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Beschaffn n g des Inventars für das Pflegehans.
Für Beschaffung des Inventars für das Pflegehans werden 12 950 Mark auf Titel A.-O- VI 2a für 1906 nachbewilligt.
Bewilligung v o u Kitteln zur Schnaken-
Vertilgung.
Nachdem bereits früher 500 Mk. zur Schnakenvertilgung bewilligt wurden, werden nunmehr auch die über diesen Betrag bereits verausgabten Beträge von 450,63 Mk. nachbewilligt. Gleichzeitig wird das Banamt beauftragt, die Oelbedeckunq der zu schützend.m Wasserflächen während des Sommers fortzusetzen, wofür die Kosten später nachzu- bewilligen sind. — Der Magistrat gibt dazu nachstehende Darlegung.
Von den zur Bekämpfung der Schnaken angewandten Mitteln werden erst allmählich in Wirkung treten können:
1. die stärkere Besetzung der Wilhelmsbader Teiche mit Fischen, 2. die Bepflanzung sumpfiger Stellen in den Wäldern und die Austrocknung durch Ableiter: des Wassers, Maßregeln, die von der Forstbehörde zugesagt worden sind.
" Der Wiederholung bedürfen:
1. das Ausbrennen der Keller im nächsten Winter,
2. dos Bedecken der Wasserflächen, bei denen weder Nutzfische noch der Pflanzenwuchs in Gefahr kommen, mit Oel. Da das Eierlegen der Schnaken den ganzen Sommer hindurch fortdauert, kann nur eine immer wiederholte Oelbedeckung die Entwickelung der Larven verhüten. Wie oft die Oelbegießung nötig ist, wird erst die Beobachtung durch das Barramt ergeben können. Es fehlen dazu Anhaltspunkte. Die erforderlichen Mittel können deshalb nicht im Voraus geschätzt werben.
Für die Beschaffung der Wasserlinsen zur Bedeckung der- enigen Wasserflächen, die nicht mit Oel bedeckt werden dürfen, werden noch Kosten erwachsen, die ebenfalls nicht sorausgesehen werden.
Herr Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch u s weist, um allzu sanguinische Hoffnungen nicht auflommeu zu lassen, darauf hin, daß er sich von der Schnakenvertilgung sehr wenig verspreche, schon weil nicht alle stehenden Gewässer mit Oel bedeckt werden könnten. In den einen seien Fische, in den andern sause das Wild. Auch in den mit Del begossenen treibe der Wind die Oelschicht nach einer Seite und in dem gesäuberten Teil können sich dann die Schnakenlarven ungestört weiter entwickeln. Die Bruchwiesen würden immer Brutstätten für Schnaken bleiben, da sie doch bewässert werden müssen und das Wasser längere Zeit stehen bleibt. Auch der Umstand, daß die Umgegend Hanaus sich nicht mit )en gleichen Maßregeln zur Vertilgung der Schnaken befasse, werde voraussichtlich dazu beitragen, uns mit unserem Dampfe gegen dies lästige Ungeziefer Fiasko machen zu assen.
Milch f ü r Minderbemittelte.
Aus der Stiftung der Verminderung der Säuglingssterb- ichkeit standen im Etat für 1906 zur Verfügung 1127,69 M., n Titel VIII B 3 e für Milch für Minderbemittelte 2100 M. >em Beschluß der Körperschaften gemäß wurden diese Mittel aon zusammen 3227,69 Ak. verwendet zur Beschaffung von mild) an selbststillende Mütter und von Säuglingsmilch. Zm Jahre 1906 hat sich nun eine Ueberschreitung von 156,75 M. ergeben, indem die Gesamtausgabe 3684,44 Mk. -etrug. Der Magistrat ersucht, diesen Betrag auf 1906 nach- -ubewilligen. Gleichzeitig weist er darauf hin, daß im Rechnungsjahr 1907 ebenfalls eine Ueberschreitung der bewilligten Mittel, welche nicht höher sind, wie die im Jahre 1906, zu ?rwarten steht. Wie hoch dieselbe werden wird, läßt sich noch laicht annähernd heute bestimmen, weshalb Vorlage in dieser Beziehung gegen Ende des Kalenderjahres gemacht werden iw!!. Geschützt wird die Ueberschreitung unverbindlicherweise >mf 1500 M. — Die Summe von 456,75 Mark wird aachbewilligt.
Ä n d e r w e i t e Festsetzung des Besoldung s- d i e n st a l t e r §.
