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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stabt mt) faubkrtia Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

8etantmrtL Nedakteur: S. Splitt tat ^mti

Nr. 95 N«»sp»<cha»schii»k Nr. 605. Mittwoch den 24. April

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Amtliches.

Candkreis Ranau.

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Der Bürgermeister Peter Heck in Bischofsheim ist auf eine weitere 8jährige Wahlperiode zum Bürgermeister der Gemeinde Bischofsheim gewählt und bestätigt worden.

Hanau den 22. April 1907.

Der Königliche Landrat. A 1887 v. Beckerath.

r kgen der Jahresabschlußarbeiten für 1906 bleibt die Kärgliche Kreiskasse am 27., 29. und 39. April d. Js. geschlossen.

Hanau den 23. April 1907.

Königliche Kreiskasse. 8899

Hus Hanau Stadt und Cand.

Hanau, 24. April.

* Geschichtöverein. Seit der letzten Veröffentlichung am 10. September v. I. sind dem Museum folgende Gegen­stände zugeaangen:

Von Schuhmacher Prinz in Mittelbuchen, eine tönerne Feldflasche und ein Schurzfellschloß der Bierbrauerzunft gez. P. M. 1833.

Von Herrn Fr. D i e b e l i u s , ein Ofenstein aus dem 16. Jahrhundert mit Wappenschild und Ornamenten.

Von Herrn Götz Lorsch, ein in Leder gebundener Atlas. Hohmann 1733, ein Hornzwicker 18. Jahrh., eine Karte Hanau-Lichtenberg 1794.

Von Herrn Valentin H a s s e l b a u m , ein Nürnberger Kreuzer.

Von Herrn Albert Deines, eine Drucksache:Epheu- blätter 1831".

Don Herrn Fr. Grasmeher, zwei Hess. Krüge von Steingut mit Salzglasur überzogen, ein kleiner Fayence-Krug weiß mit Henkel, eine Streichholzbüchse von Holz.

Von Zimmermeister B. F r a n z, ein Meisterbrief, ein Lehrbrief, ein Attest über erfolgreiche Gesellenprüfung, ein solches als Zunftmeister, ein solches über Besuch der Zeichen­akademie und 3 anderer Befähigungen.

Herr I. A. Weber überweist mehrere alte Drucksachen.

Von Herrn Bückmann, 12 Hefte geschichtlichen In­halts in Bezug auf Hessen.

Von Herrn I. Schäfer Drogist, eine latein. Ucber- setzung aus dem Neuen Testamente 1583, teils mit Noten geschrieben auf Pergament.

Herr Ferdinand K i l l m e r schenkt eine Urkunde 1489, eine Handzeichnung des Hanauer Malers Spangenberg, eine Skizze von Cornicelius für eine Goldschmiedsstandarte, einige Stahlstiche, Lithographiern und Theaterzettel.

Vom Verein für Hess. Geschichte und Landeskunde wurde der an der Ecke der Kleinen Fahr- und Engegasse gestandene und wegen Neubau des Hauses abgebrochene Erkerunterteil, der dann 1891 nach Marburg kam, wieder zurückgegeben und im unteren Stock unseres Museums aufgestellt.

Die Stadt Hanau überweist vorbehaltlich des Eigentums­rechtes, ein profiliertes Bogenstück von Sandstein, herrührend vom Steinheimertor-Gebäude, einen Pechkranzträger, der an den benachbarten Straßenecken in der Nähe eines Brand­platzes als Beleuchtungseinrichtung Verwendung fand.

Herr Heinrich Schwindt überweist drei profilierte Ofenfüße von Sandstein.

Herr Söhnlein, Rosenstraße, schenkt einen Tagesbefehl des Reichsverwesers Erzherzog Johann vom 19. Sept. 1848.

Frau Valerie Ky b er, geb. Baronesse Girard von Soucanton überweist 20 Mark zur geeigneten Verwendung im Museum.

Angekauft wurden: ein Schneideappart von Messing und künstler. Ausführung; ein Wanderbuch von 1810 in franz. Sprache, ein solches 1837; ein Zunftmeister-Hammer; ein Familienporträt (Dagncreotyp); eine geschnitzte Tabaks­dose, sämtlich Hanauer Ursprungs.

