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Die einzeine Nummer lostet 10 Pfz»
MßtatisnSdruck und Verlag der Vuchdruölerk »N aeteiK, AK Waisenhauses in Hanau»
General-Anzeiger
KUlliâts Organ für Stadt- und Fandvets Sanaa.
Erscheint täglich mü LuSnahme der Lana- and Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Mt. 275 Fernsprechanschitts; Nr. 605»
Montag den 25. November
Elurückungsgedü-r r
Die süafgespâlu Petitzeil« oder der« Rau« 30 M.
M RtflamtntcÜ die Zeile 36 Pfz.
Serautmortl. Nedalteurr G. Schreck«, in Haâ
^ernfprechanschluß Nr. 605» 1907
Amtliches.
Eandkreis Ranau.
Anilins im toi! tu M KSüilslicht« 8aiidratS«tS.
Unter den Schweinen zu Hüttengesäß ist die Gchweine- seuche erloschen.
Hanau den 22. November 1907.
Der Königliche Landrat.
V 11551 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Bei der heutigen Kreistags-Ersatzwahl im Wahlverband der größeren Grundbesitzer wurde
Herr Amtsrichter Dr, Heldmann in Bergen als Kreistagsabgeordneter gewählt.
Hanau den 22. November 1907.
Der Königliche Landrat.
A 3915 v. Beckerath.
Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.
Die Plätze für den Donnerstag den 19. Dezember d. J. beginnenden Weihnachtsmarkt werden Dienstag den 17. Dezember 1907, nachmittags 8 Uhr, auf dem Marktplatz verlost.
Die näheren Bedingungen werde« vor der Verlosung bekannt gegeben.
Hanau den 19. November 1907.
Der Magistrat.
____________________Hild._________ 25113
Gtsnndcne und verlorene Gegenstände re.
Auf dem Bureau der Armenverwaltung stehen geblieben: 1 Milchkanne nebst Maaß. Abzuholen daselbst.
Hanau den 25. November 1907.
Politische Rundschau.
Ehrengerichtliches Verfahren gegen Graf Hohenau. Auf Befehl des Kaisers ist gegen den früheren Kommandeur des Regiments der GardedukorpS, späteren General und Brigade-Kommandeur Grafen Hohenau, der außerdem General â la suite deS Kaisers war, ein ehrengerichtliches Verfahren unter dem Vorsitz deS Generats und Generaladjutanten von Loewenfeld eingeleitet worden. Graf Hohenau hat sich sittliche Verfehlungen zuschulden kommen lassen. Inwieweit diese Verfehlungen im Sinne des Gesetzes
Feuilleton.
Mskichllkmzllt in der Wnnièkirche.
= Hanau, 25. November.
Wir sind es seit einigen Jahren gewohnt, daß der Kirchengesangverein der Johanniskirche dem zu Ende gehenden Kirchenjahr durch ein Volkskirchenkonzert die Schlußweihe gibt, wodurch der Totensonntag, dem Charakter und JahreS- zeit ein ernstes düsteres Gepräge geben, einen verklärenderen Ausklang nimmt. So war es auch am gestrigen Sonntage, der uns das 5. Volkskirchenkonzert in der geradezu überfüllten Johanniskirche brachte. Auch diesmal" verdient daS ernste Bestreben gewürdigt zu werden, den Zuhörern nicht nur religiöse Erbauung, sondern auch einen erlesenen Kunst- Trnuß zu bieten. Schon das Programm, daS in seinen einzelnen Nummern auS der umfangreichen Literatur der kirchlichen Musik zweier Jahrhunderte, soweit eS der gezogene enge Rahmen gestattete, vom Guten das Beste brachte, ließ olkfe Tendenz erkennen und legte von der künstlerischen Befähigung des trefflichen Dirigenten Herrn W. Breidenbach wiederum das beste Zeugnis ab. Mehr aber noch zwangen die Leistungen, die Darbietungen des Vereins und der Mitwirkenden die zahlreichen Besucher, welche, wie schon bemerkt, die Räume des Gotteshauses bis auf den letzten Platz füllten, zu rückhaltloser Anerkennung. Manchmal mochte man es bedauern, daß der Ort der Veranstaltung einen lauten Beifall nicht zuließ. Mit dem virtuos vorgetragenen Orgelspiel „Pastorale" von J. Rheinberger (Herr C. Ä l t) wurde das Konzert eingeleitet. Auch durch ein später gebotenes Choralvorspiel „Was mein Gott will" von C. F. Engelbrecht zeigte sich Herr Organist C. Alt als Meister der Orgel. Fräulein Amalie Zehner- Hanau hatte ihre W$W Mitwirkung ebenfalls WieMt. Di« iMmn, chre
oder entsprechend der allgemeinen Auffassung gegen den § 175 verstoßen, wird dir Untersuchung ergeben. Die Zeugenvernehmungen haben bereits begonnen. — Graf Hohenau war bekanntlich einer der Herren, die in der „Zukunft" als normalwidrig bezeichnet wurden. Er wurde damals verabschiedet. Graf Hohenau besitzt zurzeit noch das Recht, die preußische Generalsuniform zu tragen, er bezieht auch die gesetzliche Pension.