Herr Professor Dr. Ankel ersucht um andermeite Fest- j/etzung seines Besoldungsdienstalters. Der Magistrat führt dazu aus : Nach dem hier beobachteten Grundsatz sollen die Oberlehrer der hiesigen Oberrealschule den staatlichen Lehrern gleichgestellt werden. Da nun der Staat das Dienstjahr auf das Besoldungsdienstalter bei den vor dem 1. Januar 1892 ümstellungsfähig gewordenen und nach diesem Zeitpunkte an- gesteüten Oberlehrern anrechnet, sofern das Dienstjahr in die Studienzeit fällt und diese dadurch über das übliche Maß verlängert wird, so ist beim Vorliegen dieser Voraussetzungen Äie Anrechnung gerechtfertigt, weshalb dementsprechend beschlossen wird. Professor Dr. Ankel erhält durch die Anrechnung die nächste Zulage schon 1909 statt 1910, sein Besol- dungsdienstaller rechnet vom 1. April 1894. Dem weiter- gehenden Ansuchen um Anrechnung der weiteren Hilfslehrerjahre wurde vom Magistrat nicht entsprochen.
Gesuch der Leichenbestatte r um Erhöhung ihrer Vergütung.
Die Leichenbegleiter erhalten für jede Beerdigung schon jetzt 1,30 M. Aus Gründen der Billigkeit empfiehlt es sich schon daher, die Leichenbestatter ihnen gleichzustellen. Es wird daher beschlossen: Die Gebühren für die Leichenbestatter werden auf 1,30 M. pro Beerdigung erhöht; die Gebühren für die sogenannten Transporte werden wie bisher auf 1 M. belassen.
Versetzung des Hilfsboten Berg in den R u h e st a n d.
Berg ist 71 Jahre alt und seit 1. Juli 1890 in städtischen Diensten, hat also am 1. Juli d. I. 17 Dienstjahre. Seine Pension beträgt deshalb unter Zugrundelegung seines Einkommens von 942 M. von 942 --- 345,40 M. Dazu kommt eine Altersrente von 181,20 M. Durch Verlegung des Steuer- und Meldeamtes nach Langstraße sind seine Dienste im Stadtschloß auch nicht mehr notwendig. — Die Pensionierung wird vom 1. Juli d. I. ab beschlossen-
Aufbringung der an den Landkreis Hanau aus Anlaß der Eingemeindung Kessel stadts <u zahlenden Abfindungssummevon 150000 M.
Der Magistrat hat unterm 4. Juni 1907 beschlossen, den Benag im Wege des Darlehens aufzubringen. Die Mnanz- kommiffion hat auf Antrag Hoch die Vorlage an den Magistrat zurückgegeben mit dem Ersuchen um Beifügung einer Bearünduna.
Samstag ____
Herr Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch u s erklärt, . daß sich die Vorlage nach seiner Auffassung von selbst begründe. Nach dem Eingemeindungsvertrag haben wir 150 000 Ju. an den Landkreis zu bezahlen. Die Frage, ob diese Äumme durch Darlehen aufgebracht oder in den Etat eingestellt und aus laufenden Mitteln zur Verfügung gestellt werden Joli, sei schon angeschnitten worden im Finanzausschuß, der Magistrat habe die Ansicht geäußert, daß sie durch Darlehen aufgebracht werden müsse. Er wisse nicht, wie es noch zu begründen sei. Allerdings dürfe man nicht denken, daß diese ganze Summe, wenn Darlehnsaufnahme beschlossen wird, nun sofort tatsächlich ausgenommen werde, vielleicht zu einem Zinsfuß, der den überschreite, den wir für das momentan noch nicht benötigte Geld erhalten. Die 150 000 M. sind nämlich mit Rücksicht darauf, daß die Steuerkraft Kesselstadts erst in 10 bezw. 15 Jahren der Stadt Hanau voll zu gute fommt, nicht sofort im ganzen, sondern in Raten von jährlich 10000 M, innerhalb 15 Jahren abzutragen. Solange die laufenden Mittel hierzu ausreichen, sollen diese 10 000 M. jährlich aus diesen entnommen werden. Erst wenn eine Entnahme aus den laufenden Mitteln nicht mehr angängig ist, soll ein entsprechendes Darlehen tatsächlich ausgenommen werden.
Unter dieser Modifikation wird der Darlehensaufnahme zugestimmt.
