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NMânrdruck und Verlag der Buchdruckerei dB verein»
** Waisenhauses in 0aâ Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- and Feiertage, mit belletristischer Beilage,
5 Nr. 250 ffernsprechanschlutz Nr. 60$. Freitag den 25. Oktober
Amtttch-S.
K Landkreis Ranau.
Bekannt», lihiügtii des KdniMen Landratsan-tS.
Der Landweg von Eichen nach Altenstadt wird von Station 7,7 bis 9,74-14 wegen Ausführung von Dampfwalzarbeiten von Freitag den 25. Oktober ab bis einschl. Montag den 4. November 1907 für Fuhrwerke mit einem Ladegewicht über 20 Ztr. gesperrt.
Ich ersuch« die Ortspolizeibehörden der in Betracht kommenden Gemeinden dies ortsüblich bekannt zu machen. Zuwiderhandlungen werden auf Grund der Reg.-Pol.-Ver. vom 6. April 1877 (Reg.-Amtsbl. S. 137) mit 10 bis 80 Mark oder hilssweiser Haft bestraft.
Hanau den 24. Oktober 1907.
Der Königliche Landral.
V 10286 I. A.: C onr ad, Kreissekretkr.
Aus Staatsmitteln können zu Gemeinde-Obstpslan» zungen und Mnsteranlagen Beihilfen gewährt werden, die je nach der Leistungsfähigkeit stets nur einen Teil der mit dem Ankauf und der Anlieferung der Bäume verbundenen Kosten ausmachen sollen. Sie werden ferner nur dann bewilligt, wenn die Bodenverhältnisse sich für den Obstbau überhaupt eignen, die pflegliche Unterhaltung und Behandlung durch Uebernahme entsprechender Verpflichtungen, wie Bestellung von Baumwärtern gesichert ist und nur gutes sortensicheres Material auS einheimischen Baumschulen in möglichst wenigen anbauwürdigen Sorten verwendet wird.
Etwaige Anträge auf Gewährung von Beihilfen in 1908 sind mir bis zum 15. November d. J. einzureichen. Dem Anträge ist ein Kostenanschlag beizufügen und anzugeben, in welcher Höhe die Beihilfe erbeten wird.
Hanau den 16. Oktober 1907.
Der Königliche Landrat.
V 9969 I. A.r Conrad, Kreissekrâ
Unter den Schweinen zu Dörnigheim ist die Schweineseuche festgestellt worden.
Hanau den 24. Oktober 1907.
Der Königliche Landrat.
V 10246 I. A.r Conrad, Kreissekretâr.
Unter den Schweinen zu Hüttengesäß ist die Schweine- leuche festgestellt worden.
Hanau den 24. Oktober 1907.
Der Königliche Landrat.
V 10209 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.
Die Hebeliste über die Beiträge zur Hand- Werkskammer für das Jahr 1907 liegt vom 28. d M. ob zwei Wochen lang im Bureau der städtischen Steuerverwaltung, Marktplatz 14, 1 Treppe, Zimmer Nr. 28, aus.
Einsprüche sind binnen einer Frist von 4 Wochen, beginnend mit dem ersten Tage nach Ablauf der AuSlegungs- frist bei uns anzubringen.
Hanau den 22. Oktober 1907.
Der Magistrat.
Bode. 21917
Ansschreiben.
Es wirb um Auskunft über den Aufenthaltsort des Dienstmädchens Frieda Röhel, geboren am 7. April 1889 zu Hanau a. M., ersucht.
Frankfurt a. M. den 21. Oktober 1907. 21921
Königliches Amtsgericht Abteilung 25.
LMmrWsWer Streiterei« Kim.
Di« für nächsten Samstag anberaumte Versammlung ist auf einen späteren Termin
verschoben
worden.
Geaeral-Anzeiger
AMchts Orga« für Stadt- «ad Faadkrets Hanan.
Politische Rundschau.
