Erstes Blâ
vezugSprelSt
Bfetdiâ^tfid) 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für ai* «ästige -Abonnenten mit dem büre,senden PostaufjchUlz.
Die einzeiae Nummer kostet 10 Pfg.
Einrücknugsgebüyr,
Rotationsdruck und Berlag der Buchdrucker« d«t oerrta. a. «Liienhaufti in Hamm.
Nt. 68 Fernsprecharrschltts; Nr. 605.
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General-Anzeiger
KAtliches Organ für ÄM- unl> Nortis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Donnerstag den 21. März
Die jüasgekyaltttu Hetttzeile oder deren Raum 20 U^ im Neklamenteil die Zelle 36 Mz.
8erantworte. Redakteur : T. Schrecke« tu Hanan.
Kernsprcchanschlnsj Nr. 605. 1907
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14 Seite»«.
Anktl.ches.
Stadtkreis Ran au.
Am Samstag den 23. d. Mts., von 12 bis 1 Uhr mittags, wirb der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstädter Schloß den Arbeitgeber und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.
Hanau den 19. März 1907.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
P 2219a I. V.': Siemon, Reg.-Assessor.
Landkreis Ranau.
Bekoiintmlichmiüeii des KmMcn LlUldratsaintS.
In Niederrodenbach ist die Schweineseuche ausgebrochen.
Die Gehöftssperre ist angeordnet.
Hanau den 19. März 1907.
Der Königliche Landrat.
V 1889 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
In Oberrodenbach ist die Rotlaufseuche erloschen.
Die Gehöftssperre ist aufgehoben.
Hanau den 19 März 1907.
Der Königliche Landrat.
V 1975 J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Festgestellt: die Schweincseuche in Burgjoß, Roth und Eidengesäß, Kreis Gelnhausen.
Erloschen: die Schweineseuche in Horbach, Kreis Gelnhausen.
Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachung.
Die bisher von der Frau Lübbers bewohnte Wohnung im Stadtschloß, Friedrichsbau, gleicher Erde, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör ist alsbald zu vermieten.
Reflektanten wollen sich im Rathause, Zimmer Nr. 11, melden.
Hanau den 16. März 1907.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 6198
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Feuilleton.
Stadtthcatcr in Hanau.
— Hanau, 21. März.
Der geschätzte erste Held und Liebhaber unserer Bühne, Herr Ulrich Pu st ar, hatte sich zu seinem gestrigen Ehrenabend zu der Aufführung des 5-aktigen Lustspiels „Kean" oder „Genie und Leidenschaft" des populären französischen Schriftstellers A. Dumas entschlossen. Schon mehrfach finden wir bedeutende Männer der Kunst und Literatur als handelnde Hauptpersonen in größeren Bühnenwerken geschätztester Art verherrlicht, und so auch in dem amüsanten Werke „Kean" den gleichnamigen berühmten englii^eu Schauspieler des vorigen Jahrhunderts. Die deutsche Bearbeitung dieser Dichtung hatte sich ein hervorragender Fachkollege, Ludwig Barnay, zur Aufgabe gestellt, und damit auch ein recht löbliches Resultat erzielt, wenn auch manche Szenen dieies Lustspiels ziemlich stark auf den äußerlich theatralischen Effekt berechnet erscheinen. Der Verfasser führt uns den großen Bühnenstern einerseits in seinem Privailebcn vor Augen, und zeigt uns, daß der Künstler unermüdlich tätig war, Mildtätigkeit und Großmut in weitgehendster Weise auszuüben, ebenso wie er sich andererseits seinem dornenvollen Berufe mit selten glühender Hingebung widmete, nur daß ihm hierbei eine tief Wurzel gefaßte sinnverwirrende Leidenschaft der Liebe bald zum mißlichen Verhängnis werden sollie, die er aber noch zu rechter Zeit dadurch zu paradieren wußte, daß er durch die Heirat einer verlassenen Waise sein seelisches Gleichgewicht wiederherstellte und damit seine ruhmvolle Laufbahn aufs neue befestigte.
Eine äußerst schöne ausgeglichene und erfreuliche Leistung bot Herr P u st a r als „Kean." Die Gutmütigkeit dieser edlen
Bekmmtnmchimg.
Das Projekt betr. die Klärung und Ableitung der Abwässer der Stadt Hanau liegt vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung ab 2 Wochen lang im Rathause, Zimmer Nr. 18, während der Dienststunden öffentlich zur Einsicht aus.
Interessenten, welche Einsicht in die Pläne zu nehmen wünschen, wollen sich in der Bolenmeisterei, Rathaus, 2 Treppen hoch, melden.