Parlamentarische Nachrichten. Der volksparteiliche LandtagSabgeordnete und frühere Reichstagsabgeordnete Friedrich Haußmann ist in Stuttgart im Alter von 51 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Friedrich Haußmann war der Zwillingsbruder Konrad Haußmanns und übte mit diesem gemeinschaftlich die Rechtsanwaltspraxis auS. — Im Reichstage trat am SamStag vor Beginn der Plenarsitzung der Seniorenkonvent zu einer Beratung zusammen. Es wurde beschlossen, die erste Etatsberatung am künftigen Donnerstag beginnen zu lassen. Montag und wenn nötig die folgenden Tage werden Interpellationen behandelt werden: zunächst die Interpellation die Lebensmittel betreffend, sodann die Interpellation betreffend die Kohlennot; diesen wird sich später, sobald die Zeit eS erlaubt, die Interpellation über den hohen Diskont anschließen. Es folgen dann je nach der vorhandenen Zeit die Vorlage betreffend die Bauforderungen und über den Versicherungsvertrag. An die Etatsberatung sollen sich ferner anschließen die Beratung deS Vereins- und des DörsenqesetzeS. Es ist beabsichtigt, die Weihnachtsferien mit dem 21. Dezember beginnen zu lassen.
Neber die Vorgänge in Portugal wird amtlich in Abrede gestellt, daß zwischen dem König und b^m Kron-' Prinzen Meinungsverschiedenheiten bestehen; auch sollen die pessimistischen Gerüchte, die über Heer und Marine, über Attentate usw. verbreitet werden, jeder Grundlage entbehren.
Die Vorgünse in Rußland.
Petersburg, 23. Novbr. Die heutige Duma-Sitzung dauerte von 2 bis halb 7 Uhr. ES wurde lediglich über die Zusammensetzung der Kommissionen verhandelt. Die entsprechenden Vorschläge der Oktobristen wurden angenommen. Die Verhandlung über die Ergebenheitsadresse an den Kaiser ist auf DienStag vertagt worden.
Baku, 23. Novbr. Zwanzig Räuber drangen an Bord deS der kaukasischen Handelskompanie gehörigen Schiffes „Zesarewitsch", das die Post nach Krosnorodsk brachte. Sie nahmen die Post weg, nötigten den Kapitän, in der Nähe von Baku anzuhalten und verschwanden bei dem Dorfe Zikh.
Petersburg, 24. Novbr. Wie die Petersb. Telegr.-Ag. mitteilt, ist die Meldung eines Berliner Blattes, ein als Oberst verkleideter Mann habe in die Wohnung deS Ministerpräsidenten Stolypin einzudrlngen versucht, vermutlich um ein Attentat zu verüben, vollständig aus der Luft gegriffen.
vorzügliche Schulung zeigenden Stimmittel verhalfen der beliebten Sopranistin im Verein mit der geschickten Auswahl der empfinduugsvoll vorgetragenen Lieder zu einem vollen Erfolg. Mitglieder der Hanauer Ulanenkapelle boten den von I. G. Herzog für Hörner bearbeiteten Text „Herr, nun lässest bu". rc., worauf eine kurze, aber mächtig ergreifende Ansprache des Herrn Pfarrer Lambert folgte. Ein weiterer Vortrag des Kirchengesangvereins „Jerusalem, du hochgebaute Stadt", der ebenfalls wie die vorhergehenden rein intoniert und klangschön zu prachwoller Wirkung kam, beschloß diese Darbietungen. Ein allgemeiner Gesang „Wenn dann zuletzt," der mit Hörner- und Orgelbegleitung gewaltig wirkte, und ein Orgelnachspiel bildeten den würdigen Schluß des Konzertes, dessen Verlauf dem veranstaltenden Verein und seinem Dirigenten zu großer Genugtuung gereichen muß.
V. Wissenschaftliche Sitzung Der Senckenbergischen Naturforfchenden Gesellschaft.
Frankfurt a. M., 23. November 1907.
Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knoblauch.
Der Vorsitzende erinnert daran, daß mit dem gestrigen Tage neunzig Jahre seit der Gründung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft verflossen sind, und gedenkt mit ehrenden Worten der Gründer der Gesellschaft, des Stiftsarztes Philipp Jakob Cretzschmar, dessen Marmorbüste für die heutige Sitzung im Hörsuale Aufstellung gefunden hat, eines Simon Moritz von Bethmann, Joachim Andreas Grunelius, Karl Heinrich Georg von Heyden, Ludwig Dauiel Jassoy, Friedrich Metzler, Johann Georg David Melber, Mathias Wilhelm de Neufville, Salomo Friedrich Stiebel u. a. „Namen sind es von hohem Klang in der Geschichte der freien Stadt Frankfurt und wir sind glücklich, daß wir heute noch, nach 90 Jahren, die Söhne und Enkel, ja Urenkel jener Männer zu unseren Mitgliedern zählen." „Mit dem Geiste der wissenschaftlichen Erkenntnis gleichen Schritt tu halten und durch Schaffung einer alle Fächer
Wladiwostok, 24. Novbr. Die Untersuchung über di« Meuterei eines MineurbataillonS am 29. Oktober und mehrerer Torpedoboote am 30. Oktober ergab Schuldbeweise für 198 Untermilitärs deS Mineurbataillons, dreier Torpedoboote, deS Kreuzers „ASkold" und der 15. Kompanie deS sibirischen Geschwaders. Diesen, den Kommandeuren zweier Torpedoboote und zwei Bauern wird seitens der Militärgerichte der Prozeß gemacht. Die Verhandlung wird morgen unter dem Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden.
