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«rrteljährNch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg.. für auL« Bärtige Abonnenten mit dem betrefjenden Postaufjchtag, Die einzeln« Summer kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei de» »erei». n. W-risenha»!«« tu Hanau.
General-Rnzetker
" "‘ ‘ Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EinrLckungSgeLLqr vi« fLufgespâv« PetitzvI« oder der« Ran» W Ptz^ « ReklameuteU die Zeil« 35 Wz.
Nr. 94 Fernsprechanschlntz Nr. 605.
Dienstag den 23. April
Fernsprechanschlnsr Nr. 605. 1907
Amtliches.
Bekmmtnmchmrg.
Unter Hinweis auf den Absatz C. a. unserer Geschäftsbedingungen — Aufbewahrung von Wertpapieren usw. betreffend — machen wir hierdurch bekannt, daß die Kontrolle der Auslosung, der Kündigung und der Konvertierung der bei uns deponierten Wertpapiere vom 1. April 1907 ab auf Grund der „Allgemeinen Verlosungstabelle" — nach Vereinbarung mit der Reichsbank, der Königlichen Seehandlung (Preußische Staatsbank) und dem Zentralverband des Deutschen Bank- unb Bankiersgewerbes, zusamm engest ellt von Ulrich Levysohn in Berlin W 10, Stülerstraße 14 — erfolgen wird, da zu diesem Termine die „Allgemeine Verlosunostabelle des Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staatsanzeigers" ihr Erscheinen einstellt. (Zu I a. 620. Zu K 604.) V 2822
Berlin den 22. März 1907.
Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank.)
Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.
Nachdem durch Gesetz vom 27. März d. Js. die Landgemeinde Keffelstadt der Stadtgemeinde und dem Stadtkreise Hanau einverleibt ist, ist das für den Stadtbezirk Hanau . , _ _ , , 30. Sept. 1890 t 12. Mai 1891 ^ Or'-I'â »-OiJ bezw. - , ^ isgl errichtete Gewerbegericht sowie das durch Ortsstatut vom 21. Dezember 1904 für den gleichen Bezirk errichtete Kaufmanns- gerecht auch für den Bereich der früheren Landgemeinde, des fetzigen Ortsbezirks Keffelstadt, in Funktion getreten. Die Tätigkeit des Gewerbegerichts der früheren Landgemeinde Keffelstadt ist erloschen.
Hanau den 17. April 1907.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 8873 totoWW
Nächste Versammlnng Samstag den 27. d. M., nachmittags S1^ Uhr, im Gasthaus „zum goIdnen Löwe n" hier.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Besprechung über die im laufenden Sommer abzuhaltenden Wanderversammlungen.
3. Vortrag des Viehzuchtinspektors Herrn Amtsrat Vaupel über Scheinezucht.
4. Sonstige Mitteilungen.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt- machnng des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau, den 20. April 1907.
Der Königliche Landrat.
v. Beckerath.
Gefundene und verlorene Geffenstände re.
Gefunden: 1 oxidierte Herrenuhr mit Kette (in der Bulau), 1 silberner Ring, 1 seidener Damen-Sonnenschirm, 1 unechte gelbe Herren-Uhrkette, 1 Portemonnaie mit etwas Inhalt und 1 Eintrittskarte zum Wettspiel des Hanauer Fußballklubs Viktoria I, 1 kleiner goldner Ring mit gelblich- rotent Stein, 10 Herren-Stehkragen.
Verloren: 1 silbernes halbmondförmiges Bröschchen, 1 Fünfmarkschein.
Hanau den 23. April 1907.
Hus Ranau Stadt und Tand.
Hau au, 23. April.
* Bibelstunde. Heute abend 8^/, Uhr findet Bibelstunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer F u ch s.