Hk. Mitteilung der Handelskammer. Das mit dem 1. Juli 1906 in Kraft getretene Gesetz, betr. die Ord­nung des Reichshaushalts und die Tilgung der Reichsschuld, vom 3. Juni 1906 bestimmt hinsichtlich der sog. Tantiemen­steuer: Die Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Haftung haben bei Aufstellung der Jahresbilanz eine besondere Ausstellung an­zufertigen, aus der zu ersehen ist die Summe der gesamten Vergütungen (Gewinnanteile, Tantiemen, Gehälter, Tage­gelder, Reisegelder rc.), die den zur Ueberwachung der Ge­

schäftsführung bestellten Personen (Mitgliedern des Aufsichts­rats) seit der letzten Bilanzaufstellung gewährt worden sind. Diese Aufstellung unterliegt (nach Nr. 9 des Tarifs im Gesetz zur Abänderung des Reichsstempelgesetzes) einer Stempel­abgabe von 8 vom Hundert der Gesamtsumme der Ver­gütungen. Befreit sind Aufstellungen, nach denen die Summe der sämtlichen an die Mitglieder des Aufsichtsrats gemachten Vergütungen nicht mehr als 5000 Mark ausmacht. Ueber« steigt die Gesamtsumme der Vergütungen 5000 Mk., so wird die Abgabe nur insoweit erhoben, als sie aus der Hälfte des 5000 Mark übersteigenden Betrags gedeckt werden kann. (Werden Tageoelder im Betrage von mehr als 50 Mk. für den Tag gezahlt, so ist der Mehrbetrag als versteuerbare Tantieme zu betrachten. Reisegelder, die den Betrag der baren Auslagen übersteigen, werden ebenfalls als Tantiemen betrachtet). Die Verpflichtung zur Entrichtung der Abgabe liegt dem Vorstände, den persönlich haftenden Gesellschaftern bezw. den Geschäftsführern der oben genannten Gesellschaften ob. Die Abgabe ist von der Gesellschaft zu Lasten der zum Bezüge der Vergütungen berechtigten Personen zu entrichten. Bei Nichterfüllung der vorbezeichneten Verpflichtung werden die Mitglieder des Vorstandes, die persönlich hastenden Gesell­schafter bezw. die Geschäftsführer der Gesellschaft mit einer Geldstrafe belegt, die das Zwanzigfache des hinterzogenen Stemvels beträgt. Ueber die Art der Aufstellung der ab­gabepflichtigen Vergütungen, der Feststellung der Stempel­abgabe und ihrer Entrichtung hat der Bundesrat unterm 16. Juni 1906 Ausführungsbestimmungen erlassen (Zentralbau für das Deutsche Reich, 1906, Nr. 37, S. 704), welche bei der Handelskammer und voraussichtlich auch bei den zustän­digen Steuerstellen eingesehen werden können.

* Deutsche Kssonkas^esxllschaft. Jm Saale der Centralhalle" wird morgen (Donnerstag) abend Herr Amts­richter Dr. Lucas einen Vortrag über das ThemaVon Drache und Chrysanthemum" seine ostastatischen Neiseeindrücke schildern. Der Vortrag wird durch Lichtbilder erläutert. Es sind neben den Mitgliedern alle Freunde unserer Kolonialpolitik eingeladen.

* 9-eselleuprÜfunst. Die hiesige Metzgerinnung hielt gestern durch ihren diesbezüglichen Ausschuß, unter dem Vor­sitz des Herrn Obermeisters Schindler, eine Gesellen­prüfung ab. Es unterzogen sich 6 Lehrlinge, 3 von hier und 3 aus dem Landkreis, derselben. Die praktische Prüfung, bestehend in dem vollständigen Schlachten eines Stück Viehes, fand am Morgen in dem hiesigen Schlachthofe statt. Nach­mittags wurde die theoretische Prüfung abgehalten. Sämt­liche Prüflinge entsprachen den an sie gestellten Anforderungen. Sie wurden dementsprechend zu Gesellen gesprochen und mit den besten Wünschen für ferneres Wohlergehen entlassen.