Hanau den 16. März 1907.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 6197
D's der Gemeinde Fechenheim gehörige Gvttnd- ftü^, Bäckergasse Nr. 1, Karte N Nr. 689/170, 85 qm groß, soll nebst einem anstoßenden Streifen von etwa 15 qm am Samstag den 6. Af ril ?907, vormittags 11 Uhr, im Sitzungssaale des Rathauses öffentlich meistbielend versteigert werden. Kauffiebhaber werden zu dem Termine eingeladen.
Fechenheim a. M. den 19. März 1907.
Der Bürgermeister.
Fischer. 6208
Hus Ranau Stadt und Eand.
Hanau, 21. März.
* Religiöse Versammlung. Heute nachmittag 4^2 Uhr hält Herr Pfarrer Michaelis Bibelstunde in der Johanniskirche und abends 8'/, Uhr spricht derselbe ebenfalls in der Johanniskirche über das Thema: „Glück im Hause".
* Marienkirckenchor. Anstatt heute findet die Probe morgen abend statt. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend erwünscht.
* Elektrische Straßer bahn. Die Gemeindevertretung in K e s s e l st a d t beschloß in ihrer gestrigen Sitzung u. a. eine Eingabe an die Hanauer städtischen Körperschaften, durch welche die Ueberleitung der projektierten elektrischen Straßenbahn auf den neuen Stadtteil beantragt wird.
* Sprechstunde des Gewerbeinspektors. Der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda wird am Samstag den 23. d. Mts., von 12 bis 1 Uhr mittags, in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben
* Benefiz Steger. Ganghofers: „Hochzeit von V a l e n i." Ein ganz hervorragender künstlerischer
Menschen'eele, die offenherzige Leutseligkeit, das schnell aufbrausende, nicht zu dämpfende Temperament, die maßlos betäubende Verliebtheit, alle diese Züge verschmolz der Künstler zu einem Ganzen von recht überzeugender Echtheit. Ebenfalls wohl gelungen können wir die verlassene und noch zur angemessenen Zeit in die richtige Bahn ihres Lebenspfades gelenkte „Anna Danby" des Frl. Sarno bezeichnen. Die geschätzte Darstellerin sah äußerlich recht vorteilhaft aus und hielt mit ihrem sympathischen Organ die Rolle durchweg im rechten Ton. Herr H o p k i r f als der versöhnliche „Prinz von Wales" war gut am Platze; ebenso wurde die „Gräfin Helena" durch Frau Anders zur vollsten Zufriedenheit wiedergegeben. Die Rolle des „Graf von Cocfeld" kann man sich charakteristischer denken, persönlicher und humoristischer gefärbt als Herr Kempf sie darstellte. Herr Ny gri n spielte die Partie des geduldigen Theaterfriseurs „Darius" mit sicherer Gewandtheit. Herr Gehrmann war als der alte, ehrliche Souffleur „Salomon" das Urbild sympathischer Korrektheit. Lobende Anerkennung verdient ferner Herr Hauser, der aus dem „Regisseur des Conventgarden- Theaters" eine sehr wirksame Figur schuf. Von den Vertretern kleinerer Rollen traten die Herren Matter, O. H. Müller und Krug besonders in den Vordergrund. Herr Pustar, der als Regisseur für eine höchst abgerundete Vorstellung sorgte, empfing noch eine hübsche Anzahl Geschenke und Blumen zur freudigen Ueberraschung.
Ocffcntlichcr Wetterdienst.
D i e n st st e l l e Weilburg lLandwirtschaftsschulch. Voraussichtliche Witterurrg für die Zeit vom Abend des 21. März bis zum nächsten Abend.
Veränderliche Winde, vielfach heiter, trocken, tags wärmer als am Vortage.
Genuß, ein literarisch bedeutender Theater-Abend wird am Sonntag anläßlich des Benefizes für den Oberregisseur unserer Bühne Herrn Emil Steger bevorstehen, indem Gang- homers gewaltiges Werk: „D i e H o ch z e i t von V a l e n i" nach längerer Pause wieder neu einstudiert zur Darstellung gelangt. Der Benefiziant hat sich durch seine glänzenden Leistungen, sowohl als Regisseur, wie auch als Darsteller zu einem überaus verdienstvollen Mitgliede unserer Bühne gemacht. Seine hervorragende Gestaltungskraft hat sich in mancher Rolle trefflich bewährt. Sein „Biegler" in „Stein unter Steinen", sein „Dr. Rank" in „Nora", sein „I a g o", sein „G e r i ch t s r a t Brack" sind Schöpfungen, die von feinem Verständnis, von geistiger Arbeit Zeugnis ablegten. Das von ihm gewählte, überaus wirksame Schauspiel Ganghofer's entspricht seinem bisherigen künstlerischen Wirken und dürfte sicher ein außergewöhnliches Interesse erwecken.