Verhaftung eineS französischen Schisisfähnrichs wegen Spionage. In Toulon wurde gestern ein Schiffsfähnrich Namens Ulmo unter dem Verdachte der Spionage und des Betruges verhaftet. Unter anderem soll er ein Signalbuch und einen Chiffreschlüssel entwendet haben. Er selbst hatte, wie die Blätter melden, in einem anonymen Schreiben dem Marineminister für die Summe von 150 000 Francs verschiedene Dokumente angeboten und gleichzeitig für den Fall der Ablehnung gedroht, die Schriftstücke einer fremden Regierung zu verkaufen. DaS Ministerium ging scheinbar auf den Handel ein, und der Fähnrich bestimmte Ort und Stunde der Uebergabe der Dokumente. Ein Unteroffizier wurde damit betraut, die Schriftstücke zu übernehmen. Ulmo bedrohte den Unteroffizier zuerst mit dem Revolver, er wurde jedoch rasch entwaffnet und festgenommen. Er erklärte, er habe Geld gebraucht, um die Wünsche seiner Geliebten zu befriedigen. — Die Staatsanwaltschaft beim Seine- Tribunal hat mit Einverständnis des Marineministers den heute bei Toulon unter dcm Verdachte der Spionage und des Betrugs verhafteten Schiffsfähnriche Ulmo nach Paris zu transportieren beschlossen. Die Justizbehörde hat sich mit dem Marineministerium dahin verständigt, daß sie die Staatsanwaltschaft des Seine-Trtbunalâ als die zuständige Behörde betrachten werde, da Ulmo die entwendeten Geheimdokumente in Paris zum Verkauf angeboten hat, und ferner dahin, daß die Sache bei der Ziviljustiz anhängig gemacht wird, weil Ulmo, als er die Spionage beging, beurlaubt war. Die beschlagnahmten Dokumente zerfallen in drei Serien. Sie befanden sich an Bord eines Torpedojägers und haben Bezug auf die Verteidigung von Toulon. Es ist kein« Spur von etwaigen Komplizen UlmoS gefunden worden.
Aas Persien. Die Beratung der Minister und hohen Würdenträger unter dem Vorsitz des Schahs führte zu keiner Einigung betreffs der Wahl des Ministers des Innern. Nasrel Mulk lehnt« entschieden den Posten ab, er wird jedoch wieder die Pflichten des Finanzministers ausüben. — Die Grenzkommission begibt sich am Sonntag nach Urmia. Der Generalgouverneur von Arabistan und Bachtiari, Jzam eS Saltaneh, der bereits Schiras verlassen hatte, kehrte auf Befehl des Schahs auf seinen Posten zurück.
Montenegro nnd die Pforte. „Die Beziehungen zwischen der Türkei und Montenegro", heißt «3 in einer Meldung der Times aus Cettinje, „sind einigermaßen gespannt. Ein Zustand chronischer Wirren herrscht im Grenzbezirk in der Nähe des Städtchens Andrewitza, wo es im letzten Frühjahr zu ernsten Ruhestörungen kam. Die Bewohner der Bezirke von Plawa und Gussiuje auf der türkischen Seite der Grenze zählen zu den wildesten Fanatikern der albanischen Stämme. Ihre entschlossene Weigerung, sich in die im Berliner Vertrage bestimmte montenegrische Gebietsvermehrung einschließen zu lassen, führte im Jahre 1881 zu ihrer Wiederein- verleibung in die Türkei. Die damals festgesetzte neue Grenze ließ Montenegro einige Gebiets streifen, die, abgesehen von einer Überschreitung türkischen Gebiets, nicht leicht zugänglich sind, und die natürliche Neigung beider Rassen zu Raufereien erhält dadurch noch einen künstlichen Anstoß. Um diesem unbefriedigenden Zustande ein Ziel zu setzen, hatten sich schließlich die Regierungen der Türkei und Montenegros über die Bestellung eines