Gehaltserhöhung.
Das Gehalt des Bureaudieners Eppler wird vom 1. April 1907 ab auf 1550 Mark erhöht.
Bewilligung von Mitteln für Beschaffung der K es s e l st ä d t e r FlurEarten und für Einst e l l u n g eines Zeichners.
Für den früheren Gemeindebezirk Kesselstadt müssen schleunigst Fluchtlinienpläne ausgestellt werden, um zu verhüten, daß Gebäude ausgeführt werden, die bei späterer Aufstellung des Fluchtlinienplanes hinderlich sind und um eine Schädigung der Stadt dadurch zu vermeiden, daß Straßen- kostenbeiträge derselben entgehen. Für Einstellung einer zeichnerischen Hilfe, zunächst für das laufende Jahr, werden 1200 M. bewilligt. Für Ergänzung des Kesselstädter Karten- materials werden einstweilen 300 M. zur Verfügung gestellt.
Die Schweinefleischpreise.
Stadtv. Holm hat beantragt: Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, alsbald mit der hiesigen Metzgerinnung in Verbindung zu treten, um eine Herabsetzung des Preises für Schweinefleisch und Wurstwaren herbeizuführen, andernfalls in Erwägung zu ziehen, wie eine Fleischverkaufsstelle in hiesiger Stadt einzurichten sei.
Der Referent Stadtv. Schwabe empfiehlt zwar im Auftrage der Finanzkommission die Annahme, hält ihn aber persönlich nicht für zweckmäßig in Anbetracht der seither wesentlich gestiegenen Schweinepreise. Wenn der Preis der Schweins noch wie zur Zeit, als Herr Holm seinen Antrag stellte, 52—53 Pfg. pro Pfund Schlachtgewicht notierte, mürbe auch er für den Antrag sein. Jetzt stelle sich dieser Preis aber bereits auf 58—60 Pfg. Auch müsse man in Betracht ziehen, daß die Metzger zur Zeit, als der Schlachtviehpreis 82 Pfg/ und mehr pro Pfund betrug, ihre Waren nicht mit entsprechendem Nutzen verkaufen konnten. Man könne es ihnen nicht verdenken, wenn sie sich jetzt eine Zeit lang schadlos halten wollten. Er verweise auf das im „Hanauer Anzeiger" enthaltene Eingesandt eines Metzgers, das wohl von einem hiesigen Metzger unterzeichnet, von einem solchen wohl aber nicht verfaßt sei. Er schlage vor, den Magistrat zu ersuchen, für den Fall, daß wieder ein ausgesprochenes Mißverhältnis zwischen Vieh- und Fleischpreisen eintrete, in geeigneter Weise vorzugehen, um dieses Mißverhältnis zu beseitigen.
Stadtv. Salomon nimmt den Antrag Holm seinerseits wieder auf und begründet diese Stellungnahme em- gehend. Den Metzgern habe man eine Erholung von den hohen Schlachtviehpreisen gegönnt, aber es frage sich, ob die Zeit der Erholung nicht eine zu lange sei. Weiterhin plai- diert er für sofortige Aufhebung der Fleischsteuer und Errichtung einer städtischen Markthalle. Er stellt folgenden Antrag: Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, Maßnahmen zu treffen, um der trotz des Rückganges der Schweinepreise anhaltenden Fleischteuerung entgegen zu wirken. AIS geeignetes Mittel schlägt die Versammlung die Beschleunigung des Baues einer Markthalle vor. Bis zur Fertigstellung beantragt die Stadtverordnetenversammlung die Errichtung einer offenen Verkaufsstelle, um auch den Produzenten Gelegenheit zum direkten Verkauf zu geben. Ferner wird der Magistrat ersucht, eine Vorlage bezüglich der sofortigen Aufhebung der städtischen Fleischsteuer zu machen.
Stadtv. Schwabe glaubt nicht, daß eine Markthalle zur Verbilligung der Lebensmittel beitragen würde, soweit unsere Hanauer Verhältnisse in Betracht kommen. Er hatte im Gegenteil dafür, daß, wenn die Verkäufer noch enger zusammengedrängt sind, sie Gelegenheit haben, sich zwecks HochhalUmg der Preise noch besser zu verständigen.
