder eine Aenderung des Manöverplanes herbeigeführt. Der Exerzierplatz der 49. Infanterie- Brigade, die anfangs bei Södel-Wölfersheim üben sollte, ist in das Gelände zwischen Butzbach, Nieder-Weisel, Rockenberg und Griedel verlegt worden und das Regiment 115 wußte in Darmstadt verbleiben, um dort sein Regimentsexerzieren abzuhalten. Die beiden Infanterie-Regimenter 115 und 116 treffen voraussichtlich nächsten Mittwoch in den Orten zwischen Bad-Nauheim und Butzbach ein. Der Regimentsstab der 116er kommt nach Rockenberg. Um die Felder möglichst rasch vom Getreide freizumachen, gestattet die Militärbehörde gern, daß die Soldaten die Bauern bei den Erntenarbeiten unterstützen, und so sieht man nicht selten, daß die wackeren Krieger friedlich die Sense und den Bindstecken handhaben. Leider befindet sich noch viel unreifes Getreide im Feld. — Am Samstag trafen der Kommandeur der 49. Infanterie-Brigade, Generalmajor v. Hartmann und der Divisionskommandeur der 25. Division, Generalleutnant v. Strantz, in Butzbach ein und hielten die Regiments- besichtigung der 168er im Uebungsgelände ab. Reges Militärleben herrscht seit Donnerstag in Büdingen, Düdelsheim, Hainchen und Umgebung, dort sind die 81er (Frankfurt) und die 166er (Hanau) eingetroffen. In Büdingen liegt der Regimentsstab der 81er und 6 Kompanien, ca. 850 Mann, sie verbleiben im Standquartier bis 5. Sept. Der Stab der 166er liegt in Himbach. Die Regimenter 81, 80 und 166 (42. Jnf.-Brig.) begannen Freitag im Uebungsgelände nördlich von Düdelsheim ihr Regiments- und Brigade-Exerzieren. Die 21. Feldartillerie-Brigade, bestehend aus dem Regiment Frankfurt 63 und den 27ern, befinden sich auf dem Durchmarsch durch die südliche Wetterau und treffen nächste Woche in ihrem Uebungsgelände im südöstlichen Vogelsberg bei Gelnhaar, Niederseemen, Wenings, Bösgesäß ein, um am Orlesberg und Breiteloh Scharfschießen abzuhalten, ein Kommando erbaut gegenwärtig die Scheiben und Ziele.
* Automobile und Wagenführer. D?r Landrat des Kreises Gelnhausen sieht sich zu folgender Bekanntmachung veranlaßt: „Von verschiedenen Seiten ist bei mir Klage darüber geführt worden, daß Automobilfahrer von halbwüchsigen Burschen und Kindern in der unpassendsten Weise belästigt würden. Mehrfach sollen die Insassen von 21uto= mobilen mit Steinen oder Aepfeln geworfen sein. Auch leiden die Automobilfahrer darunter, daß die Führer von Lastwagen den 1 neu begegnenden Automobilen nicht ausweichen oder Zurufe der Führer nicht berücksichtigen, was in vielen Fällen dann seinen Grund haben soll, daß die Führer der Lastwagen schlafen. Die Herren Bürgermeister mache ich dafür verantwortlich, daß derartigen Belästigungen von Automobil- fahrern nach Kräften entgegengetreten wird und die Schuldigen energisch zur Rechenschaft gezogen werden." Die Auswüchse des tollen Automobilsportes sind sicherlich zu verurteilen, ^enso verwerflich ist aber auch die Böswilligkeit auf anderer Seite. Vor kurzem erst wurde uns ein Fall bekannt, daß der Kutscher eines Lohnfuhrwerksbesitzers in dunkler Nacht, ohne die Laterne an seinem Wagen angesteckt zu haben, auf der Leipziger Straße fuhr und durchaus nicht zu bewegen n>ar, einem herankommenden Automobil auszuweichen. Daß
er die Insassen des Wagens und schließlich sich selbst in größte Lebens gefa-hr brachte, schien dem Manne nicht zum Bewußtsein zu kommen. Hier können nur ganz empfindliche Strafen Wandel schaffen.
* Prämiiert. Auf der vom Verein für Züchtung reiner Hunderassen dieser Tage in Offenbach abgehaltenen Hundeausstellung erhielt Herr Polizeisergeant A. Kellner, Sternstr. 40 hier, für seinen Dackel einen 1. und 2. Preis, Herr Peter Oberländer hier für einen schwarz-roten Dachshund einen 2., 3. und 4. Preis. Herr Wilh. Z e h hier erhielt auf der gleichen Ausstellung für einen schwarzen Spitz einen 1. Preis.
