Einzelbild herunterladen
 

Westes

vez«sSpreUr

Btetdi^rfi^ 1,80 Mk., monatlich 60 Vg., fit cti* WÄkti-e Abonnenten mit dem betreff mben Postaufjcht«^ Dir Einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

EinrLSungsge-üqe,

Uotstionrdrnck und Verlag der Buchdruckers de» orvei«. ö. Daiienhause« ie H««.

General-Anzelgcr

AMchts Olgas für Stadt- nnü FaadKrtis Hess».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die süuszessâir Petitzeile oder deren Rau-n SO PsK, in Reklameateil die ßeiu

SerantmsrU. Redakteur: G. Schrock«» « H«««-

Nr. 97 Fernsprechanschlutz Nr. 605.

^w^g^^aS!g^MM,^"^8

Amtliches.

Candkreis Ranau.

BckMtmhiUtn des Köiiiglicheii Lluidretslimts.

Unter den Schweinen zu Hütteugesäß ist die Schweine- seuche erloschen.

Hanau den 23. April 1907.

Der Königliche Landrat.

V 2807 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Unter den Schweinen zu Langendiebach ist die Schweme- seuche erloschen.

Hanau den 23. April 1907.

Der Königliche Landrat.

V2761 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Unter den Schweinen zu Rückingen ist die Schweine« seuche ausgebrochen.

Hanau den 24. April 1907.

Der Königliche Landrat.

V 2750 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Unter den Schweinen zu Großkrotzenburg ist die Schweine- seuche festgestellt worden.

Hanau den 23. April 1907.

Der Königliche Landrak.

V 2762 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

$*i^ Kreismein Sana«.

Nächste Versammlung Samstag den 27. d. M., Nachmittags 2^2 Uhr, im Gasthauszum g old neu Löwen" hier.

Tagesordnung r

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Besprechung über die im laufenden Somnker abzuhaltenden Wanderversammlungen.

3. Vortrag des Viehzuchtinspektors Herrn Amtsrat Vaupel über Schweinezucht.

4. Sonstige Mitteilungen.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt­machung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.

Hanau, den 20. April 1907.

Der Königliche Landrat. v. Beckerath.

Gkfmidcne lind verlorene Gcneiistiinde re.

Gefunden: 1 Gummireif von einem Kinderwagen, 1 brauner Spazierstock, 1 schwarzlederner Damengürtel, 1 Sturmlaterne, 1 Hunde-Maulkorb.

Verloren: 1 Kneifer.

Zugelaufen: 1 schwarzer Dachshund w. Geschl.

Entlaufen: 1 deutscher Schäferhund m. Geschl.

Hanau den 26. April 1907.

Hus Ranau Stadt und Tand.

Hanau, 26. April.

* Die Sitzungen des Landesausschuffes für das Verwaltungsjahr 1907 sind wie folgt festgesetzt worden: 1. die nächste Sitzung: alsbald nach Schluß des Kommunal- Landtags, voraussichtlich am 8. Mai; 2. die ferneren Sitzungen : am 24. Juni, 9. September, 11. November 1907 ; Festsetzung der Januar-Sitzung in 1908 vorbehalten.

* Landeskreditkaste. Das Vermögen der Landes­kreditkasse beziffert sich nach der neuesten Abrechnung auf 150 026 935 Mk. Der Reservefond auf 4 278 472.83 Mk. _ * Falsches Gerücht. Heute morgen war in unserer ^tadt das Gerücht verbreitet, Se. Majestät der Kaiser werde zur Besichtigung der Garnison hier eintreffen. Das Gerücht ist unbegründet.