* Hanau-Büdittgeu. Die Hanauer Kleinbahngesellschaft war, wie wir vor längerer Zeit mitteilten, in Erwägungen darüber eingetreten, ob es nunmehr an der Zeit sei, der bereits bei Gründung des Unternehmens in Aussicht genommenen Fortsetzung der Kleinbahn in der Richtung nach Büdingen näher zu treten. Auf erfolgten Antrag wurde nun der Gesellschaft die behördliche Genehmigung zur Ausfüh
rung der allgemeinen Vorarbeiten für eine Linie von Ravolzhausen oder Langendiebach über Marköbel bis zur hessischen Landesgrenze erteilt.
* Kleinbahnwesen im Neg.-Bez. Cassel. Nach einem Bericht des Landes-Ausschusses sind auf die zu Kleinbahnzwecken bewilligten Darlehne von überhaupt 3 073 668 Mark bis Ende des Etatsjahres 1905 2 928 501 Mk. zur Auszahlung gekommen. Hiervon sind 40 242.58 Mk. durch Tilgung zur Rückzahlung gebracht. Auf die bei der Landesversicherungsanstalt Hessen-Nassau aufgenommenen Anleihen von 2 500 000 Mk. sind bis Ende des Etatsjahres 1905 77 844.68 Mk. abgetragen. Von der bei der genannten Anfi"lt weiter aufgenommenen Anleihe von 833 000 Mk. sind im Etatsjahre 1905'335 000 Mk. zur Auszahlung gekommen. Nach Auszahlung des Restbetrages mit 498 000 Mk. stehen bezw. standen überhaupt 3 333 000 Mk. zur Verfügung. Bewilligt sind zum Bau von Kleinbahnen wie vorher angegeben 3 073 668 Mk. und stehen mithin für in Anregung kommende Kleinbahnen noch 259 332 Mk. zur Verfügung der Bezirksverwaltung. Es liegt daher ein Bedürfnis zur Aufnahme der durch Beschluß des Kommunallandtages vom 22. März 1906 genehmigten weiteren Anleihe von 2 Mill. Mark zunächst nicht vor.
* Die Bauzeit des geplanten Distelrasentunnels zwischen Schlüchtern und Flieden auf der Bebraer Bahn ist von der durch das Ministerum der öffentlichen Arbeiten eingesetzten Kommission auf vier Jahre bemessen worden.
* Merkbuch. Die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. läßt ein Merkbuch für Reisende, das die Tarifänderungen ab 1. Mai erläutert, bei allen Fahrkartenausgaben und in den amtlichen Reijcbureaus und Auskunftsstellen auf Wunsch kostenlos abgeben.
* Zur Personen- und Gepäcktarrfreform. Ein Erlaß deS. Elsenbahnministers schärft den Königlichen Eisen- babndirektionen ein, alles daran zu setzen, daß die Abfertigung der Reisenden und ihres Gepäcks zum 1. Mai d. J. glatt und sicher vonstatten geht und jede unnötige Belästigung vermieden wird. Insbesondere sind während der Uebergangs- zeit sowohl die Fahrkarten- als die Gepäckschalter längere Zeit als sonst vor Abgang der Züge offen zu halten, damit die Reisenden bequem Abfertigung finden und sich leichter an die neuen Verhältnisse gewöhnen können. Die Schallerbeamten sind gehalten, die Reisenden auf die Zuschläge für Benutzung von Schnellzügen hinzuweisen und ihnen die erforderlichen Schnellzugszuschlagkarten sogleich bei Verabfolgung der Fahrkarten anzubieten. In den Fahrplantafeln der Stationen ist bei den Schnellzügen ein deutlich lesbarer Vermerk darüber anzubringen, daß sie zuschlagspflichtig sind und zu ihrer Benutzung Zuschlagkarten gelöst werden müssen. Auf die bentlidje Kennzeichnung der Schnell- und Eilzüge auf den an größeren Stationen befindlichen Uebersichtstafeln, auf denen die Abfahrtszeiten der Züge angegeben sind, ist besonderer Wert zu legen. Ferner soll auf den Bahnsteigen größerer Stationen jedesmal an den Abfahrstellen der Schnellzüge ein Aushängeschild (Handweiser) mit der Aufschrift „Schnellzug nur gegen Zahlung des Schnellzugszuschlages zu benutzen" angebracht werden. Auch werden die Bahnsteigschaffner mit darauf zu achten haben, daß die Reisenden gegebenenfalls mit Schnellzugskarten versehen sind. Bei Abfertigung des Gepäcks sind alle Erleichterungen zu gewähren, insbesondere auch dafür zu sorgen, daß bei Au'gabe von Gepäckstücken im Gewicht bis zu 25 Kilogramm den Reisenden die Wege zum Gepäckschalter erspart bleiben.
