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General-Aazeiger

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Ml. 170 Fernfprechanfchlnh Nr. 605»

Mittwoch den 24. Juli

F«rnspr.ch»»schl«tz Nr. 605. 1907

Amtliches.

Candkreis F)anau.

BekmtMmD des Mizlißeil LâtSmti.

Das Infanterie-Regiment Hessen-Homburg Nr. 166 wirb am 5., 6., 7., 8., 9» und 10., das Thür. Manen- Regiment Nr. 6 am 12., 13. und 14» August d. Js. ein Schießen mit scharfen Patronen im Gelände nordwestlich Mittelbuchen abhalten.

Schußrichtung: Von der Straße MittelbuchenKilian­städten, etwa 1 km nordwestlich Mittelbuchen gegen Höhe 187 (allgemeine Richtung gegen den Schäferküppel).

DaS Schießen wird jedesmal um 7 Uhr vormittags be­ginnen und um 1 Uhr nachmittags beendet sein.

Das Gelände, welches begrenzt wird durch die Straße KilianstädtenMittelbuchen, Verbindungsweg Mittelbuchen Wachenbuchen, Straße WachenbuchenNiederdorfelden und NiederdorfeldenKilianstädten darf während des Schießens «icht betreten werden.

Die Straßen KilianstädtenMittelbuchen Wachenbuchen NiederdorfeldenKilianstädten können passiert werden.

Den Weisungen der Sicherheitsposten ist unbedingt Folge 1« leisten.

Ich bringe dies hiermit zur öffentlichen Kenntnis und ersuche die Herren Bürgermeister der in Betracht kommenden Gemeinden für geeignete weitere Verbreitung der Bekannt­machung in ihren Gemeinden Sorge zu tragen.

Hanau, den 22. Juli 1907.

Königlicher Landrat.

M 2886 I. D.: Siemon, Reg.-Asseffor.

Hus Ban au Stadt und Tand.

Hanan, 24. Juli.

* Erweiterung de- PostanweisungsberkeljrS Mit Rußland. Vom 1. August an wird der Meistbetrag für Anweisungen nach Rußland auf 300 Rubel, in umge­kehrter Richtung auf 650 Mk. erhöht. Die Gebührensätze bleiben unverändert, so daß von den Absendern in Deutsch­land wie bisher 20 Pfg. für je 20 Mk. zu entrichten sind. Finnland wird davon nicht getroffen. Nach wie vor können , dahin Postanweisungen bis zu 360 Kronen geschickt werden. Der Meistbetrag der Wertangabe bei Postpaketen nach zahlreichen britischen Kolonien ist erhöht worden. Es ge­schieht dies bei Paketen nach den Bahama-Jnseln, den Ber­muda-Inseln, Britisch-Guyana, Britisch-Somaliland, Gambia, Mauritius, Neu-Seeland, Sarawak, Sierra-Leone, Sansibar sowie den westindischen Inseln Antigua, Dominica, Mont­serrat, Nevis, St. Kitts, Tortola und Trinidad. Wertangabe ist jetzt bis zu 8000 Mk. zulässig.

* 12. Internationaler Kongreß für Sonntags- feier in Frankfurt a. M. Das vorläufige Programm des Kongresses ist nunmehr wie folgt festgesetzt worden: Freitag den 27. September: Vormittags-Sitzung: Die Aus­dehnung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Nachmittags- Sitzung: Die Ausdehnung der Sonntagsruhe in der Land­wirtschaft und im Gastwirtsgewerbe. Abends öffentlicher Vortrag: Die hygienischen Beziehungen der Sonntagsfeier.

Samstag den 28. September: VormittagS-Sitzung: Be­richt über die Fortschritte der Gesetzgebung. Abends: Oeffent- liche Versammlung; Thema: Die Sonntagsruhe der Hand- lungSgehülfen. Sonntag den 29. September, abends: Volksversammlung; Thema: Verwertung und Mißbrauch des Sonntags.

* Marken - KonsumvereinEinigkeit". Die Mitglieder des Familien-Marken-KonsumvereinsEinigkeit" werden auf die heute abend um 9 Uhr im Vereinslokale zur Concordia" stattfindenden Generalversammlung noch­mals aufmerksam gemacht.