gemischten Ausschusses geeinigt, der alle Grenzstreitigkeiten schlichten sollte. Die Kommissare traten auch wirklich zusammen. Die Pforte war durch Hassan Risa Pascha vertreten, der aus Konstantinopel abgeschickt wurde, und durch den General Schemsi Pascha, der in der Gegend von Andrewitza eine sehr einflußreiche Persönlichkeit ist. Die montenegrische Forderung, daß ein Turm geschleift werden müsse, den die Albaner auf einer Höhe auf monte« negrischem Gebiet aufgebaut hatten, die den Weg von Plawa nach Gusstuje beherrscht, war türkischerseits eingeräumt worden. Nachträglich aber sollen die türkischen Kommissare infolge des Widerstandes der Albaner dieses Zugeständnis wieder rückgängig gemacht haben. Nach weitern fruchtlosen Verhandlungen über diesen und andere Punkte hat der Fürst Nikolaus ein Ultimatum nach Konstantinopel ergehen lassen, worin er innerhalb zehn Tagen Erfüllung der türkischen Versprechungen verlangt hat, unter der Drohung, andernfalls seinerseits Maßnahmen zu treffen, um sich Genugtuung zu verschaffen. Diese kategorische Botschaft wird vielleicht den Ausgleich des lange verschleppten Streites beschleunigen. Sollte das jedoch nicht der Fall sein, so wird Montenegro wahrscheinlich die guten Dienste der Mächte anrufen".
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Empfang einer Deputation des deutschen Arbeiter- kongresseS durch Fürst Bülow.
Altona, 24. Oktbr. Die Delegierten deS deutschen Arbeiterkongresses trafen heute nachmittag aus Berlin hier ein und begaben sich nach dem Parkhotel m Klein-Flottbeck, wo der Reichskanzler Fürst von Bülow zur Zeit weilt. Die Deputation wurde bei ihrer Ankunft von dem Gesandten v. Müller begrüßt und in das Arbeitszimmer deS Reichskanzlers geleitet. Hier hielt der Führer der Deputation an den Fürsten nachstehende Ansprache:
Durchlaucht! Der zweite deutsche Arbeiterkongreß hat unS den Auftrag erteilt, Eurer Durchlaucht die Beschlüsse deS Kongresses zu überbringen. Die Vertretung von über einer Million christlich-national gesinnter Arbeiter war in Berlin versammelt, um gemeinsam über ihre sozialpolitischen Angelegenheiten zu beraten. Neben einer Aussprache über die sozialpolitische Lage im allgemeinen stand die Frage deS Arbeiterschutzes in den schweren und gesundheitsschädlichen Industrien sowie die Sonntagsruhe und die Arbeiterinnenfrage zur Behandlung. Seit dem ersten Kongreß vor vier Jahren hat unsere christlich-nationale Arbeiterbewegung eine gute Entwicklung sowohl in Bezug auf die äußere Ausdehnung wie auch auf den inneren Ausbau erfahren. Mit Erfolg hat dis christlich-nationale Arbeiterschaft bewirkt, daß ein größerer Teil der durch die soziale Gesetzgebung der Arbeiterschaft eingeräumten Vertretungen bei Gewerbegerichten und der Arbeiterversicherung von befähigten Männern ihrer Gesinnung besetzt wurde. Der Kongreß hält eS für nötig, daß daß Verhältniswahlsystem für alle srqiale Fragen reichS- gesetzlich eingeführt wird. Daß seit dem Frankfurter Kongreß vor vier Jahren von den damals beschlossenen Forderungen bis heute noch keine einzige gesetzliche Erledigung gefunden hat, rief bei unseren Kameraden im Lande Befremden hervor. Ganz besonders hält die christlich-nationale Arbeiterschaft auf Sicherung und Ausbau der Koalitionsfreiheit durch Gewährung deS ungehinderten Organisation?