* LeihbauA zu Hana«. Der Geschäftsbetrieb der Leihbank hat sich nach dem für das Jahr 1905 vorliegenden Geschäftsbericht in diesem Berichtsjahre wiederum gesteigert. Auf Hypotheken und gegen Schuldscheine von Gemeinden würben ausgeliehen: 102 Posten mit 701 319 Mk. (1904 90 Posten mit 866 292 Mk.). Der Gesamtausstand betrug: Ende 1905 6 290 883 Mk., Ende 1904 5 781498 Mk., mithin Zunahme 509 385 Mk. Im Pfänderverkehr wurden auf 7434 Effekten- und Wertpapierpfänder geliehen 214 333 Mk. (1904 auf 7062 199 703 Mk.). Eingelöst wurden 7413 Pfänder (6695) mit 217 203 Mk. (192 255 Mk.). Unter den am Jahresschluß verbliebenen 3525 Pfändern, beliehen mit 90 623 Mk., befanden sich 83 Wertpapierpfänder beliefert mit 65 718 Mk. In Wertpapieren waren Ende 1904 vorhanden (Ankaufspreis) 405 752 Mk., Zugang in 1905 318 300 Mk., Abgang in 1905 291811 Mk., Bestand Ende 1905 432 241 Mk. (Kurswert Ende 1905 424128 Mk.). Im Kontokorrcntverkehr mit der Landeshauptkasse verblieb Ende 1904 eine Schuld von 28 503 Mk. In 1905 wurden bezogen 270 753 Mk., eingczahlt 357 968 Mk. Mithin Gulhaben Ende 1905 58 712 Mk. Ein Kontokorrentverkehr mit Privaten fand nicht statt. Die Sparkassen- “
einlagen (einschl. der zugeschriebenen Zinsen) betrugen in 1905 1078 684 Mk. (1904 983 543 Mk.), die Rückzahlungen 616 570 Mk. (1904 495 972 Mk.), Bestand Ende 1905 2 817 370 Mk. (Ende 1904 2 355 257 Mk.), mithin Zugang in 1905 462113 Mk. Die Schuld in Leihbankobligationen betrug Ende 1904 3 916 3 3) Mk. In 1905 wurden neu ausgegeben 137 100 Mk., zurückgezahlt 200 Mk., bleibt Schuld Ende 1905 4 053 260 Mk. Die Aktiven der Anstalt einschl. des Grundvermögens und des Reservefonds betragen 7 222 503 Mk., die Passiven 6 877 112 Mk. und verbleibt somit, wie im Vorjahre, ein Vermögen von 345 391 Mk. Der Reservefonds besteht in Wertpapieren im Nennwert von 260 000 Mk. Der Geschäftsgewinn nebst dem Aufkommen aus dem Reservefonds im Betrag von 30 782 Mk. 37 Pfg. ist, wie folgt, verwendet: 7000 Mk. Beitrag zu den Kosten der Zentralverwaltung, 6000 Mk. Zuschuß zu den Kosten der Realschule zu Hanau, 17 782.37 Mk. (1904 11755.36 Mk.) Ablieferung an die Zentral- verwaltung.