* Eine Konferenz für gemeinnützigen Arbeits­nachweis fand gestern unter dem Vorsitz des Ober­präsidenten Exzellenz v. W i n d h e i m aus Casse lm Sitzungs- l5^e der Stadtverordneten zu Frankfurt a. M. statt. Der Vorsitzende begrüßte insbesondere die Vertreter der groß- herzogiich hessischen und fürstlich waldeckschen Regierung, sowie des Oberpräsidenten der Rheinprovinz und des Ver­bandes für deutsche Arbeitsnachweise. Er führte aus, es sei wünschenswert, daß in unserer Provinz ein Verband der Arbeitsnachweise geschaffen werden möge, wie er be-

Freitag den 26. April

reit? in Baden, Bayern, Elsaß, Westfalen, der Rheinprovinz und in Luxemburg besteht. Durch den neu zu gründenden Verband soll die Kette der Arbeitsnachweise geschlossen werden. Stadtrat Dr. Flesch begrüßte anstelle des erkrankten Oberbürgermeisters die Versammlung im Namen der Stadt Frankfurt. Er führte aus, daß man in Frankfurt schon Ende der 80er Jahre einen Arbeitsnachweis schuf, der alsbald an Ausdehnung und Be­deutung gewann, so daß es ratsam erschien, mit anderen Städten in Verbindung zu treten. Die Nützlichkeit dieses Gedankens wurde zwar bereitwillig anerkannt, aber das Interesse daran erlahmte nur zu bald. Erfreulicherweise hat sich nun die Regierung bereit gezeigt, sich der Angelegenheit anzunehmen. Der Redner wünscht, daß den Städten auch künftig gebührender Einfluß auf diele Einrichtung gewahrt bleibe. Dr. Freund-Berlin, als Vertreter des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise, dankte dem Oberpräsidcnten für die Anregung zur Gründung des neuen Verbandes. Dadurch werde es erleichtert, die Arbeitsuchenden soweit als möglich den Arbeitsgelegenheiten zuzuführen. Namentlich toLb da­durch die vielfach so schädliche gewerbsmäßige Arbeitsvermitt­lung ausgeschaltet werden. Man werde sich mit den Ver- pstegungsstationen und Arbeitsstätten in Verbindung setzen müssen, doch dürfe man nicht vergessen, daß die wandernde Arbeitslosigkeit überhaupt nach und nach beseitigt werden soll. Der Arbeitsnachweis hat drei Hauptziele: die Ueber­sicht über die Arbeitslosigkeit, die Regulierung des Arbeits- morstet und die Schaffung einer Basis für andere wichtige sozialpolitische Maßnahmen, wie z. B. für die Arbeitslosen- fürsorge. Gutsbesitzer Bartmann-Lüdicke, der Vertreter der Landwirischaftskammer Wiesbaden, bemerkte, daß es für den kleinen Bauern in unserem Gebiete sehr schwer gewesen sei, landwirtschaftliche Arbeiter zu bekommen. Die neue Einrichtung könne darin vielleicht eine Besserung bringen. Dr. Stehli als Vertreter der Landwirtschaftskammer Cassel stimmte ebenso der Gründung des Verbandes zu. Die Kammer werde dahin zu wirken suchen, daß die neue Ein­richtung auch der Landwirtschaft nützlich werde. Pfarrer Teudt-Frankfurt sprach im Namen des Hessen-nassauischen Herbergsverbandes. Mit den meisten Herbergen ist eine Art von Stellenvermittlung verbunden und die Gründung des Verbandes erleichtert auch deren Tätigkeit. Dieser, wie der vorige Redner wiesen auf die Verderblichkeit der privaten, geschäftsmäßigen Stellenvermittlung hin. Landrat v. Brüning führte aus, der Arbeitsnachweis in den Ver- pflegungsstationen hätte nicht viel Erfolg gehabt, weil die Arbeitgeber nicht gerne Arbeiter daher bezögen. Vielleicht könne der Verband darin Wandel schaffen. Bürgermeister Dr. Schmidt-Mainz ist der Ansicht, daß Hessen allein keinen Verband gründen könne, sondern daß die Nachbargebiete mit einbezogen werden müßten. Daher sei die Gründung des neuen Verbandes sehr zu begrüßen. Bürgermeister Hollander-Mannheim machte darauf aufmerksam, daß die Zugehörigkeit zu mehreren Verbänden für badische Städte, wie Mannheim und Heidelberg, kaum förderlich sein dürste. Diese Städte müßten sich wohl baraitf beschränken, dem all­gemeinen badischen Verbände und außerdem noch einem Lokal- verband anzugehören. Seine Zustimmung zur Gründung d-s Verbandes, der sich über das Großherzogtum Hessen, das Fürstentum Waldeck, den Kreis Wetzlar und die gesamte Provinz Hessen-Nassau erstrecken soll, sprach auch der Ver­treter der hesnschen Regierung, Regierungsrat Pfister, aus. Der Vertreter des Fürstentums Waldeck, Regierungsrat Schmidt, erklärte selbst seine Zustimmung. Andere Redner traten für die Berücksichtigung strafentlassener Gefangener ein, sowie für das Zusammenwirken der Wanderarbcitsnach- weise mit dem Verbände. Landrat v. Sartorius aus Wetzlar glaubt den Beitritt des Kreises zum Verbände in Aussicht stellen zu können. Bei Beratung der Satzungen wurde unter anderem beschlossen, daß den der Provinz Hessen-Nassau benachbarten Gebieten der Anschluß sreigestellt werden solle. Der Verband sollVerband mitteldeutscher Arbeitsnachweise" heißen und seinen Sitz in Frankfurt haben. Der Vorstand wird auf drei Jahre gewählt und besteht aus dem Vorsitzenden und zehn Mitgliedern. Er kann sich je zwei Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer kooptieren. Er wählt aus seiner Mille zwei Stellvertreter für den Vor­sitzenden sowie den Geschäftsführer. Nach Beratung der Satzungen er'olgte die Konstituierung des Verbandes und die Wahl des Vorstandes. Gewählt wurden: Oberbürgermeister Dr. Adickes-Frankfurt zum Vorsitzenden, Stadtrat Dr. Flesch- Frankfurt, sowie je vier Vertreter des preußischen und des hessischen Verbandsgebietes zu Mitgliedern. (Jnt.-Bl.)