* Münchener Kellerfeft. Mit dem am 28. Juli stattfindenden Sommerfest der T u r n g e m e i n d e ist auch ein sogenanntes Münchener Kellerfest verbunden, welches in eigens dazu hergerichteten prächtig geschmückten Räumen ab­gehalten wird. Der zum Ausschank kommende vorzügliche Gerstensaft wird von schmucken bayrischen Madels den Gästen zugetragen, während die Original Münchener Kapelle durch geeignete Musikstücke die richtige urfidele Stimmung entfachen wird.

* Konzert. Ueber den am Freitag den 26. Juli im Saalbauzum deutschen Haus" hier auftretenden Kapellmeister Henkel aus Cassel mit seiner in Schwälmer Tracht gekleideten Kapelle, entnehmen wir Casseler Blättern folgendes: An der Spitze der Kapelle steht ein ebenso ge­

diegener und zielbewußter wie praktisch veranlagter Musiker. Das Zusammenspiel ist vorzüglich. Eine Kapelle, die Perlen unserer Konzertliteratur, wie die Ouvertüren zuTell" und zuMignon", so fein ausgearbeitet zum Vortrag bringt, muß man unbedingt als hervorragend bezeichnen. Kapell­meister Henkel bringt Klassisches und Modernes neben den Kindern der leichten Muse in angenehmer Abwechselung. Erhöhtes Interesse erregten die hessischen Kompositionen. Von diesen gefielen besonders der den alten Hessen noch wohl­bekannte Parademarsch der kurhessischen Garde, die beiden VolksliederIch weiß ein teuer wertes Land" undHessen- land, Heimatland". Auch der hessische Parademarsch auS Preziosa" verfehlte seine Wirkung nicht, ebenso die origi­nellen Schwälmer Tänze. Besonders verdient die Originali­tät deS Konzerts hervorgehoben zu werden, dieselbe wirkte wie elektrisierend auf das Auditorium, dieses zu heller Be­geisterung entflammend, wie man sie nur äußerst feiten hier­orts erlebt. Wie wir vernehmen, wird die Henkel'sche Kapelle eine größere Konzerttour unternehmen und wünschen wir von ganzem Herzen, daß dieselbe auswärts sich gleiche Anerkennung und Beliebtheit erringen möge, wie am hiesigen Platze.

* Zirkus Eorih-Althosf trifft Freitag hier ein und wird abends auf dem Paradeplatz seine Eröffnungsvorstellung geben. Der Zirkus ist hier, wie schon erwähnt, von seinen mehrfachen früheren Gasstpielen her noch bestens bekannt und seine guten Leistungen sind den Freunden zirkensischer Vor­führungen noch in lebhafter Erinnerung. Wie wir aus neueren Besprechungen angesehener Blätter über die Leistungen des Zirkus Corty-Althoff entnehmen, ist sowohl das Künstler- Ensemble, das Herr Althoff um sich geschart, als auch das vorzügliche Pferdematerial, das er sein eigen nennt, als erst­klassig zu rühmen. DaS Programm ist abwechselungsreich, interessant und fesselnd. Besondere Anerkennung und Be­wunderung erheischen die vollendeten Dressuren, die Herr Direktor Althoff in mehreren Nummern vorführt; der von Frau Direktor Althoff in Freiheit vorgeführte Schimmelhengst Mamuth" und die von derselben Dame vorgeführte Aus­stattungs-Dressur-NummerDie 12 Monate", die sich durch die kunststcheren Darbietungen der Pferde auszeichnet. Ferner entfesseln die Darbietungen Frl. v. Botonis als Schulreiterin, der Doppel-Jockey-Akt The Loyal, der Jongleur Alfred, die Gebrüder Fernando; mit ihren fliegenden Hüten, die komischen Akrobaten Nornon und Eugen, der eigenartige und überaus sichere Pracht-Balance-Akt Alfonso Silvanos, der köstliche Klown Armando mit seinen Affen, Eseln und Känguruh und die vorzüglich arbeitende Reiterfamilie Lecusson allgemeines Interesse, gespannte Aufmerksamkeit und reichen, spontanen Beifall. Alles in allem, der Besuch des Zirkus Corty- Althoff darf aufs wärmste empfohlen werden. (Näheres siehe heutige Anzeige).

