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M-tatioiMruck und Verlag der Buchdruck«« dü vereis Ck WaisellhaujsS in Hanam.
Amtlilhes GrgM für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint tâgüch mit Lu-aahme der Ssnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
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2sraat«orL Sk^atteur: Ä. Echr«â«r « Hana«,
M7. 298 ^ernsprechMtschlntz Nr. 605.
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22 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Die Huhrenleistungen für den Sielbetrieb im Rechnungsjahre 1908 sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadlbauamt, Rathaus, Zimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und sind dort erhältlich.
Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zu dem auf Samstag den 10. Januar 1908 festgesetzten Eröffnungstermin einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Hanau den 17. Dezember 1907.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 27133 ^—- .........■.....-......... — Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Entflogen: 1 schwarze« Zwerghuhn.
Hanau den 21. Dezember 1907.
Has ßanaa Stadt and Hand.
Hanau, 21. Dezember.
• Stadttheater. Es sei nochmal« darauf hingewiesen, daß die morgen Sonntag nachmittag stattfindende erste Kindervorstellung „Prinz Adolar und Tausendschönchen" bereits um 9 Uhr beginnt. Die Titelrollen werden von Herrn Werner Bernhardy und Frl. KLihie Horsten dargestellt, während Herr Direktor Steffter selbst für eine sorgfältige Inszenierung und glänzende Ausstattung Sorge getragen hat. Ebenfalls unter der Regie de« Herrn Direktor Steffter kommt morgen abend 7 Uhr zum 1. Male die GesangSpoffe „Er und seine Schwester" zur Aufführung. „Er" ist ein urdrolliger Briefträger, dem Herr Anton P rö l« seine wirksameKomik leihen wird und „Sie", sein Schwester-
SamStag den 21. Dezember
chen, ist eine reizende kleine Kammerzofe, für welche man sich keine bessere Vertreterin als Frl. Lila Harves wünschen kann. In weiteren Rollen ist das gesamte Personal beschäftigt, sogar der stadtbekannte Theaterdiener Hrch. Hollmann wird auf der Bühne erscheinen unb „sich selbst" spielen. Wer sich also an entzückenden Melodien, Kauplet« und Tänzen erfreuen und wieder einmal recht herzlich lachen will, dem sei „Er und seine Schwester" dringend empfohlen.
* Einladung. Auf Befehl Gr. König!. Hoheit deS Großherzogs von Sachsen-Weimar hat der Großherzogliche Generalintendant des Hoftheaters in Weimar Herrn Direktor Adalbert Steffter zur Eröffnungsvorstellung deS neuen Großherzogl. Hostheater« für Samstag den 11. Januar ein- geladen. Herr Hofschauspieler Direktor Steffter wird der Einladung Folge leisten.
* Weihnachisbeschentng. Eines der schönsten Merk- male unserer Zeit ist der stetig wachsende Wohltätigkeitssinn, da« milde Erbarmen mit der Not deS Nächsten. Viel wird auf diesem so ausgedehnten Gebiet getan von Privaten, Kommunen und Korporationen, vor allem vom Vaterländischen Frauenverein, durch den so manche Träne getrocknet, so manche Not gelindert wird. Zur Zeit deS Weihnachtsfestes tritt diese sonst im Verborgenen wirkende Tätigkeit auch für die Oeffentlichkeit in Erscheinung durch die üblichen Bescherungsveranstaltungen, deren diesjährige gestern in der „Centralhalle" stattfand. 226 Kinder wurden hier angesichts deS strahlenden Christbaums nach voraufgegangener stimmungsvoller Feier mit nützlichen und hübschen Gaben bedacht. Herr Pfarrer Wessel hielt eine der Feier entsprechende Ansprache, die Schulkinder sangen unter Leitung des Herrn LehrerS O h l einige Chöre, deren eindrucksvolle Wiedergabe allgemein erfreute. Den gütigen Gebern und allen denen, die sich für da« Zustandekommen der Bescherung bemühten, sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt.