Odessa, 24. Novbr. Vor dem Kriegsgericht werben demnächst zwei Personen, ein Student unb ein Bauernmädchen, sich unter der Anklage zu verantworten haben, im Frühjahr 1907 im Verein mit anderen Personen einen gewissen Melnikow, Mitglied deS russischen Verbandes, gemartert zu haben. Die Angaben Melnikows riefen damals ungeheure Erregung hervor.
Dic Lage in Marokko.
Lalla Maruia, 28. Novbr. Zwei Kompanien Streit Heute, zwei Kompanien Zuavcn, eine Kompanie der Fremdenlegion, eine Schwadron SpahiS, eine halbe Batterie Feldartillerie und eine halbe Sektion Gebirgsartillerie sind vor Mitternacht unter dem Kommando des Obersten Felineau inS Gebiet der Beni Snassen abmarschiert. Seit 7 Uhr morgens hört man ohne Unterbrechung Kanonendonner von dem Hügel Derbuch her.
Lalla Marnia, 23. Novbr. Die Expeditton gegen die Beni Snassen verfolgte den Zweck, sie zur Zahlung einer Kontribution von 5000 Francs zu zwingen, die sie wegen ihres im Oktober auSgefühtten Angriffes versprochen hatten.
Paris, 24. Novbr. Einer vom 21. November datierten Meldung anS Casablanca zufolge besichtigte General Drude am letzten Mittwoch die Verteidigungswerke von Casablanca, von denen mehrere noch im Bau sind; die FortS sollen einen vollständigen Ring um Casablanca bilden und die Stadt sowie das Lager vor den Angriffen der Eingeborenen schützen. — Die Spanier beginnen mit dem Bau von Winterbaracken. Die spanische Kavallerie ist jetzt völlstcindtg in die Heimat zurückgezogen worden; es bleiben nur eine Abteilung des 69. Infanterieregiments und einige Geniesoldaten zurück.
Oran, 24. November. Eine RekognoSzierungSabteilung wurde in den Schluchten am Flusse Kiß von einer großen Zahl Marokkaner angegriffen. Der Kampf bauerte von acht Uhr morgens bis mittags. Auf Seiten der Franzosen wurden sechs Mann verwundet. Die Marokkaner zogen sich schließlich zurück; die französischen Truppen besetzten den Platz uns nahmen viel Vieh.
Deutscher Reichstag.
Sitzung vom 23. November.
DaS Haus ist gut besucht.
Am BundesratStische: von Loebell, Nieberbing, von Schoen.
der Naturwissenschaft umfassenden Sammlung ihren Mitbürgern nützlich zu werden, — so heißt es in der Urkunde, die in dem Grundstein des alten Museums am Eschenheimer Tor verwahrt ist — in dieser Absicht konstituierte sich die Gesellschaft am 22. November 1817. Doch hatte sie nichts zur Ausführung ihres Planes als den guten Willen und die kräftige Tätigkeit ihrer Mitglieder. Ihre Erwartungen gründeten sich auf wohlwollende Unterstützung, welche sie in der Grossmut der Bürgerschaft dieser freien Stadt zu finden hoffte und fand.“
Seitdem find 9 Jahrzehnte verflossen. Unser Museum möge Zeugnis ablegen, wie unsere Vorgänger und wir das teure Vermächtnis der Gründer unserer Gesellschaft gewahtt haben! Welch ungeheuren, nie geahnten Aufschwung haben die biologischen Wissenschaften in den letzten 90 Jahren genommen ; und wenn eS uns gelungen ist, mit diesem Aufschwung g l e i ch e n S ch r i t t zu halten, wie eS in der Absicht unserer Vorfahren gelegen hat, wenn wir unsererseits einen kleinen Anteil an den glänzenden Ergebnissen der Naturforschung nehmen konnten, so ist dies nur möglich gewesen, weil die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft — dankbar bekennen wir eS — heute wie ehedem „auf die wohlwollende Unter stützung gegründet i st, welche sie in der Großmut der Bürgerschaft dieser Stadt zu finden hofft« und fand."
Nach diesen einleitenden Worten des ersten Direktor- Halt Dr. med. Hans Hübner den augekündigten Vortrag:
„Das Licht als Heilmittel".
Ausgehend von den primitiven Versuchen, bad Sonnenlicht selbst in der Heilkunde zu verwenden, schildert der Redner den gewaltigen Aufschwung, den die Lichttherapie in den letzten Jahren genommen hat, nachdem es der Technik, speziell der Elektrotechnik, gelungen ist, Lichtquellen zu lchMn^ii WH roiit «scher W toMÄawm^^