* Aus;aängsrsieg an der Eiseubalmbrülke (Hänserswiese.) Aus Bürgerkreisen wird uns geschrieben: Die Nachricht, daß die Kosten für die Legung des zweiten Geleises der Strecke Windecken-Hanau-Ost in die Sekundär­bahnvorlage eingestellt worden seien, ist für unsere Stadt insofern von größererWichtigkeit, als der vor etwa 11 Jahren von den beiden städtischen Körperschaften gefaßte Beschluß, die Kosten für einen Fußgängersteg an der Eisenbahnbrücke (Hauserswiese) bereit zu stellen, nunmehr wohl zur Durch­führung kommen wird. Die damals mit der Eisenbahnbehorde gepflogenen Verhandlungen zeitigten ein Entgegenkommen, in­dem diese Behörde erklärte, daß bei der in Aussicht stehenden Legung des zweiten Geleises und der damit verbundenen Ver­breiterung der Brücke nichts gegen die Anlegung eines Fuß­gängersteges auf Kosten der Stadt Hanau einzuwenden sei. Die städtischen Körperschaften beschlossen daraufhin, die Kosten für diesen Steg zu bewilligen. Jedenfalls bedarf es, um diesen Beschluß ausführen zu können, nur einer neuen Eingabe an die Eisenbahnbehörde. Durch diesen Steg werden den Bewoh­nern des Nord- und Ostviertels unserer Stadt erhebliche Verkehrserleichterungen geschaffen.

* Verschwundene Pserde. Ein Fuhrunternehmer in Höchst schickte vorgestern nachmittag zwei Gespanne nach Griesheim, um Grund zu fahren. Um 5 Uhr wurde von dort telephoniert, daß zwei Knechte davongegangen seien und zwei Pferde (Wallache), die einen Wert von 2400 Mark besaßen, mitgenommen hatten. Die Geschirre der letzteren fand man auf dem Wagen, an dem auch die anderen beiden Pferde angebunden waren. Alle Ermittelungen über den Verbleib der Knechte und der gestohlenen Pferde waren bis jetzt ergebnislos. Wie uns soeben mitgeteilt wird, sind die beiden Knechte, Joh. Reinhardt aus Grünstadt und Jak. Weingärtner aus Crefeld heute in Groß- Auheim durch den dortigen Polizeisergeanten fest­genommen und in das hiesige Landgerichtsgefängnis ein­

^ernsprechanschluß Nr. 6G5» 1907

geliefert worden. Die Pferde hatten die Knechte dort zum Verkauf angeboten.

* Diebstahl. Gestern wurde hier ein bettelnder Hand- werksbursche festgenommen, der ein Bündel bei sich trug, in welchem sich ein Paar neue Lackstiefeln, 3 Kragen und 3 Taschentücher, gezichnet H. M., befanden. Die Vermutung liegt nahe, daß die Sachen gestohlen worden sind. Sach­dienliche Mitteilungen werden auf Zimmer Nr. 1 der Kgl. Polizeidirektion entgegen genommen.

* Buchberg. 425 Mitglieder besitzt jetzt der Buchberg- Verein Hanau e. V., und auf 3600 Mk. ist das Baukapital bereits gestiegen. Drei Waldpfade sind markiert: 1. Buch­bergRieseneiche Lochseif Dornbachschlucht Barbarossa- Quelle. (Schöne Aussichtspunkte nach Westen und Süden.) Marschzeit 1 Stunde. 2. BuchbergBornflußschlucht (Riesen­eiche)HainmühleOberrodenbach. Marschzeit 35 Minuten. Pfad 1 und 2 führen bald bergauf, bald bergab. 3. Buch­bergSomborn. Die Markierung beginnt an dem bekannten Touristenpfad Bahnhof Selbold-Oberrodenbach und zwar ungefähr nach der ersten Weghälfte. Dieser herrliche Wald­pfad führt über den 230 m hohen Käfernberg zum 263 m hohen Somborner Kopf unweit Hof Trages, biegt hier links ab und führt den Wanderer von hier in wenig Minuten nach Somborn. Vom 215 m hohen Waldrande prächtige Anssicht nach Osten und Norden. Marschzeit 1 Stunde.

* Recht erfreulich für Buchbergfreunde! Jeden Samstag mittag 2 Uhr fährt ein Personenzug von Hanau- Ost nach Langenselbold usw. Dieser Zug hält auch an den Stationen Pulverfabrik und Niederrodenbach.