- rechtes, ohne Streikrecht an die Staatsbebiensteten, für dringend erforderlich. Durch ein weiteres Ruhenlassen der Sozialreform auf dem genannten Gebiete wird unser Bestreben, der deutschen Arbeiterschaft durch ernste soziale Arbeit nach christlich-nationalen Grundsätzen zu nützen, erheblich erschwert und den verneinenden Kräften im Volksleben neue Nahrung zugeführt. Die Zustände in den schweren und gesundheitsschädlichen Industrien bedürfen sehr der erhöhten Aufmerksamkeit der Gesetzgebung. Ein besserer Arbeiterschutz ist in diesen Industrien unerläßlich. Ebenso ist eine baldige Durchführung der völligen Sonntagsruhe im Handels- und Bäckergewerbe notwendig. Auch die Wünsche der Arbeiterinnen an die Gesetzgebung verdienen baldige Berücksichtigung. Wir überbringen Eurer Durchlaucht die Beschlüsse und die Drucksachen des Kongresses. Die Delegierten, die uns beauftragten, sind sich der Schwierigkeiten, die sich unseren Wünschen entgegenstellen könnten, bewußt, aber sie sind auch zugleich der festen Ueberzeugung, daß eS im zwingenden Interesse deS Vaterlandes liegt, den Arbeiterstand als gleichberechtigtes Glied im Volkskörper einzuordnen und die deutsche Arbeiterschaft durch erhöhten Schutz und Sicherung ihrer Rechte im allgemeinen Interesse schaffensfreudig zu erhalten. Wir versichern Eurer Durchlaucht, baß die auf dem Kongreß vertretenen Arbeiter erfüllt sind von berzlicher Treue und Liebe zu unserem erlauchten Kaiser und oem deutschen Vaterlande. Wir werden auch ferner dafür wirken, diese Gesinnung zu pflegen und zu kräftigen.
Der Reichskanzler erwiderte wie folgt:
Meine Herren I Es ist mir eine aufrichtige Freude, Sie als die Delegierten des zweiten deutschen Arbeiterkongresses heute bei mir zu sehen. Seit dem Frankfurter Kongreß haben sich die Ihnen angeschloffenen Vereinigungen in verheißungsvoller Weise vermehrt und zugleich an Mitglieber- zahl erheblich zugenommen. Mit Genugtuung entnehme ich n Uebereinstimmung mit Ihnen daraus den Beweis, daß in >en deutschen Arbeitern noch in weiten Kreisen eine Stätte ür die Betätigung christlich-nationaler und monarchischer Ge- Innung vorhanden ist. Möge «8 Ihnen gelingen, denchrift- ichen und deutschen Sinn weiter zu fördern und zu pflegen. Ueber die Lage derjenigen Angelegenheiten, welche Sie Bei unserer vorigen Besprechung in den Vordergrund gestellt haben, ist Ihnen durch den Herrn Staatssekretär des Innern Mitteilung gemacht worden. Ich füge hinzu, daß ich meinerseits alles tun werde, um die Einbringung und die parlamentarische Erledigung des in Aussicht sehenden Reichs- Vereinsgesetzes und den Arbeitskammergesetzen zu fördern. WaS die Gegenstände Ihrer soeben abgeschlossenen Tagung betrifft, so liegt mir die Frage der Sonntagsruhe besonders am Herzen. Ich sehe in der Sonntagsruhe ein« der LehenS- guellen für unser gesamtes Volkstum und ich werde dafür Sorge tragen, daß bei den gegenwärtig schwebenden Verhandlungen über eine Revision dieser Bestimmungen nur insoweit Ausnahmen von dem Verbot der Sonntagsarbeit zugelassen werden, als diese mit Rücksicht auf unabweisbare Bedürfnisse geboten sind. Die Verhandlungen deS Reichstages im letzten Frühjahr haben die besondere Aufmerksamkeit der obersten Reichs- und Staatsbehörden aus die Verhältnisse in der Industrie gelenkt: namentlich üb««