* Die Einrichtung der Hausbriefkasten, das sind Briefkasten, welche der Wohnungsinhaber zur Einlegung

Mernsprtchanschlntz Nr. 605. 1907

von Briefschaften am Eingang seiner Wohnung anbringt, hat am hiesigen Orte in den letzten Jahren zwar in erfreu­licher Weise zugenommen, aber noch immer nicht die Ver­breitung gefunden, welche sie im öffentlichen Interesse ver­dient und in vielen andern Orten erlangt hat, wo der Haus­briefkasten als selbstverständlicher Zubehörteil zu jeder Wohnung betrachtet wird. Hausbriefkasten bieten in erster Linie den Vorteil, daß der Briefträger, ohne auf den Erfolg des Klingelns und auf das Oeffnen der Tür warten zu müssen, die vorliegenden Briefschaften abgeben kann. Wenn man bedenkt, wie oft der Briefträger auf seinem Bestellgang auf das Oeffnen der Tür, nachdem er vielleicht schon durch mehrmaliges Klingeln sich bemerkbar gemacht hat, warten muß, und wie oft er, wenn er vor verschlossene Türen kommt, zwei- und dreimal derselben Sendung wegen viele Treppen wieder hinaufstcigen muß, so läßt sich ermessen, welche Beschleunigung in der Briefbestellung eintritt, wenn der Briefträger durch das Einlegen der Briefschaften in die Hausbriefkasten des Wartens und der mehrmaligen Wieder­kehr enthoben ist. Der Gewinn in der frühzeitigeren Em­pfangnahme der Postsendungen würde bald jedem einzelnen fühlbar werden. Daß der Neugier des Dienstpersonals, in das Geheimnis der Briefschaften einzudringen, beim Vor­handensein eines Hausbriefkastens ein Riegel vorgeschoben wird, sei noch nebenbei erwähnt, ebenso daß auch andere Mitteilungen wie Besuchskarten, Zeitungen usw. durch den Hausbriefkasten bequem und sicher übermittelt werden. Wo ein abgeschlossener Korridor vorhanden ist, wird der Haus­briefkasten am zweckmäßigsten an der Innenseite der Korri­dortür nnier Herstellung eines Einwurfsspaltes in der Tür angebracht; andernfalls ist der geeignetste Platz neben dem Klingelzuge oder wo ein solcher nicht vorhanden ist, an einer passenden Stelle zum Wohnungseingang. Wer also sich selbst eine Bequeinlichkeit und eine schnellere und sichere Zu­führung der Postsendungen sowie zugleich dem Briefträger eine Erleichterung seines oft schweren Dienstes verschaffen will, der bringe an seiner Wohnung einen Hausbriefkasten an, dabei wird zweckmäßig darauf Bedacht zu nehmen sein, die Kasten selbst und ihre Einwurfsöffnung so groß und weit zu wählen, daß auch stärkere und längere Briefe sowie namentlich Zeitungen hineingelegt werden können. An Ge­schäften, wo solche Briefkasten billig zu haben sind, fehlt es auch hier am Orte nicht.