* Diè Ges. Verbindung ^,Hanovia" veranstaltet am 18. August einen Ausflug nach Klein-Steinheim in den Saal des Herrn Herty, worauf wir jetzt schon aufmersam machen möchten, da ein gutes Programm vorgesehen ist. Die Liste wird in den nächsten Tagen zirkulieren.

* Viehmarkt. Der heute hier stattgefundene Viehmarkt war außerordentlich stark besucht und die Kauflust sehr rege. Bei langsamem Handel wurden hohe Preise erzielt. Auf­getrieben waren 10 Ochsen, 526 Kühe und Rinder, 71 Kälber und 5 Bullen.

* Dem Tanze im geräumigen spiegelglatten Saale bei den Klängen eines gutbesetzten Orchesters in ausgiebigstem Maße huidigen zu können, hierzu wird nächsten Sonn­tag beim Sommerfe st der Turngemeinde hin­länglich Gelegenheit geboten sein. Während aus dem Fest­platze die verschiedenen turnerischen Vorführungen stattfinden und die Kapelle des hiesigen Infanterie-Regiments ihre lustigen Weisen erklingen läßt, während die lieben Kleinen an den vorgesehenen Kinderspielen. Umzügen usw. sich und ihre Angehörigen ergötzen, werden in dem großen Festsaale die Paare im Tanze dahinschweben und bei dieser Gelegen­heit zweifelsohne der Ansicht Ausdruck verleihen, daß ein Sommerfest in solcher Gestalt doch einen ganz besonderen

Reiz hat.

* Der Rückgang der Schafhaltung und seine Ur­sachen. Von allen einsichtigen Land- und Volkswirten wird es beklagt, daß die Schafzucht in Deutschland auch in den letzten Jahren noch zurückgegangen ist, trotzdem die Preise für Schaffleisch und Wolle zufriedenstellende, zum Teck sogar aute gewesen sind. Bedauerlich bleibt der geschilderte Vor- nana insbesondere für diejenigen Gegenden, in denen eine größere Menge von Weiden und anderem Futter vorhanden ist welches in einem Vortrage auf der letzten Generalver­sammlung in Cassel sehr richtig alsabsolutes Schaffulter gekennzeichnet worden sind. Wo derartiges Futter und Weiden vorhanden sind und keine Schafe gehalten werden,

entsteht eine bedauerliche Lücke in der nationalen Produktion, ein Ausfall an Wolle und an Fleisch. Denn es ist in solchen Fällen kein anderes Tier im Stande, an Stelle des Schafes zu treten; das diesem zugedachte Futter geht nutzlos ver­loren. Wenn im allgemeinen noch ein Rückgang der Schaf­haltung zu konstatieren ist, so gibt es erfreulicherweise in Deutschland auch schon einige Gebiete, in welchen dieSchaf- Haltung in den letzten Jahren wieder zugenommen hat, so z. B. in der Provinz Schleswig-Holstein, die Bezirke Merse­burg, Erfurt, Osnabrück, Minden, Arnsberg, Düsseldorf: Köln und der Provinz Westfalen. In Mittel- und Westdeutschland ist man scheinbar am schnellsten be­reit, den veränderten Verhältnissen Rechnung zu tragen. Eine Ausnahme von allen benachbarten Gebieten macht bedauerlicherweise der Regierungsbezirk Cassel. Hier sind die Schafe nach den Ergebnissen der beiden letzten Viehzählungen (1904 und 1906) um nicht weniger als 12,1 Prozent zurückgegangen. Der Regierungsbezirk Cassel überragt den Staats durchschnitt, welcher 3,98 beträgt, um ein bedeutendes und steht in Bezug auf die Abnahme der Schafe wohl an allererster Stelle. Hier müssen also wohl neben den allgemein wirkenden Ursachen (intensivere Kultur, frühere schlechte Preise usw.) besondere Gründe vorhanden sein, welche an dem enormen Rückgang der Schafhaltung Schuld tragen. Wer die Verhältnisse des Landes in Hessen genauer kennt, dem sind auch jene Gründe nicht unbekannt. Es ist vor allem die Schaftäuve, welche den Rückgang der Schafhaltung verschuldet. Zwar ist diese Krankheit nicht tödlich, aber die gesetzlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Räude führen bei der Att, wie sie in Hessen heute ge­handhabt werden, zu derartigen Hätten und Unannehmlich­keiten für die Landwirte, daß diese lieber die Schafe abschaffen als sich solchen unangenehmen Folgen auf die Dauer aus­setzen. Wir werden über diesen Gegenstand noch weitere Aufklärung bringen.