* Viehmarkt. Zu in heutigen Viehmarkte waren ;uge» trieben 4 Ochsen, 434 Rinder, 65 Kälber und 1 Bulle. Es war schönes Vieh vorhanden, der Handel gestaltete sich flott.

* Militär-Konzert am Forsthaus. Am nächsten Sonntag nachmittag von 3'/- Uhr ab gibt die gesamte Ulanen- Kapelle unter Leitung des Kgl. Musikdir., Herrn Urbach, ein großes Konzert am Forsthaus. Wir begrüßen diesen Ent­schluß des neuen Wirtes, Herrn Wolf, der bei einigermaßen guter Witterung auf einen starken Zuspruch rechnen kann. Abends von 8 Uhr ab konzertiert die Ulanenkapelle in der Turnhalle.

* Esperautisten-Gruppe Experimentalvortrag über Hypnose. Den Mitgliedern und Freunden der hie­sigen Esperantlsten-Gruppe war am vergangenen Samstag Gelegenheit geboten, einen interessanten Abend zu verleben. Herr Carl Moritz von Frankfurt a. M., ein Mitglied der Frankfurter Esperantisten-Vereinigung, veranstaltete am ge­nannten Tage in der hiesigen Gruppe einen Experimental- Vortrag über Hypnose, der sich des lebhaftesten Besuches zu erfreuen hatte. Von den ältesten bekannten Spuren des Hypnotismus (Akkader, Indier, Tempelschlaf ic) ausgehend, entwickelte der Redner in fesselnder Weise das Wachsen und Weitergreifen der Bewegung, streifte die Entdeckungen Gaßners (Exorcismus) und Meßmers (tierischer Magnetismus), um dann auf die neuesten Versuche und Ergebnisse näher einzugehen. Nachdem er einige Experimente in anschaulichster Weise geschildert und erläutert hatte, ging Herr Moritz zum 2. Teil des Abends, der praktischen Ausführung von Experi­menten über. Verschiedene Personen aus dem Publikum, Damen sowohl wie Herren, führten auf Wunsch des Hypno- tiseurs im Schlafzustand die sonderbarsten mitunter recht komisch wirkenden Handlungen aus. Eine Dame, der suggeriert worden war, sie sei auf der Jagd, schoß mit einem Regenschirm bewaffnet einen angeblich vorhandenen Hasen, um gleich darauf ihren treuen HundTagir", der aus einem Taschentuch bestand, zu streicheln und zu küssen. Eine andre Dame ritt auf einem Stuhl, der ihr als Pferd suggeriert worden war, durch den Saal usw. Als das interessanteste Experiment darf wohl das Hervorrufen vollständiger Kata­lepsie (Gliederstarre) bezeichnet werden, das der Hypnotiseur mit einer Dame ausführte. Es würde zu weit führen, alle Experimente aufzuzahlen, nicht unerwähnt wollen wir jedoch lassen, daß sich auch erteilte posthypnotische Suogestionen prompt realisierten. So war, um ein Beispiel anzuführen, einer Dame suggeriert worden, sie solle sich nach dem Er­wachen bei einem bestimmten Worte, das der Hypnotiseur im Laufe des Gespräches gebrauche, erheben, auf einen Stuhl stellen und ausrufen: Es lebe die Hanauer Esperantisten- Gruppe, ein Vorgang, der sich unter dem stürmischen Beifall der Anwesenden prompt realisierte. In ähnlicher Weise wurden noch verschiedene Versuche gemacht, die wir durchweg als gut gelungen bezeichnen müssen. Nach ca. 2 Stunden war der Vortrag zu Ende und lohnte reicher wohlver­dienter Beifall den Redner für seine interessanten Aus­führungen.

* Viktoria Hanau besiegt den Meisterschaftsklub von Süddeutschland mit 1:0. Etwa 800 Zuschauer hatten sich _ am letzten Sonntag auf den; Sportplätze Vik­torias eingefunden, um diesem vom Anfang bis zum Schluß hochinteressanten Spiele beizuwohnen und frohe Gesichter sah man allenthalben, als schließlich die einheimische Mannschaft