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(WetfeuÄatit und Verlag her Buchdrucker« bei Recht
General-Anzeiger
AUliichts Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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5fr. 142 Fernsprechanschlich Nr. 605.
Freitag den 21. Juni
Aerusprechanschlich Nr. 605.
1907
Hus Ban au Stadt und Tand.
Hanau, 21. Juni.
Wntlichc Atzung der Audtuerolducku-VttsmmlMg
vom 20. Juni 1907.
Anwesend die Herren: Vorsteher Kommerzienrat Canthal, Aukamm, Baader, Beyer, Craß, Daßbach, Förster, Hoch, Hock, Hansen, Jost, Kehl, Koburger, Loßberger, Müller, Ohl, Peteler, Rodde, Salomon, Schwabe, Schroeter, Spatz, Steinheuer, Stübing, Voltz, Wolff und Dr. Wagner.
Dom Magistrat die Herren: Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, Erster Beigeordneter Bode und Beigeordneter Hild.
Vor Eintritt in die Tagesordnung entspinnt sich eine Debatte über die Handhabung der Geschäftsordnung bei der Einladung zu den öffentlichen Sitzungen. Den von dem Herrn Vorsteher gemachten Vorschlägen wird zugestimmt.
Nachdem in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung die Aufnahme einer Anleihe von 350 000 Mk. bei der Frhr. v. Stumm^schen Vermögensverwaltung die Zustimmung der Körperschaft gefunden hat, muß jetzt noch "der Fassung der diesbezüglichen Urkunde die Zustimmung erteilt werden, was auch geschieht.
Ankauf der statischen Untersuchung der MainbrückezurBenutzungfürdieelektrische Straßenbahn.
Die Firma Eiseubahnbau-Gesellschaft Becker & Co., G. m. b. H., hat bereits früher aus Anlaß der mit ihr ge« pflogenen Unterhandlungen betreffend Anlegung einer Straßenbahn, ein Projekt für die Verstärkung der Marn-Eisenbahn- brücke aufgestellt. Dieses Projekt hat bereits die Genehmigung des Herrn Regierungs-Präsidenten gefunden. Da wir bei einer Ausdehnung des Straßenbahn-Betriebes über den Main hinaus ebenfalls solcher Unterlagen bedürfen, hat sich der Magistrat an die obengenannte Firma gewendet und sie um Ueberlaffung des Projektes gebeten. Sie hat sich bereit erklärt, uns ihr Material für 360 Mk. zum eigenen Gebrauch zu überlassen. Da die besondere Beschaffung dieses Materials sicherlich für uns erheblichere Kosten verursachen würde, erscheint es vorteilhaft, das Angebot der Firma anzunehmen. Die Kosten im Betrage von 360 Mk. stellen nach Angabe der Firma die Selbstkosten dar. — Wird genehmigt.
Umänderungen von Wohnungen im S t a d t s ch l o ß.
Mit Rücksicht auf eine bessere wirtschaftliche Ausnutzung verschiedener im Schloß befindlicher Wohnungen schlägt der Magistrat die Neuherstellung bezw. Umgestaltung der bisher an Rektor Jkler für 600 Mk. vermieteten Wohnung sowie der seither von der Steuerverwaltung und dem Meldeamt innegehabten Räume in der Weise vor, daß in der ersteren Wohnung, die einen außerordentlich großen Vorplatz enthält, der nicht nur keine Miete einbringt, sondern die Wohnung noch minderwertig macht, in dem 3. Zimmer vorn eine später eingezogene Wand entfernt, das kleine von dem langen Flur abgetrennte Zimmer durch Hinzunahme eines Teiles des Flurs vergrößert, von dem großen Flur ein Teil abgeschnitten und zu einem neuen Zimmer eingerichtet wird. Von dem Zimmer neben der Küche wäre ein Teil abzuschneiden für eine Speisekammer. Die neben dem 1. Zimmer befindliche in den Keller führende Treppe wäre zu beseitigen und an die Küchenwand zu legen. Die Wohnung besteht dann aus 6 Zimmern, Küche, Speisekammer, Badezimmer, Abort im Hochparterre und 2 Mansarden. Mit der Baukommission nimmt der Magistrat an, daß eine Miete von 