* Stadttheater. Ein besonders genußreicher Theater- Abend wird morgen durch die Aufführung von Halbes Liebesdrama „I u g e n d" bevorstehen. Halbe hat sich durch seine Schöpfungen als Dramatiker einen glänzenden Ruf erworben. Seine Werke „Haus Rosenhagen", „Der Strom" haben auch hier seinerzeit einen außergewöhnlich beifällige Aufnahme gefunden. Das Beste jedoch was er bis jetzt geschaffen hat, ist sein Drama „Jugend". Mit tiefempfundener Poesie schildert er den kurzen Liebestraum zweier Menschenkinder. Eine Harmonie liegt über dieser Schöpfung, die jeden in ihren Bannkreis zwingt. Stimmungsvoll und schlicht baut sich die Handlung seines Dramas aus den Charakteren seiner Menschen auf und steigert sich zu einem gewaltigen tragischen Höhepunkt. Als ein Werk von klassischer Bedeutung wird es noch nach Jahren eine Zierde der deutschen Literatur bilden. Der morgigen, durch Herrn Hauser sorgfältig vorbereiteten Ausführung, dürfte man das größte Interesse entgegenbringen, da die Rollenbesetzung eine überaus günstige ist. Die „Jugend" wird diesmal wirklich von der „Jugend" gespielt, indem die drei wichtigen Rollen des Aennchen, Hans und Amandus durch Frl. Berger, Herrn Hopkirk und Herrn Heidemann vertreten sind, während für den Pfarrer Hoppe Herr Kempf und für den Kaplan Herr Hauser ihr Können ins Treffen führen werden. — Da Frl. Berger als Anfängerin keine Benefiz- Vorstellung zugesichert erhielt, im Laufe der Spielzeit aber ganz bedeutende Fortschritte gemacht hat und sich beim Publikum äußerst günstig einführte, so ist diese Abonnements- Vorstellung a's Ehren-Abend für sie zu betrachten und wird ihr auch von Seiten der Direktion ein pekuniärer Anteil bewilligt werden. — Am Sonntag nachmittag soll das beliebte Lustspiel Adolf L'Arronges „Dr. Klaus" bei ganz bedeutend ermäßigten Preisen letztmalig zur Aufführung kommen.
* Prüsunaskonzert der Musik-Akademie. Einige recht angenehme Stunden wurden den zahlreichen Musikfreunden, die sich gestern abend anläßlich des öffentlichen Prüfungskonzertes der hiesigen Musik-Akademie in der „Centralhalle" zusammengefunden halten, durch Schüler und Schülerinnen dieses Instituts geboten. Man darf mit voller Berechtigung sagen, die Leistungen befriedigten allgemein und waren durchweg, unter Berücksichtigung des Lehrklassenunterschiedes, gute, te'lweise sogar vorzügliche zu nennen. Direktor, Lehrpersonal wie Schüler und Schülerinnen der Musik- Akademie dürfen {ebenfalls mit berechtigter Genugtuung auf das un abgelaukenen Jahre Erreichte zurückblicken und gewiß sein, daß die Ueberzeugung,. von dem segensreichen Wirken des Instituts sich durch die gestrige Prüfung in weiteren Kreisen noch befestigt hat. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch einige recht nette, Fleiß und Geschick verratende Klavierdarbietungen der Schülerinnen Oltile Heiderich, Louise Hofmann und Anna Kaiser, denen ein Violinvortrag „Lied ohne Worte" von Seher durch Hans K r a u s e folgte, der von hübschem Können und gutem Verständnis zeugte. Weiterhin erfreuten durch Klaviervortrüge die Schülerinnen Elsa Stern, Emmy Leuchter, Helene Glaser, Anna Becker und Klara Weyland, ivovon die beiden letzten, die „Lieder ohne Worte" von Mendelssohn und „Sonatine" in G-dur, op. 20 Nr. 1 von Suffes boten, besonders reichen Anklang fanden. Auch der den Schluß des ersten Teils bildende Vortrag des Schülers Günther H i l d e b r a n d t, „Sonate" in C-dur, 1. Satz von Haydn, wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Der 2.Teil mürbe eröffnet durch eine reizende Darbietung der Schülerin Anna Kreuter, 1. Satz der Sonaie in a-moU von Haydn, der .sich zwei Liedervonräge von Frl. Lollo I o st anschloffen: „ Mägdlein saß im Wald und Moos" von Müller-Buesfow und „Altdeutsches Minnelied" von Char. Die Sängerin ve: fugt über ausgiebige sympathische Stimmmittel von guter Durchbi dung und anerkennenswerter Klangreinheit. Der ihr gespendete Beifall war wohlverdient. Eine prächtige -eistung bot Amalie Wi n terich mit den .Variationen