* Kriegsmarine-Ausstellung! 600 Schuß in einer Minute feuert das Maschinengewehr — fast märchenhaft klingt es, und doch ist es Wirklichkeit. Der Schütze drückt nur auf einen Knopf — macht weiter garmchts — und diese eigenartige Waffe, die neueste der Marine, entsendet ununterbrochen einen dichten Hagel totbringender Geschosse. Es ist das erste Mal, daß diese Waffe in einer Ausstellung im Feuer vorgeführt wird — ein großes Entgegenkommen des Herrn Staatssekretärs des Reichsmarineamts, welcher alle Gegenstände für die Wanderausstellung zur Verfügung gestellt hat. — Ein Mörser, eine Revolverkanone, geborgen von dem alten an der Küste Ostasiens gestrandeten „Iltis", Schnelladekanonen neuester Art, ein Torpedo — die komplizierteste Waffe der Marine, das neueste Geschoß, denn es kostet 10 000 Mk. —, eine Seemine, die im russisch-japanischen Kriege einer ganzen Reihe stolzer Kriegsschiffe den Untergang bereitete, viele Geschosse, darunter 2 Granaten, die je P/i m hoch und fast 1000 Pfund schwer sind, Schrapnells, Bomben und Kartätschen — Streugeschosse —, deren verheerende Wirkung in den moberneu Kriegen bekannt ist, Boxerkanonen und andere Trophäen aus dem Boxeraufstandc, alle diese Waffen, sowie die wichtigsten nautischen Instrumente, die neuesten Pulversorten, Taucher, Modelle von Schiffsmaschinen, Schiffs- kesseln und viele andere Dinge sind in der mit großer Sorgfalt zusammengesetzten Ausstellung in Originalen vertreten. Die Norddeutschen Seekabelwerke in Nordenham haben eine herrliche, lehrreiche Sammlung Abschnitte von wirklichen See- kaoeln zur Verfügung gestellt. Alles in allem: Es handelt sich um eine hervorragende Ausstellung, die des Interessanten und Lehrreichen außerordentlich viel bietet. — Die Kriegsmarine-Ausstellung ist täglich von 9—1 U h r und' 2—8 Uhr im S aale d es „Deutsch en H au ses" dahier geöffnet und zwar nur noch bis einschließlich Mittwoch den 24. d. Mts. Ein Besuch derselben ist sehr zu empfehlen, da voraussichtlich eine derartige Ausstellung hier am Platze nie mehr geboten werden wird.
* Zur Errichtung einer Philippsstifiuug wurden anläßlich des 400jährigen Geburtstages Philipp des Großmütigen 100 000 Mk. zusammengebracht. Die Stiftung soll den Zweck haben, wenig bemittelten Kranken aus dem Regierungsbezirk Cassel, welche wegen der Natur ihres Leidens in den zur Zeit bestehenden Krankenhäusern nicht ausgenommen werden können, eine Heil- und Pflegestätte zu gewähren. Der Vorstand der Stiftung hat bei dem nicht weit von Cassel gelegenen Städtchen Immenhausen ein Grundstück erworben. Demnächst soll mit dem Bau der Anstalt, deren Baukosten auf 150 000 Mk. veranschlagt sind, be-^ gönnen werden. Das Zentralkomitee zur Errichtung von Lungenheilstätten wird voraussichtlich 25 000 Mk. Zuschuß zu dem Baufonds gewähren.
* Bei schönet ungsverein. Der Vorstand hat kürzlich den Vereinsmitgliedern eine Beikarte zugestellt, die sie zu Mitgliedern des Deutsch - Oesterreichisch - Schweizerischen Verkehrsvereins macht. Den Inhabern der Karten wird in etwa 600 Hotels, die in dem von dem Verkehrsverein Berlin W., Maybachplatz 15, zu beziehenden Verzeichnisse angeführt sind, bis zu 25 Prozent Rabatt gewährt.
* Schlofibelenchtnngen in Heidelberg. Für den kommenden Sommer sind bis jetzt drei Schloßbelenchtungen angekündigt, die am 18. Mai, am 8. und 15. Juni stattfinden werden.
* Silberne Hochzeit feiern heute Herr Jakob Waid er und Frau, geb. Schmitt.
* Viehmarkt. Morgen Mittwoch den 24. April findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.