11—1200 Mk. erzielt werden kann. Die Wohnung ist zugänglich sowohl von Marienstraße 2 als auch vom Park, woselbst die Freitreppe nach Summiern der Tür verlegt wird; das 4. Fenster gibt die Tür für die Freitreppe. Das Zimmer neben der Küche hat Steinholzfußboden auf Steinplatten, vorgeschlagen wird, dasselbe mit Linoleum zu belegen. Einschließlich dieses Belages betragen die gesamten Herstellungskosten 3450 Mk., reelle aus Titel A. 0. I. 11 entnommen werden sollen. — Die Räume, in denen bisher das Meldeamt und die Steuerverwaltung untergebracht waren, konnten mit verhältnismäßig geringen Kosten zu einer herrschaftlichen Wohnung umgebaut werden. Vorgesehen ist, daß aus dem Saale, in dem das Meldeamt untergebracht war, 3 Zimmer hergestellt werden, von denen das eine bei einer Tiefe von 7,10 m eine Breite von 3,63 m, das zweite bei einer Tiefe von 5,40 m eine Breite von 5,60 m und das dritte bei einer Tiefe von 5,60 m eine Breite von 3,70 m haben würde. Außerdem wäre aus dem nach dem Park zu belegenen Eckzimmer ein Stück herauozuschneiden und aus diesem ein Badezimmer einzurichten. Neben dem-elb-"- >^>- fine Speisekammer an-
geordnet werden und es würde damit eine Wohnung in der Größe von 6 Zimmern nebst Küche, Badezimmer, Speisekammer und Abort, auf einer Etage liegend, erzielt werden. Die Größen der 3 noch nicht beschriebenen Zimmer wären 7,10 m Tiefe auf 6 m Breite, bezw. 7,43 m Tiefe auf 5 m Breite, bezw. 4 m Tiefe auf 4 m Breite. Die Küche würde einen Flächeninhalt von 5 auf 3,84 m haben. Zu dieser Wohnung müßten 2 Mansarden gelegt werden. Die Wohnung würde einen Wert von 14—1500 Mk. nach Ansicht der Baukommssion haben. Die Versammlung beschließt, die genannten Räumlichkeiten dem Magistratsvorschlage entsprechend umzuändern und bewilligt die entsprechenden Kosten von 3450 und 4500 Mk.
Die Scherzberg'sche Wohnung im Schloß ist durch Kündigung des bisherigen Inhabers frei geworden und anderweit an den Kaufmann Obermeyer dahier vermietet. Die Wohnung muß gründlich hergerichtet werden, was einen Kostenaufwand von 1150 Mk. erfordert. Da die außerordentlichen Aufwendungen für die Herstellung der Wohnungen im Schloß aus laufenden Mitteln nicht bestritten werden können, so wird die Nachbewilligung auf A. 0. Titel I Nr. 11 beantragt und bewilligt.
Ueberschuß der Sparkasse.
Von dem Ueberschusse der Sparkasse aus 1906 werden im Einvernehmen mit dem Magistrat 2725 Mk. der Stiftung Lungenheilstätte und 2725.30 Mk. der Stiftung Kindererholungsstätte zugewiesen.
Ankauf eines G r u n d st ü ck e 8.
Zur eventl. Erweiterung des Friedhofes hat die Stadt kürzlich die oberhalb des Friedhofes gelegenen Grundstücke des Allhanauer Hospitals zum Preise von 1.50 pro Quadratmeter angekauft. Heute wird beschlossen, auch die mitten unter diesen Grundstücken liegende Braunsche Parzelle zum gleichen Preise anzukaufen.
Baufluchtlinien plan für das Gelände zwischen H a i n st r a ß e und Kinzig.
Der Magistrat hat beschlossen, dem Beschlusse der Bau- kommission vom 19. November 1906, wonach die Straße Nr. 52 (östlich von der Rückertstraße) als doppelt bebaubare Straße einzuzeichnen ist, zuzustimmen, dagegen bem Beschlusse der Baukommission voni 17. Dezember 1906, wonach die Straße Nr. 52 über den Viehmarkt hinweg bis zu den türkischen Gärten zu projektieren ist, die Zustimmung zu versagen. Die Versammlung stimmt zu mit der Maßgabe, daß die Straße Nr. 52 auf den Viehmark,platz (als freier Platz) so ausmündet, daß die Fortsetzung derselben im Anschluß an die Straße „Türkische Gärten" gesichert bleibt.