* Ein Komet ist gegenwättig zu sehen. Die Bamberger Sternwarte veröffentlicht darüber folgendes: Der von ZaccheuS Daniel auf der Sternwarte in Princeton (New-Jersey) am 8. Juni nahe bei Saturn entdeckte Komet, hat nach den neuesten Beobachtungen und Bahnberechnungen eine engere Bahn um die Sonne, als der erste Entwurf einer Bahn­berechnung auf Grund der ersten kleinen Zeittäume ergeben hatte, und wird deshalb eine viel hellere, bequem mit dem bloßen Auge verfolgbare Erscheinung werden. Diesen Sonn­tag morgens früh halb 3 Uhr war er mit einem Theater­glas schon sehr gut als ein heller Nebelfleck östlich von my Ceti zu erkennen. Sein von der Sonne abgewandter Schweif ist über einen Monddurchmesser lang. Dienstag früh wird der Komet genau in der Mitte zwischen den Plejaden und delta Cett stehen. Anfangs August soll er rechnungsmäßig etwa 14 mal, das heißt um drei Größenklassen heller als zut Zeit der Entdeckung sein; doch wird die Helligkeitszunahme einen größeren Bettag erreichen. Zu dieser Zett befindet er sich nahe bei alpha Tauri (Aldebaran). Seine Sonnennähe durchläuft er am 4. September. Saturn bot an diesem Sonntag-Morgen bei der ruhigen durchsichttgen Luft einen sehr schönen Anblick. Der mitten durch die Scheibe sich ziehende schmale tiefschwarze Schatten des Ringes, der erst am 26. Juli wieder sichtbar werden wird, ließ den Saturn wie ein Heliometerobjektiv erscheinen. Die Sonne hat in der vergangenen Woche die am 22. Juni beschriebene Flecken­gruppe in mehrere große einzelne Flecken aufgelöst wieder gezeigt. Sie verschwand gestern am Westrande und eine neue Fackelgruppe mit großem Fleck taucht am Osttande auf.

* Mainwasserwärme gestern abend 16 Grad.

= Fechenheim, 22. Juli. (Turnfest.) Auch bet heutige Festtag des Maingauturnfestes erfreute sich eine« äußerst lebhaften Besuches aus der Umgegend. Bildete doch ein Hauptanziehungspunkt das von L. Kühnly-Offenbach ab­gebrannte Feuerwerk, das in all seinen Teilen gut gelang. Auch das Reigeniahren des RadfahrervereinsGermania" fand ungeteilten Beifall, da es bei Beleuchtung besonders effektvoll wirkte. Auch heute fand ein Festzug statt, der, wie am gestrigen Haupttage, durch das 40 Mann starke Schüler- trommlcrchor sich auszeichnete, welches durch seine graziösen Einsätze und exakten Schlag vollste Annerkennung verdient. Feststellen möchten wir aber auch an dieser Stelle nach Ab­schluß des Festes, daß sein Verlaus dank dem einmütigen Zusammenarbeiten der hiesigen Turnerschaft ein äußerst be­friedigender und die Turnsache gewiß fördernder gewesen ist

Für Errichtung eines Ausftchtsturmes ans dem Buchberge bei Langenselbold gingen ein:

E. L.......2 M.

Voriger Betrag 1669.

Zusammen bis jetzt 1661. Mk,

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die

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