* Hanauer Tierschuhveretn. Morgen, Sonntag den 22. d. M., vormittag« ll1/* Uhr, werden im oberen Lokale de« Restaurants Mohr vom Hanauer Tierschutzverein sechs Fahrburschen prämiiert, die sich durch gute Pflege und' Behandlung der ihnen anvertrauten Tiere hervorgetan haben. Alle Freunde der Tierschutzsache sind herzlich willkommen.
* Dev katholische Arbeiterverein hält morgen Sonntag den 22., nachmittags 4 Uhr, im unteren Saale der „Centralhalle" eine Weihnachtsfeier für seine Familienangehörigen ab. Alles, auch die Kinder, wird zu diesem trautem Familienfeste erwartet. Gerade den lieben Kleinen wird echte Weihnachtsfreude geboten werden. Eine Verlosung wird einem jeden Kinde eine freudige Ueberraschung bringen. Auch die Erwachsenen wird der Nachmittag mit
^erusprechauschlust Nr. 605. 1907
seiner Festrede, seinen Theaterstückchen, Deklamationen und WeihnachtSliedern voll und ganz zufrieden stellen. Mögen alle Familienmitglieder vollzählig sich versammeln um den Christbaum deS kathol. Arbeitervereins.
* Kaiserpanorama. Die diese Woche ausgestelltr Serie zeichnet sich durch außerordentliche Schärfe und genaue Wiedergabe auS. Es find prächtige Landschaften und Alpenbilder, die dem Beschauer vorgeführt werden. Wer atmet nicht höher bei den Namen Interlaken, Lauterbrunn, Grindel- wald, und wessen Brust schwellt nicht beim Anblick der mit ewigem Schnee bedeckten Gipfel des Eiger, deS Mönch«, der Jungfrau re. Die Naturschönheiten sind in der Tat unver- gleichlich, perspektiv und plastisch, und lassen nichts zu wünschen übrig. DaS Panorama ist an den zwei Weihnacht«- tagen wie gewöhnlich geöffnet.
• Wethnachtsgaben des Frankfurter Zoologie scheu Gartens. Eine artige WeihnachtSgabe bietet die Verwaltung de« Zoologischen Garten« in einem Heftchen mit 12 Eintrittskarten zur Benutzung an beliebigen Tagen. Die nette Ausstattung in koloriertem Umschlag mit Abbildungen deS WeiherS und der Burg, sowie zweier der merkwürdigsten Tiere deS Gartens, der Giraffe und deS Nilpferd« dürften das Heftchen, das für 10 Mark (also mit zwei Mark Rabatt auf die 12 Eintrittskarten) an der Kasse deS Gartens zu haben ist, als ein willkommenes Weihnachtsgeschenk erscheinen lassen. — Eine noch bedeutsamere Gabe aber bietet die Verwaltung ihren Beamten, Bediensteten und Arbeitem. Zu Anfang deS neuen Jahre« wird ein PenstonSfond« geschaffen und e« ist in Aussicht genommen, darau« deck Angestellten im Bedarfsfall nach vollendeter zehnjähriger Dimstzrit Pen- fionen und im Fall ihres Tode« Wittwen- und Waifengelder unter analoger Anwendung der städtischen Grundsätze zu gewähren. Es ist die« ein rühmlicher Fortschritt, der von dem Gedeihen de« Instituts beredte- Zeugnis ablegt und zeigt, daß das Wachsen der Betriebs-Einnahmen (von knapp Mk. 200 000 vor 15 Jahren auf über Mk. 800 000 jetzt) «S der Verwaltlmg möglich macht, den längst gehegten Plan einer weitgehenden Fürsorge für diejenigen, die dauernd im Dienst deS Gartens arbeiten, der Ausführung näher zu bringen. Sieht man sich im übrigen an, was auS den reicher fließenden Mitteln für die Erweiterung bei Gartens und seine Verschönerung geleistet worden ist, so begreift man den großen Fortschritt. Die enorme Vermehrung de« Tierbestande« seit den 80er Jahren, dir eine Schau-Sammlung entstehen ließ, wie nur wenige Tiergärten in der Welt fie aufweisen sönnen, bedingte Neueinrichtungen und Neubauten, die unter fast erschöpfender Ausnutzung des vorhandenen Raume« nach und nach geschaffen wurden. So bietet der Aufbau über dem Aquarium mit seiner Reptiliensammlung, daS Känguruhhau«
Feuilleton»
Lie Liidseereise @7®. Schiff „ßatola"
vom 18. Oktbr. 1881 bis 20. Oktbr. 1883.