Stadtv. U t h stimmt den: Antrag zu, soweit die Markthalle in Betracht kommt. Er verspreche sich davon eine allgemeine Verbilligung der Lebensmittelprodukte. Die Ausführungen des Herrn Schwabe hatte er nicht für zutreffend. Noch bei keiner Markthalle sei es vorgekommen, daß die Verkaufspreise höher wurden. Eine öffentliche Fleischverkaufsstelle hat bloß einen Zweck, wenn der Preis vorgeschrieben werden kann. Die Stadt habe die Pflicht, die freie Konkurrenz aufrecht zu erhalten.
Vorsteher Kom.-Rat C a n t h a l kann die Bedenken deS Herrn Schwabe auch nicht teilen. Er habe den Wunsch nach einer Markthalle bereits vor ' 15 Jahren geäußert. Er hatte sie für außerordentlich notwendig und wünschenswert. Wenn man bedenkt, wie ungeeignet die Landbevölkerung im Winter bei schlechtem Wetter hier untergebracht ist, dann könne man sich nicht wundern, daß die Zufuhr von Lebensmitteln nach unserer Stadt in solchen Zeiten leide, waS natürlich auf den Preis wirke. WaS die Aufhebung der Fleischsteuer anbelangt, so betone er, daß er ein Gegner dieser Steuer sei, er glaube aber nicht, daß durch die Aufhebung der Fleichsteuer eine sofortige Verbilligung des I Fleisches herbeigeführt werde. Er stehe auf dem Standpunkt, ; daß mit Rücksicht auf die gegenwärtige Finanzlage der Stadt J sich eine sofortig:' Aufhebung nicht empfehle, daßman aberdarauf hinarbeiten müsse, ihre Aufhebung schon 1908 und nicht erst I 1910, rote eS das Gesetz vorschreibe, herbeizuführen. Außer- 1 dem trüae mit Rücksicht auf daS ablehnende Verhalten des
22. Sind
Magistrats im gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufhebungsbeschluß nur rein demonstrativen Charakter. Tie Errichtung einer offenen Verkaufsstelle sei bezüglich der Art und Weise, wie sie geplant ist, so wenig flau gelegt, daß er nicht dafür eintreten könne.
Der Antrag Holm wird mit 12 gegen 11 Stimmen abgelehnt.
' Der Antrag Schwabe, der in diesem Antrag das Wort „alsbald" durch das Wort „gegebenenfalls" ersetzt, wird gleichfalls abgelehnt. Der Antrag Salomon wird abgelehnt, soweit er sich auf die offene Fleischverkaufsstelle und auf die sofortige Aufhebung der städtischen Fleischsteuer bezieht, aber angenommen, soweit er den Magistrat um eine Vorlage bezüglich des Baues einer Markthalle ersucht.
Erhöhung des Gehalts der Bearnten der
4. Gehalt s klasse.
Stadtv. H o I rn hat den Antrag gestellt, die Stadt- verordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, das Gehalt der 4. Klasse der städtischen Beamten wie folgt sestzusetzen: Ansangsgehalt 2000 Mark, steigend alle 3 Jahre um 200 Mark bis zum Höchstgehalt von 3200 Mark und zwar von: 1. April 1907 ab. Der Antrag wird zurückgestellt.
Der Bulauwald.
Ein Gerücht, daß ein größerer Teil des Bulauwaldes abgeholzt werden solle, hat Herrn Stadtv. Spatz veranlaßt, den Magistrat in dieser Sache zu interpellieren. Herr Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch u s beantwortet die Interpellation, soweit ihm dies nach jeglicher Information möglich ist. Vor allem müsse man sich zu unterrichten suchen darüber, welcher Teil des Waldes von der Abholzung betroffen werden soll. Falls Herr Forstmeister Fenner hierüber nicht Auskunft geben könne, müsse man sich an die Regierung wenden unter Beifügung des Planes mit der Bitte, diejenige Stelle anzuzeichnen, die forstbaumüßig abgetrieben werden soll. Dann könne man feststelleu, ob es eine Stelle ist, die als Naturschönheit unter staatlichem Schutze steht. Doch ist es immer noch die Frage, ob eine solche Stelle überhaupt niemals forstbaumäßig abgetrieben werden dürfe. Die Sache sei noch sehr wenig spruchreif. Ec werde gelegen^ lich weiteren Bericht über diese Angelegenheit erstatten.