* Silberne Hochzeit. Der Kassenbote Herr Wilhelm Holzapfel und dessen Ehefrau, wohnhaft Bruchköbelerlandstraße Nr. 26, feiern am Dienstag den 27. August das Fest der silbenen Hochzeit.
* Ausstellung. Der Bildhauer Herr Wilh. Götze in Groß-Gerau, ein Schüler der Kgl. Zeichenakademie zu Hanau bezw. des Herrn Professor Wiese, ist kürzlich zum erstenmale in die Oeffentlichkeit getreten und seine Produkte haben alsbald die Anerkennung der Presse gefunden. Ueber eine Ausstellung in Darmstadt schreibt das dortige „Tageblatt": Im großen Saale des Kunstvereins befindet sich eine Sonderausstellung von Bildern aus dem Nachlaß des Münchners Fritz Brandt. Im Nebensaal sind einige Plastiken, meistens Bronzen, von Wilhelm Götze in Groß-Gerau ausgestellt, in denen sich dieser als ein ausgesprochen moderner Künstler darstellt. Die beiden Bronzereliefs, Porträts des Großherzogs und der Großherzogin, muten wegen der Neuheit ihrer Auffassung etwas fremd an, sind aber in ihrer Ausführung tadellos. Sehr interessant ist das große, mit einem Blumenrahmen umgebene Relief, das wohl einen Bestandteil des Prinzessin Elisabethdenkmals bildet, zu dem ein Modell und eine Oelskizze ausgestellt sind. Außer einem Modell und einer in phantastischen, aber wirkungsvollen Farbentönen gehaltenen Oelskizze zu einem Richard Wagnerdenkmal enthält die kleine Sonderausstellung noch eine hübsche Bronzestatuette „Poesie", eine Skizze zu einem Kriegerdenkmal und einen in graziösen Formen gehaltenen „Beleuchtungstempel" aus echtem farbigen Material. Die Ausstellung läßt auf ein entschiedenes Talent mit stark ausgeprägter Eigenart schließen, und in diesem Sinne sei sie der Beachtung der Kunstfreunde empfohlen.
* Die Milchpreise. Gestern nachmittag fand in der Centralhalle eine vom Vorstand der vereinigten Landwirte von Frankfurt und Umgebung einberufene Versammlung der Milchproduzenten der hiesigen Gegend statt, die sich mit der Frage der Neuregelung der Milch preise beschäftigte. Es wurde nach längerer Aussprache eine Kommission gewählt, welche mit dem Verein der Milchhäudler hier in Unterhandlungen treten soll.
• Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Rassau. Für den Kreis Hanau — Stadt — stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kranken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Juni 1907 wie folgt:
• Verunglückt. Der bei dem Maurermeister Wirth in Hanau arbeitende Peter Uhrig aus Rüdigheim wurde Samstag nachmittag kurz nach 4 Uhr zwischen Hanau-Ost und Pulverfabrik in Klm. 24,5 an dem mit Drehkreuz versehenen Bahnübergang beim Überschreiten der Geleise von der Maschine des Personenzuges 893 überfahren und schwer verletzt. Das Unglück entstand dadurch, daß Uhrig, sich auf dem einen Geleise befindend, die Vorbeifahrt eines Güterzuges auf dem anderen Geleise abwarten wollte und dabei übersehen hatte, daß aus entgegengesetzter Richtung der Per- sonenzug 893 heranbrauste. Von der Maschine dieses Zuges erfaßt, wurde ihm das linke Bein abgequetscht, außerdem erlitt er Hautabschürfungen am Kopfe. Nach Anlegung eines Notverbandrs auf Haltestelle Pulverfabrik wurde er in das Krankenhaus St. Vincenz transportiert.
* Der Verein Der Hochfpeffartfrennde Rothenbuch, der am 1. Januar 1906 im ganzen nur 221 Mitglieder hatte, zählte am 30. Juni d. I. 2230 Mitglieder, es find ihm also im Laufe von IV» Jahren mehr als 2000 neue Mitglieder beigetreten. Der Umstand, daß der Verein, eingedenk seines Namens, bei seinen allmonatlichen Wanderungen nur in den Spessart geht, damit seine Mitglieder nach und nach alle Schönheiten dieses prachtvollen Gebirges kennen lernen, ferner die allgemein anerkannte Tätigkeit, die der Verein entfaltet sämtliche hübsche Punkte im Hochspessart durch deutlich markierte Wege den Naturfreunden leicht zugänglich zu machen, sowie der geringe Jahresbeitag von nur 1 Mark haben wesentlich zu dem raschen Emporblühen dieses rührigen Vereins beigetragen. Er setzt sich nicht aus einer Anzahl selbstständiger Vereine (Sektionen) zusammen, die mit ihm einen Verband bilden, dessen Leiter er ist, sondern er ist ein einziger großer, weit verzweigter Verein mit nur einem Vorsitzenden (Herrn Förster Hopf in Rotenbuch im Hochspessart), einem Schriftführer einem Schriftführer und einem Kassierer. Er hat zwar an verschiedenen Orten Abteilungen (bis jetzt 14) gegründet, doch sind diese nicht selbständig, sondern haben nur den Zweck neue Mitglieder auszunehmen, deren Jahresbeiträge zu erheban und an den Hauptkassierer abzuliefern. Anmeldungen werden entgegengenommen: In Hanau a. M. bei Herrn Ludwig Reuß, Französische Allee 18.