* Stenographenverein (Babelsberger. Hierdurch machen wir nochmals auf den am nächsten Sonntag den 28. Avril hier in der Turn alle stattfindenden Bezirkstag des Bezirks Offenbach aufmerksam und laben hiermit ganz be­sonders auch unsere älteren Mitglieder zur Teilnahme an den Veranstaltungen ein. Wir führen die Reihenfolge derselben in der Hauptsache hier an: Morgens 10 Uhr Wettschreiben, mittags 1 Uhr Festtafel, nachmittags 3 Uhr geschäft'iche Ver­handlungen, abends 7 Uhr gemütliche Abendunterhaltung. Die von den auswärtigen Kunstgenossen eingegangenen An­meldungen versprechen einen abwechselungsreichen Tag.

* Der Verein der Spesfartfreunde, Zweigvereln Hanau, stellt seinen Mitgliedern Mitgliedskarten pro 1907 des Deutsch-Oesterrcichisch-Schweizerischen Fremdenverkehrs- verein, nach welcher der Inhaber der Karte in mehr als 600 Hotels einen Rabatt bis zu 25 pCt. genießt, gratis zur Verfügung. Ausgabe der Karten beim Kassierer be* Zweigvereins, Heinrich Heintz, Lindenstraße 3.

* Neues aus dem Frankfurter Zoologischen Garten. Infolge des milden Wetters war es möglich in den letzten Wochen Tiere der verschiedensten Gruppen im Zoologischen Garten neu einzustellen. Unter den Säugetieren ist es besonders eine Herde der beweglichen Malbrack-Meer­katzen, die im Affenhause gegenwärtig das Hauptinteresse der Besucher erweckt. Die Nagetiersammlung wurde durch ein Uerfon oder Baumstachelschwein vermehrt, das in seinem Vat'rlande Nordamerika als schlimmster Forstschädling ver­folgt wird. Ein Klippschliefer, ein eigenartiges kleines Huf­tier, das in seinem äußeren Aussehen ein Nagetier vortäuscht, ist in dem Hause für kleine Säugetiere untergebracht. Die Fasanen-Gallerie wurde durch Pfauenfasanen und Ohrfasanen erweitert, ein Aguja, die schönste und bunteste Bussardenart, wurde aus Süd-Amerika bezogen und ein Halsband-Kranich, eine der größten bekannten Kranicharten befindet sich in einem Außenkäsig des Jnsekten-Hauses, in dessen Innerem bereits zahlreiche Schmetterlinge aus verschiede­nen Weltteilen ihren Puppen entschlüpft sind. Di? Anlagen, die gegenwärtig ihr anmutiges Frühlingskleid tra­gen, sind in mehrfacher Weise verändert und verschönert worden und schon leuchten die ersten bunten Kinder FloraS aus ihrer frischgrünen Umgebung.