Aach dem Lagebuche des Ober-Malchinenmaat Joseph H. Eyring zu Langenselbold bearbeitet und dargestellt »on
Fritz Schleucher.
(Nachdruck verboten).
(Schluß au« dem vierten Blatt.)
Die Fahrt nach Sidney verlief in angenehmer Weise. Ein Segelwind (S. O. Passat) erleichtete die Reise so sehr, daß die „Carola" schon nach 9 Tagen in den Hafen dieser Ostmetropole (Port Jackson) einlaufen konnte. Es geschah am 3. März, nachmittag« 4 Uhr, als die Anker in die Tiefe rasselten. Der Hafen von Sidney ist einer der vorzüglichsten undschönstender Welt. Wett zieht er sich in« Land hinein und zeichnet sich durch viele Buchten, geeignete Ankerplätze aus. Links und rechts der Einfahrt zum Hafen steigen hohe Felsen, Teile der „Blauen Berge", aus dem Meere empor. Der südliche führt den Namen: „DaS Kap". Den schönsten Teil des Hafens bildet die Darlingsbai, andere sind die Central- und Circlarbai. Unweit diesen befinden sich die Königlichen Werften mit dem Deck. Dem Ankerplatz der „Carola" gegenüber zeigte sich der botanische Garten, sowie der 1878 erbaute, noch neue Ausstellungspalast. Majestätisch blickt dieser Kolossalbau über das Meer hinaus, dem Ankommenden den Beweis liefernd, was menschlicher Geistund ein ernster Wille in einem kurzen Zeitabschnitt hier geschaffen. Die Ankerstelle mußte die Korvette mit mehreren englischen Kriegsschonern teilen, zu der sich später noch die gedeckte Korvette „Emerald" gesellte, die nach vierjähriger Abwesenheit nunmehr in die Heimat zurückkehren wollte.
Sidney, im prachtvollen Port Jackson gelegen, zweitgrößte Stadt Australiens mit 420 000 Einwhnern, Sitz des » Gouverneurs, erster Handelsplatz von ganz Australien, Mittel- punkt der australischen DampfschiffabrtSlinie und Universität
ist eine seine Stadt und ganz im Stil großer Weltstädte erbaut, mit geraden und breiten Straßen, die von Dampf- und Pferdebahnwagen durchlaufen werden. Palastähnliche Gebäude zeugen von dem Reichtum, der hier erworben wird, und die stolzen Karossen, wie man ihn genießt und zur Schau stellt.
DaS interessanteste Bild von Sidney bietet jedoch unstreitig der Hasen und hier die Circularbai, in der die größten Ozeandampfer und Segelschiffe der Welt bequem und friedlich neben einander liegen. Die Deutsche Handelsflagge war darunter auch vielfach vertreten.