* Kaufmännische Lehrkurse. In dem heutigen rastlos vorwärtsschreitenden Zeitalter, welches namentlich an den Kaufmannsstand erhöhte Anforderungen stellt, ist cs für alle, die sich demselben widmen wollen, eine Hauptbedingung, sich mit den vielseitigen Fächern dieser Branche vertraut zu machen. Erst dann dürfte es ein leichtes sein, eine gut dotierte angesehene Stellung zu bekleiden. Günstige Gelegenheit zur Erlernung sämtlicher kaufmännischer Fächer bieten die täglich beginnenden Kurse in der Privat-Handelslehr- Anstalt M. Brückner, Hospitalstraße 43 hier. Die hervorragenden Erfolge, welche die Anstalt aufzuweisen hat, sind der beste Beweis für die Leistungsfähigkeit derselben. (Siehe Inserat.)
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Von der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie das Fürstentum Waldeck nmfastt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt-
9662 Altersrenten im Gesamt-Jahresbetrage von 1,351,733.70 M.
35161 Invalidenrenten „ , 5,203,300.20 ,
2907 Krankenreuten „ „ „ 469,322,— „
47730 Renten mit einem Gesamt-JahreSbetrage von 7,024,355.90 M.
Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod rc. erfolgten Abgänge Ende Juni 1907 noch zu zahlen.
2590 Altersrenten im Gesamt-Jahresbetrage von 395,028.50 M.
18698 Invalidenrenten „ , „ „ 2,841,502.— „
713 Krankenrenten „ „ , , 115,062,90 „
22001 Renten mit einem Gesamt-Jahresbetrage von 3,351,593.40 M.
Der von dem Reiche zu leistende Znschltß beträgt 1,100,050.— „
Mithin bleiben Ende Juni 1907 aus Mitteln der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau an Renten au zahlen jährlich ........ 2,251,543.40 M.
Vereins n. Berg nng unqsnachrichte n
für Mont ag den 26. August.
Allgemeine Lesegesellschaft: Nachmittags 5 Uhr: Generalversammlung in der Stadtbibliothek.
Kirchenchor der Marienkirche: Abends 8 Uhr: Probe in der Kirche.
Kirchenchor der Jobanniskirche: Abends 8 Uhr: Probe im UebuitgB» sülchen der Kirche.
Turn- u. Fechtklub: 6—71/»: Frauen-, 8'/-—10: Jugendabteilung. Evang. Männer- und Jünglingsverein.: Gesang (Ev. Vereinshaus.) Brieftauben-Klub: Versammlung in der Brauerei Orschler. Stenographen-Verein Stolze-Schrey: Vereinsabend in der „Sonne". Gesellschaft „Heilerer Bund": Vereinsabend im „Deutschen Schützen". Familien-Marken-Konsumverein „Einigkeit" : Abends 8—10 Uhr: Marken» anflage und Annahme neuer Mitglieder (Veeeinshaus „Concordia").
Verein „Hessischer Bund": Versammlung im „Hessischen Hof".
Freiwillige Feuerwehr, 4. Komp., Zusammenkunft im „Schützenhof", Verein „Unner uns": Zusammenkunft »zu den vier Jahreszeiten".
Erste Hanauer Karnevalgesellschaft: Vereinsabend im „Deutschen Haus". Gesellschaft „Lustige Brüder": Klubabend bei Heinrich Vowiukel.
Verstergerungs- re. Kalender
für Dienstag den 27. August.
Vormittags 8 resp. 9 Uhr soll in den Anlagen zu Wilhelmsbad bat Grummetgras sowie die Roßkastanienernte meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft: Kleine Wirtschaft.
Vormittags 10 Uhr sollen auf dem Hofe der Ulanen-Kaserne dahier sechs zum Kavalleriedienst nicht mehr geeignete Dienstpferde meistbietend gegen Barzahlung verkauft werden.
Für ErrichLiurg eines Ausstchtsturnres auf dem
Buchberge bei Langenselbold
gingen ein:
B.-T. „Gasthaus zur goldnen Krone" in Niederrodenbach ....
1.
1.
Georg Schwindt in Niederrodenbach . Voriger Betrag.....1710.00
Zusammen bis setzt 1712.00 Mk.
Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die
Redaktion des „Hanauer Anzeigers"