* Nationalliberaler Verein. Der Vorstand und der weitere Ausschuß des nationalliberalen Vereins hielten am Donnerstag abend in der „Concordia" eine gut besuchte Sitzung ab, in welcher Landtagsabgeordneter Junghenn über die wichtigeren Vorlagen, die den Landtag in der verflossene» Saison beschäftigt hatten, Bericht erstattete. Ausführlich verbreitete sich der Referent über die bevorstehende Revision der Beamtengehälter und die im Zusammenhang damit stehende beabsichtigte Erhöhung der Einkommensteuer. Auch das energische Eintreten der nationalliberalen LandtagSfraktion für die Lehrerschaft, insbesondere gegen den Bremserlaß des Ministers Stndt, wurde einer eingehenden Besprechung unterzogen und fand den ungeteilten Beifall der Anwesenden. Herr Junghenn war wiederholt in der Lage, sich der Interessen unseres Wahlkreises, sei es durch Verhandlungen mit den Behörden, sei eS durch sein Eingreifen in die Verhandlungen des Landtags, erfolgreich anzunehmen. In der Sitzung wurde weiter über die erfreuliche Tatsache berichtet, daß dem Verein seit der letzten Reichstagswahl annähernd 300 neue Mitglieder allein in der Stadt Hanau-Kesselstadi beigetreten sind. Die regelmäßigen Zusammenkünfte, welche seit einigen Wochen jeden Donnerstag abend von 81/» Uhr ab in der „Concordia" stattfinden, erfreuen sich recht gute» Besuchs und haben stets einen sehr guten Verlauf genommen. Es wurde darauf hingewiesen, daß es sehr zweckdienlich sei, noch immer weitere Kreise für diese zwanglosen Zusammenkünfte, welche im kommenden Winter mit kleinen Vorträge» verbunden werden sollen, zu interessieren.
* Das Ende einer alten hessischen Industrie. Wie man erfährt, hat die Glashüttengesellschaft v. Buttlar, G. m. b. H., vor etwa 14 Tagen ihren Betrieb in Immenhausen definitiv eingestellt. Auf der gleichfalls im Besitze der Gesellschaft befindlichen Glashütte zu Ziegenhagen im Kaufunger Wald ruht der Betrieb schon seit einem Vierteljahre. Die Gesellschaft, die vor einer Reihe von Jahre» zuerst als Aktiengesellschaft gegründet war und die zum v. Buttlarffchen Fideikommiß gehörige Glashütte in Ziegenhagen angekauft hatte, befaßte sich hauptsächlich mit der Fabrikation von Arzneiflaschen. Die Fabrikgebäude in Immenhausen und in Ziegenhagen sollen verkauft werden, die Ar- beiter sind entlassen worden. Das Eingehen des Betriebes ist nach mehr als einer Richtung bedauerlich. Die Gesellschaft beschäftigt gegen 200 Arbeiter und zahlte jährlich Löhne von über 200 000 Mk. aus, die den beteiligten Ortschaften verloren gehen. Außerdem bedeutet aber das Einstellen dieses Betriebes den Untergang einer alten, vielleicht der älteste» hessischen Industrie. In: Mittelalter war die Glasmacherkunst gerade im Kaufunger Walde zu hoher Blüte gekommen.
* Erledigte Stelle. Die Oberförsterstelle Lautenhausen im Regierungsbezirk Cassel ist zum 1. August 190? zu besetzen. Bewerbungen müssen bis zum 1. Juli d. J. eingehen.
e 70. Geburtstag. Herr Oberamtmann F. S ch w a r z, der frühere Pächter der Domaine Bayersröderhof, feiert, wir wir vernehmen, heute seinen 70. Geburtstag. Ein Menschenalter hindurch hat er auf landwirtschaftlichem Gebiete bahnbrechend gewirkt, vorbildlich für viele Berufsgenossen, sodaß wir an seinem heutigen 70. Geburtstag, den er in körperlicher unb geistiger Frische begeht, dem Wunsche Ausdruck geben, daß ihm ein noch recht langer und sonniger Lebens« abend beschicken sein möge.
* Bau einer Markthalle irr Hanau. Die Stadt- verordneten-Versammlung beschloß in ihrer gestrigen Sitzung bei der Beratung deS Antrages Holm betr. Stellungnahme gegen die hohen Fleischpreise mit erheblicher Stimmenmehrheit den Bau einer städtischen Markthalle. Zur Verwirklichung dieses Beschlusses bedarf es natürlich noch der Zustimmung des Magistrates, der nach dem gefaßten Beschluffe ersucht werden soll, die Beschleunigung des Baues einer Markthalle in die Wege w leiten.