H e r st e l l u n g einer Z e n t r a l h e i z u n g S a n l a g e in der höheren Mädchenschule.
Um die Kosten einer eventl. Zentralheizung der höheren Mädchenschule festzustellen, wurde die Ausführung der Zentralheizung durch Aufforderung einer Reihe von Firmen, die sich mit derartigen Arbeiten speziell befassen, ausgeschrieben. Die Preise schwankten zwischen 5596 Mk. (Amend) und 13 460 Mk. (Gebr. Sulzer). Nach Abgabe seiner Offerte gab Amend eine Nachtragsofferte ab. Es war in den Bedingungen vorgeschrieben, daß jeder der beiden Kessel imstande sein sollte, im Notfälle, nämlich bei der Reparatur eines Kessels, die Schule genügend zu erwärmen. Die Vorschrift hatte Amend außer acht gelassen, daher seine nachträgliche Offerte, die diesen Mangel beseitigen sollte. Sein Angebot stellt sich demnach auf 6667 Mk. und bleibt hinter dem nächstniedrigen Angebot von Lucht, der 9386 Mk. verlangt, um mehrere tausend Mark zurück. In der ungefähren Höhe des Angebotes von Lucht bewegen sich die Angebote von Korting in Hannover (9547 Mk.) und Grove in Berlin (9615 Mk.), während das Eisenwerk Kaiserslautern 10679, Oelrichs in Frankfurt 10690 Mk. verlangt und zwei andere Firmen 11030 und 11230 Mk. fordern. Mit Rücksicht auf die erhebliche Preisdifferenz empfahl die Baukommission Aufhebung des Submissionsverfahrens und freihändige Vergebung der Heizungsanlage an Amend. Zu den Kosten der Heizungsanlage mit 6667 M. treten noch die Baukosten laut speziellem Kostenvoranschlage mit 4800 Mk. hinzu, sodaß die Gesamtkosten sich auf 11500 M. stellen.
Nach längerer Debatte, in der Stadtv. Förster sich gegen eine Vergebung der Arbeiten an Amend, der die Anforderungen des Ausschreibens nicht erfüllt habe, wandte, während Herr Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch u s und andere mit Rücksicht auf die wesentliche Preisdifferenz für Aufhebung der Submission plaidieren, beschließt die Ver- saulmlung, die Submission aufzuheben, die Herstellung der
Heizungsanlage freihändig an Amend zum Preise von 6 667 Mark zu vergeben. Gleichzeitig werden die insgesamt erforderlichen 11 500 Mk. bewilligt.
Um- und Erweiterungsbau des Schlachthauses.
Der Beschluß des Magistrats vom 28. Mai 1907 lautet: Für den Um- und Erweiterungsbau des Schlachthauses werden 120000 M. zur Ausführung der Projektes 3 zur Verfügung gestellt unter der Bedingung, daß sich weder nach Aufstellung der Detailpläne noch nach der Ausschreibung der erforderlichen Arbeiten eine nennenswerte Überschreitung dieser Summe ergibt.
In der Begründung des Magistrats wird ausgeführt: Nachdem bereits jahrelang die Frage des Um- und Erweiterungsbaues bezw. des Neubaues des Schlachthofes erörtert und die verschiedensten Projekte aufgestellt waren, hat sich der Magistrat unter Anlehnung an ein von dem Architekten Kleinert in Wiesbaden ausgestelltes Projekt (10 a) dahin entschieden;
1. der Schlachthof soll an seiner bisherigen Stelle belassen werden,
2. 300 000 M. werden für den Um- bezw. Neubau zur Verfügung gestellt unter der Bedingung, daß sich weder nach Aufstellung der Detailpläne noch nach der Ausschreibung der erforderlichen Arbeiten eine nennenswerte Überschreitung dieser Summe ergibt.