Gegenüber dem Amtsgebäuds des Gouverneur« von NeusüdwaleS, im östlichen Teil des Hafens gelegen, befindet sich auf einem kleinen Vorgebirge ein Fels, dessen natürliche Form einem Stuhl gleicht und den man im Volksmundeden ' „Stuhl der Frau Maquerie" nennt, denn auf ihm soll sich die Gemahlin des Gouverneurs Maquerie häufig niedergelassen haben, um die herrliche Landschaft zu genießen. In früheren Jahren schwärmte die Boi an jener Stelle von Haifischen. Hieran knüpft sich nun folgende höchst interessante, auf Wahrheit beruhende und gern erzählte Begebenheit. Im Jahre 1870, alS London und Australien noch nicht durch Kabel verbunden waren, entdeckte hier ein armer Fischer in dem Magen eines gefangenen Haies eine Londoner Zeitung neuesten Datums und auS diesem Blatte, das im Magen deS Fisches schneller hierher gebracht worden war, als auf dem nächst einlaufenden Postdampfer, vernahm man in Australien die erste Kunde vom Ausbruch deS deutsch-französischen Krieges. Der Finder des Blattes teilte die Nachricht zuerst einem Wollspekulanten mit, der sofort die ganze Wolle der Schafschur der Jahreszeit zu 75 Pfennig das Pfund ankaufte, um sie, sobald die Nachricht vom Kriege eintraf, zu 3 Mk. das Pfund wieder zu verkaufen. Bei diesem Handel verdiente der Mann viele Millionen.
Australien ist^ eben das Land der Gegensätze und Ueber- raschungen, wie schon früher gesagt, und wenn noch weiter ausgeführt wird, daß die Schwämme nicht weiß sondern schwarz sind. die Schwäne und Papageie ebenfalls schwarze
Farbe haben, eS eine Art von Fliegen gibt, die die Spinnen töten und fressen, sogar ein Fisch hier lebt, der au« dem Wasser spaziert und mit Hilfe seiner Flossen die benachbarten Bäume erklettert und sie von schädlichen Kerbtieren befreit, die meisten Vögel hier nicht singen, die meisten Blumen des süßen Dufte« entbehren, da« Schnabeltier, ein dem Fischotter gleichende« mit Entenschnabel versehene« Säugetier hier lebt, so sind diese« keines weg« Münchhaustaden, sondern die reine Wahrheit.
Der 22. März war für uni naturgemäß ein hoher patriotischer Feiertag, unsere« obersten Kriegsherrn, Seiner Majestät unsere« erhabenen Kaiser« und König« Wilhelm deS Großen Allerhöchste« GeburtStagSfest. Wie halten wir unsere Korvette herauSgeputzt, Wimpel, Flaggen und Fahnen überall. Aber auch die Schiffe der fremden Nationen hatten reichen Flaggenschmuck angelegt, damit sichtbar zu erkennen gebend, einen wie großen Anteil sie an unserem National- fest nahmen. Ja, e« war seit 1870 und 71 doch etwas anders in der Welt geworden; da« bisherige Aschenbrödel Deutschland hatte sich auch hier draußen Geltung verschafft, was unser Herz beglückte und höher schlagen machte.
Um 12 Uhr mittags salutierte die „Carola" sowie daS neben dem Stationsgebäude liegende Fort, sodaß der Hafen lange Zeit vom Donner der Geschütze widerhallte.
Diese patriotischen Ovationen sollten den angenehmen Abschluß unseres Hierseins bilden. Drei Wochen waren schnell dahin gegangen, eine Spanne Zeit, in der wir aber vieles gesehen, gelernt und erfahren, das den Kreis unseres Wissens eminent erweitert hatte. Aber nun hieß es am 24 Marz:
..Hinaus, hinaus l die Wogen sinken,
Sie laden freundlich unS, sie winken!
Den Anker los, fort, aus dem Hafen,
JnS^ blaue Meer hinein, jetzt fort 1
Eh sie noch haben ausgeschlafen
Liegt weit schon hinter uns der Port l"--
Dec Order folgend, nahm nunmehr der Kreuzer seinen Kurs nach den Samoainseln in der Südsee, um in Apia das dort stationierte Schiff „Möwe" abzulösen. Ein gleiches