Diesem Beschluß ist die Stadtverordnetenversammlung in der Sitzung vom 7. Februar 1907 jedoch nicht beigetreten, sie hat vielmehr beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, festzustellen, ob mit einem Betrage von etwa 50 000 M. folgende Verbesserungen der Schlachthofanlage oorgenommeu werden können.
1. Vergrößerung der Vorkühlhalle,
2. Schaffung eines PökelraumeS,
3. bessere Beleuchtung der Schweineschlachthall«,
4. Vergrößerung des Brüh- und Stechraumes,
5. Verlegung der Bureaus und der Wohnungen aus dem Gebäude der Hauptschlachthalle.
In Ausführung dieses Beschlusses ist nun der Architekt Kleinert in Wiesbaden ersucht worden zu prüfen, ob und wie die Ausführung unter Berücksichtigung der angegebenen Punkte möglich sei. In Rücksicht gezogen sollte von ihm ferner werden die Vergrößerung und Verbesserung der Kleinviehschlachthalle. Der Sachverständige hat nun nochmals 3 neue Projekte mit Kostenvoranschlägen aufgestellt. Er tonimt dabei aber zu dem Resultat, daß selbst bei einer Beschränkung auf die Forderungen der Stadtverordneten-Ver- sammlung mit einer Summe von 50 000 M. nicht auszukommen ist. Die Höhe des geringsten Kostenanschlages beläuft sich vielmehr auf 75 000 M. und falls auch an einen Umbau bezw. Vergrößerung der Kleinvieh-Schlachthalle gedacht wird, auf 82 000 M. Zu den 3 Projekten wird folgendes bemerkt:
Projekt 1: Hier wird die Vergrößerung des Vorkühlraumes nebst Unterkellerung als Pökelraum an den alten Vorkühlraum nach der neuen Promenade zu angebaut. Die Schweineschlachthalle erhält ein neues Shetdach und dadurch die dringend notwendige bessere Beleuchtung. Der Brüh- und Stechraum sowie die Kuttelei werden vergrößert. Die Bureauräume der Schlachthofverwaltung werden in das alte Freibankgebäude verlegt. Als Nachteil bei diesem Projekt ist in Betracht zu ziehen, dast die Bureaus sehr weit von den Betriebsstätten liegen, wodurch die Ueberwachung des Betriebes usw. sowohl für die Beamten sehr erschwert, als auch besonders die geschäftliche Abfertigung der Metzger darunter leiden wird. Aber auch aus sonstigen allgemeinen Gründen ist die Verlegung des Bureaus unzweckmäßig. Ferner kommt als besonderer Hauptgesichtspunkt in Betracht, daß durch ben seitlich freistehenden Vorkühlhausanbau die Kühlung desselben bedeutend erschwert wird und nicht unerhebliche Betriebskosten dadurch entstehen werden.
Projekt 2: In diesem Projekt sind die vorerwähnten Nachteile des Projekts 1 vermieden, aber noch mehrere Vorteile geboten. Es ist hier die Vergrößerung des Vorkühlraumes seitwärts an die Längswand des Kühlraumes angeordnet, daran anstoßend ist eine neue Großviehschlachthalle mit Kuttelei vorgesehen. Durch diese seitliche Lage des Vorkühlraumes wird nicht allein der Transport des geschlachteten Fleisches über beq ^of vermieden, sondern es werden sich die Betriebskosten des Kühlbetriebes auch in keiner Weise verteuern da die erforderlichen Luftkanäle parallel zu den alten Donmnbenen Kanälen zu liegen kommen und die abgekühlte ~u^, bedeutend kürzeren Weg zurückzulegen hat als bei ^ojekt 1. Ferner aber wird durch die Verlegung der Groß- vieh-schlachthalle mit Kuttelei die alte Halle frei und ist der vordere Ami zur Errichtung von Bureaus usw. verwendbar, wahrend der hintere Teil als Kleinvieh-Schlachthalle aus-
weiden kann. Der Umbau der Schweinschlachthalle m m gleicher Weise, wie bei Projekt 1 vorgesehen. Die Kosten betragen 100 000 M. gegenüber 82 000 M. bei Pro-
1 (einschließlich Kleinvieh-Schlachthalle). Bei biefent grüßen ^^ außerdem der Kühlraum um 9 Zellen ver-